Winterverluste 2017 / 2018

  • Guten Abend zusammen!


    Nach den ersten wirklich kalten Nächten hier am Niederrhein war ich heute mal wieder am Bienenstand zwecks Mäusegitterkontrolle und routinemäßig allgemeiner Suche nach Lebenszeichen aus den Beuten. Aufgrund des zwar marginalen, aber dennoch liegengebliebenen Schneefalles, auch auf den Anflugbrettern, konnte ich an einigen Beuten einen Atemluftstrom aus ebendiesen erahnen und ging somit frohen Mutes an`s obligatorische "Anklopfen".

    1. Volk zeigte schon kein akustisches Lebenszeichen. Hmmm... Als das 3. Volk dann wiederum nichts von sich hören ließ schwante mir Ungutes und es obsiegte mein Drang nach Gewissheit. Ergebnis war, dass von 10 Völkern 3 nicht mehr sind, 2 weitere "Völker" aktuell vielleicht noch tennisball- bis grapefruitgroß sind, 5 vielleicht maximal Handballgröße haben und lediglich 2, im Übrigen just die, welche nach Lehrbuch nichtmal durch den Herbst hätten kommen dürfen, dick und prall vor sich hin wintertrauben.

    Vor dem Hintergrund, dass 2 Altvölker sich bereits im Oktober lehrbuchgemäß varroamäßig auflösten und ich folglich bestenfalls mit 7 Völkern, davon vielleicht 4 relevant starken, in`s neue Kalenderjahr gehen werde, bin ich verlustmäßig schon jetzt schwer gebeutelt.:-?


    Jetzt heißt`s schauen wer zur OS-Träufelung noch da ist und dann setz` ich mich bis zum ersten richtigen Bienenflug auf die Hände und ersinne neue Strategien / Varianten der Völkerführung und Varroabekämpfung.


    Bedröppelte Grüße

    vom

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Patrick,


    nachdem du ja auch nicht mehr ein Neuling an den Bienen bist, was hast du dieses Jahr anders gemacht als sonst?


    Hast du behandelt und wenn ja wie?


    War im letzten Jahr schon die Tendenz starke Varroa erkennbar?


    Probleme mit Wachs gehabt?


    Jetzt erst mal nicht verrückt machen, auf den Fingern sitzen bleiben und bei der OX Behandlung mal das eigentliche Ausmaß betrachten.


    Bei mir wird die Oxalsäurebehandlung vermutlich am nächsten WE stattfinden. Ich drücke dir die Daumen.


    Gruß Jürgen

    Nicht jeder, der mir Honig ums Maul schmiert, meint es auch wirklich gut mir mir. :wink:

  • Danke, dass du uns teilhaben lässt!!! ?(

  • Hallo Patrick, hattest Du ähnliche Probleme nicht schon letzten Winter? Da hattest Du fast zur gleichen Zeit von zu erwartenden Verlusten in Höhe von mindestens 80% geschrieben. Von außen sieht es so aus, als würde sich ein systematischer Fehler gerade wiederholen.


    Grüße von Kikibee

    With lots of room for improvement.

  • Moinsen zusammen!


    Vorab schon einmal Dank für die Anteilnahme.


    Ich würde das Thema ungerne zerschießen, dennoch im Folgenden einige kurze Erläuterungen, welche aus genanntem Grund aber nach Möglichkeit hier (!) nicht weiter diskutiert werden sollten.


    Honigbärchen :

    Ja, ich habe behandelt. Dieses Jahr allerdings testweise komplett AS-los und mittels Verkunstschwarmung, Teilung und MS.

    Nein, weder letztes noch dieses Jahr waren für mein Empfinden ausgesprochen viele Varroen erkennbar. Eher lag der gefühlte / gezählte / geschätzte Befall im langjährigen Mittel.

    Nachweisbare bzw. vielmehr offensichtlich für mich erkennbare Wachsprobleme hatte ich bisher nicht.


    beemax :

    Sie sitzen auf MW.


    Kikibee :

    Jaaa, genau das Geschriebene bzw. Zitierte holte mich gestern auch schlagartig ein - trotz (oder gerade wegen oder aber auch völlig unabhängig von?!) vollkommen anderem Behandlungskonzept.

    Ob´s ein imkerseitiger systematischer Fehler ist, ich weiß es echt nicht. Was mit das Schlimmste ist.


