Oxalbehandlung trotz 2 Milben pro Woche?

  • Ich würde auch träufeln. Bei null Milben innerhalb einer Woche auf der Windel hat die OS-Träufelung bei mir in 4 von 7 Völkern an die 100 Milben innerhalb der ersten Woche herunter geholt.... die anderen waren unauffälliger, aber rentiert hat es sich trotzdem...

  • Interessant finde ich, dass inzwischen (ich glaube so etwas von Herrn Rosenkranz (Uni Hohenheim) gelesen zu haben) angezweifelt wird, dass die von uns durchgeführte sehr intensive Winterbehandlung wirklich gut ist. Er begründete das damit, dass das dezimieren der Milben auf einen Stand nahe 0, die Bienen in eine Art Falle laufen lässt: Zu Beginn des Jahres müssen sie sich nicht um die Milben scheren, weil es so wenige sind. Am Ende des Jahres werden Sie von der Milbenvermehrung überrollt. Dann greift der Imker ein und setzt das System wieder auf 0. So haben die Bienen keine Gelegenheit sich anzupassen. Ein interessanter Gedanke. Demnach wäre ein gleichmäßig hoher Milbenbefall besser für die Bienen. Mal sehen, ob sich in den nächsten Jahren daraus etwas ergibt.

    Ich sehe das ähnlich. Hier noch ein Artikel der dies untermautert.

    https://www.imagebanana.com/s/917/n5z6bu1E.html

  • Also Völker die jetzt noch brüten braucht man nach meiner Erfahrung eh nicht zu behandeln - die überstehen oft den Winter nicht genau weil es eben zu wenige Bienen waren und unter Opferung der letzten Kraft dagegen anbrüten. Denen gibt man mit der OS eher den Gnadenstoß als dass man da etwas retten könnte - selbst wenn nur so wenige Milben in die Brut steigen sollten wie diese Untersuchung von Aumeier zeigte.


    M.

  • Denen gibt man mit der OS eher den Gnadenstoß als dass man da etwas retten könnte - selbst wenn nur so wenige Milben in die Brut steigen sollten wie diese Untersuchung von Aumeier zeigte.

    Einige Völker brüten noch. Z.T. Ist die Wirksamkeit der OS-Bedampfung dort nur ca. 50%.

    mmh. Das widerspricht sich doch, oder?


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • "Mal sehen, ob sich in den nächsten Jahren daraus etwas ergibt."

    der dies untermautert.

    DAS oder so ähnliches....

    hören wir schon wie lange?

    Ergebnis: Tote! Viele! Tote Völker!

    Und absolut unsinnig gestorben!

    Und sonnst wirklich nix Positives! Nur Kaffesatzleserei auf Kosten der leichtgläubigen (und deren gepeinigten Bienen) die darauf reinfallen, Punkt

    Da irgendwas zu erreichen geht nur, wenn überhaubt , mit sehr zielgerichteter Zucht von Vollprovis!

    Selbst die greifen (leider noch!) oft genug ins Klo.

    Bienen keine Winterbehandlung angedeihen zu lassen ist in meinen Augen unnötige Quälerei.

    Völker die jetzt nicht so gut wie möglich entmilbt werden, sind Todeskandidaten für den nächsten Herbst, sollte der kleinste Fehler in der Sommerbehandlung passieren.

    Habe fertig

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Jau, ist mir auch aufgefallen...kenne aber nur die eine Untersuchung von Aumeier, Beinert, Boecking und Liebig (11/2016 in der ADIZ zu finden). Die 50% würde ich auch gerne mal näher definiert wissen.


    In der Arbeit von Aumeier hiess es: 3,4 % (±4,6 %) der im Volk vorhandenen Milben waren für die Behandlung unzugänglich in verdeckelter Brut. Effektivität war praktisch identisch sofern die Träufelung optimal bei kompakt sitzender Wintertraube erfolgte - 81% (±16 %) bei brutfreien vs. 82% (±13 %) bei brütenden Völkern.


