Oxalbehandlung trotz 2 Milben pro Woche?

  • Hallo Leute,


    ich brauche eure Einschätzung!

    Ich habe heute, 30 Tage nach dem OS träufeln, meine 22 Völker auf ihren nat. Milbenfall geprüft.

    Der Varroaschieber war 5 Tage drinne und heute habe ich ausgezählt.

    -- 13 Völker haben weniger als 1 Milbe pro Tag

    -- 4 Völker haben bis zu 2 Milben


    aber bei 5 Völker sind es:

    -- 4 Milben, 5 Milben, 5,6 Milben, :confused:


    -- bei den Sorgenvölkern: 4,6 Milben und 7 Milben,

    Vor der Behandlung war hier der nat Fall 16 bzw 7 Milben, gefallen sind ca. 1800 bzw 1600Milben.

    Beide Völker wurden Ende September mit den Waben aus Königinnenzucht gebildet und 1x mit AS behandelt! Ok, hier hätte ich nochmals den Behandlungserfolg kontrollieren müssen!


    Die meisten Milben fallen ja 2 Wochen nach der Behandlung, aber irgendwo habe ich gelesen, dass es auch bis zu 5 Wochen dauern kann, bis der nat. Milbenfall wieder einsetzt.


    So nun meine Frage an euch:


    -- Wenn das stimmt, könnte ich zu früh kontrolliert haben und es besteht Hoffnung, dass es doch noch weniger werden?

    -- Oder ist es das sicher Todesurteil für diese Völker?


    In den letzten Jahren habe ich nie den Erfolg meiner Winterbehandlung überprüft und somit fehlt mir der Vergleich! Jetzt blicke ich sorgenvoll ins neue Jahr!


    Viele Grüße und ein gutes neues Jahr!


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Hallo Susanna

    auch wenn andere eine andere Meinung haben. Ich sage du hast den Termin für die Behandlung gut getroffen. Ich bin mir sicher das deine Völker überleben werden. Wie ich schon wo anders schrieb, jetzt muss Schluss sein mit behandeln.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • So nun meine Frage an euch:


    -- Wenn das stimmt, könnte ich zu früh kontrolliert haben und es besteht Hoffnung, dass es doch noch weniger werden?

    -- Oder ist es das sicher Todesurteil für diese Völker?

    Alles entspannt. Da passiert vor Mitte Juli nix. Dann mußt Du handeln. Berichte dann auch mal!


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • kritisch weiter beobachten, und im Zuge der Schwarmverhinderung oder auch durch eine totale Brutentnahme im Raps geben sich Möglichkeiten bei kritischer Milbenlast zu reduzieren bzw die Behandlung außerhalb der Trachtvölker zu machen, bevor einem die Milben über die Hände laufen. Bei Bedampfung hätte man bei 4stelliger Fallzahl die Behandlung wiederholen können.

    Guten Rutsch

    Gruß Fred

  • Ihr gebt z.T. den Milbenbefall pro Tag mit Kommastelle an (was ja auch soweit ok ist), aber man erfährt nichts über die Bedingungen der Messung. Wurden die Gitter vor dem Einlegen des Schiebers abgefegt? Oder wenn nicht, wieviel tote Bienen liegen da drauf? Was ist das überhaupt für ein Gitter?


    Ich wage mal zu behaupten, dass auf einem Lochblech mehr Milben liegen bleiben als auf einem Edelstahlgewebe. Manche Böden haben nur zwei relativ kleine Rechtecke mit Gitter, weil außenrum und in der Mitte breite Holzstege sind. Andere Böden bieten praktisch fast auf Zargengröße eine offene Gitterfläche.


    Und auch die Volksstärke kann man nicht völlig ignorieren. Es macht in meinen Augen für die Beurteilung des Befalls einen Unterschied, ob man da im Überwinterungsvolk nur 4000 Bienen hat oder aber doch 14000 Bienen.

    Ist ja schön, wenn z.B. bei Liebig die Überwinterungsvölker immer zwischen 10.000 und 12.000 Bienen haben. Bei mir sind sie leider sehr oft deutlich schwächer, eher bei 5000 Bienen.


    Dazu kommen die Wetterbedingungen vor und während der Messung. Wenn es eine Woche lang Frost hat, die Bienen sitzen eng, man legt die Windel ein, das Wetter außen wird deutlich wärmer, dann bewegen sich die Bienen viel mehr, und es fallen evtl. Milben, die schon eine Woche lang tot zwischen den Bienen oder an den Waben hingen.

  • selbsternannte Experten

    Da Du das unter ein Zitat von mir geschrieben hast, gehe ich davon aus, dass Du mich dazu zählst. Das ist schlicht und ergreifend gelogen. Ich bin ziemlich sicher, mich noch nicht als Experten bezeichnet zu haben. Mein Beitrag war eine Antwort auf die Ausgangsfrage und die Milben, die ich vor und nach meiner Behandlung gefunden habe, bestätigen mir meine Handlungsweise, als gar nicht so schlecht.

