Ergebniss der Honiguntersuchung - Acetamiprid Mospilan belastet massiv den Honig

  • Also nur mal am Rande zu der Rapsspritz Problematik, wer Bauern und Landwirte in der Nähe hat mit denen man reden kann und die gewillt sind zu kooperieren, diejenigen gratuliere ich. Ja und Ökopopulisten sind ganz schlecht und nervig. Naja Sie wollen halt auch keine Gifte auf dem Acker. Die absoluten Vollidioten. Ich bin ja auch schon langsam der Meinung das der Drops für Mutter Erde schon gelutscht ist . Aber jedem seine Überzeugung und Meinung. Finde hier Beleidigungen unangebracht.

  • Weil Mutter- und Vaterlinie nicht zusammen, sondern in Streifen angebaut werden.

    Da muß der Pollen ja irgendwie soweit rüberkommen...:roll:

    Das hat mit normalem Anbau nichts zu tun.

    Dennoch geht es ja wohl darum, dass die Bestäubung ohne Bienen schlechter wäre, oder?

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Dennoch geht es ja wohl darum, dass die Bestäubung ohne Bienen schlechter wäre, oder?

    'Schlechter' ist ein weites Feld. In der Menge vielleicht nur unwesentlich, aber um Hybrid-Saatgut zu ernten brauchst Du Bestäuber. Für Ertragsraps sieht das anders aus, zumindest ist der Hebel für uns deutlich kürzer. Was wirklich keinem hilft, ist ständig alles und jedes durcheinander zu werfen (Kulturen, Mittel, Anwendungen, Gefährdungsklassen) die ganze Debatte ordentlich mit Emotionen aufzuladen und dann dem Landwirt als Paket auf den Tisch zu kotzen.


    Ja, es ist schlimm, es läuft vieles falsch, es macht wütend. Aber wir müssen es zusammen lösen, es gibt keinen anderen Weg. Das System ist der Gegner, nicht der einzelne Landwirt, der hängt da genau so drin wie der Imker. Mit dem Unterschied, daß dem seine Existenz da dran hängt, bei einigen Lautsprechern hier aber nur das Zweit- oder Dritthobby. Das wird vom Landwirt durchaus auch erkannt.


    Ja, es ist mühsam. Ich mach seit Jahren Bestäubung im Raps. Auch mit Rückschlägen. Aber es geht nur miteinander. Je kompetenter man da auftritt, desto einfacher und erfolgreicher ist es. Als Imker im Raps muß man heute wissen, was warum ausgebracht wird, wie es wirkt, sowohl auf die Zielorganismen wie auch die Bienen. Das sind Hausaufgaben, die man einfach machen muß. Ansonsten muß man 2018 zuhause bleiben, abwandern, oder sich ggf. ein anderes Hobby suchen, falls die Region oder verfügbare Zeit das nicht hergeben. Das Leben ist kein Ponyhof, einfach immer nur lamentieren hilft da nicht.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife


  • Als Anfänger frage ich mich nun:

    Warum wurde der Honig untersucht ?

    Ist das notwendig, wurde das vom Amt angeordnet, machen die Stichproben vom Honig, oder wollte der Threadstarter einfach nur die Qualität des Honigs untersuchen ? :/


  • ... machen die Stichproben ...

    Bist Du im Imkerverein, bist Du automatisch über den LandesVerband im DIB. Der macht Stichproben - zurecht, wie ich finde. Das ist Teil des Qualitätsm'ments.


    Wäre gut, so etwas auch für Bienenwachs zu etablieren...


    Rainer


  • Als Anfänger frage ich mich nun:

    Warum wurde der Honig untersucht ?

    Ist das notwendig, wurde das vom Amt angeordnet, machen die Stichproben vom Honig, oder wollte der Threadstarter einfach nur die Qualität des Honigs untersuchen ? :/

    Manche Imker wollen wissen was in ihrem Honig drin ist. In Hessen geht das kostengünstig über den DIB:

    Ein Vorstandsmitglied des Kreisimkerverbands hatte Frühtrachthonig zur Prämierung eingeschickt, dieser wurde nach Analyse als nicht verkehrsfähig eingestuft.

    Nach ein wenig Schriftverkehr war klar welche Landwirte im Flugkreis dieses PSM eingesetzt hatten, am Ende hat der Hersteller des PSMs den Honig aufgekauft.

  • Hmmh, hunderte Beiträge zur Milbenbekämpfung mit nicht zugelassenen Mitteln/Verfahren im Detail hier im IF, aber DIE LANDWIRTSCHAFT ;)

    Mit einem feinen, aber gewaltigen Unterschied:
    Die Milbenbehandlung mit nicht zugelassenem Verfahren (OSV) hat keine Aussenwirkung auf Dritte, die zugelassenen Spritzmittel mit Grenzwertüberschreitung im Honig dagegen schon. Es sind ja noch nichtmal Bienenvölker dadurch zerstört worden. Das ist mal was neues...

    Ich habe zumindest noch nie davon gelesen, dass ein Landwirt seine Ernte entsorgen oder vom Markt zurückrufen musste, weil ein Imker bedampft hat...


