Oxalbehandlung trotz 2 Milben pro Woche?

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    ...Einmal mehr hat Remsis Signatur an Berechtigung gewonnen!

    Mir fällt manchmal auch sehr schwer, aber langfristig ist wahrscheinlich besser den geschrieben Unsinn von manchen Leuten unkommentiert stehen zu lassen... auf Festplatten eingebrannt für die Ewigkeit.

    Die Bewertung was gut/schlecht oder Sinn/Unsinn ist legen wir objektiv sowieso nicht fest und darum kann man ohne guten Willen sowas auch nicht ausdiskutieren. Die Realität wird das richten...


    Irgendwer sang letztens "...Gott hat hat einen harten linken Haken."

  • Hallo zusammen,



    ich würde mich sehr freuen, wenn wir entweder hier in diesem Thread zurück auf das Thema kommen, das Thema schließen oder es auf sich beruhen lassen.


    Es macht keinen Sinn, über die jeweiligen Kompetenzen und Ansichten zu urteilen. Noch weniger macht es Sinn, sich gegenseitig persönlich zu beleidigen und anzugreifen.


    In der Summe scheint es in diesem Beitrag um grundsätzliche Anschauungen, Ansätze und Meinungen zu gehen - mit etlichen Gemeinsamkeiten und mindestens genau so vielen Unterschieden.


    Hier gibt es kein Richtig oder Falsch - nicht den alleinigen Weg. Zu viele Faktoren spielen eine Rolle.


    In diesem Sinne wünsche ich Euch ein schönes (Rest-)Wochenende und ein guten Start in die neue Bienenwoche.


    VG,

    DerWiesenimker.

  • Hier gibt es kein Richtig oder Falsch - nicht den alleinigen Weg. Zu viele Faktoren spielen eine Rolle.

    Es gibt keinen alleinigen Weg, das ist richtig. Aber trotzdem kann es richtige Ansichten und falsche Ansichten geben. Oder auch richtige Behauptungen und falsche Behauptungen. Und vor allem kann es falsche (oder etwas milder: schlechte) Begründungen für Ansichten oder für Handlungsempfehlungen geben.

    Der hier irgendwo genannte Artikel aus dem Bienenjournal zum Verzicht auf Winterbehandlung zum Beispiel scheint mir haarsträubend schlecht begründet zu sein. Die letztendliche Empfehlung, dass man die Winterbehandlung weglassen solle/könne könnte vielleicht einen wahren Kern haben. Oder auch nicht. Das mag ich gerade nicht beurteilen.


    Aber die präsentierte Begründung, dass durch den Start mit einer höheren Milbenlast aufgrund weggelassener Restentmilbung ein Selektionsdruck auf die Drohnen ausgeübt wird, der in der Fläche langfristig zu einer nennenswerten Fitnesssteigerung der Bienepopulation führt, das ist doch, mit Verlaub, Schwachsinn!


    Bisher wurde von Bieneninstituten die Restentmilbung empfohlen, mit der Begründung, dass damit eine Reduktion auf unter 50 Varroa erreicht werden kann. Dazu dann eine Modellrechnung, dass so die Schadschwelle eben erst nach der letzten Honigernte erreicht wird.

    Wenn man die Restentmilbung weglässt, aber ansonsten alles richtig gemacht hat (was aber in vielen Fällen eben nicht der Fall ist!), dann würde man z.B. mit einer Varroalast von 200-400 starten. Diese Varroen gehen erstmal mit Brutbeginn in die Arbeiterinnenbrut. Wenn Drohnenbrut angelegt wird, dann sind es schon mehr, aber wie die meisten Drohnenbrutschneider wissen werden, sind die meisten Drohnenbrutzellen im Mai trotzdem nicht parasitiert. Mir ist etwas in Erinnerung, dass ein starkes Bienenvolk im Laufe eines Jahres 10.000 - 15.000 Drohnen aufzieht. Wie groß wird da der Einfluss der Restentmilbung sein? Dass statt 10.000 gesunden Drohnen nur 9.000 ausfliegen? Von denen sowieso nur 10-100 zum Zuge kommen?

    Und wie groß wird der Einfluss der Sommerentmilbung durch den Imker auf die Startmilbenlast bei fehlender Restentmilbung und damit auf die paar Prozent geringere Drohnenzahl sein?


    Sorry, ich kann nichtmal ansatzweise erkennen, wie aus einer weggelassenen Restentmilbung durch die gemeinen Hobbyimker da irgend ein positiver Effekt auf die Genetik der Landbiene entstehen soll.


    Im Einzelfall, also bei Leuten die Resistenzzucht betreiben, mag das Weglassen der Restentmilbung Sinn machen. Aber so wie in dem Artikel argumentiert, für die breite Masse, sehe ich es nicht. Es wird nur zu jeder Menge unnötiger Völkerverluste im Spätsommer führen, wenn die Begattung durch Drohnen eh keine große Rolle mehr spielt.

  • Re-Mark  :daumen:


    Gelingt die Winterbehandlung nur unzureichend, hat man das Problem 6 - 8 Monate später und quasselt dann evt. Von Re-Invasion durch Varroen des schludrigen Imkernachbarn. Bei den derzeitigen milden Wintern ist der Erhalt einer Wintertraube im Dez. als wichtige Voraussetzung neben Brutfreiheit für die wirksame Träufelbehandlung nur in Holzbeuten möglich.


    Die Sprüherei einz. Waben mute ich meinen Völkern nicht zu. Also bleibt nur die OXS Bestäubung als ultima ratio übrig. Die ist allerdings hochwirksam und es fallen vermehrt Milben bis zu 4 Wochen nach dieser; denn die Dynamik im Kasten ist vielfältig (eigene Beobachtung).


    Eine unzureichende oder unterlassene Winterbehandlung ist wie russisch Roulette; wer's mag !


    Davon strikt abzugrenzen ist, wenn man gezielt einen separaten nicht-Behandlungstand führt. Dort sind Verluste, bis hin zum Totalverlust eingeplant und haben Sinn; denn es werden die Überlebenskünstler selektiert.


    Meine Meinung


    Rainer

  • Bei über 10 Völker mit mehr als 20 Jahren Erfahrung, sind jetzt ca. 80 % der Völker, mit Schubladendiagnostik über 7 Tage bei 0 Milben. Aber natürlich sind da Restmilben drin, nur lassen sie sich nicht bestimmen. Ca. 20 % haben 1-2 Milbe in 7 Tagen. Bisher kein Verlust von Völkern, wie auch im letzten Winter nicht.

    Trotzdem ich unterschiedliche Methoden angewandt habe, führen diese doch fast alle zum Ziel.

    Ich habe allerdings erst in den letzten Jahren mich mehr mit der Varroa beschäftigt, vorher war es immer nur eine Pflcht, die man ableisten musste, und Zählen war mir ebenso fremd, wie vielen hier. Die Völker haben ja trotzdem überlebt. Erst als mir verschieden wissenschaftiche Arbeiten in die Hände fielen, habe ich mich damit näher beschäftigt und auch erkannt, dass wir mit dem Varroa zählen eine sehr ungenaue diagnostische Methode anwenden und ein Schwellenwert nutzen, der nicht bei jedem Volk stimmt. Ein schwaches Volk mit 5 Milben oder ein starkes Volk mit 5 Milben, ist ein Unterschied. Somit gibt diese Schwellenwert und auch das Varroa zählen falsche Sicherheit für den Imker, so wie es derzeit angewandt wird,. Nur eine breite Beobachtung kann den Fehler der Schublade verkleinern, und dieses diagnostische Mittel besser anwendbar machen Dann wäre es auch möglich, Behandlungen wirklich auf ihre Effektivität zu prüfen. Oder eben neue Faktoren für Völkerverluste mit einzubeziehen.

    Blind behandelt habe ich lange, da hatte ich auch einmal 10 % Völkerverluste 2002/03, dass war übel. Danach nur sporadisch mal ein Volk verloren. Ob das Zählen diese Quote verbessert oder verschlechtert, muss sich erst herausstellen, aber es hilft mir eine bessere Übersicht zu haben.


    Man könnte sehr viel mehr damit erreichen, aber das muss auch gewollt werden.


    Und damit beende ich für mich diese zum Teil sehr interessante Diskussion und wünsche allen ein gutes Imkerjahr. AG

  • Re-Mark ,

    ja, ich habe diesen Bienenjournal-Artikel zitiert. Ging mir auch so - der Artikel war nichts halbes und nichts ganzes. Die Empfehlung war bisher, erst bei einem Abfall von mehr als 1 Milbe/2 Tage zu behandeln und lautete niemals, grundsätzlich alle zu behandeln. Dass aber man nun mit letzterer Strategie dazu beitragen würde, die Anpassung an die Milbe bedeutsam zu bremsen, halte ich auch für rechten Unfug.


    Ich tendiere auch dazu, die Winterbehandlung generell zu empfehlen - eben gerade weil die Behandlungswirksamkeiten aus der Literatur mit über 90% oft eben nicht erreicht werden und gerade Einsteiger und/oder schwerst Berufstätige die notwendige Restentmilbung nicht schaffen.


    Letztendlich dreht sich alles um die Frage wann man womit man eingreift...ganz ohne geht es eben nicht!


    M.

  • Lieber AndreasH,


    Schau dir Seiten bei den Honigmachern an. Zum Beispiel beim Thema Drohnenbrut schneiden und dessen Effektivität. Dort sind Milbenbeständen über 20 000 im Volk gemessen, in verschiedenen Arbeiten wird die Milbenzahl in Völkern mit 12000 Milben beschrieben. Selbst im neuen Bienenjournal gibt es ein Artikel von einem anerkannten Bieneninstitut, dass man 250 Milben im Volk tolerieren sollte.


    Alles gute


    Hast du selbst einmal Drohnenbrut geschnitten? Im Verein haben wir das an 5 Völkern gemacht, dannach haben wir sämtliche Maden entfernt und Milben gezählt. Die Völker waren "durchschnittlich" belastet, jedoch in der Drohnenbrut haben wir sehr wenige Milben gefunden. Kurios - war aber so. Kannst du quasi als gegenbeweis sehen das die "messung" nicht überall zutrifft.

    Da wo die Milben her kommen, dort sind die Zellenmaße der Drohnen kleiner, als die welche hier bei der Bienenbrut ausgebaut werden. Vielleicht solltest du mal mit einen kleineren Zellenmaß beginnen? Weißt du eigentlich, wieso und anhand von welchen Faktoren sich die Milbe die Drohnenzellen aussucht?


    Und jetzt denke bitte auch mal darüber nach, wieviele Gründe es gibt welche gegen das Drohnenbrutschneiden sprechen.


    Das bietet dir doch wieder reichlich disskussionsstoff.
    :evil:

  • Zitat ThomasF. :

    "Und jetzt denke bitte auch mal darüber nach, wieviele Gründe es gibt welche gegen das Drohnenbrutschneiden sprechen.


    Das bietet dir doch wieder reichlich disskussionsstoff.


    :evil:


    - 12er Dadant (Holz) - Südhessen - Imker seit 04.2017 "




    Warum immer dieser aggressive Unterton?

    Geht es Dir wirklich um eine vernünftige Diskussion?


    Gruss

    Horst

    Imker seit 07.19728)

    Beste Grüsse

    Horst

    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die ich sehe, eine die du siehst, und eine die wir beide nicht sehen.....

  • blablub...


    1) Hast du selbst einmal Drohnenbrut geschnitten?

    ...

    2) Das bietet dir doch wieder reichlich disskussionsstoff.

    zu 1) Ja

    zu 2) Nein


    Ich bewerte das, was ich in meinen Völkern sehe und finde, im Vergleich zu dem, was andere in ihren Völkern sehen und finden (und mitteilen!) und ziehe meine Schlüsse daraus mit Blick auf meine lokalen Bedingungen (Wetter, Topographie, Völkerdichte, Vegetation etc.).

    Es gibt noch viel zu lernen und zu verbessern, aber eines habe ich ganz sicher schon gelernt:

    Hör dir an, was die anderen sagen, denk dir deinen Teil, beobachte deine Völker noch genauer, behalte die Nerven, mach nur soviel wie nötig und gehe vor allem den Bienen nicht auf die Nerven!

    Und nie gar nimmer nie nicht Andere missionieren wollen!!!


    Ein ehemaliger Forumit hat mir mal kryptisch geschrieben: "Haben die Bienen dir geraten, es so zu machen?"

    Mittlerweile habe ich wohl im Groben verstanden, was er damit meinte und versuche das zu erkennen, was sie mir "mitteilen". Daran halte ich mich und meine Bienen sind gut damit klargekommen. Schwerpunktmäßig Milbenzahlen akribisch auszuwerten und in Statistiken zu erfassen, gehört jedenfalls nicht dazu. Es gibt nur zuviele oder kaum welche.


    Gruß Andreas