    Allerdings waren die untersuchten Völker auch gesunde, starke Völker die in jenem sehr milden Winter noch brüteten weil es schlichtweg keine Kaltphase gegeben hatte...ich denke, da erinnern sich noch viele dran, wie sie am 2. Weihnachtsfeiertag flogen und sogar Pollen eintrugen! Meine, es war 2015...


    Dieser Winter ist vergleichsweise normal (damals machte man sich ja Sorgen ob es überhaupt noch mal einen kalten Winter geben würde) und so sollten die Völker trotz der typischen Weihnachtswärme aus der Brut gegangen sein...bis eben die Sorgenkinder, die jede Möglichkeit zum Brüten nutzen.


    Wer weiss, eventuell gehen in solchen schwachen Völkern tatsächlich mehr Milben in die Brut als das im Aumeier-Experiment der Fall war...daher womöglich nicht zu vergleichen und tatsächlich nur geringere Entmilbungsraten. Aber nach meiner Erfahrung halt eh sinnlos bei solchen Schwächlingen. Wenn sich auf dem Boden die toten Bienen türmen und selbst bei so milden Tagen wie heute nicht rausgeschafft werden, ist da eh der Wurm drin. Wird ja nun wieder kalt und dann gehen diese Mini-Völker oft um die letzten Brutzellen gewickelt ein...


    M.

  • Hymenoptera : Hier die Werte an dem Sorgenvolk und die nachfolgende Berechnung. Gegenstand ist die Bestimmung der Wirksamkeit der Behandlung am 27.11. durch eine Nachfolgebehandlung am 10.12.

    Behandlung am 27.11.

    -Milbenfall am 10.12. = 235

    Behandlung am 10.12.

    -Milbenfall am 25.12. = 140


    Berechnung nach https://www.imkerforum.de/attachment/5981-milbe-pdf/ liefert


    Milbenzahl vor Behandlung am 27.11. = 581

    Milbenzahl vor Behandlung am 10.12. = 346

    Restmilbenzahl am 25.12. = 206

    Wirksamkeit W1 vom 27.11. = 40%

    Wirksamkeit W2 vom 27.11. = 63%

    Hier ist W1 die berechnete Wirksamkeit der Behandlung am 27.11. unter der Annahme, dass die Wirksamkeit der Behandlung vom 10.12. den gleichen Wert hat.

    W2 ist die berechnete Wirksamkeit der Behandlung am 27.11. unter der Annahme, dass die Wirksamkeit der Behandlung vom 10.12. 100% beträgt.

    Die Wahrheit liegt zwischen beiden Werten, also bei ca. 50%.


    Gruß Ralph

  • Also Völker die jetzt noch brüten braucht man nach meiner Erfahrung eh nicht zu behandeln - die überstehen oft den Winter nicht genau weil es eben zu wenige Bienen waren und unter Opferung der letzten Kraft dagegen anbrüten. Denen gibt man mit der OS eher den Gnadenstoß als dass man da etwas retten könnte - selbst wenn nur so wenige Milben in die Brut steigen sollten wie diese Untersuchung von Aumeier zeigte.


    M.

    Auch wenn ich das jetzt nicht mit einer Untersuchung untermauern kann, halte ich diese pauschale Aussage für falsch. Die Witterung war in den letzten Wochen allein innerhalb von Deutschland zu unterschiedlich.

