Winterverluste 2017 / 2018

  • Und wenn erstmal der Beutenkäfer da sei, dann werden wir das Wort "Futterwabe" gar nicht mehr kennen.


    Ich habe aus der Veranstaltung als Fazit mitgenommen, dass zumindest lt. Guido Eich die 'gute imkerliche Praxis' im Falle eines Falles eher in der Verwendung von Futtersirup bestehen solle als im Vorrätig halten von Futterwaben.

    Ich muss darüber ein wenig Schmunzeln. Ich schätze Guido Eich und finde viele Sachen sehr gut was er sagt und macht. Was mich zum schmunzeln bringt ist der Fakt, dass Guido Eich vor ein paar Jahren auf einer Fortbildung noch ein absoluter Verfechter von Futterwaben war und nur im Bezug der AFB auf ein zu langes Aufheben dieser geschimpft hat - also über Jahre hinweg. Das er nun generell die Futterwaben "verdammt", ist doch eine gewaltige Kehrtwende, so zumindest mein Gefühl.

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  • Es ist absolut richtig das Futter im Auge zu haben.

    ...
    In der Art wie hier alle vom Füttern im Frühjahr schreiben, gehört es bald zur unhinterfragten Praxis. Vor ein paar Jahren war hier die Überschrift für so was "Notfütterung".

    Nur dass das hier nicht das Thema "Notfütterung" sondern Winterverluste ist!

    Will hier jemand ernsthaft behaupten, den Wetterverlauf für kritische Zeit im Frühjahr ein halbes bis ein 3/4Jahr im Voraus gekannt zu haben? Unterschwellig klingt das nämlich durch. Ist mal etwas anderes, als die 0815-Antwort "Varroaschaden!"


    Wer das mit dem Wetter aus dem Stehgreif kann - herzlichen Glückwunsch! - soll eine App oder ein System entwickeln und verkaufen, damit kann man auch heutzutage noch reich werden... Andere müssen dafür einige Jahre Meteorologie studieren. Wer anhand seiner Vorjahreskenntnis 2016/17 nach bestem Wissen und Gewissen eingefüttert hat, hat nichts verkehrt gemacht. Was sollen diese blöden Unterstellungen? Besserimker <=> Schlechterimker?


    Fehlt nur noch, dass wieder welche unter ihren Steinen hervorkriechen und von "asozial" anfangen, weil man das Problem "Unterfütterung" jetzt hat. Freiwillig oder wohlwissend hat sich sicher niemand verkalkuliert. Dass irgendwelche Werte/Mengen vom Standort eines "Besserimkers" aus Hintertutzing nicht maßgebend für den Standort Pusemuckel sind, sollte mittlerweile auch allgemein anerkannt sein...

    man man, hier laufen se rum...


    Gruß Andreas

  • Ich habe gerade eben nochmal von oben auf meine Völker geguckt und musste feststellen, dass ich jetzt von 16 Völkern auch eines verloren habe. Futter war noch drin, teilweise kristallisiert. Die Bienenmenge war aber auch sehr gering gewesen (Ableger von letztem Jahr). Vielleicht auch Varroa, aber bei den anderen Völkern hatte ich eig. kaum Varroa. Aufgefallen war mir auch, dass die Bienen dunkel auf die Waben abgekotet hatten. Naja, eins ist keins würde ich sagen. Solange die Verluste nicht größer werden....


    LG Micha

  • rekmi :

    Ja, das hat mal einer sinngemäß hier gebracht und dafür sogar Zustimmung bekommen...


    Im Ernst:

    Wie kann man das mal eben so zum quasi "Normalfall" erklären, dass häufiger von unerwartet starken, reell verhungerten, bzw. von Futterabriß betroffenen Völkern berichtet wird und dann unterstellen, dass das mittlerweile schon "Sittenverfall unter Imkern" zu sein scheint?


    Ich kann ich an einen recht ausführlich und plausibel gehaltenen Beitrag hier im Forum erinnern, in dem recht seriös anmutend und überzeugend vorgerechnet worden war, dass starke Völker in kalten Wintern wegen der größeren Bienenmasse weniger Futter benötigten. Wäre man jetzt boshaft, müsste man denjenigen raussuchen und dafür brandmarken, weil sich der eine oder andere evtl. daran erinnert hat und andere Mengen kalkuliert hat.

    Das mag bei ihm so funktioniert haben oder immer noch funktionieren, dann kommen die vielen abers und wenns... Mit den starken Völkern scheinen diesen Winter mehr als nur die Forumsimker Futterprobleme (gehabt) zu haben, von mehreren aus meinem Bekanntenkreis habe ich es auch so gehört.


    Gruß Andreas

  • Um mal wieder zum Thema zurück zu kommen...

