EU Kommission zu Glyphosat

  • Die Efsa (EU-Lebensmittelbehörde) will Studien, die als Grundlage der Entscheidung über Glyphosat gedient haben, nicht veröffentlichen. Die Studien kommen von Monsanto und Cheminova. Ich finde es höchst bedenklich, dass eine EU-Behörde Studien von Herstellern von Unkrautvernichtungsmitteln zur Grundlage der Entscheidung über eben diese Mittel macht. Die Hersteller werden sich ihr Geschäft wohl kaum durch eigene Studien kaputt machen. Entscheidungen dieser Art sollten sich auf unabhängige Studien stützen. Das ist eigentlich ein Skandal, der aufgeklärt werden müsste.


    http://www.spiegel.de/politik/…eimhaltung-a-1182223.html


    Gruß,

    Michael

  • D....Ich finde es höchst bedenklich, dass eine EU-Behörde Studien von Herstellern von Unkrautvernichtungsmitteln zur Grundlage der Entscheidung über eben diese Mittel macht.

    ... Mit Verlaub, aber das ist doch der Standard bei der Zulassung schon seit Jahrzehnten. (War es jemals anders?).

    Das ist nicht nur bei Pflanzenschutzmitteln so, das ist auch bei Pharmaka und Medizinprodukten oder auch bei den Abgaswerten von Autos etc. etc. so.

    Wer das ändern will, der muß den Gesetzgeber auswechseln......

  • Wenn man sich den Film über das Tribunal über Glyphosat in Holland/Belgien anschaut. In diesen hat ein amerikanischer Professor eine interessante Lücke im Zulassungsverfahren genutzt und dadurch alle Studien von Monsato zur Zulassung einsehen können. Aus diesen ging eindeutig hervor das Glyphosat Kresbrisiken erhöht. (Der Film an sich ist schon super)

  • D....Ich finde es höchst bedenklich, dass eine EU-Behörde Studien von Herstellern von Unkrautvernichtungsmitteln zur Grundlage der Entscheidung über eben diese Mittel macht.

    ... Mit Verlaub, aber das ist doch der Standard bei der Zulassung schon seit Jahrzehnten. (War es jemals anders?).

    Um gleich die letzte Frage zu beantworten: Nein, es war schon immer so. Und das hat seinen Grund: Wer außer dem Herstellers z. B. eines Medikaments hat Interesse und v.a.D. das Geld eine Studie zu finanzieren ? Würden Studien mit risikobehaftetem Endergebnis öffentlich finanziert, wären wir schnell in der Bredoullie. Studienkosten für z. B. moderne Medikamente liegen in 3-stelliger Mio.-Höhe; das dürfte für die Zulassung von PSM aufgrund der geforderten Nachweise für deren Unbedenklichkeit und damit der Breite der Studien nicht viel anders sein. Und hier sind wir am springenden Punkt: Wenn eine Fa. soviel investiert hat (Zeit & Geld), will sie das Risikoinvestment natürlich über die Zulassung und Vermarktung wieder zurück (und gerne etwas mehr; denn da fängt der Profit an!). Das ist Basiswissen der Betriebswirtschaft und alles andere als verwerflich, es ist der Treiber des Geschäfts.


    Was die Sache aber kritisch macht, ist die Verneinung von Begleitschäden bei der breitflächigen Anwendung und damit das Ausblenden von Folgen für Umwelt und Mensch. Hier mögen die vorgenannten Interessen im Vordergrund stehen.


    Und noch ein Letztes zur Veröffentlichung von Studienergebnissen schlechthin: Wenn sich die Experten schon nicht einigen können, glaubt man denn, eineindeutige Hinweise oder Fehler herauszulesen und sich mit seinem möglicherweise fokussierten Blick über deren Kontroverse stellen zu können ? Wir tun immer so, als wüssten wir es besser....


    Beste Grüße


    Rainer

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  • Medien und Bürger scheinen sich in ihrer Anti-Glyphosat-Stimmung einig zu sein.

    Das ist ja alles schön und gut.


    Doch wenn es ihne wirklich um die Sache ginge, müssten sie anders argumentieren.


    Denn stellt euch mal vor, man wolle etwas gegen die schädlichen Auswirkungen des Flugverkehres unternehmen.

