Oxalbehandlung trotz 2 Milben pro Woche?

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    Hallo Bienenfreunde,


    Ich hatte mein Volk vor dem Auffüttern undnach dem Auffüttern mehrmals mit Ameisensäure behandelt (Schwammtuch). Anfangs ist sind viele Milben gefallen. Zum Schluss nur noch wenige. Zur Zeit fallen ca. 2 Milben pro Woche. Lohnt sich eine Behandlung mit Oxlsäure oder würde ich das Volk nur unnötig stören. Ich würde die Träufelmethode anwenden.




    Es grüßt und wünscht frohe Festtage


    Hermann

  • Hallo Hermann,


    da ich eine "Milbenzählerin" bin kann, ich dir meine aktuellen Zahlen von diesem Jahr nennen!


    Ich hatte den Varroaschieber 5 Tage drinne und hatte danach einen nat. Milbenfall pro Tag

    -- bei 4 Völkern von 0 Milben

    -- bei 3 Völkern von 0,2 Milben

    -- bei 3 Völkern 0,5 Milben!


    Nach der OS Träufelung am 1.12.17 sind bis zum 16.12.17 folgende Anzahl an Milben gefallen:

    -- nat. 0 Milben: 62, 71, 83, 166 gefallen

    -- nat. 0,2 Milben: 102, 38, 100 gefallen

    -- nat. 0,5 Milben: 16, 214, 540:confused: gefallen

    So, nun musst du entscheiden, aber ich würde auf jeden Fall behandeln!


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • 2 Milben pro Woche sind jetzt keine dramatisch hohe Zahl. Ich persönlich ermittle den nat. Milbenabfall vor der Winterbehandlung nicht, sondern behandle generell 1 bis 2 mal mit MS.


    Interessant finde ich, dass inzwischen (ich glaube so etwas von Herrn Rosenkranz (Uni Hohenheim) gelesen zu haben) angezweifelt wird, dass die von uns durchgeführte sehr intensive Winterbehandlung wirklich gut ist. Er begründete das damit, dass das dezimieren der Milben auf einen Stand nahe 0, die Bienen in eine Art Falle laufen lässt: Zu Beginn des Jahres müssen sie sich nicht um die Milben scheren, weil es so wenige sind. Am Ende des Jahres werden Sie von der Milbenvermehrung überrollt. Dann greift der Imker ein und setzt das System wieder auf 0. So haben die Bienen keine Gelegenheit sich anzupassen. Ein interessanter Gedanke. Demnach wäre ein gleichmäßig hoher Milbenbefall besser für die Bienen. Mal sehen, ob sich in den nächsten Jahren daraus etwas ergibt.

  • angezweifelt wird, dass die von uns durchgeführte sehr intensive Winterbehandlung wirklich gut ist.

    Gefähliche Zweifel!

    Im Sommer werden Bienen nur wenige Tage/Wochen alt!

    WENN die Genetik stimmt, könnte man darüber nachdenken.

    Die Hoffnung das erlerntes Verhalten oder Epigenetik weiter hilft, ist meines Erachtens nach schon lange ein alter Hut.

    Hier OT, wollte nur das keiner in Versuchung gebracht wird, der nicht GAAANZ GENAU weiß was er tut.

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • hallo,

    die Milbe habe ich im vergangenen Jahr und auch in diesem gut im Griff (denke Ich).

    Zur "Restentmilbung" habe ich 2 x bedampft und hatte in den vergangene 14 Tagen in allen (!) Völkern 0 Milben über die ganze Zeit.

    Bei der AS-Behandlung im Sommer habe ich zwei Königinnen verloren. Im vergangenen eine. Schlussfolgerung: 2018 keine AS mehr.

    Gruß

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Ich hatte vor Jahren auch einmal 2 Milben/Tag im Dezember und fand das nicht besonders schlimm. Ergebnis: Diese Völker brachen teilweise im Juni zusammen. Die offizielle Empfehlung (Quelle habe ich nicht parat) ist: Maximal 0,5 Milben/Tag.

    Gruß Ralph

  • Ich kriege die Völker in der Regel unter eine Milbe pro Woche. Damit geht man sehr entspannt in die nächste Saison.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich hatte vor Jahren auch einmal 2 Milben/Tag im Dezember und fand das nicht besonders schlimm. Ergebnis: Diese Völker brachen teilweise im Juni zusammen. Die offizielle Empfehlung (Quelle habe ich nicht parat) ist: Maximal 0,5 Milben/Tag.

    Gruß Ralph

    Bei brütenden Völkern fallen unvollständig entwickelte Jungmilben aus der schlüpfenden Brut auf die Windel. Diese sind hell und dürften bei brütenden Völkern die Mehrzahl der gefallenen Milben ausmachen. Der Verrechnungsfaktor für die Milben im Stock liegt bei 100, wenn viele Milben fallen und bei 300 wenn wenig Milben fallen.


    Bei brutfreien Völkern gibt es nur phoretische Milben, da entfallen die hellen Milben aus der Brut, es fallen nur die Milben, deren Lebenszeit abgelaufen ist. Hier ist der Verrechnungsfaktor bei 500.


    0,5 Milben pro Tag bedeuten somit 250 Milben im Stock. (Verrechnungsfaktoren nach Dr. Liebig)


    Nach Frau Dr. Aumaier liegt die Vermehrungsrate über eine Saison bei Faktor 100. Das wären bei 250 Milben am 01.01. dann 25000 Milben am Ende der Saison.


    Ich bin der Meinung, dass es sehr sinnvoll und relativ einfach ist, die Milben in der brutarmen oder brutfreien Zeit im Winter so weitgehend zu dezimieren, dass damit die Entwicklung der Milbenpulation über die gesamte Saison deutlich eingebremst wird. Meine Erfahrungswerte über inzwischen mehrere Jahre bestätigen dieses. Sicher gibt es Ausreißer, aber die Milbenkatastophe Ende Juli ist mit einer sehr konsequenten Winterbehandlung weitgehend (bis auf Ausreißer / Räuberei etc.) vermeidbar.


    Problematisch ist die Windeldiagnose, wenn nur noch wenige Milben im Volk sind. Da der Milbenfall statistisch zu betrachten ist, nimmt die Abweichung bei wenigen Individuen zu.

    Hier zählt dann nur noch die Erfahrung. Meine Erfahrung sieht so aus, dass zwei oder drei Bedampfungen in der brutfreien Zeit ausreichen, den Milbenbestand auf die angestrebte Minimalzahl zu drücken. Den Erfolg sehe ich schon früh in den Drohnenrahmen. Ich habe darin nahezu keine Milben.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Nach meinem heutigen Erkenntnisstand, würde ich empfehlen sofort zu träufeln, bevor es wieder wärmer wird und die Traube sich auflöst. Bei mir sind mehr Milben gefallen als ich dachte, nur gut das ich geträufelt habe.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)