Oxalbehandlung trotz 2 Milben pro Woche?

  • So schön logisch und nachgewiesenermaßen erfolgreich der darwinistische Ansatz ist - wer macht es denn so im imkerlich dicht besiedelten Gebiet und akzeptiert die zwangsweise zunächst hohen Verluste?

    Wenn wir wirklich die Varroa "besiegen" wollen, ohne Hilfe von Pharmaka, so müssen wir die Gesetze der Evolution befolgen und dann müssen wir sie selektieren lassen. Natürlich mit klugen und durchdachten Strategien unterstützend eingreifen. Durch dieses Tal der Tränen müssen wir durch oder wir werden noch in 100 Jahren mit den Problemen der Varroabekämpfung rumärgern.


    Darum ist das Nichtbehandeln im Winter eine große Unterstützung der Evolution: Völker, die mit der Milbe nicht klarkommen, werden von der Nachzucht durch die Selektion der Drohnen dieser Völker ausgeschlossen. Das ist eine Strategie, die jeder Imker nutzen kann. Egal, wie groß die Bienendichte im Flugradius ist.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • Die Argumentation ist vernünftig:

    Zitat

    "Was die Bienen nicht umwirft, macht sie stärker: Ein Plädoyer für mehr Milben in den Völkern - und gegen den pauschalen Einsatz von Varroamedikamenten im Winter."

    Wir sollten von der Natur lernen und nicht überängstlich sein!

    Interessante Ansicht...

    Wäre dies richtig, dann müsste ich in meinem Garten also den Kopfsalat nicht vor Schnecken schützen. Damit der Salat stärker werden kann um letztendlich gegen Schnecken „tolerant“ zu werden...

    :P

  • Völker, die mit der Milbe nicht klarkommen, werden von der Nachzucht durch die Selektion der Drohnen dieser Völker ausgeschlossen.

    Evolution und Darwin sind sicher Begriffe, die in diesen Zusammenhang passen. Aber kann mir jemand erläutern, wie ich mir die Selektion der Drohnen und im Zusammenhang damit die Entwicklung der Völker konkret vorstellen muss? Sind dabei Völkerverluste in größerem Umfang einkalkuliert?

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Drohnen schneiden von nicht nachzuchtwürdigen Völkern ist unnatürlich und schlecht, Drohnen vermeiden durch sterben lassen natürlich und damit gut?

    Medizin muß bitter schmecken?


    DerBergische : Ja. Tal der Tränen. Tod, Tod, Tod. Sagen sie doch dauernd.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Zitat

    Interessante Ansicht...

    Wäre dies richtig, dann müsste ich in meinem Garten also den Kopfsalat nicht vor Schnecken schützen. Damit der Salat stärker werden kann um letztendlich gegen Schnecken „tolerant“ zu werden...

    Es gibt viele Pflanzen die im Laufe der Zeit Abwehrstoffe gegen ihre natürlichen Feinde entwickelt haben.
    Eine Pflanze kann nun mal nicht vor ihren Feinden weg laufen, sie kann sich auch nicht mal eben die Läuse vom Kopf holen, so wie die Biene das könnte und hoffentlich irgendwann auch mal macht.
    So hat sie körpereigene Gifte entwickelt die bei Verletzung der Pflanze aktiv werden und natürliche Feinde so aktiv bekämpfen.
    Ein Kaktus hat seine Stacheln auch nicht umsonst...
    Und wenn der Salat Zeit hätte um z.B. härtere Blätter zu treiben, die der Schnecke nicht schmecken...
    Bevor der das macht haben wir den aufgegessen bzw. wieder butterweiche Blattgene verabreicht...

    Beste Grüße Hartmut

  • Ganz nebenbei selektieren wir auf die stärksten Milben! Denn einige kommen immer durch, wie auch immer.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Ganz nebenbei selektieren wir auf die stärksten Milben! Denn einige kommen immer durch, wie auch immer.

    Wird oft und gerne behauptet...

    Man könnte auch sagen, wir selektieren die grössten Angsthasen --> Nämlich die, die sich im Stock vor organischen Säuren am besten verstecken können...