    Eventuell gibt`s hier ein Status-Update inkl. Bildern nach der OS-Träufelung zwecks Veranschaulichung / Analyse.


    Schöne Grüße und eine gute Woche

    wünscht

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Patrick,

    wenn man deinen Futterstand nicht kennt, kann man im Moment gar nichts sagen. Ist er hoch, sitzen die Bienen tiefer. Es war so, ich habe schon durch alle Gassen den Boden gesehen und im Frühjahr waren sie auferstanden von den Toten.


    Es ist halt ein Imkerproblem. Da nimmt ein Volk nur zögernd Futter im Herbst auf und jetzt ist die Kiste leer. Soll man kranke Völker mit gesunden vereinigen? Ich lasse sie sterben und helfe nicht nach.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Heute Oxalsäure getraufelt....

    Bin gespannt auf den Milbenfall.

    Irgendwie hatte ich den Kampf mit der Varroa dieses Jahr nicht wirklich im Griff..Habe sie bei meiner Standard Behandlung mit AS Langzeit nicht wirklich alle Erwischt. Einige Völker waren schon Anfang Juli extrem Varroa belastet. Die zweite AS Langzeit Behandlung mit dem NV Ende August hat dann immer noch bei einzelnen Völkern einen hohe Belastung ans Licht gebracht. Nächstes Jahr werde ich mir mir ein anderes Varroa Konzept einfallen lassen müssen. Wahrscheinlich bei stärker belasteten Völkern zusätzlich eine TBE. Hierzu gibt es ja im Forum viele Anleitungen und Tipps. Bis jetzt sitzen die Mädels teilweise stark auf 3-5 Dadant Waben und scheinen zum Glück alle top fit zu sein. So jetzt abwarten und hoffen, dass man noch die Kurve bekommen hat.

  • Kann es sein, das es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der AS-Behandlung und den Winterverlusten durch Varroa gibt?

    Im hege die starke Vermutung, dass es hier vielfach zu typischen Anwendungsproblemen kommt (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Einstellung des Applikators...). Da sind andere Verfahren weniger fehleranfällig.

    Es wäre mal spannend, dazu eine größere statistische Erhebung zu machen (Oder gibt es sowas schon?).

    Meine These: Die Winterverluste sind bei den Völkern, die mit AS behandelt wurden, deutlich höher als bei der Behandlung mit anderen Verfahren (insbesondere TBE mit OS oder MS).


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • ...

    Meine These: Die Winterverluste sind bei den Völkern, die mit AS behandelt wurden deutlich höher als bei der Behandlung mit anderen Verfahren.

    Ich glaube, dass sich die AS-Anwender einfach zu sehr in Sicherheit wiegen, weil die AS so heftig erscheint... Die Anderen prüfen in ihrer Unsicherheit den Milbenstatus eher noch einmal. Die Windelkontrolle halte ich für nicht aussagekräftig.


    Oder?


    Gruß Jörg

  • Dieses Jahr war im September das Wetter nicht gerade optimal für eine AS Langzeit Behandlung.. Und um danach noch irgendwelche Maßnahmen durchzuführen schon gar nicht. Tja nicht immer spielt das Wetter mit, deswegen darf man sich nicht nur auf AS verlassen. Sozusagen eine Schiene fahren, bloß weil es die Jahre davor reibungslos geklappt hat. Das habe ich dieses Jahr zuminsdesten GELERNT. Es sei denn man macht mit seinen Völker ein Ausflug ins Ausland. Bedampfen scheint nach sagen hören lesen zu jeder Jahreszeit und auch in Abständen bienen schonend und wirksam zu sein.

  • Ich glaube, dass sich die AS-Anwender einfach zu sehr in Sicherheit wiegen, weil die AS so heftig erscheint... Die Anderen prüfen in ihrer Unsicherheit den Milbenstatus eher noch einmal. Die Windelkontrolle halte ich für nicht aussagekräftig.

    Ein Grund könnte dabei sein, dass wegen der verdeckelten Brut ein stark verzögerter Milbenfall auftritt. Verfahren mit Brutentnahme wirken zeitnah und zeigen den Effekt der Behandlung besser.

    Und: Wer Langzeitbehandlungen macht, neigt ungern zu einer Wiederholung. Bei MS oder OS ist das naheliegender oder sogar grundsätzlich geboten.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)