    Was glaubt ihr, würde es dann bringen, wenn man die Lufthansa verbieten würde, sonst aber nichts fordern und schon gleich gar nichts machen würde?


    Eben. Dennoch passiert aber genau das derzeit beim Thema Pestizide. Ein Glyphosatverbot alleine bringt NICHTS. Die aktuelle Diskussion geht meiner Meinung nach am Problem einfach vorbei und bringt bestenfalls eine kosmetische Veränderung und - völlig grundlos - ein gutes Gewissen.

    Denn mit Ersatzstoffen beginnt das ganze nur wieder von vorne, nur dass die Ersatzstoffe noch effektiver (schädlicher) sein werden. Sich also in Wirklichkeit nichts ändert und wahrscheinlich sogar noch verschlimmert.


    Man hat nur einen Grashalm abgeschnitten - neue werden um so stärker nachwachsen.


    Wer einen Kartoffelacker haben will, wo jetzt eine Wiese wächst, kommt nicht weit, wenn er immer nur die Wiese mäht.


    Gruß

    hornet

  • Hallo Hornet,

    Bezüglich Kartoffelacker und Wiese.

    Es gibt noch immer die Eiserne Unkrautregulierung mit Pflug, Fräse und Hacke. Funktioniert seit Grossvaterszeiten sehr gut. Es benötigt halt mehr Zeit, aber es geht.

    Mit sonnigen grüssen Michael

  • Mir geht es bei dem Vergleich mehr um das Thema "Problem grundlegend lösen durch an der Wurzel anpacken statt nur an wenigen Symptomen herumschnippeln und das eigentliche Problem unangetastet lassen".


    Insofern hast du aber auch recht: Pflügen beseitigt das Gras und damit die Wiese - nur mähen dagegegen nicht.

    Wer nur gegen Glyphosat wettert, macht aber genau das: Er mäht nur ein paar Halme nieder, sonst nichts.


    Der Hype um Glyphosatverbot oder Krebs durch Glyphosat ist also nicht nur völlig überzogen, sondern verdeckt durch seine Penetranz nur das eigentliche Problem, nämlich die legale, absichtliche, großflächige und langfristige Vergiftung unserer Umwelt durch alle Agrargifte.


    Die wird nach wie vor nicht wirklich diskutiert. Es geht nur um Krebs und Glyphosat. Oder wie im Beispiel oben: Es geht nur um Lufthansa, nicht um die Belastung durch den Flugverkehr. Also nicht um das eigentliche Problem.


    Und darüber dürfte die Agrarchemie sehr froh sein, denn wenn nur Glyphosat diskutiert wird, wird irgendwann auch mal nur Glyphosat verboten werden. Das aber wäre für die Agrarchemie gar kein Problem - denn es gibt ja noch genug andere Mittel und viele neue werden entwickelt und das alles unbehelligt.


    Wird weiterhin nur Glyphosat diskutiert, bleibt letztlich also alles wie es ist. Weshalb für mich diese ganze mediale Diskussion und die Aufregung über diesen Schmidt einfach nur lächerlich ist.


    Gruß

    hornet

  • ...denn wenn nur Glyphosat diskutiert wird, wird irgendwann auch mal nur Glyphosat verboten werden. Das aber wäre für die Agrarchemie gar kein Problem - denn es gibt ja noch genug andere Mittel und viele neue werden entwickelt...

    ... oder sind schon entwickelt worden: Glufosinat, z.B.


    https://www.glufosinate-ammoni…Regulatory-documents.aspx


    Ist schon etwas älter, hieß früher "Basta", könnte nun aufgrund der vermeintlichen leichten Abbaubarkeit eine neu Renaissence erleben.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Aus RoundUp-Ready wird Liberty-Link, sonst ändert sich nix. Die Glyphosatgeschichte wird ein Schuß ins Knie für uns Imker. Wenn die Empörung verpufft ist, ist Glyphosat verboten und NICHTS ist besser, das dann aber für Jahre. Weil alle Seiten (unabhängig welche) falsch spielen. Was für eine vertane Chance.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Deine Diskussion ist aber dem von Dir anerkannten und notwendigen Ziel nicht förderlich !

    Erstens weil Du Unrecht hast mit der kritisierten Einseitigkeit dieser Forderung nach Glyphosatverbot.

    Ich verweise nur auf die Grossdemonstrationen "Wir haben es satt"

    Und 2. weiss ich es von mir, dass ich nicht blindäugig für dieses Verbot eintrete.

    3. weil Du ohne ein Alternativvorschlag und wahrscheinlich auch ohne persönliches Engagement das

    zermürbende Ringen von vielen tausend Bürgern diskreditierst.

    Ich erlaube mir die Frage: Warst Du schon auf einer dieser Grossdemonstrationen dabei, wo es um Glyphosat aber auch insgesamt um die Vergiftung unserer Umwelt geht ?

    Vielleicht kannst Du uns auch einen ganz anderen Weg empfehlen ?!

  • hartmut17:


    Nicht jeder kann und will alles machen. Demos sind EIN Weg, aber nicht DER Weg. Den weiß ich übrigens auch nicht.


    Aber ich halte es durchaus für legitim etwas bei einem Thema zu kritisieren, ohne selbst Experte darin zu sein. All' die Demonstranten tun das schließlich auch, obwohl die wenigstens davon Chemiker, Umweltfachleute oder Landwirte sein dürften.


    Ich halte es jedenfalls strategisch für völlig falsch, das Thema "Krebs durch Glyphosat im Essen" zu betonen, weil es einfach nur ein Nebenthema ist. In den Medien und der öffentlichen Diskussion ist es aber genau umgekehrt das Hauptthema und das kritisiere ich, ohne deswegen einzelne Ausnahmen wie die von dir erwähnten Demonstrationen deswegen zu diskreditieren.


    Ich kritisiere auch, dass in den Medien und auch bei Gesprächen mit "normalen" Menschen fast nur Glyphosat diskutiert wird. Das ist einseitig und das erlaube ich mir als verfehlt zu kritisieren, weil es strategisch ein Stich ins Leere sein wird, siehe meine Argumente oben oder die von rase gleich darunter.


    Mein Weg oder Beitrag ist, dass ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit darauf hinweise, dass Glyphosat nur EIN Aspekt des eigentlichen Problems ist, die immer wieder hochgekochte Krebsgefahr sogar nur ein nebensächlicher Aspekt, da die Pflanzen-, Tier- und generell die Artenvernichtung sowie die langfristige Anreicherung problematischer Stoffe in der gesamten Umwelt das eigentliche Problem ist.


    Mein Weg ist auch, dass ich selbst Bioimker bin, Biolebensmittel bevorzuge, einen möglichst dazu passenden Lebensstil vorlebe und Laien die Augen öffne, wo es meiner Meinung nach hakt und wo jeder was tun kann. Auch der kleinste Beitrag ist ein Beitrag.


    Solange wir Menschen immer länger leben und immer gesünder alt werden, halte ich jedenfalls die - tatsächlich durchaus vorhandene - Vergiftung unserer Lebensmittel durch Pestizidspuren zwar für schlecht, aber nicht für das dringendste Problem. Da müsste man sich schon eher erst mal mehr über Autoabgase, Rauch und Alkohol aufregen, bevor man bei Glyphosat im Bier weiter macht, wenn es einem wirklich um die reale Gefährdung geht.


    Ich meine, es gehört eine Grundsatzdiskussion her, die z.B. auch beinhaltet, ob wir ausgerechnet im dicht besiedelten Industrieland Deutschland mit unseren begrenzten landwirtschaftlichen Flächen die Welt retten und ernähren, also auch mit Weltpreisen konkurrieren müssen. Denn das führt unweigerlich weg von kleinteiligen Bauernhöfen und hin zu großflächigen Industriebetrieben mit allen bekannten Nachteilen.


    Oder ob nicht wir reichen Deutschen die sind, die es sich noch am ehesten leisten könnten, Vorreiter zu sein bei der Entwicklung einer zwar zunächst teuereren biologischen Landwirtschaft, die dann aber langfristig nachhaltiger, ökologisch ungefährlicher und damit langfristig wohl auch billiger wäre. Wer wenn nicht wir im reichen Deutschland könnte die hohen Entwicklungskosten dafür tragen?


    Gruß

    hornet