Winterverluste 2017 / 2018

  • Sehr wichtig ist jetzt eigentlich das Abschätzen der Futtervorräte mittels Anheben, dazu muss man nicht gleich die Bienen auseinandernehmen.

    kannst Du durch anheben sehen, wo das Futter ist? Solange sie immer mal wieder umtragen können ist das nicht wichtig, aber ein Abriss bei starken Völkern, wenn es nochmal zwei Wochen kalt wird, ist auch sehr unschön. Hatten doch einige dieses Jahr, genug Futter in der Kiste und ein verhungertes Volk. Bei Zweifel besser bei warmem Wetter mal kurz einen Blick reinwerfen.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo,

    wir haben unsere zwei Völker gestern inspiziert:


    Volk 1 (Wirtschaftsvolk vom letzten Jahr):

    Zweizargig überwintert, starkes Volk, starker Totenfall auf dem Gitterboden. Kein Kondenswasser, keine Brut, keine Stifte, Königin (weiß) nicht gesehen. Vereinzelt Bienen mit Pollenhöschen. Keine Drohnenbrut oder Hinweise auf Afterweiseln.

    Bin bisher nur leicht beunruhigt. Das Volk war letztes Jahr schon eher trantütig.

    Wir haben das Volk auf eine Zarge reduziert. Futter war noch genug da.


    Volk 2 (Ableger vom letzten Jahr):

    Einzargig überwintert, mittelstarkes Volk, starker Totenfall auf dem Gitterboden. Viel Kondenswasser, offene Brut, Stifte und Königin gesehen. Viele Bienen mit Pollenhöschen. Futter ist nicht mehr so viel drin, das muss ich im Auge behalten.


    Die Haselnuss summt hier wie verrückt. Der Frühling ist da! *freu*


    Gruß

    Ilu

  • Sehr wichtig ist jetzt eigentlich das Abschätzen der Futtervorräte mittels Anheben, dazu muss man nicht gleich die Bienen auseinandernehmen. Hatte ein Volk wo ich sofort Futterwaben zusetzen musste.

    Das unglücklichste wäre jetzt die Völker wegen Futterknappheit zu verlieren, dies zu vermeiden ist eigentlich wesentlich leichter als die Bienen gegen den Varroatod zu schützen.

    Weiß eigentlich jemand, wieviel Grad Außentemperatur die Bienen ungefähr benötigen, um an die Futterwaben hinter das Schied zu kommen?

  • ribes : leider nein, ich hatte noch MW aus 2016 und es kam von verschiedenen Anbietern 2017 nach (1x Sammelbestellung Imkerverein woher auch immer, einmal Seip&Holtermann Eigenkauf)

    Mir stellen sich inzwischen die Nackenhaare, wenn ich diese propolisierten, ansonsten hellen Waben sehe.

    Man achtet auf Wabenhygiene, ich füttere immer in den ausgeschleuderten Honigwaben ein und lasse so überwintern. Im Frühling kommt dann die untere Zarge mit altem Wachs unten weg, so dass die Bienen auf den vermeintlich schönen neuen Waben sitzen. Und dann erst kommt nämlich der Ärger zum Vorschein. So können sich die Völker im Frühjahr nicht aufbauen und entwickeln.

    Im HR fallen die verseuchten MW nämlich gar nicht so auf musste ich feststellen.

    Bei mir fliegt dieses Jahr ALLES, was auch nur anscheinend nicht ganz in Ordnung ist komplett raus. Es werden dann halt viele Kerzen gegossen. Ich bin echt angep.....:cursing:

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Meine Verluste belaufen sich auf 3 von 22 Völker!


    1x Varroa:

    war vor der OS Behandlung schon nicht das größte und hatte davor einen sehr hohen nat. Milbenfall, der wurde zwar durch die Behandlung auf 0,3 gesenkt, aber das war wohl zu viel für das Volk. Letztendlich war es bei dem Kälteeinbruch zu klein und konnte dem Futter nicht mehr folgen.

    Es wurde im Sommer aus einem Schaukastenvolk gebildet und mit Waben die von der Königinnenzucht übrig waren, im September verstärkt und schon da war die Varroabelastung zu hoch.


    2x Königinnenverlust:

    beide Völker waren unauffällig und hatten keinen erhöhten Varroafall, sodass ich ein Varroaschaden ausschließe zudem sie auch jetzt von der Größe im Durchschnitt liegen!


    Dann wollte ich euch noch Rückmeldung von meinem Beitrag in: Oxalbehandlung trotz 2 Milben pro Woche? geben:


    Die beiden Sorgenvölker leben noch! Allerdings gehören sie zu den ganz schwachen und sitzen gerade mal auf 2 Wabengassen! Ich habe die jetzt zusammen geworfen und eine Königin in das eine weisellose Volk gegeben. Auch wenn Kiki mal gesagt hat, zwei schache Völker vereinigen wäre nur ein herauszögern des sterbens. Ich möchte diese Bienen, aber keinem gesunden Volk geben und bin gespannt!


