Oxalbehandlung trotz 2 Milben pro Woche?

  • Hallo,

    ich verstehe nicht:

    Schätzung Oktober 920 Milben.

    Kontrolle vor der Winterbehandlung 0/d über 7 Tage gemessen.

    Restentmilbung Anfang Dezember brachte 8 Milben.


    Was ist mit den restlichen (912+) zwischen Oktober und Anfang Dezember passiert.

  • Na ja, sie hatten nach der AS immer eine Brutpause und somit stimmen die 300 Milben nach der ersten Behandlung schon nicht. Zum einen fällt noch nach der Behandlung Milben, die ich nicht gezählt habe und die Brutpause. Aber wie kann man das schätzen? Ich habe nach 6 Wochen, vor der zweiten Behandlung 2 Milben pro Tag gehabt.... somit rein rechnerisch, also 400-600 Milben. Die zweite Behandlung brachte aber nur noch 140 Milben (AS über 14 Tage sollte 90 % Milben reduzieren. Dann wären noch ca 14 Milben im Volk gewesen. Passt schon). Die Winterbehandlung hätte ich wahrscheinlich sparen können. Anfang Dez. zeigte die Windel auch nach 7 Tagen 0. Und die Behandlung ergab 8 Milben. Da hat sich die Schubladendiagnostik gelohnt.


    Aber bei den Völkern mit 8 oder 15 Milben pro Tag, Sah es anders aus.

    Diese Völker hatten bereits Juli ein massives Varroaproblem mit mindestens geschätzt 3200 Milben. (16-18 Milben pro Tag) und deutlich Schrumpfendes Volk. Ich habe Kunstschwärme gemacht und mit Milchsäure behandelt.

    Sie hatten sich von 3 zargig auf eine halbe zarge setzen lassen. Sehr beeindruckt, waren die Brutwaben und die Milbenlast darin.

    Die Völker haben aber die Kurve bekommen und sahen dann wieder im September gut aus. Milbenlast bei 5-6 Milben pro Tag, geschätzt also 500-600 Milben. (schwaches Volk)

    Nassenheider horizontal eingesetzt. Es fielen 240 Milben und es kam zu einer leichteren Brutpause. Somit hätten hier 360 Milben überlebt. ImOktober täglicher Fall 22 Milben pro Tag (67 Milben über 3 Tage) Im November täglicher Fall 15 Milben pro Tag. (45 Milben über drei Tage). Bei der Winterbehandlung 124 Milben.


    Warum der hohe tägliche Milbenfall?

  • Tja. Merkst Du was? Manche Leute glaube an Homöopathie und es hilft. Ist doch toll. Andere zählen Milben. - am Ende zählen nur die vollen Eimer im Keller. Alles andere ist sekundär.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Diese Völker hatten bereits Juli ein massives Varroaproblem mit mindestens geschätzt 3200 Milben. (16-18 Milben pro Tag) und deutlich Schrumpfendes Volk. Ich habe Kunstschwärme gemacht und mit Milchsäure behandelt...

    Die Völker haben aber die Kurve bekommen und sahen dann wieder im September gut aus. Milbenlast bei 5-6 Milben pro Tag, geschätzt also 500-600 Milben. (schwaches Volk)

    Nassenheider horizontal eingesetzt. Es fielen 240 Milben und es kam zu einer leichteren Brutpause. Somit hätten hier 360 Milben überlebt...

    Warum der ...hohe Milbenfall?

    Meine Fern-Diagnose wäre:

    MS-Behandlung wirkte unzureichend (wurde sie - noch bei Brutfreiheit - wiederholt?). Das Volk brütete dann massiv gegen seine Schwäche an -> überproportional viele Unterschlupf- und Vermehrungsmöglichkeiten für Milben. Vermutlich auch unzureichende Brutwärmung wegen des demografischen Ungleichgewichtes (Pflege-/Heizbienenmangel), mglw. trachbedingter Pollenmangel -> geringere Futtersaftversorgung der Larven (Futtersaftvorrat vorzeitig aufgefressen von der Larve) -> früherer Start für Eilegeimpuls der Muttermilben, gepaart mit Verlängerung der Verdeckelungszeit infolge unzureichender Brutwärmung => erhöhte Reproduktionsrate der Milben.

    AS (60%?) im September wirkte mglw. schlecht wegen zu geringer Temperaturen bzw. erhöhter Luftfeuchtigkeit (hier zumindestens).

  • Wenigstens ribes geht sachtlich auf das Thema ein. Danke.

    Ich hatte nicht bedacht, dass die Tracht bei uns schon einen Monat frueher endete, und die Voelker schon im Juni raeubern. Die Brut sah fuer Mitte Juli super aus und erst beim genauen check, fiel mir ploetzlich die geringere Bienendichte auf. Somit hatte ich etwas spaet kontrolliert. Die MS Behandlung war gut und wenn man bedenkt 3200 Milben mindestens, dann hat das Kunstschwarmverfahren und die MS Behandlung, die Milben auf ca. 300 Milben gedrueckt. Somit 90 %. Im September hatte das Volk dann wieder durch die Normale Brut eine Verdoppelung erfahren. Haette ich mit AS hantiert, waere das Volk sicher gestorben. Dafuer ist AS zu aggressiv und haette auch nur bis auf 300 Milben reduziert.


    Die AS Behandlung hat reduziert, aber aufgrund der fehlenden Brutpause, weniger als erhofft. Das sehe ich, wie ribes. Somit glaube ich, waren die 360 uebrigen Milben voellig korrekt.


    Zwei Moeglichkeiten warum es zum erhoehten Milbenfall kommen kann, fallen mir ein.

    1) Im Herbst gehen die Voelker aus der Brut und wenn ich genau dann messe, wenn die Milben die Brut verlassen und auf den Pflegebienen platz nehmen. Dann fallen mehr. Jeder, der Teilen und Behandeln macht, kennt dies beim Brutling.

    2) Es ist ein schwaecheres Volk, entsprechend anders ist das Bienen Milben Verhaeltnis. Es kommt also oefters dazu, dass auf einer Biene mehrere Milben sitzen. Die so geschwaechte Biene will das Volk verlassen. Wahrscheinlich nimmt sie ein paar mit, muss sich aber erstmal durch die Traube zwaengen und dabei faellt sicher auch die ein oder andere Milbe.


    Ich denke, es wird die Mischung aus beiden Faktoren sein. Die ein erhoehten Fall hervorgerufen hat.

  • rase, du vergleichst eine Behandlung mit einem Diagnostischen Mittel. Das funktioniert nicht. Du solltest niemals deinen Blutdruck messen lassen, wenn du hinter deiner Aussage wirklich stehst! Blutdruckmessungen bringen keinen um, aber haben schon Leben gerettet. Dabei ist es nur ein Diagnostisches Mittel, dass man nur vernuenftig einsetzen muss. Dafuer braucht man Hintergrundwissen. Das Varroa zaehlen ist genauso ein Diagnostisches Mittel, aber nicht alle koennen es interpretieren und fuer sich nutzen. Somit ist immer die Frage nach dem Anwender entscheidend. Homöopathie ist eine Behandlung und kein diagnostisches Mittel, somit hinkt der Vergleich auf beiden Beinen. Du koenntest diese zum Beispiel mit dem Varroakillersound vergleichen, dass ebenfalls eine Behandlung ist.... das waere in Ordnung. 8) (Mir kommt da der Spruch mit dem Bauern in den Sinn.... Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt es natuerlich an der Badehose.)

  • Da ist soviel Geschwurbel drin, das läßt sich nur schwer sachlich aufbröseln. Für interessierte Mitleser versuch ich's mal stichpunktartig:


    Alle Zahlen sind, und suggerieren sie durch Kommastellen auch besondere Präzision, einfach an den Haaren herbeigezogen. Die Herleitung von irgendwelchen Konsequenzen daraus ist schlicht Aktionismus. Ich tu was, also bin ich (Imker). Um rauszufinden, welche Behandlung was gemacht hat, müßte man es kontrollieren. Macht keiner. Zumindest ist das Auswaschen mit Alkohol etc. unter herangehenden Imkern eher selten. Dafür aber viel Meinung ohne Ahnung,

    Zitat

    Haette ich mit AS hantiert, waere das Volk sicher gestorben. Dafuer ist AS zu aggressiv und haette auch nur bis auf 300 Milben reduziert.

