Weg der Bieneninstitute/-wissenschaft zur Varroaresistenz der Biens

  • Werbung

    Ich denke wir sollten hier zweierlei tun.

    a) Wir müssen uns von den radfahrenden Kindern lösen. Es ist nunmal zweierlei, das Leben eines Kindes im Straßenverkehr, oder ein Bienenvolk zu riskieren. Auch wenn das Bild ganz schön ist, die verschiedenen Wünsche und Sorgen darzustellen.

    b) Wir sollten versuchen konstruktiv zu werden.


    Es ist ganz offensichtlich, dass eine große Mehrheit unter uns nicht bereit ist, den vergleichsweise schnellen, aber für den einzelnen hochriskanten Weg, der sofortigen, kompletten Nichtbehandlung zu gehen. Dieser Weg wird deshalb bestenfalls zu behandlungsfreien Inseln führen, aber den meisten nicht helfen, weil er wegen des hohen Risikos nicht gegangen wird. Nebenbei ist das Risiko hoch, dass bei alleiniger Selektion auf die Überlebensfähigkeit, andere Eigenschaften der Biene, die uns ebenfalls wichtig sind, unter den Tisch fallen.


    Wir sind uns außerdem ziemlich einig, dass wir einen gangbaren Weg brauchen, oder zumindest gerne irgendwann einmal am Ziel ankommen würden. Warten, dass andere etwas tun, ist jedenfalls nicht die Lösung.


    Imker mögen ein wenig seltsam und vielleicht eigenbrödlerisch sein. Die Bienen zwingen uns aber praktisch dazu, gemeinsam zu arbeiten, wenn wir Erfolg haben wollen. D.h. wir brauchen einen Weg, der von vielen gegangen werden kann, also nur morderat riskant und überschaubar im Arbeitsaufwand ist; und unabhängig von hohem Technikaufwand funktioniert.


    Welche Puzzleteile haben wir, aus denen wir etwas zusammensetzen können?


    Gruß

    Ludger

  • Nu erklär mir mal bitte einer, warum Völker auch mit korrekter Antivarroabehandlung an Varroa sterben

    oder

    Warum es mit Behandlung (welche auch immer) keine Besserung (es sterben ja immer welche an Varroa) gibt, es müßten ja die Resistenteren mit Behandlung besser überleben. aber dem ist nicht so , ODER?

    Es könnte also, oder irre ich, auch mit Behandlung eine Auslese stattfinden....

    Ich will nicht stänkern, also warum liege ich falsch?

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Also hier sterben keine Völker an der Varroa. Schon seit Jahren nicht mehr. Und bei dem Trend Bienen zu halten ist es kein Wunder, das viele Völker sterben.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Schön,

    dann?

    sind einige, wenn keine sterben, nicht so geschwächt, das die ihr eigendliches Potential (durch Milben und deren Folgen ,Vieren zb.) nicht erreichen (können)?

    Die erkenne ich doch und weisele um oder so...

    Warum tut sich kein Fortschritt auf?

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Weg, der sofortigen, kompletten Nichtbehandlung zu gehen

    Das wäre ein Risiko, welches man weder seinen Biens, sich noch seinen Nachbarimkern zumuten darf.

    Nebenbei ist das Risiko hoch, dass bei alleiniger Selektion auf die Überlebensfähigkeit, andere Eigenschaften der Biene, die uns ebenfalls wichtig sind, unter den Tisch fallen.

    Die Praxis belegt es, dass nach einer Imkerpause und dem vor 25 Jahren unfreiwilligen Wiederbeginn mit einem eingeflogenen dunklen (polnischen?) Schwarm, bei arbeitsbedingt verpasster Behandlung der Aufbau eines behandlungsfreien Standes möglich ist. Die mit der Nichtbehandlung des Schwarmvolkes verbundene Hoffnung bestand aber eigentlich darin, dass es Ruhe gäbe und im Frühjahr nicht mehr da sei... Scherzhaft sage ich seither, nicht ich hielte Bienen sondern die hielten sich mich.

    Die Bearbeitung erfolgt in tagesüblicher Kleidung.

    Der Schwarmtrieb ist recht verhalten und nicht carnicatypisch.

    Und die Ertragsleistung ist mindestens ortsüblich.

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

  • Nu erklär mir mal bitte einer, warum Völker auch mit korrekter Antivarroabehandlung an Varroa sterben

    oder

    Warum es mit Behandlung (welche auch immer) keine Besserung (es sterben ja immer welche an Varroa) gibt, es müßten ja die Resistenteren mit Behandlung besser überleben. aber dem ist nicht so , ODER?

    Ich weiß nicht, was eine "korrekte" Varroabehandung ist. Wenn sie wirksam war, sterben die Bienen nicht an der Varroa. Es gibt aber noch andere Faktoren, die dazu führen, dass Völker sterben. Umweltgifte z.B., auch Pollenmangel im Spätsommer ist ein Faktor, der das Überwintern gefährdet usf.

    Ich sehe auch nicht, dass der Antrieb für Toleranzzucht ist, dass sonst die Völker sterben. Uns stehen wirksame Verfahren zur Verfügung. Ohne Chemie wäre aber schon besser.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Nu erklär mir mal bitte einer, warum Völker auch mit korrekter Antivarroabehandlung an Varroa sterben

    Schon seit vielen Jahren meine ich, dass Varroabehandlung Milbenzucht sei.
    Diese scheint sogar Bestandteil von Toleranzzuchten zu sein, wenn lebensbedrohte Völker umgeweiselt und behandelt werden. So wird der Erhalt des Zuchtfortschrittes bei den Milben gesichert. Behandler bemerken es eben daran, dass der Milb sie immer wieder mal auf neue Art und Weise austricksen (will).


    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

  • Es gibt aber noch andere Faktoren, die dazu führen, dass Völker sterben. Umweltgifte z.B., auch Pollenmangel im Spätsommer ist ein Faktor, der das Überwintern gefährdet usf.

    Ja und das ist ein Hinweis darauf, dass Imkerei nicht mehr überall möglich ist, unabhängig davon, ob die Völker zu behandeln oder nicht zu behandeln sind.

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

  • Will mir nicht in den Kopf!

    Umwelt, warum sollen Nichtbehandlerbienen besser mit Mangel/Giften zurechtkommen?

    Warum sollen Nichtbehandler keine sie austricksen wollenden, und Völker killenden Milben in den Völkern haben?

    Nochmal, ich will nicht stänkern, ich will verstehen!

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Dann müßten alle am Stand doch früher oder später sterben, ich hab gelernt, das Milben von Volk zu Volk wandern.

    Mit Verlaub,:)

    Trickserkillermilben sind Volkstreu?, oder hauen die "nicht" ab wenn Mathäus der Letzte vor der Tür steht?

    Ich versteh das nicht!

    Und doch hoffe ich auf VSH!

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • ... es müßten ja die Resistenteren mit Behandlung besser überleben aber dem ist nicht so , ODER?

    Hallo,

    Resistent(er)e Bienen überleben auch OHNE Behandlung... und überleben mit Behandlung nicht besser.

    Solche die nur MIT Behandlung überleben sind die

    durchschnittlichen bis wenig resistenten Völker, die ansonsten schon unter einem relativ geringem Varroadruck zusammenbrechen.


    Deine Annahme dass auch mit Behandlung eventuell eine Auslese stattfinden könnte ist nicht so einfach vom Tisch zu fegen.

    Siehst Du, ich bin fest überzeugt dass die bewiesene Lernfähigkeit der Honigbiene zu niedrig bewertet ist oder wird.

    Winterbienen die im Herbst nur heil davon gekommen sind, weil der Imker richtig behandelt hat, können ihre lausigen oder besser gesagt milbigen Herbst-Erfahrungen mit Varroa noch den Frühjahrsbienen mitteilen.

    Tote Bienen infolge mangelhafter oder Nicht-Behandlung geben gar nichts weiter, also z.B. auch den Putztrieb beim Erkennen der Varroa als ausgesprochenes Feindbild nicht.


    Wir schauen alle auf die Genetik mit VSH.

    Na gut.

    Aber bitte nicht vergessen: Bienen sind auch lernfähig, wenn genetisch bedingtes VSH-Verhalten nicht massgebend in ihrem Verhalten ist.

    LG, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Ich versteh das nicht!

    Und doch hoffe ich auf VSH!

    Darauf komm es in der Natur nicht an.

    Und hast Du schon alle VSH-Utensilien, das VSH-Niveau Deiner Völker sicher zu erkennen und den Rest zu ...?

    Und wenn es nicht allein auf VSH ankommen sollte, weil es nur ein Toleranzmerkmal ist? Ich erinnere mich an den seinerzeitigen Primorski-Test in Kirchhain. Beim Ausräumen waren die Kirchhainer Carnicas den Primorskis deutlich überlegen. Beim Überleben schafften es aber nur die zuvor Unterlegenen.

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

  • Hallo Franz:

    Jetzt würde mich aber schon mal interessieren, wo ich denn diese Erfahrungen und Veröffentlichungen nachlesen kann.

    Ich habe mir wirklich einen Wolf gesucht, aber bisher nichts Konkretes gefunden.

    Wenn das nicht ein Thema für "Best of Imkerforum" ist, was dann?

    Du musst nicht alle deine Völker behandeln, nur die die du behalten möchtest.