Bienentotenfall auf dem Gitter

  • Hallo,


    in Anlehnung an den Thread zu den Milbenfallzahlen hier einer zum Bienentotenfall.


    Ich habe heute an einem Stand in Vorbereitung auf Milbenfallzählung bei allen Völkern die Einschübe abgewischt und den Totenfall aus den Böden geholt und ausgezählt. Es waren zehn Völker, in jedem lagen zwischen 80 und 220 tote Bienen. Das wäre nicht so schlimm, allerdings war das Volk mit den 220 Toten auch das mit den wenigsten Bienen, und die Völker sind eh nicht so stark wie sie sein müssten.

    Natürlich weiß ich nicht, wieviel Tote die Völker in den letzten Wochen selber rausgeschafft haben oder wieviele Bienen ausgeflogen und nicht zurückgekehrt sind.


    Ich wollte es aber wissen, denn an einem anderen Stand hatte ich ein Volk, bei dem der Boden bedeckt war mit toten Bienen. Habe sie in einem Beutel mit nach Hause genommen und gewogen: ca. 130g! Also vermutlich 1300-1500 Bienen. Und die Wintertraube sieht sehr geschrumpft aus. Dieses Volk wird den Winter sicher nicht schaffen, und weil es das einzige Volk an dem Stand war, das solche Verluste hat, kann ich wohl von Krankheit ausgehen und werde es keinem anderen Volk zuhängen oder aufsetzen.


    Grüße,

    Robert

  • Hallo Robert,

    auch ich habe sehr unterschiedlichen Totenfall am Boden festgestellt - wie jedes Jahr.

    Aber selbst starker Totenfall muss noch nicht auf Verlust des Volkes hinweisen , genauso , wie anders herum.

    Es bleibt nur abzuwarten. Man darf gespannt beobachten.

    Wichtig ist, dass sie jetzt bei den kalten Temperaturen in der Traube sitzen. Ein Bekannter rief mich an und berichtete gegenteiliges. Bei der OS-Behandlung seines Kumpels saßen die Bienen in der Traube, an seinem Stand ( selber Tag) waren die Bienen aggressiv und schossen aus der Beute.

    Hier war Futterkontrolle angesagt! Ich habe festgestellt, dass bei einigen Völkern ( trotz mengengleicher Einfütterung) wesentlich mehr Futter bereits jetzt schon verbraucht ist.

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Dass das schwächste Volk den größten Totfall hat, ist zwar kein gutes Zeichen, wird aber dadurch relativiert, dass es schwache Völker nicht gut schafften, die Toten rauszubringen.

    Jetzt würde ich da in der Tat nichts machen.


    Es lohnt sich aber die toten Bienen genauer zu untersuchen. Gibt es Hinweise auf Varroaschäden (verkrüppelte Flügel, verkürzte Hinterleiber)?

    Falls das Volk doch überlebt, steht die Entscheidung bezüglich Aufsetzen oder Vereinigen ja im Frühjahr an.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Verkrüppelte Flügel sind mir diesen Herbst eigentlich gar nicht aufgefallen, das war in den Jahren davor anders.

    Verkürzte Hinterleibe gab es schon (aber schrumpfen tote Bienen nicht auch beim Trocknen zusammen?), die meisten sahen jedoch ganz normal aus, würde ich sagen. Das wundert mich immer am meisten: die toten Bienen auf dem Gitter, die eigentlich ganz gesund aussehen: groß, mit schimmerndem Pelz, also nicht alt, und trotzdem sind sie einfach von den Waben gefallen.


    Jedenfalls beginne ich mit sowas wie Pfefferle-Böden zu liebäugeln. Böden, wo man das Gitter durch eine Klappe an der Rückseite rausziehen kann. Zum kontrollieren, saubermachen, ohne die Bienen groß zu stören.

  • Pfefferleböden....ja, die habe ich vereinzelt auch

    Und ärgere mich schwarz über jeden einzelnen!
    Das Holz verzieht sich und spätestens im zweiten Jahr bekommt man die Gitterböden und Schubladen gar nicht mehr richtig raus.

    Mein Mann hat alle abschleifen müssen und bei den Schubladen zudem die dünne Holzplatte durch Plastik ersetzt, damit sie "gängig" sind

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.


  • Verkürzte Hinterleibe gab es schon (aber schrumpfen tote Bienen nicht auch beim Trocknen zusammen?), die meisten sahen jedoch ganz normal aus, würde ich sagen.

    Deswegen mit anderen toten Bienen vergleichen, nicht mit lebenden, d.h. "Soldatenfriedhof" legen, wie bei Guido Eich beschrieben.

    War noch Brut vorhanden?


    Böden, wo man das Gitter durch eine Klappe an der Rückseite rausziehen kann. Zum kontrollieren, saubermachen, ohne die Bienen groß zu stören.

    Eine regelmäßige Reinigung tut aber im Winter nicht not. Es genügt, wenn die Fluglöcher frei gehalten werden.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Können auch ganz normal kurzlebige Sommerbienen sein.


    Bevor Pfefferleboden, da hebe ich lieber vorsichtig die Zarge ab und tausche den Boden. Das geht auch bei Kälte störungslos. Aber besser ist Fluglochkeil raus, und mit einem Hölzchen einmal über den Boden, die Toten Bienen rausschieben.


