OX - Verdampfen in Deutschland ist erlaubt? oder doch nicht

  • Wer jetzt laut davon rede, gar eine förmliche Zulassung der "Verdampfung" fordere, gefährde letztlich diese deutsche Sonderzulassung, die die EU aus Prinzip (keine nationalen Sonderwege in Zulassungsverfahren für TAM lebensmittelproduzierender Tiere) gerne abschaffen würde. So jedenfalls argumentierte bisher der DIB und sein wissenschaftlicher Beirat Dr. Ohe vom LAVES Celle.

    Sehr interessant ist daher das Erscheinungsdatum der Standardzulassung von AS 60%: 13.12.13. Das allein ist ein starkes Gegenargument gegen die Warnung des DIB bzw. seines wissenschaftlichen Beirates Dr. v.d. Ohe, man dürfe keinesfalls an die Standardzulassungen rühren, da die EU nur darauf warte, diesen deutschen "Sonderweg" kaputt zu machen. Bei AS rührte man 6 Jahre danach an der Standardzulassung ganz ohne solche Bedenken, ja sogar ohne die befürchteten EU-Folgen. Was oder Wer spräche also dagegen, es bei OX nun 12 Jahre danach ebenfalls zu tun?

    Die Dänen sicherlich nicht...

  • Das Risiko besteht, dass man beim Fragen nach einer eindeutigen Regelung eine Antwort bekommt, die man nicht haben will. Es ist also sicher wichtig, genau zu überlegen, wer mit welcher Formulierung den Antrag stellt.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • ..., man dürfe keinesfalls an die Standardzulassungen rühren, da die EU nur darauf warte, diesen deutschen "Sonderweg" kaputt zu machen.

    ... die EU will wirklich die "Standardzulassung", welche es nur in Deutschland gibt, verbieten. Das ist ein Faktum!


    Ansonsten: Die Diskussion über die Rechtmäßigkeit der Ox-Verdampfung erstaunt mich inzwischen. Ox-Verdampfung ist in einigen europäischen Staaten zugelassen. Es gibt genügend Informationen über die Wirksamkeit und über die Gefahren dieses Verfahrens.

    Man sollte als Imker das tun, was man als gut und richtig einschätzt und dazu gehört, die Unterlagen für den Amtmann akribisch führen und gleichzeitig die Bienen optimal gegen Varroa behandeln. Und wenn es Diskrepanzen zwischen den Unterlagen und der Behandlung geben sollte, dann sollte man schweigen ...... und das Liedlein "Die Gedanken sind frei" summen oder singen.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • ... die EU will wirklich die "Standardzulassung", welche es nur in Deutschland gibt, verbieten. Das ist ein Faktum!

    Hast Du dazu nähere Informationen (gern auch per pN)? Ich habe eher den Eindruck, daß das u.a. vom DIB so als Banner vorangetragen, aber gar nicht mehr hinterfragt wird. Auf die Frage, wie es die EU dann mit Dänemark hält, hat mir bisher auch keiner antworten können. Dort gehen die Imker mit Wissen und Duldung der Veterinärbehörden wirklich in den Metallhandel und erwerben dort ihre OX zum Sublimieren. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß so etwas von der EU für D oder gar in D selbst gewollt ist. Aber darauf wird es hinauslaufen, denn der bereits jetzt sublimierende Anteil der deutschen Imkerschaft wird sich schwerlich davon abbringen lassen. Sollen die im Rahmen einer Amnestie ihre "Waffen" entschädigungslos abgeben? Will man in D den Handel mit solchen Gerätschaften verbieten? Und dieser Anteil der Imkerschaft ist keineswegs vernachlässigbar klein, davon bin ich überzeugt und das wissen die Beteiligten auch ganz genau. Mayen fragt ja in jedem Jahr PLZ-genau u.a. detailliert nach den Behandlungsmethoden unter ausdrücklicher Benennung auch der Sublimation.

    I.ü. haben sich andere EU-Länder viel gravierendere Sonderrechte herausgenommen bzw. sogar vertraglich einräumen lassen, als wir hier diskutieren - will sagen: Wenn D wirklich hinter den Standardzulassungen steht und stehen bleibt, dann werden die auch von der EU nicht zu kippen sein. Nach meiner Überzeugung liegt das Problem nicht bei der EU, sondern in D selbst.

  • Das Verdampfen von OS ohne "ad us vet" ist defintiv kein zugelassenes Arzneimittel, soviel steht fest.

    Und das wird einem auch jeder Amtsvet so sagen. Klar koennte man einfach den Amtsvet direkt fragen, was rechtlich passiert, wenn man Stoffe ohne Arzneimittelzulassung zur Varroabehandlung einsetzt. Aber das wuerde wohl kein Imker gerne machen, auch wenn er selbst nicht bedampft.

    Und selbst wenn dieser Amtsvet das Bedampfen rechtlich nicht ahnden wuerde oder koennte, ist fraglich, ob er einem das geraderaus sagen wuerde.

  • Das Verdampfen von OS ohne "ad us vet" ist defintiv kein zugelassenes Arzneimittel, soviel steht fest.

    Das sehen die Dänen genau so, wobei sie sogar das Adjektiv "zugelassenes" weglassen. Die unterscheiden noch nicht einmal zwischen technisch und ad us. vet. oder diskutieren gar die unterschiedlichen Reinheitsgrade bspw. von Api-BoOxal (86,4%), technischer OX 99,6% oder OX ad us.vet. 99,8%.

  • Guten Tag!

    Mein Beitrag zum Thema Reinheit von Oxalsäure und den Reinheitexperten ins Poesiealbum geschrieben:

    Meine Bienen habe ich mit Oxalsäureverdampfung im Block so behandelt, wie ich es von Anfang der Bienenhaltung an getan habe.

    Ich habe geringen Totenfall auf dem Flugbrett festgestellt.

    Mitte Dez. 2017 offenbarte sich das Ausmaß des Totenfalls durch eine Neuschneedecke: Auf dem gesamten Bienenhof lagen die Hunderte von Bienen und waren ockerfarbene Flecken dünnflüssigen Kotes im Schnee sichtbar.

    Eine gesammelte Probe toter Bienen nach Celle eingeschickt ergab: Keine Varroa, keine Ruhr und keine Nosema.

    In meinen Magazinen befinden sich z.Z. vereinzelt noch kleine oder kleinste Völkchen.

    Ich habe allen Grund zu anzunehmen, daß der Totalverlust meiner Bienenvölker in Zusammenhang mit der Benutzung von techn. Oxalsäure - hier aus China - in Zusammenhang steht. Ich hatte diese über eBay und als Rest, verpackt in einem Sack bezogen.

    Ich hatte ein MiniPlus-Völkchen nur einmal zum Schluß mit-"geräuchert", was aber dann auch heftigen Totenfall hatte.

    Auf allen Böden lagen Unmengen von toten Bienen, wie ich es für Vergiftungen als symptomatisch gelernt habe.

    Weil mir noch sehr wohl in Erinnerung ist, wie welcher Häme, Bösartigkeit und Gehässigkeit seinerzeit Bernhard Heuvel u.a. begegnet worden ist, stehe ich für eine Diskussion oder weitere Anfragen nicht zur Verfügung.

    Das Thema ist für mich durch, ich habe nur die Pflicht als "Chronist" erfüllt.

    Mit imkerlichem Gruß... Klaus

    "Die Welt wird gesteuert von den Interessen des Kapitals." Heiner Geißler (CDU-Politiker) t2017.

  • Lieber Empetrum, Hut ab vor so viel Mut und Pflicht-bewußtsein - und ganz großen Dank!


    Es ist gerade deswegen sehr schade, daß Du für eine Diskussion oder Anfrage nicht zur Verfügung stehen möchtest. Es wäre doch im Interesse der Bienen, die wirklichen Ursachen näher zu ergründen. So haben wir nur die These, daß es an OX gelegen haben könnte.

    Weder kennen wir die Einzel- bzw. Gesamtdosen/Volk (resp. wieviel Bedampfungsschritte), noch können wir uns darüber unterhalten, ob es ggf. Hinweise auf Verunreinigungen der OX-Charge gab (z.B. nichtsublimierte Rückstände im Verdampfer) oder ob/wie man ggf. die Restmenge der Charge noch analysieren könnte (z.B. in einer Versuchsanordnung (Glaskolben?) bis zur Sublimation erhitzen, sublimierte OX abziehen lassen und nichtsublimierte Reste bzw. zuvor entwichene Gase betrachten (mindestens quantitativ), gar anlysieren (lassen).

    Wir kennen auch nicht die weiteren Umstände. OX ist eine starke Säure - löst sie sich in (Kondens-)Wasser im Beuteninneren, kann es u. U. sauren Regen geben. Die Beobachtung von Durchfallerscheinungen wäre Anlaß, dem Verdacht nachzugehen, ob und wie OX in das Verdauungssystem der Bienen gelangt sein könnte (Aufnahme OX-sauren Kondenswassers oder kontaminierten Futters bspw.). Hat man in Celle den Verdauungstrakt optisch auf Schäden untersucht, Verätzungen festgestellt?

    All diese Fragen und Ansätze können wir nun leider ohne Deine Hilfe nicht weiterverfolgen.


    Deine Grußformel läßt hoffen, daß Du nicht aufgeben wirst - in diesem Sinne:


    Mit ehrliche gemeintem imkerlichem Beileid - Gottfried