Kalt überwintern

  • Während bei uns allgemein die These besteht: Bienen überwintern in der Traube kalt, bei offenem Boden und ohne Kälteschutz" las ich in der Weihnachtspost der Armbruster Imkerschule einen Beitrag von Jürgen Binder, der diese These als falsch erklärt . Der Lehrsatz " Die Biene will kalt überwintern" ist falsch.

    Wer hat hier Erfahrungen und Kentnisse um das eine oder andere zu belegen oder widerlegen?

    Für eure Info vielen Dank, einen guten Rutsch und ein gesundes 2018 für euch und eurer Bienen


    AC

  • Binders These ist ja: vor allem ohne Zugluft.


    Ich überwintere meinen Bienen seit einigen Jahren mit durchgehend eingelegtem Varroaeinschub und kann für die letzten drei Jahre immerhin positiv vermelden, dass ich kein einziges Volk verloren habe.

    Aber wer weiß, welche Rolle dabei der einlegte Boden spielt?


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich habe es versucht, hatte aber Wasser auf dem Varroabrett und dann auch geschimmeltes Gemüll. War nicht so lecker.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Dabei wäre vielleicht die Frage, ob in Holz- oder Kunststoffbeuten überwintert wird ? Ich habe heute in meiner Bienen Zeitschrift gelesen, es müsse unterschieden werden - in den Segeberger Magazinen ist ein offener Boden zu empfehlen, da gut isoliert und es sonst bei geschlossenem Boden zu Schimmel kommen könnte, in Holzbeuten dagegen ist der eingelegte Schieber dann vielleicht eher besser, da weniger Zugluft.

  • Ich habe es versucht, hatte aber Wasser auf dem Varroabrett und dann auch geschimmeltes Gemüll. War nicht so lecker.

    Die Windeln muss man ab und zu säubern, dann schimmelt auch nichts. Wenn man bedenkt, dass ein Schwarm immer eine Behausung bevorzugt, die rundherum dicht ist, dann kommt man zu dem Schluss, dass es nicht im Sinne des Biens sein kann den Boden offen zu lassen. Ist meine Meinung.


    Mit freundlichen Grüßen

    Tobi

  • Hallo AC, nach meinem Erkenntnisstand ist eine gleichmäßige Temperatur von -5 bis 5°C optimal für die Überwinterung. Ich bin auch der Meinung das geklärt werden muss, was bedeutet kalt überwintern.

    Für die Überwinterung eines Bienenvolkes bei Temperaturen von -20°C, spielt es keine Rolle, ob sie in einer Beute mit offenem Boden, geschlossenen Boden, oder in einem holen Baumstamm sind. Einzig und allein ist der erreichbare Futtervorrat, für das Überleben der Bienen verantwortlich.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo zusammen ,

    also ich habe auch Holzbeuten und den Einschud fast das ganze Jahr draußen.

    Meine Beuten stehen aber in kleinen Unterständen , immer 2 Stück zusammen ,
    und werden das ganze Jahr von aussen nicht nass und auch vor Zugluft geschützt .

    Wenn ich im Frühjahr dann schiede , schiebe ich ein Wärmebrett das 2/3 des offen Gitterbodens bedeckt mit ein , vielleicht bin ich da ein bisschen altmodisch .

    Bis jetzt habe ich damit auch keine Probleme , obwohl ich 550 m über 0 bin .


    Allen ein super Silvester ,und ein gutes neues Jahr !!!


    Bertram

  • Habe den Bodenschieber auch drin.

    Grund: Beuten stehen im Freien, wo schon auch mal der Wind anliegt. Da ist es mir lieber, wenn es unten relativ zu ist. Natürlich muss man ab und zu die Windel mal reinigen. Man kann da natürlich auch sehen, was da oben drüber so los ist:)

    Im Bienewagen habe ich die Windel rausgezogen und 10 cm unter der Beute liegen. Da ist ja auch kein Wind.

  • Jaja, unser Herr Binder- wegen seiner These habe ich mich schon mal mit ihm angelegt.

    Denn wenn Thesen aufstellen, dann bitte richtig.

    In den Segeberger Kunststoffbeuten führt der geschlossene Boden im Winter zu Schimmelwaben am Rand - recht ekelig

    In den Dadant habe ich den Boden zu und es gibt natürlich keinen Schimmel.

    Die Beute und der Standort sind ausschlaggebend! Man kann das nicht pauschalisieren!

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Der Standort ist halt wichtig. Wenn man im kalten Osten bzw. Süden wohnt, mit seiner trockenen Winterkälte, bei dem mag das gut gehen mit einem geschlossenen Boden. Stehen die Kisten dagegen im feuchten Westen bzw. Norden, so sieht das anders aus. Ich habe immer Wasser auf der Windel. Daher nehme ich sie raus und gebe aber recht früh (Mitte Februar) das Wärmebrett mit gleichzeitiger Reinigung des Bodens.


    Gruß

    Frank

  • Wer hat hier Erfahrungen und Kentnisse um das eine oder andere zu belegen oder widerlegen?

    Die Beute und der Standort sind ausschlaggebend! Man kann das nicht pauschalisieren!

    Wie schon geschrieben, ist die Differenzierung wohl wichtig, je nach Witterung und Standort.
    Und andere Faktoren, die für das Wohlergehen des Volkes von Belang sind:


    - brutloser Zeitraum im Winter verhindert die Vermehrung von Varroamilben

    - relativ inaktive Bienen in der Wintertraube benötigen wenig Futter

    - gut isolierter Bienensitz begünstigt mehr Aktivität im Winter,

    - ... begünstigt früheren Bruteinschlag,

    - ... begünstigt stärkeren Futterverbrauch,

    - ... erzeugt im Idealfall stärkere Völker im frühen FJ,

    - ... erzeugt im schlechtesten Fall mit Milben stärker belastete Einheiten


    Man sollte m.E. die Faktoren Futter und Milbenlast gut kennen und kann dann möglw. beeinflussen, ob mehr oder weniger Aktivität ermöglicht wird. Jedoch dürften die wichtigsten Einflussfaktoren das genetische Gerüst der Bienen und die Isolierung der Beute sein.


    Ich habe im vorigen Winter all' meine Völker auf Segeberger Hartschaum überwintert. Einige gingen bei milden Temperaturen aus der Traube, die Meisten jedoch schon. Im derz. Winter habe ich einige auf DD Holzbeuten sitzen (die gleichen Völker !): da wird die Wintertraube peinlich eingehalten, während die vergleichbaren Nachbarn auf Styropor munter in der Kiste herumkrabbeln und wahrscheinlich schon wieder in Brut gegangen sein mögen.


    Pauschal ist da gar nichts.


    Rainer