Carbendazim in der Frühtracht

  • Moin, moin,


    natürlich muss man reden, vorher, und im Schadensfall natürlich auch.

    Und es ist natürlich so, dass den Rückstandsschaden der Imker hat, und den Spritzaufwand der Bauer zahlen muss, von wegen der Verhältnismäßigkeit, die es bedeuten würde, den zu vermeiden.

    Ich weiß, dass man das darf, solange B4 gewahrt bleibt. Es gibt aber Tankmischungen, bei denen ist das nicht mehr der Fall, und die Rückstandsproblematik ist ein guter Grund, diese Praxis zu überdenken. Es gibt da ja ein großes Dunkelfeld nicht untersuchter Honige.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Diejenigen die im Verhältnis zur bewirtschafteten Fläche extrem übermechanisiert sind

    Warum ist das so? Das muss nicht sein.

    Weil es schlicht und ergreifend für kleinere Betriebe keine Technik gibt, die einerseits wirtschaftlich (und auch ökologisch!) arbeitet und dabei so "klein" ist, dass sie einigermaßen ausgelastet werden könnte (der Bediener der Minimaschine würde trotzdem soviel kosten wie auf einer großen).


    Ist doch ganz simpel...


    Die von den Ökopopulisten scheinheilig geforderte "kleinbäuerliche Landwirtschaft" wird genau durch deren Verbotspolitik leider immer weiter kaputt gemacht.

    Wieso das denn?

    Weil Politiker nunmal auf Wählerstimmen angewiesen sind. Auch auf die mit viel Meinung aber wenig Ahnung! Und besonders die sind für die Rattenfänger leichte Beute!

  • Ja klar! Verantwortung immer schön auf andere abschieben.

    Ich will garnicht wissen wieviele "Wir habens satt-Schreier" ihren eigenen Honig verkaufen ohne vorher überhaupt eine Analyse gemacht zu haben. Selbst bei den dafür im Verhältnis geringen Kosten gegenüber den an andere gestellten Forderungen, ist denen die Qualität dann aufeinmal scheißegal.

  • der Bediener der Minimaschine würde trotzdem soviel kosten wie auf einer großen

    Die reinen Lohnkosten ja, der Stundensatz für die Arbeit aber ganz und gar nicht. Das Einfamilienhaus musst Du nämlich erst mal wieder reinfahren. Die Gartenhütte ist viel schneller bezahlt.

    Warum kauft man einen überdimensionierten Traktor? Und dann auch noch grundsätzlich alleine? Wobei der Traktor noch das schlechteste Beispiel für den Solokauf ist.

    Und besonders die sind für die Rattenfänger leichte Beute!

    Da gebe ich Dir sogar recht. Bei den Rattenfängern hab ich aber wohl andere Menschen im Kopf als Du.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • der Bediener der Minimaschine würde trotzdem soviel kosten wie auf einer großen

    Die reinen Lohnkosten ja, der Stundensatz für die Arbeit aber ganz und gar nicht. Das Einfamilienhaus musst Du nämlich erst mal wieder reinfahren. Die Gartenhütte ist viel schneller bezahlt.

    Warum kauft man einen überdimensionierten Traktor? Und dann auch noch grundsätzlich alleine? Wobei der Traktor noch das schlechteste Beispiel für den Solokauf ist.

    Selbst wenn ich nicht von Minibetrieben wie meinem rede:

    Der propagierte kleinbäuerliche Betrieb mit z.B. 100 ha (auch wenn das für die ja schon Agrarkonzerne sind); was für eine Sämaschine soll der kaufen?!

    Eine bodenschonend (ökologisch) arbeitende Sämaschine fängt bei drei meter arbeitsbreite erst an. Nicht bei 1m, der pro 100 ha wirtschaftlich wäre!


    Der einzig wirtschaftliche Weg im Ackerbau ist entsprechend mit der aktuellen Technick zu wachsen.

    Alles andere im Ackerbau ist in erster Linie durch Viehhaltung subventionierte Gülleentsorgungsfläche.

  • ...

    An der Empfehlung des DIB kann ich (nach dem Zitat), keinen Fehler finden.

    Ich auch nicht!

    Dahinter steckt aber das, weswegen ich auf den Lohnunternehmer gekommen bin. Ausweichende Bequemlichkeit wider besseres Wissen!

