Winterverluste 2017 / 2018

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    Hallo Patrick,


    ich finds super, dass Du so ehrlich von Deinen Problemen berichtest und hoffe, es wird nicht ganz so schlimm, wie es jetzt aussieht.

    Dieses Jahr war es hier wieder sehr schlimm mit der Re-Invasion von Varroa. Ich hatte die Völker erst Anfang August mit AS Liebigdispenser behandelt und dann den Behandlungserfolg mit Ox-Bedampfung überprüft. 4 Wochen später sah ich dann bei einigen Völkern starken natürlichen Milbenfall, und nach der nächsten Block Ox-Bedampfung Anfang Oktober fielen dann hunderte Milben pro Bedampfung. Aehnliches sehe ich jedes Jahr und das lässt sich nicht mit der Vermehrung der überlebenden Milben erklären.

    Vielleicht ist bei Dir auch sowas passiert? Hast Du nochmal Ende September den Milbenfall überprüft?


    Viele Grüsse,

    Jan

  • Dieses Jahr war es hier wieder sehr schlimm mit der Re-Invasion von Varroa.

    Und worauf führen Deine Nachbarn die Reinvasion auf ihren Ständen zurück?

    Anfang Oktober fielen dann hunderte Milben pro Bedampfung. Aehnliches sehe ich jedes Jahr und das lässt sich nicht mit der Vermehrung der überlebenden Milben erklären.

    Du kennst die Anzahl der vormals überlebenden Milben?
    Wie hast Du sie ermittelt?

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

  • Ist doch klar, um die Jahreszeit brechen jede Menge Völker zu sammen, bei Imkern und wilde Schwärme. Die Bienen holen sich deren Vorräte und auch die Milben.

    Da immer nur einzelne Völker diese Opfervölker finden, erklären sich die dramatischen Unterschiede in der spätherbstlichen Milbenpolulation.

    Die Behandlung hatte ich mit Ox-Bedampfung 2-3 Wochen nach AS überprüft. Es sind nur einzelne Milben gefallen.

    Ich denke, es passiert vielen Imkern, dass sie nach einer erfolgreichen Behandlung im Sommer dann doch überraschend vor leeren Kisten stehen bei der Winterbehandlung, wenn dazwischen nicht beobachtet wurde.

    Die Schadschwelle liegt durch die Viren hier im Herbst schon bei 500 Milben. Dann schlüpfen aus den kleiner werdenden Brutnestern kaum noch gesunde Bienen und die Viren breiten sich im ganzen Volk aus.

  • ...Dieses Jahr war es hier wieder sehr schlimm mit der Re-Invasion von Varroa. Ich hatte die Völker erst Anfang August mit AS Liebigdispenser behandelt und dann den Behandlungserfolg mit Ox-Bedampfung überprüft. 4 Wochen später sah ich dann bei einigen Völkern starken natürlichen Milbenfall, und nach der nächsten Block Ox-Bedampfung Anfang Oktober fielen dann hunderte Milben pro Bedampfung. Aehnliches sehe ich jedes Jahr und das lässt sich nicht mit der Vermehrung der überlebenden Milben erklären...

    Der allergrößte Anteil der Reinvasion findet von innen statt. Rudi Maurer schrieb das schon mal vor einigen Jahren. Schreibt aber leider nicht mehr, wie manch andere auch.


    Es sind einfach zuviele Varroamilben in den Völkern. In der Brut. Nicht auf den Bienen. Der Anteil der phoretischen Milben (auf den Bienen) ist geringer als man denkt. Öffne einfach mal 100 verdeckelte Brutzellen und finde den tatsächlichen Milbenbefall heraus. Das geht mit einer Pinzette recht gut. Am besten im Puppenstadium der Bienen mit violetten Augen. Und es werden Dir die Augen aufgehen...

    :eek:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Moin zusammen!


    @ all:

    Es freut mich sehr, eine sich anregende Diskussion zu den unterschiedlichsten Aspekten verschiedenster Behandlungsmethoden und Kombinationen aus selbigen wie auch deren gegebener oder auch nicht Sinnhaftigkeit ausgelöst zu haben. Und der meines Erachtens immer vordergründiger werdende Aspekt der stetigen (was auch immer das heißen mag) Anpassung / Variation der Behandlungsmethoden ist für mich ebenso hochspannend.

    Dennoch würde ich mich ebenso freuen wenn diese Diskussionen, auch wenn ich entgegen meines ursprünglichen Vorhabens beim Thread-Erstellen nicht explizit drauf hingewiesen habe, an anderer Stelle vertieft würden und nicht diesen Faden inhaltlich zerschössen.


    JCD :

    Vielleicht ist bei Dir auch sowas passiert? Hast Du nochmal Ende September den Milbenfall überprüft?

    Das mag sein - ich glaub`s aber nicht. Auch da ich die hiesige Umgebung bzgl. Möglichkeiten unbekannter Völker / Wildschwärme im Flugkreis mittlerweile doch sehr gut einzuschätzen vermag. Behaupte ich ganz selbstbewusst.

    Und nein, den Milbenfall Ende September habe ich, wie bisher auch, nicht mehr kontrolliert.


    Schöne frühmorgendliche Grüße

    vom

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • ...@ all:

    Es freut mich sehr, eine sich anregende Diskussion zu den unterschiedlichsten Aspekten verschiedenster Behandlungsmethoden und Kombinationen aus selbigen wie auch deren gegebener oder auch nicht Sinnhaftigkeit ausgelöst zu haben. Und der meines Erachtens immer vordergründiger werdende Aspekt der stetigen (was auch immer das heißen mag) Anpassung / Variation der Behandlungsmethoden ist für mich ebenso hochspannend.

    Dennoch würde ich mich ebenso freuen wenn diese Diskussionen, auch wenn ich entgegen meines ursprünglichen Vorhabens beim Thread-Erstellen nicht explizit drauf hingewiesen habe, an anderer Stelle vertieft würden und nicht diesen Faden inhaltlich zerschössen....


    ...Und nein, den Milbenfall Ende September habe ich, wie bisher auch, nicht mehr kontrolliert...


    Hallo Patrick!


    Das Problem ist, dass man ohne effektive Kontrolle, keinen konkreten und verifizierbaren Befall herausfinden kann, anhand dem man dann entscheidet, ob ein Volk behandelt werden muss oder nicht. Die Völker hatten in diesem Jahr Anfang September nur sehr geringe Varroamilben-Befallswerte. Gingen aufgrund des kühlen Wetters vielfach aus der Brut. Und da zeigte sich bei entsprechender Beobachtung Ende September eine deutliche Erhöhung des Befalls, durch die abnehmenden Brutflächen. Da ist es zwar beinahe schon zu spät, aber man kann dann zumindest noch einiges in Ordnung bringen, was man vielleicht aus unwirksamen oder unangebrachten Behandlungsmethoden zur falschen Zeit auch als gewissenhafter Imker vielleicht nicht richtig gemacht hat.


    Winterverluste resultieren aus solchen Fehlern und aus Anpassungen des Schmarotzers Varroamilbe auf die Versuche der konventionellen Imkerschaft, Teufel mit Belzebub auszutreiben. Behandlungen sind immer noch nötig, um die noch unangepassten Völker zumindest vorläufig aus wirtschaftlichen Gründen am Leben zu erhalten. Genetisch gesehen, habe ich bei solchen Völkern auch kein Problem damit, wenn z.B. Drohnenrahmen herausgeschnitten werden. Es geht aber auch anders. Wir müssen wieder lernen die Spreu vom Weizen zu trennen. Mit Behandlungsmethoden, die alle Völker über einen Kamm scheren, werden wir nicht weiter kommen. Und die Imkerschaft muss umdenken.


    Auch Du Patrick!


    Wenn du schreibst, dass Du dir deinen Thread nicht zerschießen lassen willst, dann musst du lernen, auf die Signale des Bienenvolkes besser zu achten.


    Es wird viel über angepassten Brutraum gelehrt, geschrieben und geschiedet. Wenn wir als Imker so viel über den Parasiten Varroamilbe und Viren wüssten und unseren Augenmerk endlich mehr darauf richten würden, dann würden wir alle endlich begreifen, dass wir uns nicht allzu viel von der modernen chemischen Laandwirtschaft unterscheiden. Winterverluste gab es, gibt es und wird es auch weiterhin geben. Aber wir sollten endlich daraus lernen.


    Und was willst Du mehr, als aus gemachten Fehlern lernen?

