Füttern verschlafen - was nun?

  • Bei mir in der Nähe befindet sich ein Imker, der dasselbe Problem hat. Seine beiden Völker sitzen in Segeberger Styropor. Sie belaufen wunderbar die Futterzarge, direkt über der Oberfläche der Zuckerlösung, sind aber nicht bereit, ihren Rüssel in die Zuckerlösung zu stecken. Ich vermute: Es sind Winterbienen und die arbeiten nun einmal nicht. Wenn die Sommerbienen weg sind, funktioniert die Fütterung nicht mehr. Aus dem gleichen Grund kommt es jetzt nicht mehr zu Räuberei.

    Gruß Ralph

  • Sie belaufen wunderbar die Futterzarge, direkt über der Oberfläche der Zuckerlösung, sind aber nicht bereit, ihren Rüssel in die Zuckerlösung zu stecken. Ich vermute: Es sind Winterbienen und die arbeiten nun einmal nicht. Wenn die Sommerbienen weg sind, funktioniert die Fütterung nicht mehr. Aus dem gleichen Grund kommt es jetzt nicht mehr zu Räuberei.

    Gruß Ralph

    Schöne Erklärung! ...meine allerdings nehmen das Futter noch mit Kusshand. Mal schauen, ob trotzdem ein paar Winterbienen in der Kiste sind. Abgerechnet wird, wie immer, im April.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Die gleiche Beobachtung habe ich auch gemacht und mich gewundert, dass meine Futtergläser völlig ignoriert wurden. Ein paar Wochen vorher wurde alles ohne Murren schnell geleert.

    Ich dachte schon Bienen wissen, wann sie "satt" sind ^^

    Die Winterbienenerklärung ist einleuchtender.

  • Ok, ääh, vielen Dank für die vielen Antworten. Ehrlich gesagt bin ich ein wenig überrascht, dass von zu schwachen Völkern spekuliert wird, ohne dass ich dazu irgendwas geschrieben hätte. In einigen Posts werden Gegenfragen gestellt, von denen ich die wichtigsten mal zu beantworten versuche:

    -ich habe (seit 29.9.) versucht, Zuckerlösung über eine Stapelbox zu füttern

    -ich habe erst am 29.9. mit der zweiten Fütterung begonnen, weil die Leerzarge zuvor mit Verdunstern belegt war und ich mir einige Tage lang keine Zeit dafür genommen habe

    -ich habe die Völker zwei Mal varroabehandelt (60% AS im Nassenheider Verdunster begonnen am 3.8. und 7.9.)

    -die Weiselrichtigkeit habe ich am 29.9. zuletzt überprüft


    Eine klare Handlungsanweisung, der nicht ein paar Posts weiter widersprochen wurde ist hängengeblieben: Apifonda Futterteig besorgen. Das werde ich dann wohl morgen versuchen.


    Gibt es zu meinen anderen Fragen noch etwas zu sagen? Kann man einen Teil der Zuckerlösung noch für irgendwas verwenden oder schütte ich das Zeug besser weg?

    Einmal editiert, zuletzt von Michel_Frey () aus folgendem Grund: die letzten zwei Absätze vergessen

  • Moin Michel!

    Nu ja, von Behandlung schreibst Du jetzt... Und abgeerntet und keine Tracht mehr kann auch bei Behandlung zu kümmerlichen Völkern führen, bis Ende August. Und der Behandlungserfolg kann fraglich sein, wenn die Brutnestwärme fehlt. Insofern sind die Spekulationen nicht völlig haltlos.


    Die Zuckerlösung würde ich entsorgen, aber erst, nachdem ich in die Völker geschaut hätte...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Ok, aber welche Information genau soll ich beim reinschauen ermitteln? Wie viele Waben mit Bienen besetzt sind? Wie viele Waben zu welchem Anteil voll mit verdeckeltem Futter sind? Noch mehr?

  • Soll man zwar um diese Jahreszeit nicht mehr, aber wenn du nachschaust wirst du den Grund der "Nahrungsverweigerung" bemerken. Du müsstest normalerweise annähernd eine Zarge voll Bienen haben, nicht unbedingt große Brutflächen, eventuell ein paar Handflächen voll. Ich denke du wirst sicherlich dies selbst beurteilen können, denn ich befürchte du hast schon zuwenig Bienen im Volk.

    Sterbende oder Schwerkranke haben eben keinen Appetit, ist zwar sarkastisch, aber entspricht meist der Wahrheit - Wunder sind selten.

  • Ok, aber welche Information genau soll ich beim reinschauen ermitteln?

    Moin,


    - wieviel Bienen

    - weiselrichtig?

    - Bienen kopfüber in leeren Zellen?

    - Futterkränze? Futterwaben?

    - Brutnestbereich (stecken gebliebene Bienen? Stehengeblieben Zellen? Halboffene Zellen mit unklarem Inhalt? Offene Brut? Stifte?)


    Alles in allem zwei Minuten, danach kann man überlegen.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo zusammen,


    jetzt habe ich endlich hineingesehen. Ich schreibe meine Antwortne unten hinein.

    Folgt aus diesen Beobachtungen, was zu tun ist? Wenn da nicht größte Not (=sicherer Verlust des Volks) besteht würde ich gerne gar nichts tun und Mutter Natur machen lassen.


    Gruß,

    Michel

  • Laß Mutter Natur machen, und spätestens im Februar leg Futterteig auf, wenn Brut da ist, oder vereinige, wenn nicht. Klingt aber ok. Bei massiv Varroa würden sie brüten oder weg sein. Futter reicht bis Ende Januar. Alles unter Vorbehalt aus der sicheren Entfernung.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife