OX - Verdampfen in Deutschland ist erlaubt? oder doch nicht

  • Ich hab mir die Verordnung jetzt einmal durchgelesen, da steht es Schwarz auf Weiss das Oxalsäure in der EU mit allen Mitgliedstaaten Zugelassen ist, ohne das weitere Auflagen. Dazu kamm dann noch das sie ohne weitere Auflagen zugelassen ist.
    Die einzige Frage die ich jetzt nicht klären konnte und auch nicht in den weiteren genannten Veordnungen gefunden habe, ist die Qualität der Oxalsäure die verwendet werden muss.

    Nein, da steht nichts über eine Zulassung, lediglich etwas über Höchstmengen, die eingehalten werden müssen. Falls eine Zulassung von Oxalsäure vorliegt, müssen also zusätzlich die hier gelisteten Rückstandsmengen eingehalten werden.


    Gruß

    Ludger

  • Ich finde es ausgesprochen mutig und lobenswert, das sich der Herr Kai-Michael Engfert so für das Überleben von Bienenvölkern beim Imker einsetzt, und das nicht mit schüchternen Beiträgen fast anonym hier im Imkerforum, sondern unter vollem Namen mit vollem Herzen, egal welche Konsequenzen es haben könnte auf Youtube.

    Warum macht der das?


    Ganz klar, er will Bienen retten, wollte er schon immer, erst nur die dunkle (weils ja die einheimische ist) jetzt alle!

    Nicht nur seine!

    Er liebt die Bienen und hat nach eigenen herben Verlusten jetzt eingesehen, das wir zur Zeit nur eine vernünftige Bienenschonende Möglichkeit haben Völker durch den Winter zu bekommen, und wir sollten dankbar dafür sein, das es diese überhaupt gibt! Und das es Menschen gibt, die dies nicht still und heimlich tuen, weil ja die Zulassung fehlt, aber so richtig verboten ist`s ja auch nicht, aber wer viel Fragt kriegt viel Antworten... nein, er will was bewirken und Bienen retten!


    Danke dafür !!!

  • ich bin voll bei dir, was seine Motivation angeht, seinen Mut unter vollem Namen Videos online zu stellen (sich damit gezwungenermaßen Kritik aussetzt) und auch was die Effektivität der Verdampfung angeht - ABER seine Begründung hinckt warum es legal sei. Er stellt es so dar als gäbe es überhaupt kein rechtliches Problem, jahrelang hätten sich quasi Imker selbst gegeißelt und sind einem Trugschluß gefolgt, dass es illegal oder zumindest rechtlich bedenklich sei.


    Er verbreitet eine Halbwahrheit. Wenn das seine Auslegung der Gesetzestexte ist, ist das völlig OK aber man kann es eben ganz schnell auch anders auslegen. Das hätte er klarstellen müssen! Schon im 1. Semester Rechtswissenschaften lernt man andere Meinungen(Theorien) zu Gesetzestexten zumindest zu erwähnen, wenn dies problematisch sein könnte.

    Ich habe bislang keine Rechtsprechung zum Verdampfen von OS gefunden, das würde zumindest Klarheit schaffen

  • Es stört mich gewaltig, dass hier gefühlt aller drei Tage ein neuer User einen Faden zum Bedampfen mit Oxalsäure eröffnet und die Bestätigung sucht, dass dies legal ist.


    Es gibt hier viele Imker, die sagen, ok, ich verwende die Oxalsäure im Verdampfer, sicher auch im Wissen in welcher rechtlichen Zone sie sich befinden. Dies ist ihr eigenens Problem und wahrscheinlich wird diese Anwendung auch nie geahndet, weil ohne Kläger kein Richter. Sie wissen damit umzugehen und berichten von ihren Erfahrungen.


    Alle anderen Imker, die nicht so verfahren möchten, halten sich an die Beipackzettel der Dinge die sie kaufen und die bei den Produkten in der Regel dabei liegen oder die der Apotheker zum Selbstschutz aushändige sollte.


    Sich hier den Pseudo-Schutz für sein Vorgehen und Handeln zu suchen, zeugt für die Unfähigkeit deutsche Sprache in Wort und Schrift (Beipackzettel) zu lesen oder zu verstehen oder umzusetzen.


    Das ist genau so, als wenn hier jemand jede Woche fragt, ob man nicht doch bei Rot über die Ampel gehen kann, weil es andere auch tun.


    Danke das hier bis nach hier gelesen habt, musste es einfach mal los werden.

  • sollte in Deutschland endlich das tun dürfen,

    was woanders schon selbstverständlich ist und für das Bienenwohl

    erforderlich ist.

    Das sieht die Wissenschaft schon lange so. Neu ist jetzt aber, daß nicht nur "alle drei Tage ein neuer User" sich dafür engagiert. Jetzt geben auch Wissenschaftler nicht nur privat, sondern offenbar mit dem Hintergrund ihres arbeitgebenden Institutes Laut - bspw. Dr. Büchler vom BI Kirchhain in DBJ 12/2017 S. 52/53.

  • Moin,

    ich wage meine unbeantwortete Frage zu wiederholen und hoffe, dass dies nicht als Doppelposting gewertet wird:


    "Kennt einer von Euch irgend einen Fall, in dem ein Imker wegen jegwelcher Varroabehandlung bestraft wurde?"


    Damit meine ich natürlich eine behördliche Bestrafung. Der Verlust eines Volkes bei unzureichender Varroabehandlung ist eine Strafe, die ich hier nicht meine.

    Gruß,

    Hermann

  • Nein, ich kenne keinen einzigen Fall. Das mag aber auch mit der niedrigen Kontrolldichte und nicht zuletzt dem Verhandlungsgeschick von Imkern im denkbaren Konfliktfall zusammenhängen. Und: Nicht in jedem Vet.amt sitzen tollwütige Bürokraten, die nur darauf aus sind zu beißen. Manche hinterm Schreibtisch haben Angst vor eigenen Fehlern, Skandalen oder dienstlichen Konsequenzen. Deshalb sollte man gut abwägen, wieviel Vertraulichkeit man als Imker dem Gegenüber zumuten kann. Ich habe festgestellt, daß es meist so aus dem Wald herausschallt, wie man zuvor hineingerufen hat. Wir haben hier über die Jahre eine gute, ja inzwischen vertrauensvolle Beziehung zum VetAmt aufbauen können. Einen solchen Beziehungsaufbau beginnt man am besten vor einem Konfliktfall, nicht erst, wenn sich Fronten gebildet haben. Ein IV bricht sich bspw. nicht nur nichts ab, sondern gewinnt zumindest gegenseitiges Verständnis und Wissen, wenn er 1 x im Jahr den Amts.vet. zum Vortrag + Gespräch einlädt z.B. über die Ergebnisse der amtlichen Kontrollen des Berichtsjahres und des Monitorings und der daraus abgeleiteten Schlußfolgerungen für die weitere Arbeit sowohl von amtlicher, wie auch imkerlicher Seite.

  • das Erzwingen von gerichtlichen Entscheidungen haben uns Urteile zur Bienenhaltung in Wohnlagen nach Mietrecht beschert- ob es der Starrsinn der Bienenhalter, schlechte Anwälte oder einfältige Richter waren-egal- die Urteile liegen auf dem Tisch und werden zukünftig das Bienenhalten in Wohnlagen erschweren.

    Der Lebensmittelindustrie und Pharmalobby wäre es am liebsten, wenn alles nur noch zerifiziert und mit Zulassung betrieben wird-nicht industriell erzeugte Produkte wie Honig, Propolis, Naturheilverfahren ect stören die Geschäfte genauso wie kleine Produzenten.

  • Dr. Liebig hat letztens erst erzählt, dass er die Zulassung jetzt anstrengen will.
    Er meinte, dass das Zulassungsverfahren sehr langwierig ist, vieler Tests bedarf usw, aber die Sache jetzt in Angriff nimmt.
    Man darf also gespannt sein!

    "Das will nicht sagen, daß die Imker eine Versammlung von irgendwie seelisch "angeknackten" Menschen wären. Aber wer das ist oder wer das verhüten will, dem kann ich mit gutem Gewissen raten: Schaff Dir Bienen an!"

    Edmund Herold in "Neue Imkerschule", 1965

  • Naja, immerhin war er ja auch maßgeblich beteiligt an dem jetzt zugelassenem Sprühverfahren.

    Er experimentiert schon seit Jahren mit der Verdampfung ist ist ein großer Anhänger davon, so hat er es zumindest beschrieben.

    "Das will nicht sagen, daß die Imker eine Versammlung von irgendwie seelisch "angeknackten" Menschen wären. Aber wer das ist oder wer das verhüten will, dem kann ich mit gutem Gewissen raten: Schaff Dir Bienen an!"

    Edmund Herold in "Neue Imkerschule", 1965

  • die "Kosten für eine Arzneimittelzulassung" stellt doch u.a. ein Problem dar. Die Dosis an OS pro Volk liegen im Cent Bereich. Mit AS und Co (mit allen drum und dran) kann doch wesentlich mehr im Verkauf verdient werden. Da wird sich schwer jemand finden diese Kosten zu übernehmen und über Jahre hinweg durch Refinanzierung gewinnorientiert arbeiten können.



    gr. Stefan