Problem mit Oxamat: Oxalsäure rekristallisiert am Pfännchenrand

  • Das Stichwort "cycle use" macht mich stutzig. Mglw. begrenzt der Akku selbst (eingebaute Elektronik?) nach einer gewissen Zeitspanne den Stromfluß, bevor die Heizzeit des Oxamaten beendet ist?

  • Hallo,


    das Pfännchen ist oxidiert. Diese Schicht wirkt isolierend. Entferne den Zunder und die Hitze kommt wieder an die Oxalsäure.

    Alu ist ein guter Wärmeleiter, also kann man damit nichts wärmeisolieren, man führt die Wärme ab.

    Und auch Dein Holzkranz isoliert nicht, sondern zieht Wärme ab.


    Gruss

    Ulrich

  • Hallo,


    auch ich hatte diese Problem. Dass der Prozess ständig vom Ladezustand einer Batterie abhängig war, hat mich so genervt, dass ich mir ein Netzgerät gekauft habe. Jetzt klappt das einwandfrei, keine Reste mehr.


    viele Grüße

    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Erstmal danke für die vielen Hinweise. Bin gerade unterwegs, kann es erst später wieder probieren.


    - Die Glühwendeln funktionieren beide noch, habe ich getestet, indem ich die Stromkabel direkt an die verschiedenen Kontakte des Lampensockels gehalten habe.


    - wie man mit Leistung, Strom und Spannung rumrechnet weiß ich. Allerdings hat ein voller Akku eben eher 13 V statt 12 V, und ich bin mir nicht sicher, welche Spannungswerte dem Leistungsnennwert zugrundeliegen. Wenn auf einem Autoscheinwerfer 60W steht, nimmt er dann die 60W tatsächlich bei genau 12 V auf, oder bei der Spannung, die im KFZ-Bordnetz während der Fahrt herrscht, also eher 14V?


    - Alufolie: ja, Aluminium ist ein sehr guter Wärmeleiter. Aber Aluminiumfolie, die man irgendwo rumwickelt, berührt die Unterlage nur an einigen Punkten, nicht wirklich mit der ganzen Fläche. Es ist also am Großteil der Fläche eine dünne Luftschicht dazwischen. Dazu kommt, dass Aluminium ein schlechter Wärmeabstrahler ist und Wärmestrahlung auch relativ gut reflektiert.


    - Cycle Use: Bleiakkus leiden, wenn sie öfter tatsächlich ernsthaft entladen werden. Starterbatterien z.B. halten deutlich länger, wenn sie nie unter 60% entladen werden. Auch die meisten Bleigelakkus sind nicht wirklich dafür ausgelegt, häufig ge- und entladen zu werden ('Cycle'). In USVs (Unterbrechungsfreien Stromversorgungen) werden sie ja meistens vollgeladen gehalten und müssen nur für den Notfall bereitstehen. Vielleicht hin und wieder ein Test, aber im Normalfall werden sie nur selten entladen. Würde man sie häufiger entladen, z.B. mehrmals pro Woche, und dann auch noch versuchen, die Kapazität auszunutzen (also z.B. jedesmal bis auf 25% runter), dann würden sie schnell altern und Kapazität verlieren.

    Deshalb gibt es für Anwendungen, bei denen man den Bleiakku tatsächlich auch häufig benutzen will, extra 'Cyle' bzw. 'Deep Cycle' Ausführungen. Für eine Solaranlage wären Starterbatterien nicht geeignet, dafür gibt es extra "Solarakkus". Und bei den Bleigelakkus nimmt man also besser nicht die, die üblicherweise in USVs stecken, sondern welche die für den Einsatz in Elktrorollstühlen vorgesehen sind.

    (Oder, wenn man das Geld hat, dann sollte man gleich Lithium-Eisenphosphatakkus nehmen...)


    Ich werde es heute abend mit geputztem Pfännchen probieren.

  • Meistens bricht ja die Spannung etwas ein, wenn große Verbraucher eingeschaltet werden. Deshalb würde ich vorsorglich nicht mit höheren als den Nennspannungen den Sollwert für den Strom ausrechnen. Wie sich das im Kfz-Bordnetz auf die Lampen auswirkt, weiß ich nicht. Darauf kommt es beim Oxamaten auch gar nicht an. Wichtig ist dagegen, ob der Verdampfer heiß genug wird. Das ist hier offenbar nicht der Fall, denn sonst würde er sich freibrennen. Da nützt auch das Putzen des Pfännchen nichts bzw. gestattet nur kurzzeitig den Betrieb im Grenzbereich des notwendigen Temperaturbandes, d.h. der eigentliche Fehler wird weitergeschleppt.

    Wenn irgend möglich: Den Oxamaten an eine sichere Stromquelle (Netzteil mit mindestens 15 A (nicht: Ah!), Kfz-Batterie o.a.) anschließen. Wenn er sich freibrennt, dann lag der Fehler zweifelsfrei bei der bisher verwendeten Batterie, die nicht genug Strom lieferte.

  • Ich sehe hier wie meine Vorredner ebenfalls mehrere Problemkreise:

    1. Die Lampe erzeugt nicht ausreichend Hitze, um die Schale heiß genug zu bekommen und zu behalten. Das kann an der Lampe, der Leitung oder am Akku liegen. => Ursache suchen und Fehler beheben. Am einfachsten wird es wohl sein, zum Test mit einer anderen Stromquelle anzufangen und Verkabelung auf sichtbare Schwachstellen zu untersuchen.

