OX - Verdampfen in Deutschland ist erlaubt? oder doch nicht

  • Ist eben nicht 100% das gleiche Produkt. Nachdem man als Hersteller eine Zulassung für ein Arzneimittel besitzt, braucht dann auch noch eine Herstellungszulassung, sonst wärs ja gar nicht lustig... :rolleyes:

    Bezog sich auf diesen Absatz.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Klar ist das das gleiche Produkt. Das kommt aus exakt dem selben Hahn. Du glaubst doch nicht, da steht eine Anlage extra für us. vet?


    😂

    Es ist für die Kostenrechnung kaum erheblich, ob Oxalsäure eingekauft und dann nach medizinischen Vorgaben aufbereitet wird, oder direkt nach entsprechenden Vorgaben hergestellt wird...

  • 'medizinisch aufbereitet' - was soll das sein? Da wirft jemand Feenstaub über die Säcke?


    OS rein ist rein. Rein genug. Soviel reiner wird der 25kg Sack zu 7500€ vs. 35€ nu auch nicht. Nur die Begleitpapiere.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • 'medizinisch aufbereitet' - was soll das sein? Da wirft jemand Feenstaub über die Säcke?

    Mal einfach aus dem Wiki-Auszug:


    Zitat

    Die Produktion muss unter kontrollierten, keimarmen Bedingungen erfolgen. Arzneimittel zur Injektion müssen steril hergestellt werden. Besonders aufwändig ist die Herstellung biologischer Arzneimittel, bei denen geringe Abweichungen im Verfahren zu großen Unterschieden in der Wirkstärke führen können. Die gesamte Herstellung wird von einer laufenden Qualitätssicherung überwacht. Dabei ist die Beschaffenheit des Arzneimittels, insbesondere Identität, Gehalt und Reinheit, zu kontrollieren. Alle Herstellungsschritte müssen ausführlich dokumentiert werden.

  • Der Wiki-Auszug hilft hier nicht weiter. Imkerliche OX-Anwendungen stellen weder eine Injektion dar, noch unterfallen sie der Katagorie: biologische Arzneimittel.

    In einem OX-Reaktor dürften sich keine Keime aufhalten können angesichts der extrem lebensfeindlichen Bedingungen darin. Was dann herauskommt, ist keimfrei. Die Qualitätsstufen "technisch" und "ad us. vet." unterscheiden sich nur nach der Häufigkeit der produktionsbegleitenden Beprobung/Dokumentation v.a. des Endproduktes - so jedenfalls die tel. Auskunft eines namhaften deutschen Herstellers.

    Oder mit Rase´s Worten: Nicht Feenstaub, sondern die Begleitpapiere unterscheiden die jeweils abgepackten Gebinde des Endproduktes ein und derselben Produktionsanlage.

  • Der Wiki-Auszug hilft hier nicht weiter. Imkerliche OX-Anwendungen stellen weder eine Injektion dar, noch unterfallen sie der Katagorie: biologische Arzneimittel.

    Dann versuche ich doch, für dich, die Stellen, welche sich nicht auf Injektionen oder biologische Arzneimittel beziehen, hervorzuheben:

    Zitat

    Die Produktion muss unter kontrollierten, keimarmen Bedingungen erfolgen. Arzneimittel zur Injektion müssen steril hergestellt werden. Besonders aufwändig ist die Herstellung biologischer Arzneimittel, bei denen geringe Abweichungen im Verfahren zu großen Unterschieden in der Wirkstärke führen können. Die gesamte Herstellung wird von einer laufenden Qualitätssicherung überwacht. Dabei ist die Beschaffenheit des Arzneimittels, insbesondere Identität, Gehalt und Reinheit, zu kontrollieren. Alle Herstellungsschritte müssen ausführlich dokumentiert werden.





    Die Qualitätsstufen "technisch" und "ad us. vet." unterscheiden sich nur nach der Häufigkeit der produktionsbegleitenden Beprobung/Dokumentation v.a. des Endproduktes - so jedenfalls die tel. Auskunft eines namhaften deutschen Herstellers.

    Logisch läufts am Ende nur auf "Dokumente" und angepasste Produktionsprozesse hinaus... Ändern tut das an der Kostenfrage nichts. An meiner Aussage auch nicht... Sind eben nicht 100% die gleichen Produkte, das eine durchläuft so am Ende eine viel strenger QA und die Produktionsprozesse müssen auch noch staatlich kontrolliert worden sein.


    Das will am Ende der Staat so und nicht die Firma, die das Zeug herstellt.


    Aber wenn ich hier den Tonus richtig deute, leuchtet mir langsam völlig ein, weshalb es wohl nie eine Zulassung geben wird in DE...

  • Dieser Verlauf der Diskussion hier schreit nach einen finalisierenden Eingriff des Administrators!


    rase : Tust Du nur so verbohrt oder kann du wirklich nicht unterscheiden zwischen der rein stofflichen Beschaffenheit und der amtlichen Zulassung?

    Natürlich findet keine Transubstantiation durch die amtliche Zulassung statt (bei der Umwandlung von Wein und Brot lasse ich die Frage lieber offen). Aber der Preis wird eben nicht nur durch die chemische Zussammensetzung bestimmt.

    Das, könnte man meinen, ist eigentlich zu trivial, um länger darauf herumzureiten.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • ... unterscheiden zwischen der rein stofflichen Beschaffenheit und der amtlichen Zulassung?

    Da wünsche ich mir doch einmal mehr, dass Schleswig-Holstein sich Dänemark anschließt. ;)


    Da braucht diesen ganzen Zirkus anscheinend niemand, wenn es um Oxalsäure und Bienen geht.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Vivajohn: Worin unterscheidet sich der Tonus zwischen luzerner-schweizer und deutschen Imkern, den man behördlicherseits bei Zulassungsverfahren (die hier wie dort eines Antrages bedürfen) berücksichtigen müßte? Welche Gründe hat die schweizer Fa. Andermatt aus Deiner Sicht, für eines ihre OX-Produkte in verschiedenen anderen Ländern Zulassungen zu beantragen, nicht aber in D?

    Der Tonus sollte keinen Ländervergleich ziehen!

    Aber wenn ich hier in die Runde höre, scheinen einige der Meinung, dass Oxalsäure, als Tierarzneimittel verkauft, offenbar völlig überteuert ist.

    Soweit mir ist, hat Andermatt Biovet mit Varroxal das zentralisierte Zulassungsverfahren der EU genutzt und darf das so in 10 EU-Ländern nun verkaufen. In DE nicht...

    Der für mich offensichtlichste Aspekt für eine mögliche Markterschliessung ist ganz einfach ein Gegenüberstellen des erwarteten Kosten-/Nutzenverhältnisses. Und wenn der erwartete Absatz die Kosten nicht einspielen kann, dann lässt man es beispielsweise auch...

    Aussagen, die suggerieren, dass jede Form von rein technisch hergestellter Oxalsäure ebenso verabreichungswürdig ist, spielen dann den Ball auch eher in die Richtung, dass ein "erwarteter Absatz" eben weiter tief bleibt oder noch sinkt. So kommt es dann sowieso nie zu einem Zulassungsverfahren.

    In dem Hinblick ist meine Aussage zu verstehen.

  • OS-Verdampfen erlaubt oder nicht ist das Thema.


    Wenn auf diese Art abgeschweift wird, ist bekanntlich alles geschrieben. Sollte nichts mehr zum Thema kommen, kann zugemacht werden. Alles nicht zum Thema gehörende wird weggelöscht.


    Gruß

    Werner

  • Veterinäramtliche Überprüfung letzte Woche bei mir.

    Klare Ansage: Verdampfen ist nicht erlaubt und techn. Oxalsäure nicht als Tierarzneimittel zugelassen. Unterschied: die techn. hätte auch Schwermetalle drin, die ad. us. vet. nicht, das gilt auch für die AS! Die Kontrollen hier in Ba.-Wü. werden jetzt verstärkt. Und aus der Wachs- und Honigprobe lässt sich auch schließen, ob das, was ich denen erzählt habe, auch stimmt.

    Meine persönl. Meinung dazu: ihr braucht nicht mit den Fingern auf die "bösen" Landwirte zu zeigen, die bei der Pestizidanwendung sich nicht an Regeln halten, wenn ihr es selbst bei der Varroabehandlung nicht tut.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Unabhängig von der Wirksamkeit des verdampfens als Varroa-Bekämpfung und der möglichen Kontamination eines Lebensmittels, oder Anwendungssicherheit...


    Nach der Argumentation von Kai- Michael, welche primär auf der Annahme Oxalsäure ist kein Arzneimittel, daher muss es auch nicht zugelassen werden, basiert, ist auch das eintunken in Altöl eine zulässige Aktion.


    Ich finde sowas muss fundiert sein, oder es muss irgendwie darauf hingewiesen das man sich was zu gepuzzlet hat (ich hoffe bei einem teuren Rechtsthema wie eine Erbschaft wird in eigenem Interesse anders vorgegangen ).


    Oder er ruft auf, hier Licht ins grau zu bringen, und einen Profi mit der Klärungen zu beauftragen, evtl würde ich dafür sogar ein paar Euro spenden.


    Aus der BienSeuchV $15 geht die Pflicht zur Behandlung der Völker gegen Varroatose hervor, wäre spannt zu erfahren ob dieser mit einer nicht explizit anerkannten Methode nachgekommen werden kann.

  • Veterinäramtliche Überprüfung letzte Woche bei mir.

    Klare Ansage: Verdampfen ist nicht erlaubt und techn. Oxalsäure nicht als Tierarzneimittel zugelassen. Unterschied: die techn. hätte auch Schwermetalle drin, die ad. us. vet. nicht, das gilt auch für die AS!

    Die Ansage bezüglich Erlaubnis ist mir klar. Es wurde bisher halt ignoriert/toleriert oder zumindest nicht verfolgt, wenn es dazu keine irgendeinem Forumsmitglied bekannten Fälle von Sanktionen gibt, die hier irgendwo im Internet beschrieben wären.


    Ich bezweifle allerdings, dass die (reine) technische OS im Normalfall wirklich schlechter geeignet ist oder so viel dieser Rückstände enthält, dass es in der Praxis einen Unterschied machen würde. Sie ist aber im Gegensatz zum Arzneimittel eben nicht extra darauf kontrolliert. Allerdings müssen die möglichen Verunreinigungen bei der technischen Qualität im Datenblatt angegeben sein - auf dem Blatt zum Arzneimittel (soweit ich weiß) nicht.

    Ich vermute, dass man im Wachs durchaus nachweisen kann, ob du AS, OS oder andere Mittel verwendest, aber mit vertretbarem Aufwand jedoch nicht mehr, ob es reine technische oder ad us vet war. Dadurch dass die Bienen eben auch aus der Umwelt Stoffe eintragen können, wird man keinen Referenzwert für irgendwelche Atomsorten bestimmen können. So wird man bei minimalen Spuren "falscher" Atome nicht belegen können, dass sie vom Imker bei der "falschen" Behandlung eingebracht wurden. Ich stelle mir schon den Unterschied zwischen Träufeln oder Verdampfen schwer zu ermitteln vor, wenn man nur eine Wachsprobe aus einer Brutwabe bekommt und der Aufwand für den Test limitiert wird.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)