    Es ist ja nicht mal auf meinem Mist gewachsen. Ich befolge nur eine der vielen Empfehlungen, die an Überwinterungsergebnissen bei diversen Imkern abzulesen, als durchaus gute, fachliche Praxis bezeichnet werden kann.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Vielen Dank für eure Antworten! Das hat mich doch etwas beruhigt!


    Noch einige Infos zu den Völkern und Böden:

    -- Gitterboden hat keinen Rand oder Lochblech und wurde nicht abgewischt

    -- nur wenige tote Bienen lagen auf den Gitterboden

    -- die Volksstärke bei den "Milbenvölkern" ist mittel und eins ist stark. Eine genaue Angabe der besetzten Waben kann ich nicht geben, aber bei so vielen Völkern hat man einen Vergleich!

    -- Wetter während der Einschubzeit war 0 - 10°C mit einem Tag flugbetrieb


    Natürlich werde ich die Völker weiter beobachten und in einer Woche werde ich die Schieber nochmals für einige Tage einlegen. Mal sehen, ob sich der Milbenfall verringert hat.


    Aber, wie aussagekräftig ist das, wenn die Völker jetzt wieder in Brut sind und die Milben abtauchen können? Bestimmt die Hälfte meiner Völker brütet wieder, denn an der Folie hat sich deutlich Kondenzwasser gebildet!


    Meine Frage, ob der Varroafall nach der OS-Behandlung bis zu 5 Wochen anhalten kann, wurde noch nicht beantwortet. Weiß da jemand was dazu?


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Aus den Milbenfallzahlen bei der Träufelbehandlung allein kann nicht auf den Zustand der Völker geschlossen werden. Man müsste zusätzlich wissen, ob sie noch brüten und ob sie bei der Träufelbehandlung in der Wintertraube gessessen haben.

    • Falls sie noch umfangreich brüten, würde ich mit einer Wirksamkeit <70% rechnen. Bei 1500 gefallenen Milben wären dann noch mindestens 500 Milben im Volk. Das Volk wird vermutlich weiter brüten, bis es zugrunde geht.
    • Falls sie nicht brüten, aber nicht in der Wintertraube saßen, würde ich die Wirksamkeit nicht über 80% ansetzen. Damit verbleiben sehr viele Milben im Volk. Falls das Volk überlebt, wird es bereits in Mai/Juni zusammenbrechen und muss frühzeitig behandelt werden. Es fällt als Trachtvolk aus.
    • Falls sie gut in der Wintertraube saßen, kannst du mit einer Wirksamkeit von ca. 90% rechnen. Dennoch verbleiben zu viele Milben und das Volk wird voraussichtlich noch vor Juli zusammenbrechen. Nach der Frühtracht wird wohl keine Ernte mehr möglich sein.

    Meine Empfehlung: Verschaffe dir Gewissheit durch eine OS-Testbedampfung. Die ermöglicht dir eine Abschätzung der verbliebenen Milbenzahl und reduziert nebenbei noch die verbliebenen Stockmilben. Alles Andere ist Kaffeesatzleserei.

    Gruß Ralph

  • Aus den Milbenfallzahlen bei der Träufelbehandlung allein kann nicht auf den Zustand der Völker geschlossen werden. Man müsste zusätzlich wissen, ob sie noch brüten und ob sie bei der Träufelbehandlung in der Wintertraube gessessen haben.

    • Falls sie noch umfangreich brüten, würde ich mit einer Wirksamkeit <70% rechnen. Bei 1500 gefallenen Milben wären dann noch mindestens 500 Milben im Volk. Das Volk wird vermutlich weiter brüten, bis es zugrunde geht.
    • Falls sie nicht brüten, aber nicht in der Wintertraube saßen, würde ich die Wirksamkeit nicht über 80% ansetzen. Damit verbleiben sehr viele Milben im Volk. Falls das Volk überlebt, wird es bereits in Mai/Juni zusammenbrechen und muss frühzeitig behandelt werden. Es fällt als Trachtvolk aus.
    • Falls sie gut in der Wintertraube saßen, kannst du mit einer Wirksamkeit von ca. 90% rechnen. Dennoch verbleiben zu viele Milben und das Volk wird voraussichtlich noch vor Juli zusammenbrechen. Nach der Frühtracht wird wohl keine Ernte mehr möglich sein.

    Meine Empfehlung: Verschaffe dir Gewissheit durch eine OS-Testbedampfung. Die ermöglicht dir eine Abschätzung der verbliebenen Milbenzahl und reduziert nebenbei noch die verbliebenen Stockmilben. Alles Andere ist Kaffeesatzleserei.

    Gruß Ralph

    Dieser Empfehlung schließe ich mich an

  • Was wäre mit einer Kontrollbehandlung mit OS im Sprühverfahren, falls sie brutfrei wären?


    Allerdings gehe ich davon aus, dass das OS sprühen genauso schädlich für die Bienen, wie das träufeln ist und somit wäre das eine zweite OS-Behandlung mit vorraussichtlichen tödlichen Ende!?

    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)