    Die anderen kritischen Völkern sind alle im Durchschnitt, was die Volksstärke angeht!

    Überhaupt finde ich, dass die Völker stärker sind, wie im letzten Jahr!

    Und dann gab es noch eine schöne Überraschung:

    Mein Kieler Begattungskästchen mit 3 Zargen hat den Winter überstanden!!! Das Futter war jetzt allerdings sehr knapp und sie besetzten eine Zarge. Die Königin kam in das andere weisellose Volk.


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • ich füttere immer in den ausgeschleuderten Honigwaben ein und lasse so überwintern.

    Dito.

    Aber ich werde ab diesem Jahr immer erst ein paar BR mit "neuen" MW als BR 2 auf den einzargig überwinterten (Jungvölkern) testen, bevor ich diese neue Charge dann als HR-MW in den Kreislauf einbringe.

  • Mir stellen sich inzwischen die Nackenhaare, wenn ich diese propolisierten, ansonsten hellen Waben sehe.

    warum? Sowas passiert im Spätherbst, völlig normal. Sobald das Brutgeschäft ausgedehnt wird, werden diese Waben in der Regel geputzt, ausgezogen und bebrütet. Mutti mag um diese Jahreszeit keine unbebrüteten Waben. Ich würde mir deswegen keine großen Gedanken machen, es sei denn, Du hättest Goldwachs gekauft. Selbst 20% Kohlenwasserstoffe (durch Paraffin) ändert ja am Brutbild erstmal nichts. Die brechen nur vielleicht später.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Sehr wichtig ist jetzt eigentlich das Abschätzen der Futtervorräte mittels Anheben, dazu muss man nicht gleich die Bienen auseinandernehmen. Hatte ein Volk wo ich sofort Futterwaben zusetzen musste.

    Das unglücklichste wäre jetzt die Völker wegen Futterknappheit zu verlieren, dies zu vermeiden ist eigentlich wesentlich leichter als die Bienen gegen den Varroatod zu schützen.

    Weiß eigentlich jemand, wieviel Grad Außentemperatur die Bienen ungefähr benötigen, um an die Futterwaben hinter das Schied zu kommen?

    Das wird sicher nicht nur von der Aussentemperatur abhängen.

    Wenn es drausen kühl ist und sie schon ein Brutnest pflegen sitzt die Traube eng und wärmt die Brut.

    Wenn das Volk nun nicht stark genug ist, bleiben sie auf der Brut sitzen., und erreichen das Futter nicht mehr. Also muss die Bienentraube immer Kontakt zum Futter haben. In dem Fall kann das Schied auch in der Bienentraube hängen und die Bienen erreichen das Futter trotzdem.

    Andresherum kann auch ohne Sschieden ein Futterabriss entstehen.

    Deshalb ist es ja auch wichtig, kurz zu checken, wo das Futter ist und zu reagieren.

    Zur Temperatur kann ich nicht´s sagen. Kommt sicher auch auf den Standort an.

  • Mir stellen sich inzwischen die Nackenhaare, wenn ich diese propolisierten, ansonsten hellen Waben sehe.

    warum? Sowas passiert im Spätherbst, völlig normal. Sobald das Brutgeschäft ausgedehnt wird, werden diese Waben in der Regel geputzt, ausgezogen und bebrütet. Mutti mag um diese Jahreszeit keine unbebrüteten Waben. Ich würde mir deswegen keine großen Gedanken machen, es sei denn, Du hättest Goldwachs gekauft. Selbst 20% Kohlenwasserstoffe (durch Paraffin) ändert ja am Brutbild erstmal nichts. Die brechen nur vielleicht später.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Ach Ralf, Dein Wort in Gottes Ohren! Ich hoffe, dem ist so, aber so kannte ich das Bild bisher nicht. Ich suche noch einen Zusammenhang zu dem Königinnenverlust ( übrigens alle Nachzuchten aus 2017, eine aus 2016).
    Aber mir fällt auf: Ich lese derzeit viel von Weisellosen Völkern. Vielleicht bin ich zu pienzig X/

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Vielleicht nicht pienzig, aber sensibilisiert.

    Weisellose Völker um diese Jahreszeit ist völlig normal. Das war in vor-Varroa-Zeiten die häufigste Todesursache für Bienenvölker. Jetzt ist Weisellosigkeit ein Problem, im Juni nicht.

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • Weiß eigentlich jemand, wieviel Grad Außentemperatur die Bienen ungefähr benötigen, um an die Futterwaben hinter das Schied zu kommen?

    Das Schied soll so gesetzt werden, dass ein Teil der Bienen sich hinter dem Schied befindet. Dann ist diese Fragestellung unnötig.

    Gruß Ralph