    Gruss

    Ulrich

  • Wichtig ist, dass sie jetzt bei den kalten Temperaturen in der Traube sitzen. Ein Bekannter rief mich an und berichtete gegenteiliges. Bei der OS-Behandlung seines Kumpels saßen die Bienen in der Traube, an seinem Stand ( selber Tag) waren die Bienen aggressiv und schossen aus der Beute.

    knappes Futter oder durch andere Störungen gereizt z.B. durch Specht

    ich habe auch wieder an einer Segeberger und einem Kieler Löcher gefunden und mit Eierkarton verstopft. Die so geschlossenen Löcher an 2 Zargen vom letzten Winter wurden nicht wieder geöffnet.

  • ...Pfefferle-Böden zu liebäugeln. Böden, wo man das Gitter durch eine Klappe an der Rückseite rausziehen kann. Zum kontrollieren, saubermachen, ohne die Bienen groß zu stören.

    Solch moderne Böden gibt es bereits seit Jahren v.a. bei Händlern, die selber mit dem von ihnen vertriebenen Material imkern. Die stellen solche Ärgernisse, wie Anni sie beschreibt, umgehend ab bei ihren Lieferanten. Da verschleißt auch nix vorzeitig. Da die Schubladen bewußt unter der Gitterebene angebracht sind, findet sich auf der Schublade nur Gemüll und Varroen, nicht aber tote Bienen. Letztere liegen zunächst auf dem Gitter und werden im Normalfall über das Flugloch von den Bienen selbst entfernt, wenn der Imker nicht schnell genug nachzählt.

  • Hallo

    ich habe heute beobachten können wie Bienen bei 2°C aus der Beute kamen, die meisten kamen nicht wieder. Aber bei einer Biene sah ich wie sie abkotete, sie landete dann an der Beutenfront und setzte dort nochmal 2 kleine Kotflecken ab.

    Ich kann mir gut vorstellen das bei dem vielen Totenfall auch viele Bienen mit einer vollen Kotblase sind(noch Brut vorhanden), bzw das sind Altbienen. Kann man auch gut testen ob die Kotblase voll ist.

    Auch ich habe 2 Kandidaten die stark geschrumpft sind, aber ich vermute dort noch Brut. Also Abwarten und Tee trinken.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Bei meinen Böden ist das Gitter aus Edelstahldraht gewebt (Maschenweite 2,3mm). Mglw. wurde der Name des Händlers von dieser technologischen Methode abgeleitet.

    Die Schublade/Windel befindet sich ca. 4,5 cm unter der Gewebe-Ebene und läuft in 2 Längsnuten des Holzbodens ohne die von Anni beklagten Störungen. Dadurch ergeben sich 3 Optionen: a) Windel mit Holzgriffleisten nach oben einschieben -> Boden bis auf das Flugloch geschlossen (Wärmebretteffekt); b) Windel mit Holzleisten nach unten einschieben -> Boden mit 2 cm Luftspalt geöffnet, aber (infolge des Gitters) bienendicht; c) Windel ganz oder teilweise herausziehen -> ganz/teilweise offener Boden, bienendicht.

    Nachteil: Den Bienentotenfall kann man nur mittelbar auf der Schublade ablesen (nur Leichenteile fallen durch das Gitter). Das nehme ich aber in Kauf, da die Vorteile für mich bei weitem überwiegen. Man kann den Nachteil sogar als Vorteil betrachten: Bienenleichen stören bei der Analyse des sonstigen Gemülls schon allein durch ihre Größe -> besser ist es daher, sie vom übrigen Gemüll zu trennen.

    Probleme in den Völkern versuche ich, möglichst frühzeitig zu erkennen, bevor erhöhter Totenfall auf den Böden zurückbleibt. Bienentotenfall mußte ich bisher erst 1 x inspizieren (im ersten Imkerwinter). Der o.g. Nachteil wirkt sich also nur sehr selten aus, zumal die Handlungsoptionen dann meist auch äußerst eingeschränkt sind bzw. gar nicht bestehen - außer einer Totenschau, die man ja problemlos auch nach dem Auswechseln des Bodens vornehmen kann.

  • Wichtig ist, dass sie jetzt bei den kalten Temperaturen in der Traube sitzen. Ein Bekannter rief mich an und berichtete gegenteiliges. Bei der OS-Behandlung seines Kumpels saßen die Bienen in der Traube, an seinem Stand ( selber Tag) waren die Bienen aggressiv und schossen aus der Beute.

    Hallo Anni,


    in meinem ersten Winter - meine Güte war der aufregend - fing mitten im Januar ein Volk an zu "spinnen". Bei -5 Grad Aussentemperatur wuselten sie in der Beute herum wie verrückt, man hörte sie schon aus 3 Meter Entfernung surren, schaben, summen. Tagelang immer wieder!

    Ausgewintert haben sie hervorragend, keine Ahnung was sie hatten...

    Mausspuren etc. fanden sich nicht, aber der Jungimker hat sich total aufgeregt! ;)


    Regelmässig verlassen die Bienen die Traube im Winter auch um Futter um zu tragen. Sie heizen den Stock auf, holen sich Futter von den Randwaben und geben dann wieder Ruhe. Wenn man genau da träufeln will, hat man ein Problem.


    Nicht immer ist es also "schlimm", wenn sie gerade mal nicht in der Traube sind. ;)


    Servus,


    Alex