OX - Verdampfen in Deutschland ist erlaubt? oder doch nicht

  • d2dum ich versuche mich an Regeln zuhalten und gehe nicht damit hausieren, wie klasse es ist, die Regeln zu brechen.

    Wenn ich ein Knöllchen bekomme, ist das eine Strafe für ein Fehlverhalten meinerseits. Und dann habe ich auch ein schlechtes Gewissen, weil meine Fähigkeiten anscheinend nicht ausreichten, das Knöllchen zu verhindern.


    Hier wird nicht kontrolliert, wie jemand behandelt. Aber das heisst nicht, dass es erlaubt wäre mit nicht zugelassenen Mitteln zu behandeln.

    Normalerweise würde jeder, der die Regeln bricht, darüber schweigen, aus Angst vor Strafe. Ich denke da an, Diebstahl von Völkern.

    Aber bei der Behandlung gibt es keine Strafe, daher wird hier gross erzählt, was man so tut.

    Aber wird es davon erlaubter? Nein

    Wenn du dich um eine Zulassung bemühen würdest und alle Imker mitmachen würden, die genauso behandeln, dann wäre die Zulassung keine Hürde mehr. Zusätzlich hättest du den Dank aller Imker, die deine Methode bevorzugen. Du wärst ein Wohltäter.


    Du wärst aber nicht der erste, der es versucht.... Dr Liebig hat bereits 2004 angekündigt, dass er sich für eine Zulassung stark macht.


    Ich verstehe einfach nicht, warum hier immer wieder gesagt wird, wie toll die Behandlung ist, aber anscheinend keiner soweit überzeugt davon ist, dass er sich für eine Zulassung stark macht.

  • Weil das eine nichts mit dem anderen zu tun hat. Ich verstehe deine Einwände bezüglich Demontage der "öffentlichen Ordnung" doch hätte ich mich und viele Andere vor 30 Jahren zum Beispiel nicht mit einer gehörigen Portion Mut und Zivilcourage zur Abstimmung mit den Füßen bekannt, wäre ein geteiltes Deutschland immer noch gesetzt.

    Ansonsten siehe rase.

    Neben gesetzlichen Regulierungen gibt es auch Quasistandards, die durch die alltägliche Nutzung entstehen und irgendwann übernommen werden. Im Zuge der Europäisierung sehe ich es persönlich nicht als notwendig an, für jede Banalität eine bundesdeutsche Extrawurst zu schnüren.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Der Thread dreht sich seit fast zwei Jahren im Kreis. An den Fakten hat sich seitdem (fast?) nichts geändert.


    Pro Oxalsäuresublimation:

    - Wirkstoff in anderer Form zugelassen (Sprühen, Träufeln) und natürlicher Bestandteil im Volk

    - Anwendersicherheit mit entsprechenden Vorkehrungen (Maske) gegeben und durch wissenschaftliche Arbeiten bestätigt

    - Anwendung in anderen europäischen Ländern zugelassen

    - wissenschaftliche Bestätigung für bienenverträgliche (bienenverträglichste?) Anwendungsform


    Contra Oxalsäuresublimation:

    - keine zugelassene Anwendung und damit offiziell nicht erlaubt

    - viele verschiedene Geräte mit einer großen Bandbreite hinsichtlich Preis und Leistung


    Mit dieser Faktenlage muss jeder Imker abwägen, ob er diese Form der Varroabehandlung anwendet oder nicht.


    Grüße vom Apidät

  • Ich bin zwar echt der Meinung, dass es genügt zugelassene Mittel zur Varroabekämpfung gibt.

    Schön, nur wie gut wirken diese?


    Von den Nichtpestiziden wirken nennenswert m.E. nur die Ameisensäure - die einen Bienenfriedhof erzeugt bzw. hinterläßt - oder die Oxalsäure in sublimierter Form. Im Spätherberbst (!) die Beuten zu öffnen, um hineinzukleckern oder gar die Waben zu ziehen und zu besprühen, ist eine Zumutung für Tier und Mensch.


    Nicht nur Gerhard Liebig äußerte sich öffentlich zu diese Anwendungsmethode, sondern sogar das Deutsche Bienenjournal thematisierte sie. So etwas wie ein Ritterschlag, ein Segen.


    Vielleicht sollte man sich davon lösen, daß der Staat immer nur gutes will und sich von ihm bevormunden und gängeln zu lassen immer nur zum persönlichen Vorteile gereicht. Die Komplexität dieser Welt ist inzwischen sogar für so einen straff durchorganisierten und verjustifizierten wie den deutschen manchmal etwas zu hoch.


    Andere halten sich auch nur noch dann und nur noch an die Gesetze, die sie für richtig empfinden, und keine Sanktionen folgen, erhalten statt dessen sogar dafür höchstpolitische Zustimmung (!).

  • Ganz ehrlich, warum setzt ihr euch nicht für die Zulassung ein?


    Wenn ihr so überzeugt seid, dass es nur mit Ox sublimierung geht, dann kämpft dafür und sorgt dafür, dass es zugelassen wird. Die Mauer ist gefallen, weil viele überzeugt waren.


    In anderen Ländern wird mit Antibiotika in Völkern hantiert. Hier ist das nicht zugelassen, aber wie viele Imker setzen sich hier auch über diese Regel hinweg? Und verschweigen das?


    Sollte sich gute imkerliche Praxis nicht im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen bewegen?


    Ich bestreite nicht die Wirksamkeit der Oxalsäure Sublimation, doch geht es auch dabei um Kollegialität und Rücksicht.

