Brutfreiheit für Oxalsäure

  • Hallo zusammen,


    in den letzten Jahren habe ich sehr unterschiedliche Meinungen (wie immer ;) gehört, wann der optimale Zeitpunkt für die Oxalsäurebehandlung ist.

    Wie ist eure Erfahrung mit der Brutfreiheit bei den Bienen? Wann behanelt ihr?

    Habt ihr auch das Gefühl, dass die brutfreie Phase früher im Jahr stattfindet?

    Teilweise hatte ich im Oktober brutfreie Völker. Einige Kollegen machen die Winterbehandlung bereits Mitte/Ende November.


    Mir ist bewusst, dass die Brutfreiheit natürlich auch regional unterschiedlich ist.


    Viele Grüße

    Stefan

  • Winterbehandlung im November wäre soweit ich weiß eigentlich normal. Wir hatten halt nur in den letzten Jahren oft einen so warmen Herbst, dass sich die Brutfreiheit bei vielen Völkern bis kurz vor Weihnachten verschoben hat. Vielleicht haben auch andere Faktoren dazu beigetragen.


    Wie auch immer, letzte Woche habe ich bei warmem Wetter die Völker an einem meiner Stände in der Innenstadt durchgeschaut: habe keine verdeckelten Brutzellen gesehen.

    Vermutlich war da gar keine Brut, aber so gründlich habe ich nicht gesucht.


    Angesichts des Wetters hätte es mich auch gewundert. Wir hatten zwar noch keinen richtigen durchdringenden Frost (die Kapuzinerkresse im Garten ist nur zur Hälfte erfroren). Aber es ist schon so lange regnerisch und oft unfreundlich, selbst im Sommer würden da etliche Völker aus der Brut gehen.


    So wie ich das sehe sollte die Restentmilbung jetzt möglich sein.


    Grüße,

    Robert

  • letzte Woche habe ich bei warmem Wetter die Völker an einem meiner Stände in der Innenstadt durchgeschaut: habe keine verdeckelten Brutzellen gesehen.

    Vermutlich war da gar keine Brut, aber so gründlich habe ich nicht gesucht.

    Unser BSV sagt v.a. den Anfängern angesichts solch halbherziger Eingriffe immer: Wenn Eingriff, dann richtig! (oder gar nicht! - so will er verstanden werden). Ein Eingriff, dessen Ergebnis hinterher ebenso unklar ist wie vor dem Eingriff bringt keinen Gewinn, weder für den Imker, noch für die Bienen.


    Zur Themenfrage: Auf meinem Stand haben nur noch 20% der Völker verdeckelte Restbrut. Bei allen anderen ist die Restentmilbung bereits abgeschlossen.

  • Unser BSV sagt v.a. den Anfängern angesichts solch halbherziger Eingriffe immer: Wenn Eingriff, dann richtig! (oder gar nicht! - so will er verstanden werden). Ein Eingriff, dessen Ergebnis hinterher ebenso unklar ist wie vor dem Eingriff bringt keinen Gewinn, weder für den Imker, noch für die Bienen.

    Ein weiser Mann! Ausdrucken und als Poster an die Wand hängen.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Zur Themenfrage: Auf meinem Stand haben nur noch 20% der Völker verdeckelte Restbrut. Bei allen anderen ist die Restentmilbung bereits abgeschlossen.

    Wie checkt Ihr jetzt ob die Völker noch verdeckelte Restbrut haben? Waben ziehen? Gemülldiagnose?


    Als lernwilliger immer-noch-Anfänger danke für hilfreiche Tipps :-)


    Und einen schönen Tag allerseits



    Gruß Johannes

  • Ich halt mich an den Rat eines erfahrenen Imkers und suche nicht extra nach Brutwaben und störe somit nicht das gesamte Bienenvolk.

    Regel: 3 Wochen nach dem 1. Frost gibt es in der Regel keine nennenswerte Brut mehr. Das ist der Zeitpunkt um an einem kalten Tag dann, wenn die Traube zusammensitzt, die OS zu träufeln. Das alles sollte VOR Weihnachten geschehen, weil danach das Brutgeschäft wieder beginnt, so in etwa.

    Bei meinem Stand steht die OS Behandlung deshalb diese Woche an.

  • Warum sollte er auch nach unverdeckelter Brut suchen?

    Da sind keine Milben.

    Das ist falsch. Milben tauchen so früh wie möglich in offene Brut ab. Die Wissenschaft sagt: am Tag 5 ... 5,5 (S. 10 unten):

    https://edoc.ub.uni-muenchen.de/12025/1/Schneider_Verena.pdf

    Aufmerksame Imker bestätigen das durch durch eigene Beobachtung.

    Eine nicht von der Hand zu weisende Hypothese besagt außerdem, daß die Imkerei durch jahrelangen flächendeckenden Einsatz von TAM auf ebendiese Eigenschaft der Milben ausliest (rechtzeitig in offene Brut zu flüchten, um der Einwirkung von TAM zu entgehen) = Bestenauslese.


    Apibus :

    Aufmerksame und v.a. kontinuierliche Beobachtung der Völker (+ Dokumentation) incl. Vergleich untereinander zeigt mir, wann es sich (bei passendem Wetter) bei welchem Volk lohnt, die fraglichen Waben im Zentrum des Bienensitzes auf Brutfreiheit zu inspizieren. Die engmaschige Gemülldiagnose ist ein wesentliches Element dabei. Manchmal liege ich falsch und finde noch Restbrut, aber die Trefferquote steigt mit den Jahren, man lernt eben immer dazu. Eine "Einheitsbehandlung" aller Völker eines Standes zum selben Zeitpunkt birgt eine größere Ungenauigkeit, da die Völker aus verschiedenen Gründen eben nicht "einheitlich" sind. Jeder Imker muß da das für seine Imkerei vertretbare Maß finden und ich verstehe durchaus Kollegen, die manche Betriebsschritte eben zu einem festen Zeitpunkt für alle Völker durchziehen. Allein die Bequemlichkeit des Imkers kann aber m.E. nicht das alleinige Entscheidungskriterium sein.

  • Ich habe meine Bienen letztes Wochenende mit Oxalsäure besprüht. 10/13 Völkern waren quasi brutfrei, nur 2-3 Völker die ich noch im Oktober spät umgeweiselt hatte, hatten noch etwas Brut. Ist halt oft so, daß die späten Neuköniginnen unbedingt noch eigene Bienen einbringen wollen. Der Milbenfall war überwiegend beträchtlich, was beweist, wie wirksam das Ox-Sprühen ist. (im Gegensatz zum Träufeln).