Verlust von 2 Völkern "überraschend"

  • Hallo,

    wie in den anderen Threads von mir beschrieben bin ich (ca. 2 Jahre Imkererfahrung) dieses Jahr - aufgrund der Erkrankung meines "Bienvaters" - zuständig für:

    - meine eigenen 4 Bienenvölker

    - 4 Bienenvölker vom Bienenvater

    - 2 Bienenvölker von einem Jungimker (beratend/unterstützend)

    Bei allen Völkern wurde die AS Behandlung so durchgeführt, wie hier "Ratschlag zur Abfolge Fütterung und Varroa-Behandlung (Schwammtuch)" beschrieben.

    Die Fütterung wurde von allen Völkern gut angenommen. Bis zum Schluss.

    Sowohl meine eigenen 4 als auch die 4 Völker vom "Imkervater" sind schön in einer Traube und haben m.E. eine ordentliche Größe, wie ich bei der Oxalsäurebehandlung feststellen konnte.

    Nun das Problem: Die 2 Völker vom Jungimker sind gestorben (eins nahezu). Auffällig war/ist:

    - verhältnismäßig wenig tote Bienen auf dem Boden

    - bei einem Volk saß die Königin (tot) auf einer Wabe; sah aus "als wartet die auf etwas" - also wie lebendig...

    - der Varroa Fall war gering auf den Böden


    Der Jungimker nutzt Holz-Zander Beuten (je 10 Rahmen) und die Überwinterung wurde 2-zargig durchgeführt. M.E. waren die Völker nicht so stark. Meine Fragen/Vermutungen sind:

    - Kann es sein, dass die Bienen "erfrieren" (zu großer Raum, zu kleine Traube)?

    - Können die Bienen "ersticken"? Der Jungimker hatte vor 14 Tagen die Böden zugemacht; die Fluglöcher waren so oder so auf minimal gestellt. (Ich lasse alles offen)


    Vielen Dank für Tips und Hinweise.


    Oliver




  • Kann es sein, dass die Bienen "erfrieren" (zu großer Raum, zu kleine Traube)?

    Dazu war es bisher eigentlich nicht kalt genug. Außer die Völker waren wirklich winzig.

    verhältnismäßig wenig tote Bienen auf dem Boden

    Waren denn Bienen auf den Waben (evtl. kopfüber in den Zellen)?

    Wenn das Volk zu einem Zeitpunkt starb, wo noch Flugwetter war, hat es sich wohl kahlgeflogen. Tote Bienen im Beutenboden finden sich nur, wenn länger kein Flugwetter war oder sehr viele Bienen sehr schnell starben.

    Können die Bienen "ersticken"?

    Da müsste die Beute schon luftdicht sein - also sicher nicht.


    Das Naheliegende wäre jetzt eine Untersuchung auf Varroaschaden (Milbenkot in den Zellen, verkrüppelte Bienen...),


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Auch Nosema soll zum Kahlfliegen führen können, und angeblich muss es nicht immer vorher zum Abkoten in der Beute kommen.

    http://www.lvthi.de/doku/gesundheit/asiatische%20Nosema.pdf


    Du schreibst 'eines nahezu' gestorben. Es gibt also noch Bienen. Vielleicht kann man da etwas unter dem Mikroskop sehen? Randy Oliver hat was dazu geschrieben:

    http://scientificbeekeeping.co…ple-microscopy-of-nosema/


    Ich habe es aber selber noch nicht versucht, bisher...

  • ...Nun das Problem: Die 2 Völker vom Jungimker sind gestorben (eins nahezu). ...

    Hallo Oliver,


    hhm... Generell gibt es "schon mal" Verluste und ein Kahlfligen ist ja auch nicht ungewöhlich. Die Milben siehst du beim Bienenauswaschen oder den Milbenkot in den Zellen. Schon etwas seltsam, warum es gerade die beiden Völker von dem Kollegen traf.

    Gibt es Unterschiede in der Vorgeschichte der Ableger?

    Vielleicht sind sie einfach etwas zu optimistisch erweitert worden. Dadurch hatten sie ein weniger optimales Brutnest?

    Oder saßen sie zur AS-Behandlung einfach zu tief unten weil sie die Kiste nicht ausgefüllt hatten?


    Gruß Jörg

  • Nun das Problem: Die 2 Völker vom Jungimker sind gestorben (eins nahezu). Auffällig war/ist:

    - verhältnismäßig wenig tote Bienen auf dem Boden

    - bei einem Volk saß die Königin (tot) auf einer Wabe; sah aus "als wartet die auf etwas" - also wie lebendig...

    - der Varroa Fall war gering auf den Böden

    Was wiegen die Beuten ? - Sind ausreichend leere Zellen verfügbar gewesen ?


    In meinem 1. Bienenwinter habe ich auch einen Ableger überfüttert....


    Beste Grüße


    Rainer

  • Das ist doch wiedermal ein Rätselraten deluxe- Faden...

    Erstickt ist defintiv niemand.

    Erfroren nur wenn bzw. weil viel zu wenig Bienen da waren oder sind.

    Über die Ursache lässt sich so aber nur spekulieren.

    Leichenfotos wären vielleicht hilfreich... ;)

    Mehrere Brutwaben als Ganzes und im Detail, ein Blick auf die Kiste als ganzes, usw.


    Gruss David

  • Honigbienen versuchen normalerweise, nicht im Stock zu sterben. Alte oder kranke Bienen fliegen also aus und kommen nicht mehr zurück. Wenn nicht genug junge Bienen schlüpfen, dann ist die Kiste irgendwann leer, das Volk hat sich 'kahlgeflogen'.


    Es heißt, dass hohe Varroa-Level (bzw. die dadurch hohen Viruslevel) zum Kahlfliegen führen. Aber ebenso auch andere Krankheiten, z.B. Nosema.


    Grüße,

    Robert

  • Das eigentlich interessante wären die toten Bienen. Da sind leider zu wenige im Focus. Ich meine aber bei einigen deformierte Flügel zu erkennen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)