Ergebniss der Honiguntersuchung - Acetamiprid Mospilan belastet massiv den Honig

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    Moin Moin,


    ich habe am 23.12. einen freundlichen Brief erhalten, wo die Honiganalysedaten meiner diesjährigen Proben mir bekanntgegeben wurden. Ich hatte u.a. einen Rapshonig aus meiner diesjährigen Ernte eingesendet, da mich interessierte, was drin ist. Das Ergebniss hat mich dann doch recht erschaudern lassen. Das Ergebniss lautet: Acetamiprid / Mospilan 68,9 µg pro kg Honig. Da der Grenzwert aktuell bei 50 µg/kg liegt bedeutet dieses, dass der Honig übermässig belastet und damit nicht verkehrsfähig / verkaufsfähig ist...... Was mich jetzt ärgert ist, dass man alles tut, damit es den Bienen gut geht, die Tiere päppelt und macht und am Ende Dank der netten Spritzwirtschaft belasteten Honig hat. Augenscheinlich haben die Landwirte bei uns nach der Devise gearbeitet " Viel hilft viel " und bei der Spritzung evtl. überdosiert. Anders kann ich mir die hohen Werte nicht erklären. Klarerweise wiegeln die Landwirte dieses ab ( wir doch nicht, alles ist im gesetzlichen Rahmen ), am Ende stehe ich nun als Dummer da und kann die Reste meiner Rapsernte in die Tonne kippen und meine Kunden informieren ( schon passiert ).


    Meine Frage ist nun, was kann man machen? Klar die Ecke werde ich kommendes Jahr meiden. Nur ist es schwer im ländlichen Raum die Massentracht "Raps" zu vermeiden. Die Bienen für 5 Wochen einsperren ist unmöglich, den Bauern kommt man auch nicht bei, die arbeiten ja im Rahmen der Gesetze. Was kann man machen? Innerlich koche ich gerade massiv, da einem irgendwie die Hände gebunden sind....... Bei mir ist gerade guter Rat teuer.....


    LG

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Northlight () aus folgendem Grund: Tippfehler

  • Mospilan würde eigentlich kaum einer im Raps einsetzen. War eher in Sonderkulturen gängig.

    Aufgrund populistischer und nicht zuende gedachter Verbotspolitik sieht das mittlerweile wieder anders aus. Die Optionen werden halt immer weniger.

    Ist mir eigentlich zu blöd, so dass ich Raps nur noch alle sechs statt wie früher alle drei Jahre anbaue. Ist aber auch keine wirkliche Lösung und ganz drauf verzichten möchte ich in meiner getreidelastigen Fruchtfolge auch nicht.

    Hätte ich nicht selber Bienen, würd ich den Raps durch Mais ersetzen.

  • Mospilan würde eigentlich kaum einer im Raps einsetzen.

    Wird wohl eher im Gemüse- und Obstanbau genutzt...


    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Acetamiprid


    Auch wenn's schwierig sein könnte, es hilft nur das Gespräch mit dem Rapsanbauer. Diese haben durchaus Verständnis für das Thema und wo ein Wille ist, findet sich auch ein Weg.


    Dennoch - könnte es sein, dass Obst und Gemüse im Umkreis stand ?


    Ich habe meine Erfahrungen machen dürfen:


    1. Standort Demeterhof mit >100 Apfelbäumen; rundum Raps -> Honig enthielt 3 Insektizide, die im Raps anwendung finden; zum Glück weit unterhalb Limit;


    2. Standort am NSG (Eule), Stadtrandlage -> Honig enthält geringste Mengen an Boscalid (5 micro Gramm; Limit 50 micro Gramm), einem Mittel, das im Obtsanbau gg. Rostpilze Verwendung findet.


