Kampf gegen Varroa verloren?

  • Hallo, wir haben ein großes Varroaproblem. Wir sind Standort für Imkerkurse im städtischen Raum. Dafür haben wir zwei Bienenvölker, an denen die Kurse abgehalten werden und die danach von uns mit begleitendem Imker betreut werden. Im Sommer ging es natürlich um die Varroabehandlung, Gemülldiagnose, Puderzuckertest, alles auf Null. Daraufhin wurde beschlossen keine Behandlung durchzuführen. Ende August kam dann aber der extreme Anstieg im Varroenfall, wir haben die Nassenheider Classic-Verdunster eingesetzt.....nur ist einfach so gut wie nichts verdunstet, da wir immer nur feuchtkaltes Wetter hatten. Die Zeit lief, wir sind auf Schwammtuchmethode umgestiegen, mittlerweile sind fast 3000 Milben gefallen, der "natürliche Fall" jetzt nach der Behandlung liegt aber weiterhin bei etwa 70 Milben pro Tag.


    Hat jemand noch irgendeine Idee, was wir jetzt noch tun können, oder ist alles verloren?

  • Gaaanz entspannt. Der natuerliche Milbenfall sollte fruehestens 14 Tage nach Ende der Behandlung kontrolliert werden. Kann gut sein, dass Deine 70 Milben/Tag noch die Nachwirkung der AS waren.


    Sollte der Milbenfall weiter hoch bleiben, dann schnellstmoeglich brutfrei mit Oxalsaeure behandeln. Die Traeufelmethode (nur 1x!!!) funktioniert am besten, wenn die Bienen eine enge Wintertraube gebildet haben, was aber Temperaturen unter +5 Grad braucht. Es gibt natuerlich auch noch andereFormen, OX in's Volk zu bringen...

  • Nicht in den Völkern herumwühlen, die haben Stress genug.


    Blockbehandlung mit Oxalsäuredampf alle 3 Tage 5x und dann warten bis es kalt wird und die Völker Brut reduzieren oder ganz aus der Brut gehen, dann nochmal eine Serie Dampf. Dann ist's mit der Varroa vorbei. Dann hoffen, dass die Faktorenkrankheiten im Rahmen bleiben. Dann kann das Frühjahr kommen.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Womit dann behandeln, wenn die Brut ausgeschnitten ist?


    Beim zweiten Volk liegt der Fall leicht über zehn pro Tag, auch ausschneiden?

    Nach Ausschneiden der Brut geeignete Verfahren, wären die Milchsäure-Sprühbehandlung, oder neuerdings auch die Oxalsäure-Sprühbehandlung.

    Oxalsäure-Verdampfung (nicht zugelassen) wirkt in dieser Situation auch sehr gut.

    Oxalsäure-Träufeln, sollte nur bei dichter Wintertraube erfolgen.

    Ameisensäure eignet sich wegen der niedrigen Temperaturen nicht


    Bevor Ihr loslegt, holt euch doch nochmal einen erfahrenen Kollegen hinzu, wie der Befall in den beiden Völkern wirklich aussieht. Normalerweise würde ich jetzt versuchen, bis zur Winterbehandlung zu warten und dabei gilt es dann genau darauf zu achten, dass wirklich Brutfreiheit herrscht. Viel gesunde Brut, wird jetzt vor Weihnachten nicht mehr aufgezogen.


    Gruß

    Ludger


    p.s. Beim "Herumwühlen" auf die Außentemperaturen achten. Wo seid ihr? (bitte Profil ausfüllen) Hier wäre Morgen ein geeigneter Tag (>12°C)

  • Hallo, wir haben ein großes Varroaproblem. Wir sind Standort für Imkerkurse im städtischen Raum. Dafür haben wir zwei Bienenvölker, an denen die Kurse abgehalten werden und die danach von uns mit begleitendem Imker betreut werden. Im Sommer ging es natürlich um die Varroabehandlung, Gemülldiagnose, Puderzuckertest, alles auf Null. Daraufhin wurde beschlossen keine Behandlung durchzuführen. Ende August kam dann aber der extreme Anstieg im Varroenfall,

    Ruf alle Imker, die an den Kursen teilgenommen und die die nachher die Völker mit betreut haben zusammen, stellt Euch im Kreis um die Kisten und dann hältst Du die Grabrede, ‚was von so einem Handeln kommt‘. Dann stimmt der Hebel und die sterbenden Völker können zumindest noch als Multiplikatoren ihre starke Botschaft in die Welt tragen, so schlimm es auch ist. Zwei sterbende Völker als Fanal, es ernst zu nehmen mit der Varroa. Damit ehrt Ihr die Sterbenden und hat ihr Tod zumindest einen Sinn.


    ‚Normalerweise‘ passiert diese Story ja immer nur anderen und wird im Frühling durch Zukauf ausgeglichen. Danke für‘s Teilen!


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife