Brutfreiheit für Oxalsäure

  • p.s.: Die in #9 genannte Faustregel (3 Wochen nach dem ersten Frost) hat ihre Berechtigung. Sie ist jedoch nicht mehr als eine Faustregel, also entsprechend ungenau. Bspw. hatten wir hier bei uns bisher noch keinen Frost und in den letzten Jahren bis Weihnachten auch nicht. Ein renommierter Dahlienzüchter hat mir diese Beobachtung für die hiesige Region für die letzten Jahre ebenfalls bestätigt. Er wartet auch seit einigen Jahren vergeblich auf den ersten Frost, der seinen Dahlienknollen den letzten Schub verleihen soll, bevor er sie ausgräbt - obwohl dieser Frost in den alten Betriebsaufzeichnungen und Fachbüchern für September/Oktober angezeigt ist. Er benötigt allerdings mit seinen Angestellten 4 Wochen, um seine Dahlien(knollen)bestände zu bergen und muß seine Arbeiten daher mehr dem Kalender als dem Wetter unterordnen.

  • Da gebe ich auch gerne meinen Senf dazu: Habe letzten Donnerstag bei so 10 Grad und verhaltener Sonne immerhin 8 Völker checken können. Davon hatten nur 2 Brut oder besser: Brutreste - beide sind definitiv zu schwach zum überwintern und das wissen sie...daher eben Brut auf Teufel komm raus. Daher würde ich grünes Licht für die Winterbehandlung geben. Die Sprüherei war zwar aufwändig aber erfolgreich...es rieselte massiv. So sah es nach 5 Tagen auf der Windel aus:

    Volk10-4d.jpg

  • Das ist mal ne gute Lektüre.

    Vielen Dank dafür.

  • Habe mir jetzt auch grünes Licht gegeben. Sonst reichte es die letzten Jahre , die Winter Behandlung Mitte Dezember durchzuführen. Doch dieses Jahr ist bei 3 Völkern die Varroa Schadschwelle überschritten. Diese wurden spät umgeweiselt und gingen danach noch extrem in brut, das habe ich auch beim ein füttern gemerkt. Die 2malige AS Langzeit Behandlung hat wohl leider nicht genügend Varroen erwischt. Muss jetzt unverzüglich behandeln. Bin mir nur unsicher wegen der Witterung. Hoffe Robert hat Recht und sie sie sind zum Teil schon BRUTFREI.

  • Ich rechne 21 Tage nach den ersten kalten Nächten. Da die Rechnung aber nicht immer auf den Tag passt, bedampfe ich am 14. Tag am 21. Tag und am 28. Tag nach der ersten kalten Nacht. Bei uns war's am 14.11. erstmals um den Gefrierpunkt. Ich hoffe, damit auch die Unpünktlichen zu erwischen.


    Wenn ich nach 3 Tagen eingeschobener Windel keine Brutzellendeckel mehr sehe, bedampfe ich auch ohne Berücksichtigung der Rechnung mit den kalten Nächten.


    Nach der letzten Bedampfung wird 2 Wochen gewartet und danach eine Windeldiagnose gemacht. Wenn innerhalb einer Woche eine Milbe fällt, gibt's eine Blockbehandlung 4 x alle 4 Tage.

  • Hier in Südhessen waren am letzten Wochenende bei mir alle (weitgehend) brutfrei. Zu lange warten bringt auch nichts. Wenn bei Völkern mit starkem Varroafall dieser plötzlich von selber nachlässt, dann ist es zu spät und vom Volk fast nichts mehr übrig.

  • Hier in Südhessen waren am letzten Wochenende bei mir alle (weitgehend) brutfrei. Zu lange warten bringt auch nichts. Wenn bei Völkern mit starkem Varroafall dieser plötzlich von selber nachlässt, dann ist es zu spät und vom Volk fast nichts mehr übrig.

    Den starken Varroabefall lasse ich im Herbst gleich gar nicht zustande kommen. Abhängig vom Bienenflug bedampfe ich nach der Sommerbehandlung alle 2 bis 4 Wochen. Damit halte ich die Milben durchgehend deutlich unter der Schadschwelle und beuge einer ansteigenden Parasitierungsrate vor, die entstehen würde, wenn die Milben mehr und die Brutzellen weniger werden.

  • ...bei 3 Völkern die Varroa Schadschwelle überschritten...Muss jetzt unverzüglich behandeln. Bin mir nur unsicher wegen der Witterung. Hoffe Robert hat Recht...brutfrei

    Was soll die unverzügliche Behandlung jetzt bezwecken? Warum kann die nicht warten bis in 3 Wochen? Annahme dabei: Auch in Brandenburg gab es in den letzten beiden Nächten brutstoppenden Frost, so daß ab ca. 21.12. nach o.g. Faustformel Brutfreiheit wahrscheinlich sein dürfte.

    Welche Gründe bestehen dafür, daß Roberts Verhältnisse auf einen fremden Standort und fremde Völker mit differierender Vorgeschichte 1:1 übertragbar sind und die eigene Diagnose ersetzen können?

    Wer jetzt blind fliegt, kann im nächsten Jahr weiter mit Unsicherheiten rechnen und "hoffen"...

  • Es dampft bis die letzte Milbe fällt. Bisserl gruselig zu lesen isses schon. Einmal, zweimal, im Wochentakt - sicher ist sicher...


    Wenn das bei Euch nötig ist, feilt doch lieber mal an Eurer Betriebsweise. Das ist es doch, was Ihr von den Landwirten immer fordert.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Aktionismus hilft nicht viel, selbst wenn jetzt bei auslaufender Brut auch prozentual mehr natürlich sterben, erfolgt keine Vermehrung mehr, denn neue Brut werden sie nicht mehr anlegen. Wer mit Oxuvar-Zuckerlösung träufelt, sollte es nur einmal und wegen Brutfreiheit und verkürzter Lebensdauer der Bienen so spät wie möglich.

    Die Bedampfer haben den Vorteil, das bei schlüpfender Brut nach der ersten Behandlung nach 2 Wochen eine weitere möglich ist.

    Regelmäßige Bedampfungen oder MS-Duschen bei Vorhandensein von Brut erwischen nur ein paar Prozent und stören nur die Klimatisierung des Bienenvolks. Wenn behandeln - dann wirksam!

    Bei mir sind die "Kopfisolationen" drauf und nicht Verdampfungsräume für Grabkerzen und die Anzahl der Störungen wird auf das Notwendige beschränkt.

  • d.h. Schied- und Fluglochkontrolle bis zur Restentmilbung.

    Ich werde wie letztes Jahr in Abhängigkeit von der Temperatur (5°C) entscheiden, ob ich an den jeweiligen Ständen träufele oder bedampfe. Letzteres dauert länger mit dem Varrox.


    Gruß Fred

  • Wer mit Oxuvar-Zuckerlösung träufelt, sollte es nur einmal und wegen Brutfreiheit und verkürzter Lebensdauer der Bienen so spät wie möglich.

    Die verkürzte Lebensdauer finde ich interessant/wichtig. Kann jemand dazu einen Link zu einer wissenschaftlichen Untersuchung bzw. Veröffentlichung einstellen?

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.