Über 75 % Rückgang der Insektenbiomasse in den letzten 27 Jahren in D!

  • Hallo

    Ich glaube in der Schweiz sieht man alles durch die rosarote Brille!!! Dort gibt es nicht so große Agrarlandschaften wie in Deutschland wo man spritzt bis kein Unkraut mehr wächst.Die Auswirkungen kann einer der in den Bergen lebt garnicht beurteilen!Ich wohne schon über 50 Jahre in dieser Agrarlandschaft und sehe jedes Jahr wie die Singvögel immer weniger werden und das ist keine Einbildung! Früher wurden die Felder mit Maschinen bearbeitet um das Unkraut zu vernichten.Heute sieht man nur noch Spritzfahrzeuge mit Gift ,das geht schnell und man spart Geld.Die Auswirkungen kennen wir ja! Es ändert sich nichts im Gegenteil ,alles wird verharmlost und tot geschwiegen! Grüße aus dem Thüriger Becken

  • Das einzige, was man darüber findet, ist die verlinkte Studie

    schlimm genug, oder besser endlich massiv. Vorher wurde da gerne mal drüber weggesehen.

    Im übrigen wird da wohl eher nur geprüft, ob wissenschaftliche Standards angewandt werden.

    Genau, und hier wird zuerst der Hebel angesetzt, wenn die Ergebnisse nicht in den Kram passen.

    dürfte eher zweitrangig sein auf einem Netzwerk, dass davon lebt, wissenschaftliche Studien zu publizieren...

    Sollten sie zensieren?

    Ich bin weder Fritzchen, noch der Bauernverband

    Hat ja auch keiner behauptet. Allerdings ist der Rase wohl nicht ganz auf dem neuesten Stand. Besser wir nehmen statt dem Fritzchen das Schmidtchen. Ändert aber eigentlich nichts an der Aussage. Kannst ja mal die Lösung guugeln.

    er Terminus "Insektensterben" wurde ja eben erst gegründet...

    Das ist Unfug. Es ist nur leider bisher nicht so massiv in der Presse vertreten gewesen.

    Immerhin bleiben ja die Völkerzahlen konstant und nahmen die letzten Jahre sogar zu...

    Ja dann ist ja alles gut. Der Aufwand, der dafür getrieben wird, wird gerne mal unter den Teppich gekehrt bei der Argumentation. Aber diese Vorgehensweise lernt man ja hierzulande schon im Imkergrundkurs. Wo die Völkerzahlen zunehmen, ist auch nicht ganz unwesentlich und sollte berücksichtigt werden. Aber solche Details sind ja unwichtig...


    Es freut mich, dass in Luzern und Umgebung diese Probleme offensichtlich nicht auftreten. Hier schon, und es ist hier noch einigermaßen begrenzt im Vergleich zu anderen Regionen.

  • Und worüber regt sich da einer auf? Über alles, nur nicht über die Tatsachen! Unbegründete Zweifel hat nur der Ahnungslose.

    Wenn ich einfach mal von meinen Gegebenheiten ausgehe ist die Welt (der Insekten) noch ganz gut in Ordnung. Doch ich schließe deshalb lange nicht auf die allgemeine Situation. Andere können das ohne Schwierigkeiten.

    Ohne dass einer von denen, die recht nah an der "Natur" sind, eine Prozentangabe machen kann hat er doch das Erlebnis der Gegebenheiten. Und die sprechen doch für sich!?

    Gruß

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Die Studie ist in der Plos One erschienen, einem Peer-Review unterworfenen Medium, was die Studie als sauber, solide und den wissenschaftlichen Standards entsprechend einordnet. Wenn Fritzchen oder der Bauernverband da jetzt nicht mit einverstanden ist, ja mei. Ein Leichtgewicht ist die Studie nicht.

    Die Studie hat methodische Schwächen.

    Eine entsprechende Analyse der Studie habe ich hier gefunden, insbesondere die Betrachtung zu 2014 vs 2016 in Punkt 2 finde ich interessant.

  • Ich bin Imker, ich mag Insekten (nicht alle). Ich mag Gift auch nicht, dennoch esse ich es jeden Tag ohne mit der Wimper zu zucken. Soviel zu mir.

    Ich finde dieser Thread hier Zeigt sehr deutlich das eigentliche Problem auf. Die "Fronten" wenden mehr Zeit damit auf, die Beweise der Gegenseite zu vernichten, statt zusammen an dem Problem zu arbeiten.
    Es gibt ja mehrere Aufgaben in diesem Themenbereich. Einmal das Wiedervereinen der verstrittenen Parteien, das ist zweckdienlich für ein beidermaßen sinnvolles Endergebnis. Der Schutz der Umwelt und Tierarten sollte natürlich das Ziel sein, darunter fällt auch die Ernte des Bauern. Um das zu erreichen sollten alle Beteiligten alles menschenmögliche tun und an einem Strang ziehen.

    ABER das passiert nicht, weil ganz große Konzerne mit der Unneinigkeit der Betroffenen Geld verdienen. Und wenn am Ende eines Tages, jemand von dem ganzen Giftmüll Kopfschmerzen hat, dann verdienen die Firmen wieder.
    Ich verstehe nicht, warum Menschen das tatsächlich übersehen können! Da werden Fronten aufgehetzt um Geld zu machen!!!
    Die Landwirte glauben wirklich das sie dieses Gift spritzen müssen, ich stehe da im Dialog. Es gibt aber genug Belege dafür, dass das eben nicht immer notwendig ist. Jetzt muss man nur mal rausfinden, wann das wirklich notwendig ist.

    Ich hoffe das die Menschheit das noch in den Griff bekommt und sich am Ende wieder zu einer Menschheit zusammenfinden kann. Das Wort was für alle diese Symtome verantwortlich ist heißt: "Gewinnmaximierung"

  • Die Studie hat methodische Schwächen.

    Eine entsprechende Analyse der Studie...

    wenn im ersten Absatz schon von der Plos One von einem "rennomierten Wissenschaftsjournal" in Anführungszeichen die Rede ist, ist eigentlich klar wohin die Reise geht. Da soll nicht argumentativ primär die Studie diskutiert werden, sondern über das lächerlich machen des Mediums die Glaubhaftigkeit insgesamt in Frage gestellt werden. Grünen Bashing über Bande. Das ist mir ein wenig zu viel Agenda als das ich noch sauber rausgearbeitete Argumente erwarten würde. Kommt dann ja auch nicht, nur das Jonglieren mit Zahlen um Aussagen zu relativieren. Ha! Insekten sterben 2016 zu x% weniger! Ätsch! Ganze Studie wertlos! Glyphosat unbeteiligt!


    (Mein) Fazit: da geht einigen Personen grade der Arsch auf Grundeis, und das ist Gegenpropaganda vom feinsten. Da hat jemand viel Geld in die Hand genommen und schießt aus der Hüfte. Das ziemlich zusammenhangslos Glyphosat erwähnt wird, zeigt nebenbei Richtung, woher der Schuß kommt.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Drei Minuten gurgeln zu Michael Klein führt zu ganz unterhaltsamen Ergebnissen. Mein Mißtrauen allein durch den Tonfall war nicht ganz unberechtigt o_O

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • rase Argumentationen ad personam finde ich nicht so sinnig.


    Auch wenn Herr Klein und Frau Diefenbach mitunter unterhaltsam sind so ist der Einwurf des Cherry-Pickings nicht durch "Agenda" widerlegt.

    "Viel Geld" kann die Entgegnung nicht gekostet haben, bei der Kürze und dem Fazit:

    "Um nicht missverstanden zu werden: Wir würden auch einen Rückgang von Insekten-Biomasse auf Basis der Daten von Hallmann et al. feststellen, aber einen deutlich geringeren und einen auf die Orte, an denen die Beobachtung wiederholt gemacht wurde und das waren nur 26 Orte insgesamt, reduzierten. Damit ist natürlich die Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse nicht gegeben und die Dramatik beim Teufel. Dafür haben wir die wissenschaftliche Lauterkeit wiederbelebt. Unabhängig davon ist es in jedem Fall ein Verdienst dieser Studie, Fragen aufgeworfen zu haben."


    Hast Du die Studie von Hallmann gelesen, oder nur die Artikel die sich auf sie beziehen?

    Dort könntest Du finden, daß die Autoren selbst verschiedene Vermutungen zur Ursache äußern.
    Die Verknüpfung mit Glyphosat stammt von anderen.

  • Naja, eine wissenschaftliche Studie hat sich natürlich einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung und auch Kritik zu stellen.


    Die ersten Absätze des von Dir zitierten Artikels auf der Plattform sciencefiles.org lassen jedoch die dazu notwendige Sachlichkeit vermissen:

    • Auf Plos One, dem renommierten Wissenschaftsjournal der Grünen, ...
    • ... so titeln die Zeugen Jehovas bei der ZEIT.
    • ... so die Alpträumer bei der FAZ

    Wer sich wissenschaftlich kritisch auseinandersetzen und dabei ernst genommen werden will, sollte sich solcher Dinge enthalten.


