Wo Mittelwände kaufen ?

  • Hallo Profis,


    nachdem ich als absoluter Neuling mit Zielrichtung Imkereibeginn im Frühling beim Aulendorf-Imker Mittelwände kaufen wollte (Preis gut), habe ich kurzerhand "***imker Erfahrungen " bei Google eingegeben und hab gleich einen kleinen Schreck bekommen.

    2 Tage später bin ich nun etwas desillusioniert und ratlos wo ich meine ersten Mittelwände bestellen soll. Gibts denn keinen Imkershop, der über alle Zweifel erhaben ist und bei dem man bedenkenlos bestellen kann ? Ich müsste beim Holtermann noch Bienenbeutenfarbe und Lüftungsgitter bestellen und könnte da gleich auch noch die MW dazukaufen.......



    *GRÜBEL*


    Danke, danke, danke


    Reinhard

  • Lieber Reinhard,


    im PDF des ersten Beitrages findest Du die Gesamtproblematik aus Sicht eines betroffenen Berufsimkers dargestellt:

    http://imkerforum.nordbiene.de/viewtopic.php?t=3274

    Hier gibt es eine HP eines Betroffenen, in der auch der Ort eine Rolle spielt, den Du nennst:

    http://www.bee-gann.de/Wachs/geschichte.html

    Die besten "Zertifikate" nützen nichts, solange die nicht genau auf die Charge MW bezogen sind, die Du gerade kaufen willst. Das gilt offenbar auch für Bio-Siegel (in dem von Dir genannten Ort wurde bspw. trotz laufender Ermittlungsverfahren erneut das Bio-Zertifikat erteilt).

    Und diese Charge muß a) auf Rückstände und b) auf Echtheit untersucht sein. Ich habe bei meinem Beginn lange nach solchen MW-Paketen mit ChargenNr. und Untersuchungsergebnissen genau zu dieser Charge gesucht. Die wurden letztlich von der Fa. Biorat vertrieben. Ich fand daneben nur einen Imkerbedarfshändler, der die auch versendet.

    Zur Echtheitsproblematik vermitteln folgende beiden Schulstunden das nötige Grundwissen:

    Mittlerweile vertraue ich nur meiner eigenen Wachsstrecke. Ob es derzeit darüber hinaus Händler oder Umarbeiter gibt, die verbindlich die Echtheit und Sauberkeit von MW chargengenau garantieren können, weiß ich deshalb nicht.


    Mein Rat: Lieber klein und garantiert sauber anfangen, als nach dem Vogel-Strauß-Prinzip.


    Du schaffst das - Gottfried

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  • Kennst Du einen Imker der Dir für den Start was von seinem Eigenwachs abgeben kann?

    Oder auch etwas von einer größeren Charge, die er gekauft und bereits MW davon in den Völkern getestet hat, bevor er die umfangreich einsetzt?

    Ansonsten kauf gleich eine größere Menge, so dass das etwas länger reicht und Du zumindest die nächsten Jahre (nachdem es im ersten als Brutwaben gefunzt hat) weißt was Du hast.


    Muß auch dreistellig zukaufen. Aber ohne vorher selbst getestet zu haben, bring ich da nix mehr in die Völker.

  • Da sind wir wieder beim Thema....


    Wer nix weiß, kann sich auch nicht sicher sein, d.h., Du musst irgendwann schon mal analysieren lassen. Alternativ die Bienen als "Testmaterial" einzusetzen, halte ich für fatal.


    Als Anfänger ohne Material muss man Risiken eingehen - da hilft nichts, solange es keine kontrollierten Wachsstrecken/-kreisläufe gibt (das haben wir aber schon zur genüge rauf und runter argumentiert).


    Empfiehlt man Dir einen Lieferanten, kann man trotz guter Erfahrungen in der Vergangenheit nicht sicher sein, ob dieser saubere Ware anbietet; denn der hat sie auch von einem Wachsumarbeiter gekauft. Andererseits sollte man das Thema auch nicht übertreiben - es gibt ja nicht nur Dreckwachs.


    Ich habe mir die Mühe gemacht und MW ex 2 Lieferanten auf Palmitin- und Stearinsäure analysieren lassen. Das Ergebnis zeigt in beiden Fällen keinen auffälligen Gehalt dieser Substanzen.


