Problem mit Oxamat: Oxalsäure rekristallisiert am Pfännchenrand

  • Hallo,


    was läuft hier falsch: einen Oxamat der ersten Generation mit ca. 1,1 g Oxalsäurepulver befüllt, laufen lassen. Hinterher festgestellt, dass der Hauptteil der Oxalsäure nicht vernebelt wurde, sondern nur am Pfännchenrand rekristallisiert ist. Es hat sich also eine neue Schicht Kristalle wenige Millimeter über dem Pfännchenboden gebildet.

    Versuch mehrfach wiederholt, mit jedesmal ähnlichem Ergebnis.


    Ich habe einen vollgeladenen Akku verwendet (15Ah Bleigelakku). Früher (vor mehreren Jahren) hatte ich das Gerät schonmal mit einem kleineren Bleigelakku als jetzt betrieben. Das hatte funktioniert, das Gerät hatte die Oxalsäure noch vollständig verdampft.

    Inzwischen auch die Kontaktzangen am Stromkabel neu befestigt, die Glühbirne kontrolliert (bei Glühwendeln leuchten), die Glühbirnenkontakte abgerieben. Es wird ja auch heiß, nach kurzer Zeit sieht man das Oxalsäurepulver schmelzen und dann brodeln, wenn man unter die Kappe guckt. Und es entsteht auch Nebel. Nur dummerweise bilden sich dann am Rand neue Kristalle, wenn ich später nach der Abkühlung die entstandene Kruste nachwiege, dann kommt die schonmal auf 0,7 g. Also mehr als die Hälfte des eingesetzten Dihydrats. Wenn man davon ausgeht, dass der Wassergehalt in dieser Kruste vermutlich geringer ist als im Ausgangsstoff, dann ist wahrscheinlich nichtmal ein Drittel vernebelt worden.


    Wie kann das sein?

  • Mangelnde Hitze ist zu vermuten. Ich selbst kenne den Oxamaten nur von Hospitationen bei Kollegen. Das von Dir beschriebene Phänomen beobachtete ich nur 1 x - Ursache war da eine fast geleerte Batterie. Ist der Beginn der Sublimation im Vergleich zu sonst verzögert , d.h. fließt von Beginn an zuwenig Strom? Schaltet der Timer vorzeitig den Strom ab? Hast Du die Möglichkeit, den Stromfluß im laufenden Betrieb zu messen und die anliegende Spannung? Wenn nicht -> probeweise den Timer überbrücken und die Heizbirne direkt an die Batterie anschließen. Sind alle Kabel/-anschlüsse noch voll i.O., d.h. bspw. alle einzelnen Adern jeder Litze-Leitung noch voll angeschlossen oder großenteils abgebrochen? Es sind viele Ursachen denkbar, die nicht genug Strom zur Heizbirne durchlassen oder die Ableitung der Hitze behindern. Sitzt bspw. das Pfännchen noch fest auf dem Röhrchensockel und sitzt dieser straff auf dem Glaskolben der Heizbirne?


    p.s.: Bei ausreichendem Stromfluß und Spannung kann man nicht mit bloßen Augen prüfen, ob beide Heizdrähte (Ab- und Aufblendlicht) glühen, allenfalls beim Nachglühen nach dem Abschalten. Wenn man bei laufendem Betrieb in das Licht der Lampe hineinschauen kann, so wäre das für mich ein Hinweis auf mangelnde elektrische Versorgung der Heizbirne.

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  • So ähnlich dachte ich auch schon. Strom habe ich noch nicht gemessen. Wüsste jetzt auch nicht, wie hoch der Sollwert wäre.

    Der Timer schaltet nicht vorzeitig ab, im Gegenteil, er läuft eher merklich länger als 5min. Ok, das könnte ich an dem Drehpoti einstellen, soweit ich weiß...

    Ich habe versucht, die Kontakte zu putzen, an die ich rankam. Aber z.B. an die Kontakte in dem Stecker, der auf die Lampenkontakte gesteckt wird, an die komme ich natürlich nicht ran.


    Ich habe sogar schon das Pfännchen von unten wärmeisoliert. Zuerst mit etwas Alufolie, einfach damit weniger Wärme an den Luftstrom abgegeben wird.


    Dann sogar mit Holz. Nur als Versuch. Die Schale müsste so deutlich wärmer werden. Und wie man an der Verkohlung sieht wird es auch ordentlich heiß.





    Sogar eine halbe Minute nach Abschalten der Lampe ist die Schale noch so heiß, dass Kristalle sofort anfangen zu dampfen, wenn man sie mit einem Holzstab vom Rand löst und auf den Pfännchenboden fallen lässt.


    Habe leider kein Bild direkt nach einem fehlgeschlagenen Versuch gemacht, mit der Kristallkruste. Wird demnächst nachgeliefert.


    Mittlerweile habe ich schon den Lüfter im Verdacht. Es ist ein deutlich fühlbarer Luftstrom vorhanden, aber vielleicht reicht der nicht? Andererseits kann ich nicht verstehen, wie die Oxalsäure sich dermaßen effizient am Rand niederschlagen und kristallisieren kann, dass mehr als die Hälfte da hängen bleibt, Lüfter hin oder her....?

  • Hallo

    Auch ich habe das so gehabt.

    Den Bleigelakku 15ah kaufte ich neu und verdampfte 1.5 gr Pulver. Bei der 13. und 14. blieben Reste in dem Pfänchen, so wie von Dir beschrieben.

    Mit den, zur Probe, bestellten Tabletten war es dann wieder ok. Während ich die Tabletten aufbrauche, fing ich an an die Völker an verschiedenen Tagen zu behandeln. Also nur 6 bis 8 Behandlungen mit einer Batterieladung.

    Nachdem die Tabletten aufgebraucht waren griff ich wieder zum Pulver und es bildeten sich wieder Reste, diesesmal aber bereits bei der 7. und 8. Behandlung. Für mich ist der Akku schuld. Dein Akku hat nicht zufällig ein gelbes Gehäuse und schwarzen Deckel?

    Ich bin nicht mehr dazu gekommen, aber versuch doch mal eine Serie mit einer Autobaterie zu bedampfen. Ob die Reste sich dann immer noch bilden.


    p.s. Ich konnte beobachten wie sich große Blasen bilden, beim verdampfen von Pulver.

    Als ob was schleimiges kocht. Ich denke, auf diesen Blasen legen sich die Christale ab.


    Gruß Jakob

  • Ich hatte das selbe Problem, habe aber Stromanschluss, daher war mir das unerklärlich. Alfranseder meinte, ich müsste die Lampe auswechseln, da aber der Oxamat noch recht neu ist, suchte ich weiter. Ich habe dann 1. das Pulver mit einem Röhrchen direkt imPfännchen gepresst und 2. das Pfännchen gereinigt bis es wieder glänzte innen ( war halt etwas oxidiert innen) und jetzt klappt es wieder. Die letzten 18 Bedampfungen waren alle einwandfrei.

  • Moin, moin,

    Batteriespannung mal nachgemessen? Unter Last? Dreht der Ventilator sehr deutlich höher, wenn die Heizung ausschaltet? Ist das Streulicht gelb-orange oder weiß-gelblich?

    Versuch mal, den Vorgang direkt nach abschalten der Heizung neu zu starten.

    Mit einem 56 Ah Autoakku geht sicher so ungefähr ein Dutzend, mit 72 Ah um 20. Hat der Apparat schon eine Batteriekontrollleuchte? Wenn die dunkel bleibt, geht es nicht mehr restlos und im weiteren Verlauf zunehmend restbetont.

    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Der Akku ist ein schwarzer Panasonic-Akku, extra für 'Cycle Use'. Hatte mir im Frühjahr einen neu gekauft, aber bis November nicht im Einsatz. Als ich es dann ausprobierte, stellte ich die beschriebenen rekristallisierten Krusten fest. Versuchte es erneut, auch wie beschrieben mit etwas Alufolie um die Unterseite des Pfännchens gewickelt, half nicht viel. Dann stellte ich fest, dass eine Ecke des Akkus warm wurde und der Kunststoff auch eine Delle aufwies. Ok, eine Zelle kaputt, neuer Akku bestellt.