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Ganz beliebt ist es ja auch immer, die Datenbasis zu bemängeln. Leider hat halt kaum jemand mal prophylaktisch seit 300 Jahren sämtliche Insekten flächendeckend erfasst, schön nach Menge und Arten sortiert.


    Dabei reicht es doch mit offenden Augen durch unsere "Kulturlandschaften" zu gehen. Wie sähe unser Erfolg als biologische Art aus, wenn unser Lebensraum in jeder Generation einmal komplett dem Erdboden gleichgemacht würde und mehrmals großflächig diverse, teilweise gezielt schädliche Chemikalien versprüht würden?


    Achja .. kann man sich ja ansehen. Bevölkerungsentwicklung der letzen paar Jahre in Syrien z. B.


    Und sowas pausenlos, Routine, kaum mehr Feldraine von denen aus wiederbesiedelt werden kann und dann jedes Jahr erneut der Supergau, in manchen Gebieten flächendeckend. Und die paar Inseln dazwischen bekommen zumindest die Abdrift der Spritzerei, langlebige (unerforschte!) Abbauprodukte.


    Wie blauäugig muss man sein um anzunehmen, das macht alles nix aus? Und wie abgebrüht, stumpf, ja verroht um mit ein paar Nachkommastellen alles in Zweifel zu ziehen? Es trifft uns ja auch ... eine Studie behauptet, Umweltverschmutzung sei weltweit für jeden sechsten vorzeitigen Todesfall verantwortlich. Hauptsächlich betroffen: Dritte Welt, Schwellenländer und generell ärmere Bevölkerungsschichten ... kann man auch schön wegsikutieren. Sieht "man" ja nicht vor der wohlhabenden Haustüre.



    Gruß
    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Moin,

    Ich hab keine Ahnung, weiß aber, wenn sich alle einig sind, irrt mindestens eine Hälfte.

    Manche Insekten haben mehrjährige Rhythmen - das Wetter spielt auch eine Rolle. Aufgrund des miesen Frühjahrs gibt’s hier auch keine Wespen, Hummeln oder Hornissen, obwohl im Mai noch alle da waren.

    Sollte die Datenbasis tatsächlich so dünn sein, sagt das alles nicht viel.

    Übrigens liegt es evtl. nicht nur an der Landwirtschaft.


    Was mich nervt:

    In jedem Dorf kommen spätestens kurz nach der Blüte auf den Grünflächen alle vier Wochen die „Landschaftspfleger“ und häckseln unter lautem Gedröhn und Verbreitung ihrer Abgase alles kurz und klein. Da geht es in jede Ecke, unter jeden Strauch. Selbst bei uns auf dem Betriebsgelände hat sich mehr oder weniger ungebeten so eine Truppe quasi selbst engagiert …

    Zur Zeit kommt wieder das von mir meist gehasste Instrument zum Einsatz: Der Laubbläser.

    Wo soll denn ein Käfer oder eine Raupe hin, wenn ständig alles umgewühlt wird.

    In Berlin hab ich letztens einen Rasenmäher gesehen, den man notfalls auch am Feldhächsler verwenden könnte.

    Ob die Grünflächenämter auch Chemie verwenden weiß ich nicht - die Grundbesitzer eher.

    Vielleicht sieht das schlimmer aus, als es ist, trägt aber auch seinen Teil bei. Da werden längs der Straße und Autobahnen selbst die nicht genutzten Flächen innerhalb der Ausfahrten und Kreuze sorgfältig „gepflegt“.


    Grüße Ralf

  • ralf2


    Ich bin 58 Jahre alt.


    Vor 50 Jahren, wenn ich in der Wiese stand, konnt ich Blüten riechen - Insekten surrten,

    schwirrten, brummten und summten, auch im Getreidefeld.


    Heute, stinkts nach Gülle und man hört vielleicht ein paar Traktoren, die Mähen. Man sieht LKW´s vorbeifahren, die für Alpenmilch werben mit einem Bergbauern inkl. Schlapphut und Hörneralmvieh, das auf Blumenwiesen steht, die es nicht mehr gibt.


    Von wilden Gärten träumte ich schon, vor mehr als 30 Jahren.


    Wenn ich meine Augen schließe, verwein ich innerlich.


    Den Duft nach Heu, dem Kumarin, den verwelkten Kräutern, vermisse ich!

    Und diesen Geruch bring ich nicht mehr raus aus meinem Gedächtnis.


    Das Gebrumme und Gesumme, das ich ich als Kind hörte, erst recht nicht!


    Gute Nacht!


    Griass Simmerl