    2. Die Randisolation verzögert das Erwärmen des Randes, sodass die Probleme damit eher größer als kleiner werden dürften => entfernen

    3. Sobald du Kristallisationskeime von der letzten (unvollständigen) Verdampfung irgendwo hast, kristalliert es dort leichter dazu. => gründlich reinigen


    Auch der Kollege und Konstrukteur Alfranseder könnte dir eventuell weiterhelfen. Vielleicht kennt er ja das Problem schon von einem anderen Kunden und noch besser eine Lösung dazu. Ich fand ihn bisher bei Fragen sehr hilfsbereit.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Hallo,


    soweit ich weiß, hat der Alfranseder diese Schalen auch aus Kupfer, was sich sicher auf die Wärmeleitung und damit auch auf der Randtemperatur positiv auswirken würde.


    viele Grüße

    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Ich war mal so schlau und hab die Kabel hin zur Batterie verlängert:(

    DAS sah dann im Ergebnis "genau so" aus, also zu wenig Saft auf der Orgel.

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Im Ergebnis meiner wirklich vielfältigen Beobachtungen bei Kollegen mit den unterschiedlichsten Verdampfern und der Tatsache, daß OX bei 157 Grad sublimiert: Das Verdampferschälchen muß mindestens 157 Grad solange halten, bis die OX restlos sublimiert ist. Die mir bekannten Verdampfer verharren nicht bei dieser Temperatur, sondern durchlaufen diese nur und überschreiten sie bei weiterer Energiezufuhr. Das ist aber kein Problem, da bis zum Erreichen der Zersetzungstemperatur 187 Grad die für den Bienenstock nötige Menge (1 - 2 g OX) bereits sublimiert ist.

    Wenn im angefragten Fall an der Schale/am Schalenrand Resublimation einsetzt, ist die Temperatur der Schale insgesamt zweifelsfrei zu niedrig, sie ist nicht richtig durchgewärmt und wird nur in der Mitte - direkt über der Heizquelle - geradeso mit der nötigen Mindesttemperatur betrieben. Darauf deuten auch die nur minimalen Verkohlungsspuren auf der Holz"isolierung" hin.* Dagegen helfen marginale Optimierungen (Säuberung, Entfernung von Alufolie + Holz"isolierung") nur bedingt. Sie erweitern für kurze Zeit ggf. das Minimalfenster, aber beseitigen nicht das Grundproblem. Normalerweise erhitzt auch der Oxamat in der vorgegebenen Zeit sein Verdampferschälchen mit ausreichender Reserve über das Mindestmaß hinaus, so daß auch am äußersten Rand des Verdampferschälchens nichts resublimiert bzw. vorhandene OX-Reste sicher "freibrennen".


    *Das schließe ich aus der Beobachtung bspw. beim Varrox, der regelmäßig Holzteile flächig und ca. 2 - 3mm tief ankohlt bis hin zum Substanzverlust vom Holzquerschnitt, selbst wenn er in ca. 3 - 5 mm Abstand über die vorgesehenen 2,5 min hinaus eingeschaltet bleibt.

  • Ich habe heute endlich weitergetestet:

    Schälchen innen blank poliert, mit frisch geladenem Akku laufen lassen: trotzdem Niederschlag.

    Holzisolation entfernt, außerdem Pressling statt losem Pulver verwendet: weiterhin Ablagerung, zwar wenig, dafür aber ein paar Millimeter tiefer. Ohne die Isolation ist die 'kalte Zone' also noch größer, was mir auch logisch erscheint.


    Der Akku hatte vor der zweiten Verdampfung 13,1V, während der Verdampfung 12,4V, danach 12,9V. Hm, irgendwie erscheinen mir diese Werte niedriger als ich erwartet hätte. So langsam frage ich mich, ob der Händler mir wirklich einen neuen Akku verkauft hat.


    Habe gerade keinen zweiten da, und die Starterbatterie aus dem Auto kann man ja nicht mehr mal eben rausnehmen (dann meckert der 'Bordcomputer' und muss von einer Werkstatt zurückgesetzt werden).


    Die Lampe wäre auch noch testweise auszutauschen, muss mal suchen, ob ich noch eine im Bestand finde.


    Hätte nie gedacht, dass dieses System so zickig sein kann...

  • Nimm halt ne ordentliche 70Ah Autobatterie und du hast Ruhe - auch wenn du mal vergisst, sie wieder aufzuladen.

    Und wenn deine Batterie im Auto versagt, hast du eine in Reserve und kannst gleich zur Tat schreiten. (Wem ist das neulich nochmal passiert? :/8))

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Mittlerweile habe ich auch die Lampe ausgetauscht: hat nichts gebracht, es fand sich trotzdem eine breite Kruste am Pfännchenrand.


    Autobatterie passt nicht gut, ich habe selber kein Auto, leihe es zwar oft, bin sonst mit Fahrrad unterwegs. Und wie gesagt, das Beanspruchungsprofil hier ist nicht gut für Starterbatterien. Besser wären eigentlich Bleigelakkus, die speziell für Rollstühle, Golfcarts etc. gedacht sind.


    Den Stromfluss habe ich noch nicht gemessen. Ich habe wahrscheinlich nicht das richtige Messequipment dafür.

  • Die Stromquelle muß genug Power haben (hoher Innenwiderstand):

    https://de.wikipedia.org/wiki/Stromquelle_(Schaltungstheorie)

    Wieviel Ladezyklen Deine Batterie lebenslang durchhält, ist für die Funktion des Oxamaten im Augenblick unerheblich. Um die Messung des Stromes direkt an den Zuleitungen vor der Lampe kommst Du nicht herum, wenn Du den Grund für die unzureichende Erhitzung finden willst - oder Du schließt eine stärkere Stromquelle an...