    Stellt euch die Bildzeitung mit der Überschrift vor "deutsche Imker benutzen nicht zugelassene Behandlungsmethoden und verkaufen Honig an unwissende Kunden"

    Dabei spielt nicht die Wirksamkeit der Behandlung eine Rolle oder das sie nicht zur Tracht angewendet wurde, sondern nur die Tatsache, dass die Methode nicht zugelassen ist, eine Rolle. Der Honigverkauf würde leiden und alle Imker in einen Topf geworfen werden. Ja, ich übertreibe hoffentlich, aber hier laut zu verkünden, sich nicht an bestehende Regelungen zuhalten, ohne sich um die Zulassung zukümmern, schadet allen Imkern.


    Ihr müsst mich nicht überzeugen und ob und wie ihr behandelt, geht mich nichts an.

    Nur macht ihr es hier öffentlich.

    Und auch wenn ich mal falsch parke, dann animiere ich doch nicht andere dazu, es mir nach zumachen. Erst wenn ich es geschafft habe, dass der Platz meines Autos zum legitimen Parkplatz wird, sag ich anderen bescheid.... ok, dann werden sich andere auf den Platz stellen und ich habe wieder keinen Parkplatz. Na ihr wisst hoffentlich, was ich meine.

  • Von den Nichtpestiziden wirken nennenswert m.E. nur die Ameisensäure - die einen Bienenfriedhof erzeugt bzw. hinterläßt...

    Über welche Art der Anwendung der Ameisensäure redet Ihr? Bei Schwammtuch wäre ich bei Euch. Bei der Anwendung mit dem Nassenheider Verdunster (andere Verdunster habe ich nie ausprobiert) ist die Ameisensäure so schlecht nicht wie ihr Ruf in diesem Forum. Und redet Ihr von 60% oder von 85%?


    Ich benutze AS 60% im NV und habe keinen Bienenfriedhof, nicht mal vermehrt tote Bienen, ich habe keine ausgeräumte Brut und und die Königin hört nicht auf zu legen und auch kein Brausen oder sonstiges auffälliges Verhalten. Ich nehme einen Docht kleiner als empfohlen und in Zukunft möchte ich die Menge noch etwas reduzieren. Die Wirkung auf die Milben ist so wie sie sein soll, auch mit kleinerem Docht. Seit Jahren.

    Mit diesem Ergebnis gibt es für mich keinen Grund, etwas nicht zugelassenes zu benutzen. Wenn ich das hier rechtfertigen würde, müsste ich auch akzeptieren, dass jeder, auch in anderen Bereichen macht, was er will... das möchte ich nicht in größerem Maß, als wir es sowieso schon haben. Und ob nicht zugelassen verboten bedeutet und ob sich das auf die OS oder die Applikation bezieht, ist dabei vollkommen irrelevant.


    Ich traue der ganzen Sache (gilt auch für Sprühen) trotz Studie nicht, was meine Gesundheit betrifft. Wäre nicht das erste mal, dass etwas auf dem Markt ist, für heilig erklärt wird und Jahrzehnte später stellt sich etwas anderes raus...


    Beste Grüße,

    Thanaidh

  • Mich einer Träufelung auszusetzen, halte ich für unkritischer und kontrollierbarer als in der Nähe von Dampf/Nebel und den damit benetzten Gegenständen zu sein. Würde allerdings der Bienen wegen auch davon gerne wegkommen, da ich hier ein Brausen und Unwohlsein bei den Bienen vernehme. Habe deswegen schon probiert, bei sehr geringem natürlichen Milbenfall, die Winterbehandlung in Einzelfällen wegzulassen. Erstaunlicherweise hatte ich genau dort einen extrem geringem Milbenfall im folgenden Sommer. Statistisch ist das bei meinen drei Völkern und derzeit zwei Ablegern leider nicht verwertbar. Werde aber vorsichtig weiterprobieren und auch aus diesen Völkern nachziehen. Möchte tatsächlich ganz weg von der OS.

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  • mhh, ist das mit dem Straßenverkehr und den Autos nicht so, dass ich mit dem nicht zugelassenen Fahrzeug zur Zulassungsstelle fahren darf und wenn ich es später einmal abmelde auch wieder zurück ins Heim und immer schön auf dem direkten Weg...

    Das so sicher nicht! Das liegt in der Natur der Sache.

    Du darfst mit dem zugelassenen Fahrzeug ohne gültigen TÜV auf direktem Weg zur TÜV Prüfung fahren. Da es ja schlecht möglich ist den TÜV bei Dir Zuhause abzunehmen.

    Für die Zulassung muss nicht das Fahrzeug zur Zulassungsstelle, da reicht es mit den entsprechenden Papieren dort aufzutauchen. Wenn bei der Fahrt zum TÜV ein Unfall passiert, dann bist Du auf jeden Fall versichert, TÜV hin oder her.

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Das Thema mit der Zulassung des Autos hinkt doch ganz gewaltig.


    Ich denke ein besseres Beispiel zu haben.

    Der Kraftfahrzeugführer ist verpflichtet, vor jedem Fahrtantritt die Verkehrssicherheit des Fahrzeuges zu überprüfen. Wenn wir nur die Lichtanlage nehmen, wer tut das. Ein Fahrzeug mit defekter Lichtanlage darf am Strassenverkehr nicht teilnehmen. Interessieren tut das doch so gut wie niemanden. Die Polizei toleriert es, weil so eine Birne ja auch während der Fahrt ausfallen kann.

    Oxalsäure in allen 3 Anwendungsformen ist für die Bienen ein gutes und verträgliches Varroabehandlungsmittel. Gefährden tut sich nur der Anwender. Mit Ameisensäure übrigens auch. Mit der defekten Lichtanlage gefährde ich aber andere. Trotzdem juckt es fast keinen.