    Wirkt die Bedampfung nicht oder hat man sich als Anwender nicht entsprehend abgesichert, hat nur der Imker (s)einen Schaden, aber sonst niemand. Wird ein Spritzmittel nicht korrekt angewandt, sieht man ja jetzt...


    Gruß Andreas

  • Bist Du im Imkerverein, bist Du automatisch über den LandesVerband im DIB. Der macht Stichproben - zurecht, wie ich finde. Das ist Teil des Qualitätsm'ments.

    Hier ist das etwas anders: Vom DIB beprobt werden nur Honige von DIB-Imkern, die auch DIB-Etiketten verwenden/bestellen. Allerdings ist die Kontrolldichte sehr gering. Bei Erstbestellung der DIB-Etiketten erfolgt auf jeden Fall eine Beprobung. Wenn man es ausdrücklich verlangt, bekommt man das Analyseergebnis in Kopie, auch wenn es keine Beanstandung gab.

    Von diesen DIB-Kontrollen sind zu unterscheiden die Kontrollen, die die Lebensmittelüberwachungsämter routinemäßig von Amts wegen bzw. nach konkreten (auch anonymen) Anzeigen nehmen.

  • Moin Ralf,


    sicher muss da eine gemeinsame Lösung her; und dieser Faden zeigt: B4 alleine ist zu kurz gesprungen, gerade beim Rapshonig. Über die Rückstandsproblematik muss man reden, das muss geregelt sein, gerade, wenn man die Imkerei nicht als Hobby ansieht.

    Wie lang der Ertragshebel wirklich ist, weiß ich nicht, ich weiß aber, dass es Landwirte gibt, die Bienen am Raps wollen, und welche, die die und den Imker eher als Schmarotzer ansehen. Mit den einen kann man arbeiten, die anderen finde ich eher ärgerlich und weiche ihnen aus, wenn ich kann. Das ist für mich auch nicht Handhabung eines Hebels, sondern ich möchte meine Bienen erhalten und die Ernte guten Gewissens verkaufen können.

    Weiter weiß ich, dass es Landwirte gibt, die nach Schadschwellen den Pflanzenschutz betreiben, und andere mehr dem Versicherungsgedanken folgen. Und es gibt auch Desperados.

    Gute fachliche Praxis... Schön wäre es, wenn die immer stattfände. Auf dem Weg zu einem Stand komme ich seit Wochen an einer Standweide für extensiv gehaltene Rinder vorbei. Sie ist mit Glyphosat totgespritzt, die Tiere stehen dort weiterhin und werden zugefüttert. Kommendes Jahr wird dort Mais stehen, nehme ich an; und man wird gegen Drahtwürmer etwas unternehmen müssen... Ob man den Mais dort wird ernten können...? Hier sah ich nicht weit von da und nicht wesentlich höher gelegen diesen Herbst 5 Maschinen mit zusammen über 2000 PS auf geschätzt 2 ha Maisacker versammelt. Keine von denen bewegte sich mehr. Auf einem anderen Stück stand eine Vierfachraupe und konnte den Anhänger nicht neben dem schlingernden Häcksler halten, der dann auch stecken blieb.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Wir haben einen offiziellen Befund erhalten, dass es Mospilan ist. Es wurde direkt vom Labor uns genannt, dass Acetamiprid / Mospilan gefunden wurde und der Grenzwert überschritten wurde. Es wurde direkt Mospilan genannt - kein anderes Mittel. Die Lebensmittelüberwachung unseres Landkreises wurde paralell informiert. Daher haben wir auch unsere Kunden darüber informieren. Geprüft wurde überrings über das Labor Celle. Ich brauche keine Sau durchs Dorf treiben, da ich die Schreiben auf dem Schreibtisch liegen habe. Ob die Lebensmittelüberwachung die Landwirte damit konfrontiert weiß ich nicht ( wurde uns nicht gesagt ). Wenn die das machen ist es gut, hilft mir aber gerade nicht weiter, da 1. eine Verunsicherung da ist und 2. ich aktuell abwägen muss was ich kommendes Jahr machen kann.

    Das hättest bereits im Eingangstread schreiben können. Dann hätte ich dich auch nicht so blöd angemacht. Aber kannst vielleicht noch den gemessenen Wert an Acetamiprid mitteilen ? Und den Grenzwert.

    Danke.

  • ich habe am 23.12. einen freundlichen Brief erhalten, wo die Honiganalysedaten meiner diesjährigen Proben mir bekanntgegeben wurden. Ich hatte u.a. einen Rapshonig aus meiner diesjährigen Ernte eingesendet, da mich interessierte, was drin ist. Das Ergebniss hat mich dann doch recht erschaudern lassen. Das Ergebniss lautet: Acetamiprid / Mospilan 68,9 µg pro kg Honig. Da der Grenzwert aktuell bei 50 µg/kg liegt bedeutet dieses, dass der Honig übermässig belastet und damit nicht verkehrsfähig / verkaufsfähig ist

    Steht alles im 1. Beitrag. Lesen, und somit hättest du dir das blöd anmachen sparen können.




    Gruß

    Werner

    Id schwäza, schaffa!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Werner Egger () aus folgendem Grund: Ergänzung!