EU Kommission zu Glyphosat

  • Ich finde, hornet trifft den Nagel auf den Kopf. Und dennoch können solche Aussagen dazu führen, dass Leute, die sich bis jetzt aktiv z.B. auf Demos gegen Glyphosat eingesetzt haben, den Mut verlieren.

    Natürlich investieren die Konzerne viel Geld und wollen dieses auch wieder refinanzieren.

    Vielleicht müssten mehr und strengere Auflagen für das Ziel einer Forschung vorhanden sein, um den Firmen vorher zu zeigen, welche Mittel eine Chance im Zulassungsverfahren haben und welche nicht.

    Was aber vorher unbedingt abgestellt werden muss, ist der Korruptionssumpf im BFR und bei der EFSA.

    Die Institutionen wurden geschaffen, um gesundheitliche Gefahren für die Bevölkerung zu erkennen und abzuwenden. Wenn 3/4 der Entscheidungsträger bei Einstellung keine oder fälschliche Angaben zu Verflechtungen in die Herstellerindunstrie machten , ist das für mich eines der Grundübel.

    Der Landwirtschaftsminister gibt nur das weiter, was das BFR und EFSA ermittelt haben, nämlich gesundheitlich unbedenklich!!!

    Deutschland braucht sich nicht über Korruption in Russland oder sonstwo aufregen, wir sind ein Paradebeispiel.

    Auch wenn es viel kostet, es müsste wieder mehr staatl. und unabhängige Forschung geben.

  • Glaube ich kaum. Wenn man die Strukturen der LPG mit den der neuen ökologischen und umweltverträglichen Methoden kombiniert, sollte vieles möglich sein.

  • Ich kritisiere auch, dass in den Medien und auch bei Gesprächen mit "normalen" Menschen fast nur Glyphosat diskutiert wird. Das ist einseitig und das erlaube ich mir als verfehlt zu kritisieren, weil es strategisch ein Stich ins Leere sein wird

    hornet, das ist zu flach kritisiert! Das eigentliche Problem liegt in der vorgefertigten "Meinungsberichterstattung" in Politik und Medien. Die Bürger sollen diese Meinungen übernehmen. Auf Fakten basierende Standpunkte der Bürger werden so erfolgreich vermieden.

    Solange wir Menschen immer länger leben und immer gesünder alt werden, halte ich jedenfalls die - tatsächlich durchaus vorhandene - Vergiftung unserer Lebensmittel durch Pestizidspuren zwar für schlecht, aber nicht für das dringendste Problem.

    Und hier gehst Du jener Masche selber ein Stück auf den Leim, indem Du den wesentlichen Teil der Ursachen für jenes Statistikergebnis nicht ansprichst.

  • Ich kritisiere auch, dass in den Medien und auch bei Gesprächen mit "normalen" Menschen fast nur Glyphosat diskutiert wird. Das ist einseitig und das erlaube ich mir als verfehlt zu kritisieren, weil es strategisch ein Stich ins Leere sein wird

    hornet, das ist zu flach kritisiert! Das eigentliche Problem liegt in der vorgefertigten "Meinungsberichterstattung" in Politik und Medien. Die Bürger sollen diese Meinungen übernehmen. Auf Fakten basierende Standpunkte der Bürger werden so erfolgreich vermieden.

    Uahhh... mir wird es gerade etwas gruselig zumute. Kommen jetzt gleich die Illuminaten um die Ecke oder hängt das wieder mit den Chemtrails zusammen?


    Gruß Jörg

    Imkerforumstreffen 2019 am 8.-10. März 2019 in Kleinlüder

  • Ich denke auch, das die Diskussion um Glyphosat einfach zu kurz greift. Wenn denn dann mal Glyphosat Geschichte ist, können wir dann alle nach Hause gehen, weil alles gut ist?

    Wohl kaum. Es gibt noch unzählig andere Insektengifte, Herbizide etc. Aber wir können uns schon heute für relativ saubere Lebensmittel entscheiden. Wer meint er könne sich Biolebensmittel nicht leisten , für den einen Tip: Tim Mälzer hat gezeigt, das sich sogar eine Familie mit Hartz IV so ernähren kann. Schwierig aber machbar.

    Für die Zukunft sehe ich nur den Weg über Kleinsthöfe, die durch Wechselfruchtanbau,Mischfruchtanbau etc. erfolgreich sind was die heutige Monokulturlandwirtschaft nicht leisten kann.

  • Für die Zukunft sehe ich nur den Weg über Kleinsthöfe, die durch Wechselfruchtanbau,Mischfruchtanbau etc. erfolgreich sind was die heutige Monokulturlandwirtschaft nicht leisten kann.

    Ich weiß zwar nicht, warum man für Wechselfruchtanbau/Mischfruchtanbau Kleinsthöfe braucht. Eins ist aber sicher: Kleinsthöfe werden auch in Zukunft unrentabel sein.

    Das sind romantische Vorstellungen, mit denen wir nicht weiterkommen.


    Zu ergänzen ist: Es geht bei weitem nicht nur um Pflanzenschutzmittel. Gerade laufen hier in der Region den Bauern die Güllespeicher über, weil es zu naß ist, um das Zug auf den Feldern zu verklappen (mit Düngen hat das ja kam noch etwas zu tun).


    Und auch das hat nichts mit der Größe der Höfe zu tun. Wir haben hier in der Gemeinde den größten Biomilcherzeuger in Mecklenburg-Vorpolen. Der produziert keine Gülle. Und wenn du sähest, wie hier im Sommer auf hunderten Hektar die Kornblume blüht und im Spätsommer der Weißklee, würdest Du vor Neid erblassen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Warum soll ich vor Neid erblassen ? Wir brauchen nur viel mehr solche Betriebe, egal ob gross oder klein. Das Kleinsthöfe nicht rentabel sein können halte ich für ein Gerücht. Die grosse Mehrheit der landwirtschaftlichen Produkte die wir konsumieren kommt von kleinen bis mittleren landwirtschaftlichen Betrieben.

  • Die meisten Produkte die wir konsumieren kommen halt nicht aus Deutschland. Jeder einzelne Deutsche ist sozusagen virtuell Landbesitzer von ca. 1 ha landwirtschaftliche Fläche irgendwo auf dieser Erde. Diese Fläche konsumieren wir durch z.B. unseren exzessiven Fleischkonsum der erst mit Soja aus Argentinien als Futter für unsere Kühe möglich ist. Unsere Landfläche reicht dafür eben nicht. Muss ja für Strassen versiegelt werden, Mais für Biogasanlagen etc.

  • Die meisten Produkte die wir konsumieren kommen halt nicht aus Deutschland. Jeder einzelne Deutsche ist sozusagen virtuell Landbesitzer von ca. 1 ha landwirtschaftliche Fläche irgendwo auf dieser Erde. Diese Fläche konsumieren wir durch z.B. unseren exzessiven Fleischkonsum der erst mit Soja aus Argentinien als Futter für unsere Kühe möglich ist. Unsere Landfläche reicht dafür eben nicht. Muss ja für Strassen versiegelt werden, Mais für Biogasanlagen etc.

    Ja, aber die Sojabohnen für die heimische Viehwirtschaft werden gewiss nicht von Kleinbauern produziert

    Die enormen Flächen Mais für Biogasanlagen und Raps für Industrie und Treibstoff zeigen, dass viel Platz ist für eine andere Art von Landwirtschaft. Übrigens exportiert Deutschland einen Gutteil seiner Milch- und Fleischerzeugnisse (und zerstört damit u.a. in Afrika den Kleinbauern die Existenzgrundlage).

    All das sind Gegebenheiten, die mit in die Debatte müssen und in Bezug gestellt werden müssen zur Anwendung von PSM.
    Sonst erzählt uns der nächste Landwirtschaftsminister wieder das Märchen vom Hunger auf der Welt, dem nur mit Agrarchemie beizukommen ist.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Moin, moin,


    zur Zulassung:


    Es ist an sich nicht schlimm, dass die Untersuchungen zunächst vom Antragsteller eingereicht werden. Es sollte nur ein real hohes Risiko bestehen, dass Ergebnisse daraus auf Reproduzierbarkeit geprüft werden und, falls die nicht gegeben ist, die Zulassung nicht erteilt wird, wenn es sie schon gibt, sie sofort erlischt und eine spürbare Strafe fällig wird. Orientiert etwa an den mit der erschlichenen Zulassung erzielten Umsätzen...

    Im übrigen ist natürlich klar, dass wir deutlich andere und anders wirtschaftende Landwirtschaft brauchen. Schon aus Gründen der Totalitarismuskritik.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Ja, aber die Sojabohnen für die heimische Viehwirtschaft werden gewiss nicht von Kleinbauern produziert

    Die enormen Flächen Mais für Biogasanlagen und Raps für Industrie und Treibstoff zeigen, dass viel Platz ist für eine andere Art von Landwirtschaft. Übrigens exportiert Deutschland einen Gutteil seiner Milch- und Fleischerzeugnisse (und zerstört damit u.a. in Afrika den Kleinbauern die Existenzgrundlage).

    All das sind Gegebenheiten, die mit in die Debatte müssen und in Bezug gestellt werden müssen zur Anwendung von PSM.
    Sonst erzählt uns der nächste Landwirtschaftsminister wieder das Märchen vom Hunger auf der Welt, dem nur mit Agrarchemie beizukommen ist.


    Wolfgang

    Soja wird von landwirtschaftlichen Großbetrieben auf den ehemaligen Flächen der Kleinbauern angebaut, die um ihr Land betrogen oder enteignet werden. Diese Flächen fallen für die einheimische Versorgung mit Lebensmitteln aus, was dazu führt das diese Länder für teures Geld Lebensmittel importieren müssen.

    Eine andere Landwirtschaft ist von der Wirtschaft und der Politik nicht erwünscht. Die aktuelle Förderpolitik bevorzugt Agrargroßbetriebe, die dann auch in der Lage sind international aufzutreten . z.B. als Landräuber in Afrika .

    Die deutschen bzw. europäischen Agrarexporte sind nur durch die EU Subventionspolitik möglich, die ca. 40 Prozent des gesamten EU Haushaltes ausmacht.

    Die Überflutung Afrikas mit diesen subventionierten Lebensmittel führt zur Zerstörung der Existenzgrundlage afrikanischer Kleinbauern und damit zur Abhängigkeit afrikanischer Staaten von Krediten der Weltbank, die wiederum die Kredite davon abhängig macht , das diese subventionierten Lebensmittel einen ungehinderten Zugang zu den afrikanischen Märkten erhalten.

    Durch die Zerstörung von Strukturen und Arbeitsplätzen sehen junge Leute in Afrika nur in der Flucht z.B. nach Europa eine Zukunft . Im Kolonialismus 1.0 wurden Afrikaner eingefangen und verschleppt. Das ist heute nicht mehr nötig. Die Arbeitssklaven kommen von ganz allein und nehmen eine lebensbedrohliche Überfahrt auf dem Mittelmeer in Kauf. Das alles ist die moderne Form von Kolonialismus, eben Kolonialismus 2.0 !

    Diese System kann durch das Kaufverhalten der Verbraucher beendet werden. Die Verbraucher werden kapieren müssen das zu dem Verkaufspreis konventionell erzeugter Lebensmittel die indirekten Kosten noch mit dazugerechnet werden müssen ( wzB. die Kosten für die afrikanischen Flüchtlinge in Europa, höhere Wasserrechnungen für die Beseitigung der Nitratbelastungen des Trinkwassers, gesundheitsschädliche Folgen von PSM etc.). Diese Gesamtsumme macht konventionell erzeugte Lebensmittel teurer als biologisch erzeugte Lebensmittel.