    Ja, sagt wer? Laberrhabarber. Man kann vieles über AS sagen, sie auch zu recht ablehnen, aber die Imker die sie gewissenhaft anwenden sind selten die, die bei jeder Gelegenheit darüber schwadronieren, wer und was jetzt wieder Schuld am Tod ihrer Völker ist. Dieser Unfall von einem Faden ist ein Paradebeispiel dafür, warum jedes Jahr so viele Völker im Dampfwachsschmelzer auswintern. Null Plan, Lernresistenzen und riesen Ego ist eine Scheißkombi für die Bienen. Es ist nicht die AS, die die Völker tötet, das seid Ihr selber. Gute Imker zählen Honigeimer, nicht Milben. Es gehört keine Raketenwissenschaft dazu, gesunde Völker zu führen, das kann jeder. Nicht immer, aber das müssen Ausnahmen bleiben, daß Kisten im Frühjahr leer sind. Dann hilft auch kein Rechnen, sondern nur Handeln. Aber nicht im Januar, sondern im Juli. Jetzt ist der Drops jelutscht. Vorbei.


    Völlig egal, wie man imkert, AS, MS, OS, Schwammtuch bis Varromor, es gibt da tausend erfolgreiche Wege, die man kopieren kann. Danach kommt dann langsam der eigene Weg. Kann man noch hundertausendmal in Frage stellen, aber nur soherum geht's.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich mein, ich hab mir den Faden nochmal angeschaut, hier schreiben viele gestandene Imker, Michael, Ralph, Drobi, Melanie, Ribes, usw. und alles was den Rookies einfällt ist 'ja aber' und zwei Beiträge weiter kommt wieder Geschwurbel und Zahlenmagie. Wenn Melanie oder Ralph zählen, dann geschieht das vor einem fundierten Hintergrund, die können das vermutlich abschätzen, wie valide die Zahlen sind und was das dann in situ für ein Volk bedeutet. Die meisten anderen, inkusive mir, können das nicht. Ich hab keine Ahnung, weil ich zähl nie. Ich begutachte aber jedes Jahr (tote) Völker, wo jemand gezählt hat. Ich hab schon hunderte totgezählte Völker gesehen! Ergo tötet zählen die Völker!!!

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife


  • Deshalb kannst du meine Voelker nicht beurteilen. Du hast sie nicht gesehen und kannst daher nicht wissen, ob eine Behandlung mit AS gut oder schlecht gewesen waere, aber fuer dich ist das natuerlich nicht ueberlegenswert. Ich bin durchaus nicht gegen AS, und habe diese spaeter bei einem besseren Zustand des Volkes eingesetzt.


    Viele Wege fuehren zum Ziel, deshalb gibt es nicht nur ein Mittel gegen Bluthochdruck, sondern X. Man muss die Mittel, ihre Wirkungen und Nebenwirkungen kennen, um diese erfolgreich einzusetzen. Wer nur auf ein Mittel baut, kommt leicht an dessen Grenzen. Aber blindes Vertrauen in AS habe ich nicht, dafuer kenne ich die Wirkungen im Volk. Ich will dem Volk so wenig wie moeglich schaden, aber so viele Milben wie noetig entfernen, dass konnte mir AS nicht bieten.


    Das beschriebene Volk lebt und wird, wenn nichts dazwischen kommt, gut auswintern.

    Ich wollte damit nur genau das verdeutlichen, was du in anderen Worten gesagt hast. Naemlich, dass die Varroazahl taeuschen kann, wenn man nicht eine gewisse Uebersicht und Wissen im Bezug auf die Varroa und das betroffene Volk hat. Und jetzt sollten wir uns doch einig sein. Ob man zaehlt oder nicht, ist egal, nur muss man die richtigen Entscheidungen zur Behandlung treffen. Dafuer kann das Zaehlen wichtige Hinweise liefern, aber man darf sich nicht blind drauf verlassen, und dies gilt auch fuer die Behandlungen. :saint:


    Hierzu noch ein paar Interessante Links zum Thema Behandlungen.

    https://www.google.de/url?sa=t…Vaw3O9Av5coUS2tzihMlt5r28


    https://www.google.de/url?sa=t…Vaw1oJoKUVe2SY1BxZ0BlMBks


    https://www.google.de/url?sa=t…Vaw0i6ItUOjiUmV3Dcw_yYC8x


    Viel Spass weiterhin

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Gast 200318 ()

  • Na Ralf siehst Du:


    Wenn nichts dazwischen kommt, wird es gut auswintern.


    Er versteht Dich nicht. Bei Exitus ist also was dazwischengekommen.

    Fehler vorneweg zählen nicht.


    Gruss

    Ulrich

  • Ja, ich kann hier wohl kaum schreiben, dass es schon Ausgewintert wäre, oder? Dann wäre ich genauso unglaubwürdig, wie rase.


    Zwei Dinge mal zum nachdenken ? Wie behandelt ein Arzt einen Hypertonus? Blutdruckerhöhung? Ja, er kontrolliert den Blutdruck regelmäßig und schaut welches Mittel entsprechend sein könnte.

    Ihr behandelt ohne Kontrolle, blind und hofft, jede Jahr ist gleich und eure Behandlung immer gut. Der Glaube an eure Behandlung ist stark, aber nicht jedes Jahr ist gleich und somit verlieren auch erfahrene Imker immer wieder ihre Völker, obwohl es doch die gleiche Behandlung, wie immer war.

    Wenn der Arzt euch einfach ein Blutdrucksenker gibt ohne kontrolle, erlebt ihr eine schlechten Tag. Euch ist das egal bei eure Bienen.


    Zweiter Punkt. Ich habe jetzt mehrere Völker mit fast Null Milben. Und da ich eine gute Wabenerneuerung habe und gut eingefüttert habe, sollten diese Völker gut durch den Winter gehen. Wenn davon doch plötzlich Völker versterben, war es nicht die Varroa. Sondern CCD oder anderes, was wir vielleicht nicht auf dem Schirm haben, weil die Varroa alles überdeckt. Ich habe die Varroalast dokumentiert und kann belegen, wie die Völker aussahen.

    Bei euren Völkern können auch wenig Milben sein und eure Behandlung spitze, aber könnt ihr andere davon überzeugen, wenn Völker von euch sterben, dass es nicht die Varroa war? Schaut doch bei fast allen Threads, schon vor 10 Jahren.... Es ist immer Varroa. Und die einzige Chance für ein Weiterkommen in der Forschung um Bienenkrankheiten oder auch um Vergiftungen nachzuweisen, ist eben die Varroa zu kontrollieren. Aber dies auch für Dritte nachvollziehbar zumachen.


    Ich kann mich auch hier, wie ihr zurücklehnen und ein paar kluge Sprüche alle Jahre wieder bringen und mir ins Fäustchen lachen, wenn jemand Völker verliert. Da war er eben dumm, hat keine gute Behandlung gehabt..... und ich weiss es immer besser. Aber hilft dies wirklich irgendjemanden? Unseren Bienen sicher nicht!


    Zählen tötet nicht, die Unwissenheit dahinter tötet. Und da seid ihr, erfahrene Imker, diejenigen die ihr Wissen weitergeben sollten, aber sich auch weiterbilden sollten. Ich habe hier kein einziges objektives Argument gegen das Zählen gehört, nur subjektive Meinungen. Es wird merkwürdigerweise sogar von Bieneninstituten etc. Empfohlen.....


    ;)

  • 2) Es ist ein schwaecheres Volk, entsprechend anders ist das Bienen Milben Verhaeltnis. Es kommt also oefters dazu, dass auf einer Biene mehrere Milben sitzen. Die so geschwaechte Biene will das Volk verlassen. Wahrscheinlich nimmt sie ein paar mit, muss sich aber erstmal durch die Traube zwaengen und dabei faellt sicher auch die ein oder andere Milbe.

    Wer einmal versucht hat, eine aufsitzende Milbe von ihrer Träger-Biene zu entfernen, wird es für unmöglich halten, daß eine parasitierte Biene ihren Parasiten durch bloßes Vorbeizwängen an anderen Bienen abstreifen und ins Gemüll verlieren kann. Das weiß die aufsitzende Biene zu verhindern.

    Viel wahrscheinlicher ist dagegen, daß mehrfach parasitierte, geschwächte Bienen samt ihrer Parasitenlast den Stock auf Nimmerwiedersehen verlassen, die so ausgeflogenen Parasiten also nicht auf die Windel abfallen und beim Zählappell demnach fehlen. So habe ich es wenigstens bei meinem vermilbten Sammler-Sammler im August beobachtet, bevor ich ihm nach Ausbrechen seiner Nachschaffungszellen und im entmilbten Zustand Gelegenheit gab, sich eine Queen gesicherter Herkunft nachzuschaffen (was ohne jegliches Dazwischenkommnis sehr gut geklappt hat trotz der vorherigen übermäßigen Varroalast).

    Um Mißverständnissen vorzubeugen: Auch ich zähle aus Überzeugung, manchmal sogar 2 x täglich, wenn ich es genau wissen will bzw. um die These vom Verschleppen der Milbenleichen durch Ameisen + Ohrwürmer zu überprüfen und dazuzulernen.