Noch mal Varrobahandlung - jetzt im November

  • Habe im Thread vom letzten Jahr gesehen, daß man auch jetzt mit Milchsäure sprühen könnte. Habe gestern an meiner einzelnen Beute am Außenstand viel zu viele Milben enteckt, die Bienen waren ansonsten aber ziemlich aktiv auf den Oberträgern (meine im Garten lassen sich dagegen nicht wirklich sehen, nur hören). Die zweite AS-Behandlung mit dem Liebigverdampfer war in die Hose gegangen, nehme den nie wieder. Alle anderen hatten Nassenheider drin. Soll ich nun lieber Milchsäure sprühen, damit ich noch die Option für die Oxalsäure im Dezember offen habe (man soll ja nur ein Mal), oder gleich träufeln? Dann muß ich aber die gesamte Packung Oxuvar anmischen und vielleicht die anderen Völker gleich mitbehandeln, damit mir das teure Zeug nicht verdirbt. Die Völker sind aber wahrscheinlich bis auf eins noch nicht brutfrei, die hatten noch ganz schön viel Kondensat an den Abdeckfolien. In der letzten Bienenzeitung stand, daß man Oxalsäure auch mit einer Kerze verdampfen könnte, könnte mir so ein Ding für Duftöl vorstellen. dann könnte ich das Oxuvar zu lassen. Auf alle Fälle muß ich sofort was unternehmen und nicht erst vor Weihnachten. Hab das Volk aber erst mal nicht auseinandergenommen und auf Brutfreiheit untersucht, es war gestern ziemlich kalter Wind.

    Annette

  • Eine Sprühbehandlung würde ich nur bei mildem Wetter empfehlen. Das soll es aber diese Woche noch geben.

    Wirksamer als MS ist eine Sprühbehandlung mit OS. Anders als die Träufelbehandlung ist die schonender und kann auch wiederholt angewendet werden.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Auf die 3 (oder 4?) Wochen warten auf Brutfreiheit kommt es jetzt am 20. November wohl auch nicht mehr an, oder? Da hättest Du schon die 3 (oder 4?) Monate vorher richtig nutzen müssen...

    Also setz dich noch etwas auf die Hände und beträufle mit OX bei relativer Brutfreiheit im Dezember EINMAL! Die MS kannst Du dir getrost JETZT sparen...


    Und noch eine Frage: Wie teuer ist eigentlich ein Volk?

    Ist das mehr oder weniger als das teuere Oxuvar?

    :confused:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Es gibt ganz unterschiedliche Konzepte bei der Applikation von AS. Als die Kurzzeitverdampfer (Schwammtuckh etc.) nach jahrelangem Gebrauch in Verruf gerieten wegen ihrer Handgranaten-Wirkung, wurden Langzeitverdunster entwickelt und mit ihrer Eigenschaft beworben, die AS-Konzentration in der Stockluft nicht plötzlich, sondern erst allmählich auf das wirksame Maß ansteigen zu lassen. In der Hoffnung, daß diese Werbeaussagen nun inzwischen vergessen sind, wurden neue Kurzzeitapplikationen entwickelt, z.B. MAQS. Hier wurde z.B. darüber diskutiert:

    MAQS / Katastrophale Erfahrung

    An der Ruhruni Bochum verglichen Dr. Aumeier u.a. verschiedene Applikatoren (u.a. die von Kaktusland verwendeten) in verschiedenen Temperaturbereichen:

    http://nodglobal.com/wp-conten…re-im-Bienenvolk-2015.pdf

  • MAQS / Katastrophale Erfahrung


    An der Ruhruni Bochum verglichen Dr. Aumeier u.a. verschiedene Applikatoren (u.a. die von Kaktusland verwendeten) in verschiedenen Temperaturbereichen:

    http://nodglobal.com/wp-conten…re-im-Bienenvolk-2015.pdf

    Ich habe beide zitierten links studiert , nachdem ich Anfang September bei bescheidensten Wetter-

    Aussichten (laut varroawetter.de ) noch 1 X bei einem sehr früh gebildeten Ableger eingreifen musste.

    Zu diesem Zeitpunkt kamen offiziell nur MAQS für meine Anwendung in Frage und ich habe KEINE katastrophalen Erfahrungen gemacht. Leider stelle ich immer wieder fest, dass viele varroawetter.de nicht kennen, das ist wirklich schade, denn dort kann man seinen Standort eingeben und nach meiner Beobachtung ist die Vorhersage ziemlich präzise ( hohe Wahrscheinlichkeit des tatsächlichen Eintreffens ).

  • Hatten wir leider schon oft im Forum stehen. Die verpasste Gelegenheit ist nicht mehr gut zu machen...

    Ich glaube Rainer hatte es auch mal in der Signatur, dass die schlimmsten Fehler dabei gemacht werden, wenn man einen anderen Fehler ausbessern will.


    Ich fürchte auch, dass jede Behandlung, die Bienen stärker stört (und Waben zum Spühen rausziehen stört sicher gewaltig) momentan eher schadet. Wenn sie die nächsten Wochen bis zu Brutfreiheit nicht mehr aushalten, kommt man eh zu spät.


    Als Problem für verpasste Gelegenheiten sehe ich allerdings nicht das Geld für die Mittel, sondern das Zuwarten auf die bestmögliche Gelegenheit oder das Verschieben auf die nächste Chance, weil man gerade schlecht Zeit hat.