    Neuen Akku erhalten, geladen, ausprobiert: weiterhin Kristalle am Rand. Damit hatte ich nicht gerechnet. Akku nach dem Laden 13,4V. Unter Last gestern auch gemessen, weiß den genauen Wert nicht mehr, evtl. 12,5V.

    Die Lampe überprüft und soweit es ging Kontakte gesäubert. Das Licht ist weiß.


    Wie gesagt, 'früher' ging es auch mit einem noch kleineren Akku (7,2Ah?), vier- bis fünfmal. Jetzt treten die Probleme schon beim ersten Mal auf.


    Habe es auch schon mit warmem (nicht heißen) Pfännchen erneut probiert. Und mit dem gezeigten Holzkragen.

    Beim letzten Versuch heute nacht gab es zwar mal weniger Ablagerungen, aber angesichts der Bedingungen (neuer Akku, voll geladen, mit Zusatzisolation des Pfännchens...) wundert es mich trotzdem, vor allem weil es eben früher nicht ständig auftrat.




    Pfännchen polieren werde ich als nächstes probieren.

  • Hallo habe ebenfalls mehre Oxamaten in Gerbrauch, sowohl Gas als auch Strom.


    Das ist grundsätzlich ein Problem, dass zu wenig Hitze da ist. Dies kann folgende Gründe beim Strom-Oxamaten mit Pfännchen haben.

    1. Batterie oder Stromquelle zu wenig Power

    2. Lampe taugt nichts mehr

    3. Pfännchen zu stark verschmutzt.


    Grüße

    Uwe

  • Beim Oxamat sind an der Lampe drei Drähte dran, es wird also Fern- UND Abblendlicht eingeschaltet. Evtl. hat sich bei dir ein Draht gelöst?

    Mit einer Schweisserbrille soll man erkennen können, ob alle Wendeln glühen...??

    Aber ich denke es liegt am nicht so sauberen Pfännchen...

  • Zu 2.: Das muß man genauer definieren. Eine Lampe dieser Bauart (mit Glühwendeln) "verbraucht" sich dadurch, daß die Glühwendel durch den Betrieb immer dünner -> heißer wird und eines Tages dann durchbrennt. Im Gegensatz zum Kfz setzt der Oxamat beide Glühwendeln (für Auf- und für Abblendlicht, jeweils mit kleinen Reflexionsspiegeln) in Betrieb, um die nötige Hitze zu entwickeln. Das und die Abdeckung mit dem Verdampferpfännchen könnte zu erhöhtem Verschleiß führen im Vergleich zum bestimmungsgemäßen Gebrauch in einem Kfz-Scheinwerfer.

    Resp.: Mglw. ist eine der beiden Glühwendeln durchgebrannt und es mangelt deshalb an Heizleistung. Die elektrische Leistung (P) kann man am Lampensockel ablesen in Watt (W). Dort müßten 2 Angaben dafür stehen, eben für Auf- und für Abblendlicht. Diese sind zu addieren und durch die anliegende Spannung (12 V sollte die Batterie liefern -> Liegt das auch an der Lampe an?) zu dividieren. So läßt sich der Sollwert für den Strom errechnen I = P/U und mit dem tatsächlich gemessenen Ampere-Wert vergleichen.

    Die Lampe eines befragten Imkerkollegen gibt an: 12 V 60/55W. Also muß an Strom nach der Einschaltphase mindestens fließen: 115 W / 12 V = 9,58 A, also rd. 10 Ampere. Fließt weniger, wird nicht genug geheizt.


    Das ist i.ü. schon weniger als beim Varrox. Der wird angegeben mit 150 W /12 V = 12,5 A. Messungen in der Praxis zeigten jedoch an den (mglw. ungenauen) Amperemetern der verwendeten Netzteile mehr an: bis zu 16 A.

  • Mit einer Schweisserbrille soll man erkennen können, ob alle Wendeln glühen...??

    Wenn man keine Schweißerbrille zur Hand hat: Lampe einschalten = Augen zu -> und wieder ausschalten = Augen auf: Die Glühwendel, die noch rot nachleuchtet, war in Betrieb. Unabhängig davon lassen sich durchgebrannte Glühwendeln i.d.R. auch mit bloßem Auge im kalten Zustand erkennen...