Mittelwände gießen: Alter des Waches wichtig?

  • Das mit den Zuschlag aus Brutwaben teste ich grad noch aus, es heisst ja, Pollenöle und Propolie mache die MWs geschmeidiger...

    Kittharz macht das Wachs geschmeidiger.

    Einfach in das Entdecklungswachs Propolis dazu geben.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • Moinsen,


    ich habe letztes Jahr Wachs umarbeiten lassen, welches mein Schwiegeropa noch eingeschmolzen hatte. Dieser ist Anfang der 80er aus der Imkerei ausgestiegen, da ihm seine Völker immer an der Varroa eingegangen sind. Daher war das noch frei von jeglichen Varroa Zusatzstoffen. Sind tolle Mittelwände geworden!


    Gruß

    Frank

  • Beim STÖBERN bin ich auf einen Umarbeiter aus der Schweiz gestoßen, der im Januar 2017 damit wirbt, dass er das Wachs ein Jahr lang liegen lässt, bevor es zu Mittelwänden verarbeitet wird.

    Danach suchte ich im Imkerforum nach "Lagerhinweisen" und stieß auf diesen Beitrag mit den füruns Imker übliochen stets :/recht unterschiedlichen Auffassungen.

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  • Zum Ausgangsthema: Selbst wenn Wachs länger lagert und sich dann Kettenvernetzungen oder sog. mikrokristalline Bereiche bilden würden (es besteht ja im wesentlichen aus Fettsäureestern und Fettalkoholen mit Kohlenstoffketten in der Größenordnung C20 - C35), würden diese im Schmelzprozess wieder zerstört werden. Die Schmelzdauer hätte m. E. einen viel größeren Einfluss, wenn überhaupt.


    Der Effekt von Altwabenwachs kommt mglw. durch eine Einlagerung verschiedenster brutbegleitender Substanzen zustande. Die lange Einwirkung der Stocktemperatur auf das Wachs könnte ebenfalls zu molekularen Veränderungen von Altwabenwachs führen; das ist allerdings spekulativ. Ich kenne keine Untersuchungen dazu.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Hi,


    ich habe jetzt endlich das erste Mal selber Mittelwände gegossen. Die Wachsblöcke lagen vorher z.T. deutlich länger als ein Jahr herum.


    Ich hatte früher sowohl ausgeschnittene Honigwaben als auch Entdeckelungswachs und zu einem geringeren Anteil alte Brutwaben in einem großen Kunststoffeimer per Dampferzeuger geschmolzen, das flüssige Wachs in kleinen Eimern aufgefangen. Diese Blöcke waren noch nicht besonders sauber, es sind im Laufe der Zeit auch einige Wachsmottenlarven eingedrungen. Deshalb habe ich sie nun nochmal in einem Kochtopf aufgeschmolzen, zu neuen Blöcken gegossen.

    Diese Blöcke dann im Topf verflüssigt und Mittelwände gemacht.


    Nun bin ich etwas überrascht, wie zäh diese Mittelwände sind. Gestern gegossen, heute wollte ich eine der misslungenen erneut einschmelzen, habe sie eng gefaltet und gerollt: Es ist praktisch unmöglich, sie zu zerbrechen. Man kann eine enge Rolle daraus machen.

    Hm. Eigentlich dachte ich, dass gegossene Mittelwände spröder seien.


    Hoffentlich erschwert diese Zähigkeit des Wachses den Bienen nicht das Umbauen der ziemlich plumpen Stege zu dünnen Zellwänden?



    Grüße,

    Robert

  • Bisschen viel paraffiniert oder gar anderes drin ? MW aus reinem Wachs lassen sich nicht rollen und nur sehr begrenzt biegen.


    Ich würde vor dem Einsatz eine Analyse machen lassen....

  • Re-Mark :


    keine Angst, das mit der Zähigkeit ist alles so in Ordnung wenn sie dicker und vor allem wenn sie frisch sind. Das macht den Bienen auch gar nix aus - du verbrauchst halt nur mehr Wachs. Die bauen auch gar nicht so viel um, sondern eher frisches Wachs dran.

  • Oha, das überrascht mich etwas.... meine sind sehr spröde, selbst bei den aktuellen fast 20°C und Lagerung im Bienenhaus kann ich nicht mehr schmale Streifen schneiden, ohne dass das bricht. 3 cm muss ich ihnen auf jeden Fall geben. Zum Glück hatte ich gleich nach dem Gießen viele aus den Resten geschnitten so dass ich schmale noch auf Vorrat hatte.


    Hast Du mal gewogen, welches Flächengewicht die neuen MWs haben?


    Die aktuell ausgeschmolzene Charge sollte definitiv propolisreicher sein da doch so einiges an Brutraumwachs dabei war (aus eigenem Stand mit aktuellem Gesundheitszeugnis, da habe ich also keine Bedenken) - mal sehen, wie die Mittelwände daraus sein werden.


    M.

  • Hast Du mal gewogen, welches Flächengewicht die neuen MWs haben?

    Meine Mittelwände sind alle in der Mitte merklich dünner als am Rand, bei dir auch?

    Du schneidest ja für DNM am Rand etwas weg, während ich die volle Breite brauche, sogar dann habe ich einen halben Zentimeter Luft bis zum Rähmchenholz. Wobei die Ränder natürlich nicht ganz gerade sind. Ich wünschte, die Gussform wäre noch einen Zentimeter breiter.


    Eine zugeschnittene HR-Mittelwand wiegt im Durchschnitt ca. 53,6 g

    (22 Stück, also für zwei Honigräume ca. 1180 g)

    Breite: ca 41,6 cm, Höhe ca 12,9 cm

    macht eine Fläche von ca. 536,6 cm²

    bei 22 Mittelwänden eine Gesamtfläche von 11806 cm² oder 118 dm² (bei einer Raumtemperatur von 23°C)


    Ich komme also auf ziemlich genau 10 g pro Qudratdezimeter oder 1 kg pro Quadratmeter.


    Gerade habe ich noch zehn Brutraum-Mittelwände der letzten Charge vermessen, dort komme ich auf ca. 10,5 g/dm².

    (Breite ca. 41,6 cm, Höhe ca. 26,4 cm, Durchschnittsgewicht pro MW ca 115,3 g)

    Ich meine, dass ich bei der ersten Charge eher auf ca. 130 g pro MW kam, das wären dann 11,8 g/dm²


    Also: ich liege irgendwo zwischen 1,0 und 1,2 kg pro Quadratmeter Mittelwand, mit Tendenz zu den 1,0kg/m².


    Wie sieht es bei dir aus?



    Zum Vergleich aus einer Packung gekaufter Mittelwände zehn Stück gewogen und vermessen:

    ca. 9,3 g/dm² oder 0,9 kg/m²