Größe der Weiselzellen

  • Hallo,

    ist für euch die Größe der Weiselzellen bei der Königinnenzucht ein Selektionsmerkmal?

    Inwieweit hat die Größe einen Einfluß auf die Königin?

  • Ich kann nur von mir reden:

    Ja, es ist ein Selektionsmerkmal, aber eher ein negatives. Aus übergroßen Zellen schlüpfen in der Regel keine Königinnen, die sind oft abgestorben.

    Wichtig ist für mich eine gleichmäßige Annahme, ein "typisches" Aussehen mit der gehämmerten Oberfläche, möglichst ohne Krümmung.

    Beim Schlupf eher kleine Königinnen strecken sich oft noch, so lange der Chitinpanzer nicht ausgehärtet ist.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo,

    ist für euch die Größe der Weiselzellen bei der Königinnenzucht ein Selektionsmerkmal?

    Inwieweit hat die Größe einen Einfluß auf die Königin?

    Hallo Erwin,

    die Größe der Weiselzelle hängt vermutlich hauptsächlich vom Pflegevolk ab. Wenn du nicht gerade vom Pflegevolk selbst nachziehst, macht die Größe und Form der Weiselzelle bestenfalls eine Aussage über den Pflegezustand der Königin. Sicherlich wirkt sich der Pflegezustand der Königin auch auf ihre spätere Leistungsfähigkeit aus, aber das wirkt sich erst später aus. "Selektionsmerkmal" im Sinne von züchterischer Selektion, kann die Größe der Weiselzelle deshalb nicht sein. (Außer du möchtest gezielt, eine eifrig pflegende Bienenlinie 'selektieren', dann mag die Größe der Weiselzelle zum Selektionsmerkmal werden.)


    Gruß

    Ludger

  • Da habe ich wohl meine Frage mißverständlich formuliert.

    Also etwas spezifischer:

    Wenn ich eine Serie von Königinnen ziehe, verwerfe ich krumme und die kleinsten Weiselzellen, im schlimmsten Fall die ganze Serie, weil ich unterstelle, dass da was bei der Anpflege schief gelaufen ist.

    Wie haltet ihr das?

  • Hallo

    Da habe ich wohl meine Frage mißverständlich formuliert.

    Also etwas spezifischer:

    Wenn ich eine Serie von Königinnen ziehe, verwerfe ich krumme und die kleinsten Weiselzellen, im schlimmsten Fall die ganze Serie, weil ich unterstelle, dass da was bei der Anpflege schief gelaufen ist.

    Wie haltet ihr das?

    ....... mache ich genau so.

    Gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Warum? Wartet doch ab, was da aus der Zelle rauskommt. Auf die 7-8 Tage kommt es doch nun wirklich nicht an. Zumal ja nebenan im Rähmchen die wohlgeformten ebenso lange brauchen, bis man die Königin zu Gesicht bekommt. Oder liegt es an den zusätzlichen Lockenwicklern oder Schutzkäfigen? Vielleicht sollte man nicht auf gute Ergebnisse setzen und sicherheitshalber parallel noch neue Zellen belarven; aber grundsätzlich würde ich eher nach Aussehen einer Königin selektieren, als nach Aussehen einer Weiselzelle. Wobei diese Beurteilung nach Aussehen auch fragwürdig ist.

    Bei der Auswahl aus einer Anzahl von Schwarmzellen achte ich sehr wohl auf die Größe der Schwarmzellen. Wichtiger als dies ist mir aber der Sitz der Zelle und die Pflegetätigkeit der Bienen um die Zelle.

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • Hallo Zusammen,

    ich bin mir bisher soweit sicher, dass die Grösse der Zelle nicht immer bedeutet, dass die Königin schwach ist oder schlecht gepflegt wurde. Buckfastvölker pflegen weniger und kleinere Zellen als Carnica, trotzdem kommen grosse und intakte Königinnen dabei raus. Auch die Grösse der Königin sagt nicht immer was aus. Schlechte Erfahrungen habe ich mit Königinnen mit schlanken langen Hinterleibern.

    Gruss, Jan

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von JCD ()

  • Wichtig ist es, dass sich im Näpfchen einfach noch genügend Gelee Royal befindet. Also gegen das Licht halten und nachsehen, ob das Näpfen voll damit ist. Ist es grenzwertig, dann verwerfe ich diese Zelle lieber.


    Ich habe da mal über mehrere Jahre notiert, wenn es mal etwas kleinere Zellen waren, und trotz allem aber voll mit Gelee Royal. Habe da keinen Unterschied gemerkt...


    Waren diese Zellen jedoch grenzwertig klein oder nicht gefüllt, da fehlten diese geschlüpften Königinnen oft schon beim Begattungsflug bzw. wurden bald wieder umgeweiselt. Also so etwas spare ich mir daher und setze lieber noch eine neue Serie an. Auch wenn das Verdeckeln "ewig" länger dauert, verwerfe ich diese Zellen, trotz vermeintlich genügend Gelee Royal. Da fehlte die Wärme und das werden keine guten Königinnen. Daher auch nicht die Zuchtlatten bis außen hin vollstecken. Linker und rechter Sockel bleibt auf jeden Fall frei. Meinte gestern auf einem Vortrag auch der Jos Guth aus Luxemburg. Und der sollte es wissen. Züchtet über 10.000 Königinnen jedes Jahr.


    Und damit man trotz allem die auf der Belegstelle angemeldeten Königinnen auch beschicken kann, macht man deutlich mehr Zellen und verteilt das Risiko des fertig Pflegens auf mehrere Völker und nicht nur eines. Und man fängt ruhig einen oder zwei Tage früher mit der Zucht an, als es so nach landsläufiger Meinung sein sollte. Dann hat man begattungsreife Königinnen schon angeliefert und die werden alsbald auch begattet. Muss man halt auch vorher aufpassen, damit die Dame nicht schon vorher zu Hause einen Ausflug macht. Daher immer ASG vors Flugloch!


    Und wenn etwas schief läuft kann man doch noch nachsteuern und alle angemeldeten Plätze auch belegen. Das schlimmste ist es, wenn sich Leute anmelden und dann feststellen, dass sie doch nicht anliefern können. Und dann nicht einmal beim Belegstellenleiter absagen. Da erlebt man so einiges... Andere würden sich freuen, wenn sie die Plätze erhalten hätten.


    Aber das ist ein anderes Thema!


    Königinnenzucht sollte niemals eine Notzucht sein. Das Volk wählt bei einem genügenden Angebot an nachzuchtwürdigen Larven - selbst in der Notsituation des Nachschaffens - geeignete Zellen zur Umbildung einer Arbeiterin in eine Königinnenzelle aus...

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Ich glaube, da steckt sehr viel Wahrheit drin, Luffi.

    Wir Imker in unserem Sparwahn meinen immer, die Bienen müssten mit 30 Zellen auskommen, wenn wir 20 Königinnen benötigen.

    So arbeitet Natur nicht. Bedenkt doch bitte einmal, wie viele Spermien losgeschickt werden, nur damit nachher eines eine Eizelle befruchtet.

    Auch deine Ansichten über die Menge des Gelee Royale kann ich bestätigen. Oft sind die großen Zellen nicht genügend gefüllt. Oder die Larve kommt nicht richtig hin.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Zu dem Geschriebenen von den Profis, kann ich nichts mehr dazu sagen. Für mich ist eines der wichtigsten Anzeichen, für eine gute Königin in der Weiselzelle, wenn sie von vielen Bienen besetzt ist.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)