    Da wir hier keine Werbung machen, kannst Du mich gerne per PM kontaktieren.


    Beste Grüße


    Rainer


    p.s. Das alles gilt selbstverständlich auch für sog. Biowachs !

  • Alternativ die Bienen als "Testmaterial" einzusetzen, halte ich für fatal.

    Da ich sonst bei Dir bin, kann ich das nicht nachvollziehen...


    Wo liegt das Problem von einer neuen Charge erstmal nur ein paar MW in verschiedene Völker in/an das Brutnest zu packen um dann zu sehen, ob die funktionieren? Man muß ja auch nicht unbedingt auf das billigste Zeug am Markt hoffen. Die Scheinheiligen, die den billigsten Dreck mit all seinen Rückständen in ihre Völker hängen, und dabei noch andere an den Pranger stellen wollen, weil sie mit böser Chemie das Wachs verderben würden, sollten evtl. Doch erstmal vor der eigenen Tür kehren.


    Man muß die Völker darauf ja nicht verrecken lassen, falls man wirklich mit dem Kauf Pech hatte und die MW Schrott sind. Und selbst wenn, besser ein paar wenige Völker zerschossen, als den ganzen Bestand.


    Ich halte das immer noch für die praktikabelste Möglichkeit.

  • Alternativ die Bienen als "Testmaterial" einzusetzen, halte ich für fatal.

    Da ich sonst bei Dir bin, kann ich das nicht nachvollziehen....

    ...

    Ich halte das immer noch für die praktikabelste Möglichkeit.

    Prinzipiell geht das, aber


    - als Anfänger die Symptome zu erkennen, wenn schon gestandene BSV's damit Schwierigkeiten haben ??!


    - die Grenzen sind sicher fließend, insofern wäre mir (!) die Analytik lieber, weil aussagekräftiger.


    Meine Meinung


    Rainer

  • Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Ja schon, nur hier sucht ein Anfänger eine Lösung für das Problem.

    Meine Variante ist sicher nicht optimal, aber zumindest machbar.


    Threads was alles schlecht ist und was alles nicht geht, gibt es genug. Da kommt er ja her!


    Man muß halt auch mal lösungsorientiert denken...

  • Nix gegen den Mineralwassertest - jedoch, wenn der weiße Belag kaum entsteht, was dann ? Welche Folgerungen zieht man dann, insbesondere wenn wir wissen, dass schon die geringsten Mengen einen toxischen Effekt haben ?


    Würde ich (!) heute mit der Imkerei beginnen und wüsste um das gegenwärtige Risiko beim sog. Bienewachs, würde ich es so machen:


    MW bei einem bestimmten Händler erwerben, dazu ein Analysenzertifikat (AZ) anfordern. Wahrscheinliche kann er keines liefern, zumal ja nicht mal eine Chargenangabe (Ch) existiert. Insofern hätte das Zertifikat auch keinen Bezug, wäre somit wertlos!


    Man könnte dann die Händler durcharbeiten und prüfen, wer Bienenwachs mit Ch und AZ liefert. Ich schätze, es wird keinen geben. Dann bleiben nur 2 Optionen


    - einfach loslegen und es so machen, wie Beekloppter es vorschlägt (Risiko)

    - eigene Analyse in Auftrag geben und Ergebnis abwarten (Gewissheit).


    Die letzte Option wäre mir sympathischer; bei der Ersten wüsste ich es nicht genau. Wenn das Ergebnis o.k. ist, kann man sich eine größere Menge bei dem Händler nachkaufen. Jedoch kommt man dann ins Grübeln, ob denn diese MW die gleiche Qualität haben, wie die der analysierten Probe; denn es steht ja keine Ch auf der Packung und ist die Zusammensetzung dann die Gleiche ?


    Um es genau zu wissen, müsste man weiter Stichproben ziehen und erneut analysieren lassen. Es gibt dazu Vorgaben, welche Stichprobenmenge bei einer Gesamtmenge angebracht ist....


    Hat man dann z.B. 10 kg MW erworben und 3 Stichproben analysieren lassen, ist man eine dreistellig Summe los und kann guten Gewissens anfangen.