    Varroawetter hat bei mir leider schon öfter nicht so gut gepasst. Meine persönlichen Wetterprognosen waren meist besser. Hier lokal passen aber öfter die Prognosen der Wetterdienste nicht, weil das Mikroklima scheinbar etwas von den Modellen abweicht.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Ich habe natürlich die vorigen Monate zur Varroabekämpfung genutzt. Den Liebig hab ich im Oktober noch mal reingestellt, aber da ich da nicht täglich gucken gehe, hab ich nicht gemerkt, daß da fast nix rausgelaufen ist, warum auch immer. Wegen Oxuvar - ich bin generell gegen jede Verschwendung, wenn sie sich vermeiden lässt und geb meine Reste auch mal an andere mit wenig Völkern weiter. Aber meine Bedenken sind auch, dass ich jetzt mein Pulver verschieße und dann im Ernstfall keine Möglichkeit mehr habe. Zum Verdampfen habe ich keine Geräte (und auch Angst davor).

    Der Varroawetter-Link ging übrigens letzte Woche nicht, er akzeptiert meine Postleitzahl nicht. Ging mir schon mal so.


    Fazit also: auf den guten Zeitpunkt warten.


    Danke,

    Annette

  • ...Monate zur Varroabekämpfung genutzt. Den Liebig hab ich im Oktober noch mal reingestellt, aber da ich da nicht täglich gucken gehe, hab ich nicht gemerkt, daß da fast nix rausgelaufen ist, warum auch immer.

    1. Im Oktober sind die Winterbienen fast alle schon geschlüpft. Jedenfalls kann eine Behandlung zu diesem Zeitpunkt im Wesentlichen "nur" noch für einen varroaarmen Start im nächsten Jahr sorgen, aber nicht mehr genügend langlebige Bienen für eine erfolgreiche Überwinterung gewährleisten. Die Oktoberbehandlung gehört damit in das Kapitel "Restentmilbung" - noch dazu, wenn sie mit AS durchgeführt wird.

    2. Erfahrungsgemäß ist der Preis einer AS-Behandlung (wenn sie gegen Milben wirksam ist): Brutstop bei den Bienen und Absterben von Bienenbrut und schlüpfenden Jungbienen. Denkbar ungünstig im Oktober...

    3. Außerdem dürften die Oktober-Temperaturen (v.a. nachts) auch in Halle(S.) für den Liebig-Dispenser regelmäßig für eine solche Behandlungsart nicht ausreichen. Da genügt ein Blick auf die Bedienungsanleitung und einer auf die jährlichen Wetterstatistiken, um die Unmöglichkeit zu signalisieren. Die Diskrepanz ist so offensichtlich, daß Zugang zum "Varroawetter" nicht nötig gewesen wäre. Ein grundloses Hoffen auf günstigeres Wetter gegen mehrjährige Wetterstatistik vermag die Chance auf geeignetes Wetter nicht herbeizuschaffen.


    Die Misere liegt also nicht bei den verwendeten Gerätschaften, sondern bei grundhaften Fehlern im Varroa-Konzept der Imkerin. Die Ursachen hierfür sollten im Interesse von Imkerin und nicht zuletzt von deren Bienen schnellstmöglich beseitigt werden.

  • Der Varroawetter-Link ging übrigens letzte Woche nicht, er akzeptiert meine Postleitzahl nicht. Ging mir schon mal so.

    Geduld ! Mal eben probiert : 06118 ( Halle / Saale ) , vielleicht nicht genau Dein Stadtteil, dann

    nimmt man einfach das Nächstgelegene, das am ehesten passt. Über Sommer gab´s immer wieder

    mal Probleme mit der website, dafür haben sie sich entschuldigt und es sollte inzwischen behoben sein.

    Aber meine Bedenken sind auch, dass ich jetzt mein Pulver verschieße und dann im Ernstfall keine Möglichkeit mehr habe.

    Die Profis haben Dir ja Deine Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt. Der Ernstfall wird nicht eintreten,

    weil Du ja bis circa Mitte Dezember Zeit hast für die Träufelbehandlung mit OX.

    Den Liebig hab ich im Oktober noch mal reingestellt, aber da ich da nicht täglich gucken gehe, hab ich nicht gemerkt, daß da fast nix rausgelaufen ist, warum auch immer.

    Die von ribes zitierte Studie ist m. E. wirklich lesenswert. Die darin genannten Temperaturbereiche,

    in denen der Liebig Dispenser nur wirksam sein kann, waren bei Dir im Oktober ziemlich sicher nicht

    gegeben.

    Mir persönlich ist die Varroa Problematik erst durch das Lesen hier im Imkerforum richtig bewusst

    geworden, bin allerdings auch erst ganz am Anfang mit der Bienenhaltung. Ich werde mir ein Konzept

    über Winter entwickeln, damit es nächstes Jahr besser läuft, sozusagen das Optimierungspotential

    soweit wie möglich ausschöpfen...;)^^ !

  • Hallo Annette,

    wenn Varroawetter-Link deine Plz nicht annimmt dann bitte den nächst größeren Nachbar Ort eingeben im umkreis ~10 Km .Dann erhält man zumindest vergleichbare Daten

    Das Problem hatte ich hier früher auch mit den Plz ,so habe ich Essen oder Oberhausen eingegeben und hatte Varroawetter angaben. Dann konnten in meiner Stadt kein anderes Wetter sein.Das ist mein Tipp vielleicht hilft er dir beim nächsten mal weiter?

    Gruß Georg L.

  • Hallo Anette,

    was meinst Du denn mit viel zuviele Varroa?

    Wenn es wirklich extrem viele sind, würde ich bei milden Temperaturen schon mal reinschauen, das geht ohne Weiteres. Falls es nur noch wenig verdeckelte Brut ist, kann man diese mit der Gabel rauskratzen und ein paar Stunden später, wenn das Volk wieder eng sitzt, die Träufelbehandlung machen.

    Gruss,

    Jan