    Aber im Ernst: Evolution ist nicht so einfach... Das evolutionäre Ziel eines Parasiten ist es keinesfalls, einen immer grösseren Schaden an seinem Wirt anzurichten. Auch wurde ein Parasit selten einfach "stärker", weil man gegen ihn behandelt. Schlimmstenfalls immun gegen bestimmte Stoffe, aber keinesfalls gezwungenermassen.

  • Was hier über "Evolution" geschrieben wird zeugt von einer großen Unwissenheit über diese THEORIE. Es wäre wirklich hilfreich sich auf Resultate empirischen forschens zu stützen. Leider kann hier zZt kaum jemand hilfreiches vorweisen. Oder irre ich?

  • Nur sollte man die Auslese den Leuten überlassen die davon Ahnung haben, wie man dass möglichst ohne viele Verluste schafft. Ich finde es sehr fragwürdig, wenn man Anfängern rät, lass die Winterbehandlung weg.


    Letztes Jahr war meine 2. AS Behandlung leider etwas ins feuchtkalte Wetter gerutscht und Winterbehandlung war nur einmal dampfen (wahrscheinlich waren Sie auch nicht Brutfrei). Die Freude hatte ich dann dies Jahr, das tausende (wenn nicht zehntausend) Milben gefallen sind. Dies Jahr rechtzeitig und dann sehr umfänglich behandelt und im Winter auch 2x gedampft und habe dann hoffentlich nächstes Jahr weniger Milben.

    Lange rede Kurzer Sinn, eine ordentliche Winterbehandlung kann vor vielen Milben im nächsten Sommer schützen und die Auswirkungen von einem schlechten Konzept sieht man erst im folgendem Jahr. Nur will man das als Anfänger wissen und dann vernünftig reagieren? Würde mich nicht wundern, wenn dies Jahr wenige Winterbehandeln und dass auch groß rum erzählen (stand ja im Journal) und im folgenden Winter "überraschend" viele Kisten leer sind.

  • Es ist der Kampf

    Varroa Versus Biene!

    Aber wer sagt denn, oder wer/was läßt uns denken das die Biene gewinnt?

    Im Laufe der Evulotion gab es vermutlich diesen oder ähnlichen Parasiten auf der Westlichen Honigbiene nicht.

    Unsere Bienen mußtenund konnten keine Abwehr entwickeln.

    Die Chancen stehen also schlecht! Es wäre doch denkbar das die Natur gnadenlos zuschlägt, wenn wir sie lassen. Die Milbe ist ein ebenbürtiger Gegner, mit reichlich Potential zu gewinnen, auch wenn er sich dabei selber und seinen nicht natürlichen Wirt ausrottet.

    Es gibt ja ein paar existierende Abwehrmechanismen die einzeln oder versammelt teilweise "flüchtig" wirken, das bisher immer und nur im Zusammenspiel mit günstigen Umständen.

    Ich mach mir aber nix vor, bisher stehen die Chancen schlecht, die Milbe wird momentan gewinnen wenn sie nicht bekämpft wird.

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Ich bin immer wieder erstaunt, was hier uns Imkern an Aufgaben zugemutet wird (z.B. gerade im aktuellen Bienenjournal die Debatte zu Seeleys Thesen zur darwinistischen Bienenhaltung).


    Kam schon mal jemand z.B. auf die Idee, das Problem mit der Schweinepest von den Schweinehaltern evolutionsbiologisch lösen zu lassen?


    In den Debatten bewegt sich die Honigbiene immer ganz seltsam zwischen Wildtier und Nutztier und je nach ideologischer Ausrichtung sind wir die Bienenretter oder die Massentierhalter.


    Es lohnt sich, da mal eine Schritt zurückzutreten und neben dem Streit um den Inhalt der Argumente die Struktur des Diskurses zu betrachten.

    Dann sieht man einiges entspannter.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Kam schon mal jemand z.B. auf die Idee, das Problem mit der Schweinepest von den Schweinehaltern evolutionsbiologisch lösen zu lassen?

    Das sind Viren!

    Alle Schweine (auch die WILDEN) ganz schnell Tod.

    Es wäre möglich ALLE zu impfen, aber (dumme) Gesetze stehen dem Dummerweise im Weg.

    Beispiel Tollwut gibts in D nicht mehr.

    Gehört aber nicht hier hin!! (mußte ich aber los werden)


    Sind es nicht Viren die unsere Völker umbringen?

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