    Merkt Ihr etwas ? - Das Risiko und v.a.D. die Kosten werden auf die Imker verlagert!


    Natürlich wird im Verlauf der Jahre eigenes Wachs rezyklisiert und ein Wachskreislauf geschaffen, d.h., man weiß, dass der ursprüngliche Wachseintrag sauber war (Stichprobenanalytik) und durch viel Naturbau kann man die Verluste ausgleichen. Das erfordert neben eigener Arbeit einen Wachsschmelzer und eine Mittelwandgießform. Kann man sich ja anschaffen und die Winterabende sind ja lang....

    Ja, ich weiß, Vereine haben Equipment oder man kann sich ja zusammen tun. Nur - in der Praxis gibt es dann die vielen organisatorischen Hürden: es nutzt gerade jemand anders und danach warten noch 3. Und wenn man dann an der Reihe ist, hat die Familie etwas geplant, was nicht zu verschieben ist und plötzlich ist März und die Sonne lacht und und und.


    Nun muss der Imker aber das Altwachs erst mal ersetzten und will weiter wachsen, weil's so viel Spaß bereitet und dafür braucht er - Bienenwachs! Nun geht die Leier wieder von vorn los - kauft er, muss er sich sicher sein, dass es sauber ist; also wieder Stichproben analysieren und auswählen. Möglw. ist auch mal eine schlechte Probe darunter....

    Nimmt man die Sache ernst und hat einen Anspruch an die pflegliche Behandlung von Bienenvölkern, sollte man Risiken ausschalten, wo es geht. Es kostet - ja, gehört aber m.E. dazu.

    Der Berufsimker kann sich das nicht anders leisten; denn dessen Existenz hängt davon ab, wie wir plastisch gelesen haben! Der muss sich sicher sein, dass er reines Bienewachs einsetzt.


    Ich übertreibe mal ein bisschen, um den Mangel eines Qualitätsm'mentsystems beim Hersteller transparent zu machen. Bitte habt Nachsicht mit mir, ich möchte die Diskussion nicht erneut entfachen, nur aufzeigen, wo das Problem liegt.


    Der Reinhard eine eine einfache Frage gestellt.


    Rainer


    p.s. Hier mal ein Schlaglicht, was man auf der "Strecke" alles erleben kann... Mittelwände

    Anerkennen, was ist ! (Hellinger)

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  • Man könnte dann die Händler durcharbeiten und prüfen, wer Bienenwachs mit Ch und AZ liefert. Ich schätze, es wird keinen geben.

    Danke Rainer für Deine deutlichen und klarstellenden Worte, die nur zu unterstreichen sind.

    M.W. haben die beiden von mir angedeuteten Firmen noch das im Lieferprogramm (Umstellungswachs für Biobetriebe), was eigentlich für alle selbstverständlich sein sollte: MW mit Chargenkennzeichnung und Analysezertifikaten (auf a) Unverfälschtheit und b) Rückstandsfreiheit). Auf der HP des Imkereibedarfshändlers kann man die entsprechenden Analysezertifikate für jede der derzeitig lieferbaren Chargen sogar einsehen.

    Da in Europa derartiges Wachs schon seit langem nicht mehr verfügbar ist, kommt es aus Afrika und erschließt dort einheimischen Imkern noch eine zusätzliche Einkommensquelle, ohne die sie ihr Wachs nach traditioneller Wirtschaftsweise nicht wieder für imkerliche Zwecke einsetzen, sondern verbrennen u.a. entsorgen würden.

  • Ich würde empfehlen, mit (Kunst-)Schwärmen zu beginnen. Die brauchen keine Mittelwände, nur geeignet vorbereitete Rähmchenoberträger. Im Startjahr und im Folgejahr würde ich viel bauen lassen, ganz besonders im Honigraum. So hätte man im 3. Jahr das erste Wachs für Mittelwände.

    Vielleicht findest du auch einen Imker, der Altwachs ausschleust und dir verkauft. Daraus selbst hergestellte Mittelwände wären auch vertrauenswürdig. Ich würde im örtlichen Imkerverein nachfragen.

    Gruß Ralph