    Man wird in deutschen Landen kaum einen Standort finden, wo keine (!) Insektizide / Herbizide / Fungizide im Honig nachweisbar sein werden. Mich würden dazu mal die Werte der Bioimkereien interessieren.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Hi,


    Obst oder Gemüseanbau kann ich nahezu ausschließen, da die Bienen A direkt im Rapsgebiet standen ( also mitten in Pampa - keine Gärten oder Obstanlagen in der Nähe und B die Pollenanalyse 92% Raps ergeben hatte ( neben ein paar (Un)Kräutern, Kiefer und Roßkastanie ). Das einzige was in der Nähe war ist ein Kartoffelbauer, aber die Pflanzen waren weder in der Blüte noch hätten die Honigen ( wenn überhaupt möglich ) können. Die waren gerade mal aus der Erde raus. Ansonsten im Umkreis von mehreren Kilometern nur Raps und Mais ( und Straßenbäume ). Sprich ein Wanderplatz der nur im Raps genutzt wird ( wurde ). Das Institut geht auch direkt im Schreiben davon aus, dass die Werte durch eine Spritzung direkt in die Blüte hervorgerufen wurden.

  • Moin, moin,


    ich bin mit meinen Bienen jahrelang dem Raps ausgewichen, bis ich einen Biobauern fand, der welchen anbaut...

    Mospilan wird inzwischen für Raps empfohlen, 200 bis 250 Gramm pro ha, gegen den Rapsglanzkäfer. Für ein hochwirksames, nicht leicht biologisch abbaubares Insektizid nicht unbedenklich, zumal in fast allen Tankmischungen mit Fungiziden und mit anderen Insektiziden bienengefährlich. Wie haltbar die Einordnung des Solowirkstoffes als B4 tatsächlich ist...? Ich zweifle, bei der Anwendung in einer Haupttracht.

    Und nein, das liegt nicht an populistischem Verbotseifer, sondern an einem leider hierfür nicht erfolgten Verbot.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Wer spritzt denn in die offene Blüte gegen Rapsglanzkäfer!? Völlig sinnfrei, in dem Stadium schaden die nicht nur nicht mehr, sondern bestäuben sogar. Macht niemand.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Nu, aber er hat ja nun mal den Wirkstoff im Honig, und bei einer Spritzung vor der Blüte hätte er das zwar auch, aber sicher deutlich weniger und unter dem Grenzwert. Weil zwar systemisch, aber auch Verdünnungseffekte, und der Ertragsschwerpunkt im Raps letztes Jahr doch wohl deutlich in der zweiten Hälfte der Blüte lag, also Zeit verging... Mir ging es erstmal darum, dass das im Raps verwendet wird, also kein Obstanbau die Anwesenheit im Rapshonig erklären muss.

    Und ja, es gibt Leute, die spritzen gegen den, weil er da ist und ihr Feind... Kohlschotengallmücken gibt es ja auch noch.

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Wer spritzt denn in die offene Blüte gegen Rapsglanzkäfer!? Völlig sinnfrei, in dem Stadium schaden die nicht nur nicht mehr, sondern bestäuben sogar. Macht niemand.

    RGK nur bei Starkbefall. Sehr selten.

    Kohlschotenrüssler und Kohlschotenmücke.

    Ist aber schwer die im richtigen Moment zu erwischen. Daher Mospilan. Wirk bei den Temperaturen zumindest etwas länger als Pyrethroide.

  • Wird zwar anders dargestellt, aber Droplegs sind NICHTS Neues.

    Hat auch Gründe warum die sich nicht durchgesetzt haben.

    Sind in der Praxis leider nicht brauchbar.

    Das las sich im Bericht aus Hohenheim anders und auch in Agrarheute war damals eine positive Resonanz zu lesen.

    Größte Hürde wäre hier wohl, wenn auch überschaubar, die Investitionen und Betriebe, die hart am Limit wirtschaften (müssen) werden diese wohl eher zurückstellen müssen.

  • .....

    Sind in der Praxis leider nicht brauchbar.

    .........

    ...was glaubst Du warum das trotzdem keiner macht?:roll:

    Hallo Beekloppter,

    jetzt mal bitte Klartext.

    Zwei Andeutungen sind keine Aussage warum es nicht genutzt wird bzw. es nicht funktioniert.

    Ich kenne aus Hohenheim (Dr. Wallner) andere Aussagen.

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk