Meine Erfahrungen mit der Mellifera Einraumbeute

  • In den letzten Tagen hatten wir hier 15 Grad und durchgehend Sonne. Alle 3 eingewinterten Völker fliegen. Da ich diesen Winter versuchsweise mal mit geschlossenem Boden überwintert habe, kann ich anhand der Gemüllstreifen die besetzten Waben zählen: es sind 5 bis 7.


    Mehr als den Bienen beim Fliegen zuzuschauen, muss man jetzt nicht tun. Die erste Durchsicht kann noch einige Wochen warten.

  • Wenn man unsicher ist, ob das Futter reicht, kann man die Völker wiegen. Am einfachsten geht das mit einer Kofferwaage. Ich habe das Interesse halber auch mal wieder getan. Seit dem letzten Wiegen (am 29.09.) ist eine geringe Gewichtsabnahme bei den 3 Völkern zu verzeichnen, nämlich: 4, 6 und 7 kg. Damit haben alle Völker noch 10 Kg Futter oder mehr in der Beute.

  • Hallo ,

    habe heute mal die ERB geöffnet ,das BN habe ich nicht gezogen , 2 volle Futterwaben hinters Schied , frisch eingetrager Necktar auf zwei Waben am Schied und ein Schiffsrumpfrähmchen als DR eingehängt .

    Durch die hohen Temperaturunterschiede ( Tag - Nacht ) habe ich wie jedes Jahr um diese Zeit in den Ecken leicht Kondenswasser ohne Schimmelbildung , das sich aber bis Mai verflüchtigt , erst dann öffne ich die Belüfftungsklappe an der Seitenwand .

    Ab jetzt erweitere ich im Naturbau wenn die letzten Rähmchen zu 2/3 ausgebaut sind , das wird zu dieser Zeit noch dauern , aber in 1 - 2 Monaten geht das rucki - zucki .

    Ein schönes Wochenende ,


    Bertram

  • Frühjahrsdurchsicht:


    Das letzte Wochenende habe ich genutzt, um die Frühjahrsdurchsicht durchzuführen. Das Frühjahr war bisher sehr bienenfreundlich: recht hohe Temperaturen, viel Sonne, keine nennenswerten Kälteeinbrüche. Dementsprechend gut sehen die Völker aus: Alle Waben sind besetzt, die Völker brüten bereits großflächig, die Futterversorgung ist gut. Die Königin suche ich nicht (da meine markiert sind, sieht man sie aber meist irgendwo rumsteigen). Alle Völker haben schon Drohnenbrut angelegt, wenn es mit dem Wetter so weiter geht, sind die in einigen Wochen in Schwarmstimmung.


    Ich führe die Völker nicht mittig in der ERB, sondern auf einer Beutenwandseite. Im Zug der Durchsicht habe ich zu dieser Seite hin, im Anschluss an das Brutnest und eine Futterwabe als Puffer je ein gedrahtetes Leerrähmchen eingehangen. Je nach Witterung wird das Rähmchen zügig ausgebaut, sodass das demnächst ein weiteres Leerrähmchen daneben gegeben werden kann. Mit der Erweiterung muss man jetzt dranbleiben, damit keine Raumnot aufkommt. Weil ich Bienen abgebe, habe ich auch gleich noch Futterkranzproben als Sammelprobe genommen.


    Trotz des milden Wetters sollte man die Frühjahrsdurchsicht zügig durchführen. Man vermeidet so unnötige Wärmeverluste. Mehr als 5 Minuten pro Volk braucht man für alles zusammen eigentlich nicht.

  • Erweiterung:


    Eine Woche nach der Frühjahrsdurchsicht habe ich mir die eingehängten Leerrähmchen angeschaut (und nur die). Die Völker haben diese bereits zu 2/3 ausgebaut und teilweise auch schon bestiftet. Kein Wunder bei dem tollen Frühjahr. Also habe ich gleich neben den Leerrähmchen von letzter Woche jeweils noch ein Leerrähmchen gegeben.


    Bei der Erweiterung sollte man darauf achten, dass man neue Rähmchen nicht in das Brutnest hängt, sondern daneben. Zwar würden die Bienen auch im Brutnest die Waben zügig ausbauen, sollte aber vorher ein Kälteeinbruch kommen, ist die Leerstelle mitten im Brutnest allerdings sehr störend. Außerdem muss die neue Wabe in das Brutnest integriert werden, was die Bienen unnötig beschäftigt. Also besser an den Rand. Dann wächst das Brutnest in die neuen Waben hinein. So ist es ja auch in der Natur der Fall.


    Um die Übersicht zu bewahren, wo ich Leerrähmchen gegeben habe, markiere ich diese mit einer Reißzwecke. Bei Durchsichten reicht es zumeist nur diese frisch ausgebauten Rähmchen anzuschauen. Hier werden auch bevorzugt und zuerst Schwarmzellen angesetzt. Soweit ist es hier aber noch nicht. Jetzt kommt erst einmal ein Temperatureinbruch und die Völker werden ein paar Tage nicht fliegen können.

  • Danke für die tolle Zusammenstellung!

    Eine Sache habe ich nicht finden können, wann genau wird denn der Fluglochkeil entfernt?

    Ich habe die ERB von Janisch, da gibt es den länglichen Keil zur Verkleinerung, der bei mir jetzt noch drin ist.

    Mäusegitter ist schon seit 4 Wochen ab, die Kirschen blühen und aufgrund von Weinbauklima habe ich auch seit ca. 4 Wochen keinen Nachtfrost mehr.

    Aktuell schwankt der Bienenflug zwischen richtig stark oder eben an kühlen Tagen (fast) null.

    Wäre das jetzt ein guter Zeitpunkt oder wie bestimme ich einen guten?

  • Hallo kileas,


    die Mäusegitter kommen bei mir ab, wenn halbwegs regelmäßig geflogen wird, denn dann können die Bienen die Mäuse wieder selbst vertreiben. Irgendwelche Keile verwende ich zusätzlich zu den Gittern nicht. Ich vermute der Keil von Holtermann ist als eigentlich als Mäusegitteralternative gedacht. Aber sind die Fluglöcher da nicht rund?


    Meine Fluglöcher sind jetzt jedenfalls voll geöffnet. Ich wüsste auch nicht warum man sie jetzt einengen sollte.


    Gruß

  • Hallo Master Tom,

    Danke für die Antwort!

    Bei meiner Beute von Janisch ist das Flugloch eckig - länglich.

    Ich habe meine Bienen im Juli als Kunstschwarm recht spät bekommen und mir wurde erklärt, es sei superwichtig, gut zu füttern und das Flugloch stark einzuengen wegen Räuberei. Ich habe hier auch wirklich viele Wespen, die die Beute bis Mitte Oktober belagern und regelmäßige Angriffe aufs Flugloch starten.


    Dann habe ich es einfach klein gelassen, da ich dachte, es soll über Winter/ zu Beginn der Saison auch vor Kälte schützen. Kommt da nicht sehr viel Kälte in die Beute, wenn zusätzlich auch noch mit offenem Gitterboden überwintert wird?


    Ich werde den Keil dann heute Abend rausnehmen, bzw. sobald der Flugverkehr reduziert ist.

  • Ja, Jungvölker im Sommer kann man durch ein kleines Flugloch bei der Verteidigung unterstützen. Dein Schwarm vom letzten Jahr sollte doch aber jetzt ein Wirtschaftsvolk sein, da kannst Du den Schlitz ruhig voll auflassen. Zumal es jetzt keine Wespen gibt. Das Problem kommt doch erst im Hochsommer. Ein Wirtschaftsvolk sollte solche Angriffe aber problemlos abwehren können.


    Mach Dir wegen der Kälte keine Sorgen um die Bienen, die regeln das, egal wie groß das Flugloch ist.

  • Hallo,

    ich verstehe nicht warum sich ein Imker bei offenem Boden Sorgen um die Größe des Flugloches macht.

    Die Fläche des Gitterbodens ist doch um ein Vielfaches größer als das Flugloch. Welchen Einfluss sollte denn das Flugloch noch auf das Beutenklima haben?

    Fragt da einer, der keine offenen Böden hat.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • ...auf Beutenklima weniger. Aber Lage und Größe des Fluglochs entscheiden, ob auch Ableger in der frühen Phase das Flugloch ausreichend verteidigen können.

    Wir haben geschlossene 4w-DNM-Ablegerkästen mit Flugloch ca 15-20mm in Frontmitte, also halbe Wabenhöhe, da kann man einen Kieler-Inhalt oder EWK reinhängen und die lassen sich von Wespen und anderen nicht beklauen.