starker Totenfall auf dem Gitterboden Ende November

  • Hallo !

    Ich bin gerade völlig blockiert durch viel zu viel angehäuftes theoretisches Wissen und bitte um Hilfe :

    Gestern meine beiden Beuten kontrolliert und dabei mit der Taschenlampe hinter das Mäusegitter ( volle Fluglochbreite ) geleuchtet.

    Gleich beim ersten Jungvolk einen Riesen Schreck bekommen, da der ganze Gitterboden voller Bienen liegt, soweit ich erinnere gleichmäßig, relativ dicht ( ? ).


    Muss ich handeln ? Morgen u. übermorgen hätte ich noch Handlungsmöglichkeit, da 16 ° C vorhergesagt. Sonst erst zur Restentmilbung demnächst.


    Ein paar Daten aus der letzten Zeit :


    - letztes Öffnen 26.9. Adam Fütterer entfernt, bei 11 Waben sind alle Wabengassen voll besetzt

    - letzte Varroakontrolle mittels Ölwindel 5.10. - 2,3 Milben / Tag ( 11.9. - 0,7 Milben / Tag )

    - letzte stärkere Trachtflüge in den warmen Mittagsstunden Ende Oktober / Anfang November! durch Greening Maßnahmen in der LW verursacht

    - heute morgen bei 6 ° C entströmt dem Flugloch ganz leicht nach feinem Honig duftende Stockluft , nichts Gäriges o Ä.


    Fehlen noch Angaben ? Bitte fragen.

    Vielen Dank für eure Mühe !

  • kannst Du auch bei -56°c machen: Kiste neben den Boden stellen, den ausklopfen, Kiste wieder drauf. Würde ich Dir auch dringend empfehlen.


    Gründe und Ursachen wirst Du jetzt nicht erfahren. Vermutlich Varroa + Viren.


    Beste Grüße und viel Glück,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Schau Dir vor dem Ausleeren des Bodens die Bienen dort nochmal genau an. Wenn sie schwerpunktmäßig unter dem Bienensitz liegen und einfach nur tote, ggf etwas zusammengeschrumpelte Bienen sind, dann ist es so, wie Rase schreibt.


    Wenn die Bienen eher zerlegt und die Bruststücke ausgefressen aussehen und ggf. auf einer Unterlage darunter viele Beine und Flügel zu sehen sind, dann könnte trotz Mäusegitter eine Zwergspitzmaus am Werk sein. Dafür würden auch kleine Köttel und eine großflächige Verteilung der Bienenreste über das ganze Bodengitter sprechen. In diesem Fall könntest Du ein engmaschigeres Gitter vor die Beute hängen. Die sind dann aber auch für die Bienen deutlich mühsamer zu durchsteigen.


    Viele Grüße

    Kikibee

    Nächstes Imkerforumstreffen am 26-28.3.2021 im Jagdhof Kleinheiligkreuz bei Fulda!

  • Gründe und Ursachen wirst Du jetzt nicht erfahren. Vermutlich Varroa + Viren.

    Das kann ein Imker selbst ohne Laborausrüstung näher ergründen. Er sollte es auch tun, wenn er seine imkerliche Tätigkeit auf Fehler überprüfen will. Und zwar jetzt, wenn die toten Bienen noch nicht entsorgt, verschimmelt sind oder aus anderen Gründen nicht mehr für die Ursachenforschung taugen:

    http://www.imkerverein-greven.…s-habe-ich-falsch-gemacht

    p.s.: Hier zur Festigung und Vertiefung v.a. in Bezug auf das Erkennen von Virenerkrankungssymptomen:

    http://www.imkerverein-greven.…rne-massnahmen-totenschau

  • weitere mögliche Ursache- Überfütterung durch die Herbsttracht, keine leeren Flächen für die Wintertraube. Verkühlen dann auf den vollen Futterflächen.

    Donnerstag/Freitag soll es je nach Region nochmal warm werden, das man einen Blick rein werfen könnte, wenn man 1-2 Leerwaben parat hat.

  • Manne

    Danke, interessant und mir auch bekannt, jedoch sind es mit Sicherheit meine Fehler in der Völkerführung, die die Hauptursache sind.


    bienenfred

    Danke, das zumindest hatte ich schon während dieser starken Trachtflüge im Hinterkopf , habe

    aber keine Leerwaben, da mein erstes Jahr.


    Vielen Dank an alle - ich werde berichten !

  • Das ist eher unwahrscheinlich: Vom 11.9. bis 5.10.17 hatte sich der natürliche Milbenfall um das 4-fache erhöht (#1). Ende Oktober wurden dann starke Trachtflüge beobachtet - ich nehme an: mit entsprechendem Polleneintrag. Daraus könnte man die These ableiten, daß das Volk stark gegen varroa-/krankheitsbedingte Belegschaftsverluste anbrütet(e). Überprüfen läßt sich das leicht durch die von Guido Eich empfohlene Totenschau/Pyramidenform des Soldatenfriedhofes.

    Unabhängig davon ist es aus nachvollziehbaren Gründen üblich, zuerst mit den weniger invasiven Untersuchungsschritten zu beginnen. Das ist nicht nur in der Human- und Tiermedizin so, das hält selbst meine Kfz-Werkstatt nicht anders.

  • Um der Klarheit willen und um die Eingangsfrage zu beantworten:
    Boden reinigen (tote Bienen für die spätere Ursachenforschung bevorraten!) bzw. gegen sauberen Boden austauschen wie in #2 empfohlen und Soldatenfriedhof legen mit einer repräsentativen Anzahl von toten Bienen. Die toten Bienen auf Symptome von Virenerkrankungen genau betrachtend untersuchen. Wenn das kein eindeutiges Ergebnis bringt, kann die Imkerin immer noch Waben ziehen und weiter forschen (Leerraum für Wintertraube vorhanden, Varroakotreste in noch ungeputzten Zellen usw.). Am besten dabei den Imkerpaten zuziehen oder/und Fotos machen.

  • Oder Boden ausklopfen, fertig. Kreuz auf die Kiste machen und beobachten, ggf. im Frühjahr abräumen.


    Das Völker sterben ist normal, und daß wir immer rausfinden woran es lag ist eher unwahrscheinlich. Kann man versuchen, aber das braucht man auch nicht zu übertreiben. Besser angewöhnen, ein paar Völker mehr einzuwintern.



    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich lese aus dem Bericht das keine Varroabehandlung bis hier her, nicht durchgeführt wurde. In diesem Fall ist die meiste Jungbrut varroageschädigt (bei entsprechendem Befall) und liegt deshalb auf dem Boden. Ist das Volk stark genug, sobald als möglich Varroabehandlung durchführen. Ist nur noch eine Handvoll Bienen vorhanden ist das Schicksal des Volkes besiegelt. Als erstes Boden reinigen und sind Bienen mit rausgestreckter Zunge dabei, dann ist die Milbe Hauptursache.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)