    Wissen die beim DIB nicht, dass es nicht nur Landwirte sein können und warum wird dem Imker vor Ort geraten, sich selbst zu kümmern, wenn bekannt ist, dass solche Ergebnisse keine regional begrenzten Einzelfälle sind? Sie können es als Dachverband gar nicht nicht wissen.

    Es wird also empfohlen, sich selbst zu kümmern. OK, damit kann man leben. Aber dann soll man das generell so handhaben und nicht nur dann, wenn die eigenen Kompetenzen oder Pfründe angekratzt werden oder man jemandem eine offizielle Beanstandung mitteilt, denn mehr ist es ja nicht.

    Würden sie das auch zur OSV so schreiben?

    Garantiert nicht und auch nicht ansatzweise, denn so kann man sich an Anderen schadlos halten.


    Da ich einen Hang zur gehässigen Übertreibung habe, spinne ich das mal weiter:

    Nach dem, was ich von Kollegen vor Ort und hier aus dem Forum gelernt habe, werden Stichproben meist nur in der Anfangszeit der DIB-Nutzung durchgeführt, und danach lange Zeit nicht, bis gar nicht mehr. Wenn ich über die Jahre vermehrt solche Laborergebnisse sehe, reime ich mir die Gründe dafür zusammen.


    Das ist übel, weil auf diesem Wege Legenden (im Forum "VT") gestrickt werden können, die man irgendwann nicht mehr loswird... Würden regelmäßig diese Kontrollen durchgeführt, wäre auch beim DIB per Laborergebnis bekannt, dass Kontaminationen keine Ausreißer, sondern in gewissen Trachten und Sortenhonigen der Normalfall sind. Bekannt ist es sicherlich, aber es wird unterm Teppich gehalten...

    *Das* ist nur meine persönliche Aussage, begründet auf meinen bisherigen Erfahrungen und Informationen, die ich habe.


    Gruß Andreas

  • Ja klar! Verantwortung immer schön auf andere abschieben.

    Ich will garnicht wissen wieviele "Wir habens satt-Schreier" ihren eigenen Honig verkaufen ohne vorher überhaupt eine Analyse gemacht zu haben. Selbst bei den dafür im Verhältnis geringen Kosten gegenüber den an andere gestellten Forderungen, ist denen die Qualität dann aufeinmal scheißegal.

    Och, könntest Du es vielleicht unterlassen, solche Strohmänner erst aufzubauen, um sie dann zu erlegen?

    Die Verantwortung für die Kontamination von Rapshonig liegt schon bei dem, der das Gift ausbringt. Die Verantwortung des Imkers liegt eventuell darin, Felder von wüsten Spritzbuben zu meiden. Weiter liegt sie darin, das Problem überhaupt zu thematisieren.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Ich hatte jetzt ein Telefongespräch mit einem Dezernatsleiter des Pflanzenschutzdienstes beim hiesingen Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei. Der wusste aus dem Kopf, dass Carbendazim nicht mehr zugelassen ist und will dem nachgehen.

    Gibt es schon ein Ergebnis (das nächste Frühjahr kommt bestimmt)?

  • Die Verantwortung für die Kontamination von Rapshonig liegt schon bei dem, der das Gift ausbringt. Die Verantwortung des Imkers liegt eventuell darin, Felder von wüsten Spritzbuben zu meiden. Weiter liegt sie darin, das Problem überhaupt zu thematisieren.

    Warum liegt die Verantwortung bei denen, die das Gift ausbringen? Was ist mit denen davor?

    Ich weiß dass ich nicht weiß. (Sokrates)

  • Moin Manne,


    für das Ausbringen und damit für die Kontamination der Biens und des Honigs hat der Ausbringer die Verantwortung. Besonders, wenn der Wirkstoff, wie hier, inzwischen nicht mehr zugelassen ist.


    Für den Verkauf und die Beratung zum Gift hat der Händler die Verantwortung. Also auch für unzutreffende Informationen.


    Für die Zulassung haben die Zulassungsbehörden die Verantwortung.

    Für die Entwicklung und Herstellung und für das Lobbiing haben die Hersteller die Verantwortung.

    Für die Art, wie hierzulande zugelassen wird, hat der Gesetzgeber die Verantwortung.


    Eigentlich nicht so schwierig.

    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...