    Auch die beiden letzten Wackelkandidaten, die Anfang März noch brutfrei waren, entpuppten sich als buckelbrütig.

    Leider bei mir häufiges Bild dieses Frühjahr.



    Ursachen unklar.

    Alles junge oder einjährige Königinnen. Teilweise AS, oder Brutentnahme mit MS, aber im September ein normales Brutbild.:/

  • ...Alles sehr individuell und regional sowieso unvergleichbar!:)

    Ich für meine Fälle verlasse mich auf keine standardisierten Aussagen mehr!:)

    Richtig. allein dem Bien steht die Chance zu, mit der jeweiligen Situation umzugehen.
    Sache der Fummelköpfe hinter den Kästen ist es, ihre (der Fummelköpfe) Beschränktheit zu erkennen.

    Eine Auslese hinsichtlich der Varroa in allen Ehren, verdient sicher Respekt und Mut, was sicher eine sehr langen Erfahrung als Imker geschuldet ist. Aber eine Auslese / Selektion hinsichtlich des Umgangs mit sehr veränderlichem Wetterverhalten und entsprechendem ggf vermeidbarer Futterabriss, würde mich auch sehr interessieren! ;)


    Ich glaube nicht, dass entgegen aller Meinung absichtlich wenig gefüttert wird.

    Und wenn nunmal durch leichtes Anheben eine leichte Kiste feststellbar ist, warum soll man da nichts auflegen?


    Gefummelt wird bei mir woanders im Winter, aber sicher nicht in der Beute und kurzes Deckel lupfen und Futterauflegen, ist bei mir kein Fummeln, sondern fürsorglicher Umgang mit Lebewesen. Für Experimente gibt es bei mir hierzu keinen Raum.


    Frohe Osterfeiertage allen

  • Ich kann auch nicht erkennen, wo jetzt der Unterschied sein soll zwischen Waben aus anderen Völkern umhängen und nachfüttern? Fakt ist, es gibt in beiden Fällen Völkern mit zu wenig Futter. Womit dieser Umstand korrigiert wird ist für mich nicht entscheident ob es gute imkerliche Praxis ist oder schlampiges Jungimkerphänomen.


    Wichtig ist einzig und allein, dass erkennen und korrigieren des Missstandes. Wer dies erkennt, wird auch entsprechende Erkenntnisse mitnehmen.

  • Waren es definitiv die noch stiftenden Septemberköniginnen? Oder haben sie noch mal und zu spät umgeweiselt/nachgeschafft?

    Hatte das auch mal und habe da einer späten AS-Behandlung die Schuld gegeben, die womöglich viele Queens gekillt hatte...durch das Zeichnen war das ja auch belegbar...


    M.

  • Ich kann auch nicht erkennen, wo jetzt der Unterschied sein soll zwischen Waben aus anderen Völkern umhängen und nachfüttern? Fakt ist, es gibt in beiden Fällen Völkern mit zu wenig Futter.

    In Hinsicht auf den kleinen Beutenkäfer, gibt es nicht nur ein zu wenig, sondern auch ein zuviel an Futter. Wenn sich Futterwaben außerhalb des von den Bienen besetzten Raumes befinden, sind diese Waben schecht gegen den Beutenkäfer verteidigt. Das ist vermutlich bei sehr niedrigen Temperaturen (Frost) noch kein Problem, wenn aber die Temperaturen steigen und die Bienen die Waben immer noch nicht besetzen können, dürfte das eine Einladung für den SHB (Small Hive Beetle) sein.


    Noch problematischer sieht die Sache mit eingelagerten Futterwaben aus. Überzählige Futterwabenvorräte, wie wir sie momentan Frühjahr aus den Völkern nehmen (und z.B. für den Ablegeraufbau einlagern), wären ein Paradies für den Käfer. Denn anders als die Wachsmotte, benötigt der Käfer keine bereits bebrüteten Waben, um sich darauf explosionsartig zu vermehren.


    Wenn man solche Waben nicht lagern kann, wird man gezwungen sein, knapper zu füttern, weil Überschüsse sehr aufwändig verschlossen gelagert werden, oder sofort vernichtet werden müssen.


    Gruß
    Ludger

  • Hymenoptera Bei drei von vieren waren im September definitiv noch die gezeichneten auf den Waben unterwegs und von Umweiselungstendenzen oder Zellen war nichts zu sehen. Ab da blieb die Kiste zu.

    Die müssen nochmal versucht haben spät/zuspät umzuweiseln - entsprechende Zellen könnte ich bei allen Völkern finden...nur gezeichnete Königinnenzucht nicht:confused:

  • Moin, moin,


    OT, zum Käfer: Futterwaben wird man dann wohl in der Gefriertruhe einlagern. Dauerfrost ist wohl nicht zwingend, aber stark runterkühlen dürfte dem nicht bekommen.


    Gruß Clas

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