Experten warnen: Dramatisches Vogelsterben in Deutschland

  • Eine andere Ursache soll aber auch das massenhafte Wegfangen von Singvögeln in einigen südlichen Ländern sein, wenn man der Reportage im Fernsehen glauben kann, welche ich mal gesehen habe.

    Da reden/bzw. schreiben wir von etwa 1 Million Singvögeln, eine riesige Menge.

    Wenn aber die geschätzten 10 Millionen Stubentiger jährlich einen Vogel fangen ergibt das 10 Millionen Vögel, nach denen kein Hahn kräht, weil die Katzen brauchen ja ihre "Freiheit" :cursing:


    Jäger,

    der beruflich seit mehr als 20 Jahren mit Vögeln umgeht.

  • Nun, m. W. sind das sogar 2 Milliarden Vögel, die dem Stubentiger zum Opfer fallen pro Jahr.


    So genau weis das wohl keiner.


    Ist auch nicht das Thema.


    Doch der Biologe Wilson sagt, sterben die Bestäuber, folgen die Amphibien, die Vögel und die ersten Säuger und wir werden beten, dass Unkraut und Insekten zurückkehren.


    Das muss in die Köpfe verankert werden!


    Griass Simmerl

  • Wenn beten hilft!?

    Ist natürlich der richtige Gedanke, Unkräuter und Insekten werden uns retten. Nur: Wenn die aktuellen Herbizide nichtmehr wirken gibt es ein neues. Siehe auch BR "Unser Land" vom heutigen Tage.

    Andererseits, was bleibt den Landwirten anderes übrig? Bei den Preisen ab Hof muss er immer billiger bei höheren Erträgen produzieren.

    Ein generelles Umdenken ist nötig, zuerst bei der Masse, die auf die Straße geht. In Deutschland natürlich schwierig,denke ich.

    Wir werden es erleben, dass die Bundesregierung ihr ok gibt zur weiteren Zulassung von nun von einem deutschen Unternehmen produzierten und verantworteten Insektiziden und Herbiziden.

    Gruß

    Harald

  • Meisenknödel im Sommer waren in den vergangenen Jahren ein Ladenhüter am Baum. Reste des Winters hingen vom Frühjahr bis zum nächsten Frost. So hatte ich in diem September noch Knödel aus 2015 und dachte, ehe sie Maden bekommen, hänge sie raus. Die waren nach 4 Tagen leer. Also weiter gemacht, bis der Bestand aufgebraucht war. Jetzt habe ich bereits den ersten neuen 30er Eimer leer (und muss nachher nochmal in die Nacht hinaus, da alle vier Knödel leer sind, fällt mir so ein).

    Nicht nur die Chemie, sondern auch der späte Frosteinbruch scheint die Insekten und damit die Nahrunngsgrundlage der Vögel nachhaltig gestört zu haben.

    Allerdings gab es hier bei uns in diesem Jahr seit langem mal wieder sehr viele Junikäfer.

  • Naja, habe mich mit Zahlen nicht so genau beschäftigt. Mit Zahlen ist das ja immer so eine Sache.

    Habe mal kurz gegoogelt: hier steht von Zypern in 2014 schon von 2 Millionen.


    Das ist schon eine andere Hausnummer als 1 Million. Wobei beim wegfangen gesund und starke Vögel weggefangen werden und unsere Stubentiger vielleicht auch paar nicht so fitte Vöglein wegfangen.

    oder weiter:

    Zitat
    "Etwa 140 Millionen Zugvögel landen jeden Herbst in den Fallen ägyptischer Vogeljäger."

    Vogelexperte Lars Lachmann vom Naturschutzbund Deutschland (NABU)

    Viele Grüße aus der Westlausitz


    "Was tausend Wichte sagen, bekommt Gewicht" - Johann Nepomuk Nestroy

  • ...und unsere Stubentiger vielleicht auch paar nicht so fitte Vöglein wegfangen.

    Zitat

    Das entspricht leider nicht der Realität. Das kann jeder beobachten, der sich draußen im Wald und Feld aufhält und die Katzen beobachtet.


    Der Schaden ist immens, vor allem bei uns in den Ballungsgebieten. Da hat jeder in die Neubaugebiete Zugezogene seinen Hund und seine Katze. Die schiere Masse an Katzen ist pervers.


    Was die Katze nicht umbringt, bringt der Familienvater auf dem Weg zur Arbeit mit dem dicken geleasten Firmenauto um, wenn er von seinem Landsitz mit 150 Sachen zur Firma in der großen Stadt pendelt.


    Das macht einen schon sauer, wenn man das mit ansehen muss. Oder auch aufsammeln, denn die völlig zermalmten Rehe dürfen wir dann von der Straße kratzen oder noch lebend mit zerborstenen Knochen und offenem Schädel aus dem Graben ziehen. Ich habe da viele schreckliche Bilder gemacht, die ich aber hier nicht veröffentliche.


    Die Hundebesitzer arbeiten da Hand in Hand mit dem Rasern. Die Hunde werden ohne Leine laufen gelassen und die spazieren natürlich in den letzten Winkel. Rehe laufen auf der anderen Seite raus und werden dann überfahren.


    Alles Naturgenießer und Naturliebhaber, diese Spaziergänger.


    Das alles macht unsere Landschaft kaputt.

  • Na wenn es so ist, ist das natürlich nicht so toll:(

    Bei mir im Umkreis hält sich das mit den Katzen in Grenzen.

    Und bei uns im ländlichen Raum gibt es nur wennige Schuldenhügel mit 400m² Grundstücken und 4 direkten Nachbarn. Zum Glück!

    Viele Grüße aus der Westlausitz


    "Was tausend Wichte sagen, bekommt Gewicht" - Johann Nepomuk Nestroy

  • Das erste, was man von dieser Naturliebhabergattung sieht, sind i.d.R. deren Hunde, die sich, so meint man, vor und auf den Grundstücken der Altbewohner ausscheißen dürfen, bis... und dann ist der Teufel los.

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

  • Wir wohnen halt neben dem Ruhrgebiet mit 5 Millionen Menschen als Nachbarn. Jeder, der es sich leisten kann, "zieht auf's Land". In Neubaugebiete, die dann "Neubaugebiet Obstwiese" heißen. Weil da vorher eine Obstwiese war. Jetzt stehen da dick isolierte Papphäuser, mit einem Handtuchgarten und einer schön geschnittenen Lorbeerhecke drum herum. Und eben in jedem Haus mindestens eine Katze. Wenn keine Kinder im Haus sind, dann vier Katzen oder wahlweise Hunde.


    Als ich noch ein kleiner Junge war, kam maximal ein Auto am Tag hier durch das Dorf. Heute ungefähr jede Minute. Alles Pendler! Früher hatten wir fünf Landwirte hier im Dorf, heute keinen mehr. Nur eine riesige Biogasanlage. Nur noch Mais und Grünroggen im Wechsel auf den Feldern hier. Was sich hier so in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat, ist höchst bedenklich für die Landschaft und die Natur.


    Ich könnte natürlich wegziehen, aber wenn wir Alteingesessene wegziehen, dann bleibt gar nichts mehr übrig von dieser Landschaft.

  • *Gröhl*

    ...und früher hatten wir auch einen Kaiser!

    Auf jedem Bauernhof gab es ein halbes Dutzend Katzen, deren weiblicher Anteil mindestens zweimal p.a. gejungt hat und was den Katzenschnupfen überlebt hat, das wurde in den Sack gesteckt und in der Regentonne ersäuft und wenn der fremde Hund bei mir auf den Hof geschissen hätte, hätte er `ne Forke ins Kreuz gekriegt...

    Liebe Imkerkollegen, Wenn Ihr das siebzigste Lebensjahr vollendet habt, dann erst dürft Ihr auf diesem Niveau jammern. Bis dahin erwarte ich mehr...

    Gruß Klaus

    Es war schon schöner auf der Welt, als ich noch den Überblick hatte. Sofie Pfister-Odermatt

  • Das sollte jedem klar sein, wir leben alle und überall und ewig lange in einer totalen Kulturwelt, absolut nichts ist wie es einmal war.

    Und wie es einmal gewesen sein könnte und bitte ganz schnell wieder werden soll, existiert nur in den Köpfen derer, die immer nur wünschen, aber nichts tun, außer sich irgend eine intakte Natur zu wünschen um darin zu leben.


    Ich hab mal gelernt, das es Kulturfolger und Kulturflüchter gibt.

    Wenn es den Kulturfolgern, Schwalben Rebhühnern Fasane Lerchen etc. zum hiesigen Aussterben schlecht geht, die also zur Kulturflucht veranlasst werden, ist schon fast Mathäus zum letzten.

    Es gibt natürlich Protagonisten die es immer noch schaffen plagenmäßig aufzutreten (Rabenvögel Stadttauben Stare zb.).

    Aber mal ehrlich,

    lautes frühmorgendliches Vogelgezwitscher im April......

    Schööön war das!

    Und jeder weiß was zu tun ist!

    Und jeder weiß was er tun könnte!

    Mutter Erde wird sich weiterdrehen.

    Auch "nach" den Menschen.

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Richtige Auslese und exaktes Verpaaren, ist das Ruder mit dem das Schiff auf Kurs gehalten wird.

    Paul Jungels


    https://www.bienen-plus.de/

  • Vor den zunehmend häufig auftretenden "Zugezogenen" wie stellvertretend z.B. Nilgänsen oder Silberreihern wird dagegen aber kaum "gewarnt"... - bzw. nicht gewarnt, sondern das wird nicht oft genug als bedenklich oder offensichtliches Signal kommuniziert.

    Im Gegenteil, es wird teilweise erfreut zur Kenntnis genommen, dass unsere Breiten und speziell die hiesigen Vogelschutzgebiete immer häufiger als Teilzeitlebensraum für Exoten dient. Es liegt sicher nicht nur am Wetter- oder Klimawandel...


    Gruß Andreas