OX - Verdampfen in Deutschland ist erlaubt? oder doch nicht

  • Als ich Kritik an einem Imker.....geübt habe, dass er sich um den Erhalt seiner Vereine kümmern sollte, wurde nicht nur mir höflich gesprochen mangelndes Verhalten vorgeworfen. Dabei hatte die Kollegin noch nicht mal ein Jahr den Posten inne und ich kann nur bestätigen, dass wir alles versucht haben, den Verein zu retten.

    Ein schickes Beispiel für die "konstruktive Kritik" ohne eigenen Einsatz, die hier so hochgelobt wird.

    Bienen Ede fühlt sich berechtigt, Kritik an der Arbeit der Postenträger zu üben, ohne selber tätig zu werden. Das gleiche Recht spricht er aber seinen Nachfolgern ab. Das hat schon was.

  • Stimmt. Was ist für Dich die Konsequenz?

    Dass es bei beiden Mitteln sinnvoll ist, vorhandene Sicherheitsvorschriften einzuhalten und dass ich es immer noch mehr als seltsam finde, dass ein Mittel, das rundherum und in Europa zugelassen ist, in Deutschland fleißig ignoriert wird. Dass die Industrie kein Interesse an einer Zulassung hat, ist mir dabei schon bewusst und sogar irgendwo verständlich. Dass sich bei den einschlägigen Verbänden nichts Ernsthaftes tut finde ich sehr schade - die wollen doch eigentlich die Bienenhaltung fördern und eine Zulassung eines bienenfreundlichen Mittels sähe ich schon als sehr fördernd an.


    Werden einschlägige Sicherheitsvorschriften beachtet und ein vernünftiges Verfahren eingesetzt, ist mir persönlich die kristalline Oxalsäure nach wie vor lieber, da sie, wie die Erfahrungen der Nachbarländer zeigen und immer wieder zu lesen ist, die verträglicher für die Bienen ist, imho wesentlich leichter zu handeln ist und man u.U. sogar nicht einmal die Beute aufreißen muss, was ich im Winter als gravierenden Vorteil empfinde (abgesehen davon, dass die Bienen nicht feucht gemacht werden wie beim Träufeln, was ich im Winter als durchaus negativ einschätze).

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Ein schickes Beispiel für die "konstruktive Kritik" ohne eigenen Einsatz, die hier so hochgelobt wird.

    Dann hast du vermutlich noch nie einen Vereinsvorstand, irgendeine Regierung, irgendeinen Bundesligatrainer, irgendein Auto, irgendeine Technik, irgendeine Beziehung, irgendeine Vereinigung , [...] kritisiert? Dann Respekt. Oder du hast dich überall eingesetzt. Dann erst recht Respekt.


    Und ja, das war polemisch. So wie dein Beitrag. Das Kritik aus bestimmten Richtungen falsch oder unangebracht sein kann schließt sicher nicht aus, dass sie es immer ist wie hier suggeriert wird.

  • Ich hatte 2017 Besuch von 4 Veterinärinnen, 3 kamen von der Stabstelle Bienengesundheit beim RP Tübingen. Kontrolle Bestandsbuch. Für die OX-Behandlung hatte ich Acidum oxalicum puriss. cryst. also Ox in reinster Form aus der Apotheke. Zum träufeln rührte ich eine Mischung mit 3,5 % selbst an und, als braver Staatsbürger, machte ich so meinen Eintrag in das Bestandsbuch. Diese 4 Damen nahmen auch eine Honigprobe vom zuletzt geschleuderten Honig mit. Nach ca 2 Monaten kam Post: Wir haben im Rahmen der Kontrolle 51 Honigproben gezogen. Eine Probe, nicht ihre, war positiv. Und im übrigen haben sie eine Straftat begangen indem sie die Oxalsäurelösung zur Behandlung von Bienen selbst hergestellt haben (Verstoss gegen das Arzneimittelgesetz nach dem nur der Apotheker Arzneimittel herstellen darf). Ich wurde von Amtswegen beim Staatsanwalt angezeigt mit Vernehmung wie ein Verbrecher. Ich machte vom Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Aufgrund der Freigabe von der Apothekenpflicht wurde das Verfahren eingestellt.

    So viel zur Anwendung nicht zugelassener Verfahren.

  • es ist der alleinige Grund hier in Deutschland. In Österreich könntest du 24/7 12 Monate lang das Volk bedampfen und den Honig verkaufen. Interessiert keinen.

    Warum schreibt man sowas? Das entbehrt doch jeglicher Grundlage. Es ist schlicht falsch.

    Siehe Tabelle 2 - https://bienenkunde.uni-hohenh…W_OA_18009_Emmerich-1.pdf


    Oxuvar® 5,7 % Wartezeit: 0 Tage; 0 Tage für korrekt behandelte Völker; Behandlung ohne aufgesetzte Honigräume ausführen.


    Selbst in Deutschland dürfte man täglich Oxalsäure sprühen, wenn denn der Imker wollte, sofern während dem sprühen die Honigräume nicht aufgesetzt sind.


    Machen würde ich es selbstverständlich nicht.

  • ... Und im übrigen haben sie eine Straftat begangen indem sie die Oxalsäurelösung zur Behandlung von Bienen selbst hergestellt haben (Verstoss gegen das Arzneimittelgesetz nach dem nur der Apotheker Arzneimittel herstellen darf).

    .....

    So viel zur Anwendung nicht zugelassener Verfahren.

    Man kann nur hoffen, dass alle hier mitlesenden und -schreibenden Imker obigen Beitrag lesen!

    Vor etwa 15 Jahren kam mal der Veterinär auf meinen Stand mit einem posting von mir hier aus diesem Forum und da schreib ich, dass ich Oxalsäure verdampfen würde..... da gabe es auch mächtigen Krach von Amts wegen. Muß ich nicht nochmal haben.

    "Damit ein Skeptiker geboren wird, müssen tausend Gläubige wüten." [Cioran]

  • Der AVet hat eine ganz andere Aufgabe und einen von ihm jeweils auszufüllenden Interpretationsspielraum: Er muß darüber wachen, daß die bestehenden Regeln eingehalten werden. Niemand ist gesetzlich verpflichtet, ihm dabei zu helfen - schon gar nicht der Beschuldigte. Letzterer hat sogar das "Grundrecht auf Lüge" wie jeder Beschuldigte eines Straf- oder Ordnungswidrigkeitsverfahrens. So gebietet es der Rechtsstaatsgrundsatz in unserem Lande. Ob ein solches Taktieren immer vernünftig und lohnenswert ist, steht auf einem anderen Blatt:

    https://dost-rechtsanwalt.de/s…-im-ermittlungsverfahren/

    wald&wiese : In Deinem Falle muß der Datenschutz irgendwo ein Loch gehabt haben oder der Amtsmann klopfte nur auf den Busch und der darin versteckte Hase fiel darauf herein...

  • ...

    Straftat begangen indem sie die Oxalsäurelösung zur Behandlung von Bienen selbst hergestellt haben (Verstoss gegen das Arzneimittelgesetz nach dem nur der Apotheker Arzneimittel herstellen darf). Ich wurde von Amtswegen beim Staatsanwalt angezeigt mit Vernehmung wie ein Verbrecher.

    ...

    So viel zur Anwendung nicht zugelassener Verfahren.

    Du hast in dem Fall ja auch gegen eine klare und eindeutige Verbotsvorschrift gehandelt, das ist der entscheidende Unterschied. Das geht über den Begriff "Verfahren", wie bei der OSV, über die wir reden, weit hinaus.

    Nutze ich im Garten frei verkäufliches Herbizid, ist alles in Ordnung, egal, ob ich es trocken oder als Lösung einbringe, mische ich es mit Lebens- oder Haushaltsmitteln, verstoße ich ggf. gegen das Sprengstoffgesetz und auch gegen StGB, wenn es knallt... Man riskiert sogar Strafanzeigen, wenn man Essig pur oder verdünnt zur Unkrautbekämpfung nutzt, und das ist nur ein ausgewiesenes Lebensmittel!


    Ist alles schön und gut, beantwortet aber immer noch nicht die Frage nach der Quelle für ein eindeutiges Verbot der OSV. Und selbst wenn man vor 15 Jahren wie oben von W&W beschrieben Ärger bekommen hat, ist oder war dieser Ärger mit der Aussage von noch weiter vorn verknüpft, dass man an einen boshaften und übereifrigen Mitarbeiter geraten ist, der sich gegen die damals noch neue Behandlungsweise OSV aus damaliger Sicht vllt. sogar berechtigt quergestellt hat, eben weil sie noch zu unbekannt war.


    Deutschland ist nicht nur bei der OSV der einzige europäische Staat, der hinterherhinkt. Auch zum Thema Nutzhanfanbau ist D ein "Bewahrer des Irrglaubens".


    Man kann die Uhr zurückdrehen, aber nicht die Zeit!


    Gruß Andreas

  • Um diese Diskussion mal auf den Punkt zu bringen:

    Es gibt keine Quelle, in der steht, dass die Ox-Verdampung ausdrücklich verboten ist, sonst hätte diese bestimmt irgendwo im Forum jemand gepostet.

    Alle Beiträge zielen somit darauf ab, dass es nicht ausdrücklich erlaubt aber auch nicht extra verboten ist. Da wir bei der Lebensmittelproduktion/verarbeitung und Tierhaltung aber auch Regelungen unterliegen, bei denen es eine positiv-Liste, also eine Beschränkung auf ausdrücklich erlaubte Maßnahmen gibt, leiten manche daraus ab, dass es wohl nicht zulässig ist, wenn es nicht bei den erlaubten Dingen steht.


    Solange es keine ausdrückliche Zulassung oder ein entsprechendes Urteil in einem Prozess wegen nicht-erlaubter Anwendung gibt, können wir hier noch 1000 Beiträge lang diskutieren. Es wird da keine Lösung geben, auf die wir uns berufen könnten.


    Entweder beantragt also irgendwann jemand die ausdrückliche Zulassung für Deutschland oder jeder Anwender könnte derjenige sein, dessen Gerichtsverfahren dann die juristische Klärung zu den bestehenden Regelungen mit gewissen Interpretationsspielraum gibt. Das erste kostet Geld und beim zweiten kann es gut oder schlecht ausgehen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)