    Ich gehe auch davon aus, dass Völker, die mit letzter Kraft gegen den Untergang anbrüten bereits jetzt dem Tod geweiht sind. Es wird aber sicher auch nicht brutfreie Völker geben, die noch in geringem Umfang brüten, obwohl sie genug Bienen und nicht viele Milben haben. Sie machen das, weil es ihnen gut geht und die äußeren Umstände sowie die Verfassung des Volkes dies erlauben.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Nahezu alle Aussagen hier im Forum beruhen auf eigenen Erfahrungen die naturgemäß nicht flächendeckend und für alle Bienenzüchter und ihre Bedingungen stimmen werden...sollte man also grundsätzlich bei jedem Post im Kopf behalten. Und jeder Fragesteller muss damit klar kommen, dass es auf eine Frage ganz unterschiedliche Antworten kommen...ich weiss, macht die Imkerei nicht einfacher :)


    An meinem Stand mit so 15-18 Völkern ist meine Aussage die gemachte Erfahrung. Da ich in den letzten Wintern vermehrt auf Sprühbehandlungen gesetzt habe, habe ich guten Überblick wer von meinen Völkern noch gebrütet hat. Und das waren eben immer die Schwächlinge, die es dann nicht geschafft haben. Ansonsten ist der Zeitpunkt der Winterbehandlung einfach nur falsch gewählt. Ein "Durchbrüten" habe ich selbst an meiner Berliner Stadtlage noch nie erlebt....selbst 2015/16 nicht! Allerdings halten die sich nicht immer an die gesetzlichen Behandlungszeiträume, diese anarchistisch-linksradikalen Viecher;)


    M.

  • Nahezu alle Aussagen hier im Forum beruhen auf eigenen Erfahrungen die naturgemäß nicht flächendeckend und für alle Bienenzüchter und ihre Bedingungen stimmen werden...sollte man also grundsätzlich bei jedem Post im Kopf behalten. ...

    :thumbup:Das kann ich bestätigen.

    Wenn ich nur meine eigenen Stände und die meiner direkten Nachbarn vergleiche, dann sehe ich riesige Unterschiede in der Milbenbelastung, Schwarmneigung und zeitlichem Verlauf der Brutentwicklung usw.

    Damit könnte ich 50% der Posts hier bestätigen oder widerlegen.


    Im Endeffekt finde ich hier im IF die Anregungen mit denen ich meine Völker dann betrachten und daraus meine eigenen Schlüsse ziehen kann.


    Das finde ich sehr gut.


    Gruß Jörg

  • @ Ralph,

    also beruhen Deine 50% auf Erkenntnissen aus einem einzigen Volk? Wie war die Brutsituation bei den beiden Behandlungen?

    Ich habe das Volk nicht geöffnet, kann aber aus der Gemüllverteilung schließen, dass sie recht weiträumig brüten, auch jetzt noch. Sie bilden auch keine Wintertraube, sondern verteilen sich auf alle 9 Gassen DN 1,5. Schwach sind sie also auch nicht. Ein ungewöhnliches Volk, das heute die dritte und letzte Spätherbstbehandlung bekommen hat.

    Ich habe aber auch bei einigen anderen Völkern Wirksamkeiten deutlich unter 70% gefunden. Ich hatte derartige Ergebnisse auch in den letzten 3 Jahren, seit ich die Befallsschätzung über Doppelbehandlung durchführe.

    Was der Dr. Liebig da herausgefunden haben will, sollte man wohl etwas genauer betrachten. Möglicherweise liegt das daran, dass er mit Holzbeuten arbeitet. Also Vorsicht mit zu optimistischen Annahmen!


    Gruß Ralph

  • Tja, es ist etwas ärgerlich dass man einfach keine vertretbaren Mittel mehr zur Komplettentmilbung hat um die Wirksamkeit zu untersuchen. Klassisch wird das ja mit Perizin gemacht aber das fettlösliche Zeug kommt mir nicht in die Kiste.


    Daher schwieriges Thema, habe aktuell aber auch den Eindruck schlechterer Wirksamkeit der Sprühbehandlung mit OS und das selbst bei brutfreien Völkern. Selbst nach vier Wochen tw. inakzeptable Milbenabfälle...da muss ich wohl noch mal ran! Komisches Milbenjahr 2017...


    M.