    Genau deshalb kommen hier diese für Dich vielleicht off topic Einwände auf.

    Ein Bienenvolk hat sehr viele Aspekte.

    Das kannst Du nicht alleine auf Behandlung oder Nicht-Behandlung reduzieren...

    :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Patrick!


    Das Problem ist, dass man ohne effektive Kontrolle, keinen konkreten und verifizierbaren Befall herausfinden kann, anhand dem man dann entscheidet, ob ein Volk behandelt werden muss oder nicht.

    Genau dies war ein zentraler Punkt eines Vortrages, den ich mir Ende September bei der jährlich

    stattfindenden Mayener Vortragsreihe am Bienen Institut Mayen / Rheinland Pfalz angehört hatte.

    Vorgestellt hatte ein Bioland Imker von der Mosel, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht,

    sein Konzept des Varroa Managements nach bestimmten Schadschwellen, mit effektiven Befalls-

    erfassungsmethoden ( Puderzuckertest ), die auch für einen Berufsimker wirtschaftlich durchführbar

    sind. Seine vorgelegten Zahlen aus 5 Jahren soweit ich erinnere, waren durchaus beachtlich, auch

    vor dem Hintergrund, dass ihm als Bioland Imker ohnehin keine chemisch-synthetischen PSM zur

    Verfügung stehen und schon gar keine nicht zugelassenen Verfahren. Diese werden von Berufsimkern, die ich bisher dazu befragte, ohnehin als Spielerei angesehen, da für sie wirtschaftlich

    nicht durchführbar, von allen anderen Gründen einmal abgesehen.

  • Auf die Finger gesetzt, doch was geschrieben, dann abbrechen wollen und versehentlich auf abschicken geklickt. Kann gelöscht werden. Ist eh sinnlos.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Nachtrag , habe das irrtümlich formuliert und kann nicht korrigieren: mit chemisch- synthetischen Mitteln meinte ich die in der konventionellen Imkerei zugelassenen TAM ( Tierarzneimittel ).

    Es geht JETZT HIER aber DARUM NICHT !

  • Ich staune schon. Mancher verkündet hier schon seinen Oxalsäureerfolg und die Völker sind erst in 14 Tagen weitestgehend brutfrei.* Da ist schon der Verlust 2018 programmiert.


    Remstalimker


    *Zumindest in Süddeutschland

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Na ihr macht mir ja Hoffnungen. Ich genieße gerade die Winterpause und warte auf ein guten Tag für die Träufelung um mich dann wieder 2 Monate zur ruhe zu setzen ^^
    Aber ich war dieses Jahr auch nicht mit meinem Varoakonzept zufrieden. Es sollte eine Mischung aus TBE und AS Behandlung werden, leider hab ich mir selbst im weg gestanden mit dem Versuch einer Königin Vermehrung die völlig in die Hose ging und dann hat mich mein Zeitmanagement überrannt.

    Den Kontrollen zu folge war zwar alles ok beim Varoa Fall, aber das muss ja nichts heissen, wie man hier Lesen kann. Ich denke ich werde nächstes Jahr auf eine Harte TBE (Brutwaben einschmelzen und nicht versuchen die Bienen darin zu retten, das war diese Jahr mein Fehler. Ich wollte zu viel richtig machen) und mich nur auf die bestehenden Völker konzentrieren und die erste Waben Brutwabe ebenfalls vernichten.

    Nach allem was ich bisher gehört und gelesen habe scheint es vom Konzept her eine sichere Sache zu sein. Nur ob ich im 2 Teil dann Oxalsäure verdampfen soll oder einen anderen weg gehe, da bin ich mir unschlüssig. Verdampfen ist zwar illegal, aber die wahrheit ist, dass die Leute es entweder tun oder nicht tun. Und es für die Anwendung gute Gründe gibt.


    Na auf alle fälle hoffe ich das meine Kästen nicht leer sind, wenn ich das nächste mal zum Stand komme. Ich hab zwar kein schlechtes Gefühl, aber hier zu Lesen ... da fängt man schon an zu Grübeln, wenn man gerade mal im 2 Jahr ist ^^

  • Ich will mich nicht weiter an der Diskussion beteiligen, aber ich habe das Gefühl, je mehr man die Milbe bekämpft, um so stärker vermehrt sie sich, vor allem wenn noch Brut vorhanden ist.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)