Über 75 % Rückgang der Insektenbiomasse in den letzten 27 Jahren in D!

  • Hallo Werner,

    wir sind zwar ganz schön OT, haben aber ja nicht angefangen. 8)

    Wenn ich enregieautarke Kommunen höre fällt mir natürlich Schönau/Schwarzwald ein.

    Aber auch diese Gemeinde hat, so mein Kenntnisstand, noch nicht ihre Anbindung ans öffentliche Netzt gekappt.

    Gruß Norbert

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Ein großes Problem ist der Umstand, dass wir nicht mehr an das Stromsparen wie früher gewohnt sind.

    Wenn ich als Junge das Licht im Gang brennen lies ohne es zu brauchen, dann bekam ich Ärger von meiner Mutter und das wegen eine 25 W Birne.

    Heute wird der Strom sinnlos vergeudet, ohne nachzudenken, dass wir hier massiv die Umwelt schädigen. Namhafte große Firmen bekommen den Strom sogar um einen Bruchteil dessen, was er uns Verbrauchern kostet, schon allein das ist ein völlig falscher Ansatz. Unsere damalige Firma war hier sehr auf die Umwelt bedacht und das bei 15.000 Mitarbeitern. In jede Sicherheitsbelehrung war damals das Thema Stromsparen mit beinhaltet, obendrein wurde Strom mittels Müllverbrennung, Wasser - und Sonnenkraft erzeugt.

    Wir haben beim Thema Strom die falschen Ansätze, genauso wie man meint, dass das Elektroauto das sparsamste, beziehungsweise das idealste für die Umwelt wäre.

    Jeder einzelne sollte versuchen Strom einzusparen, beziehungsweise Strom selbst zu generieren, dass wäre der Umwelt am meisten geholfen.

  • Ein großes Problem ist der Umstand, dass wir nicht mehr an das Stromsparen wie früher gewohnt sind.

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    Wir haben beim Thema Strom die falschen Ansätze, genauso wie man meint, dass das Elektroauto das sparsamste, beziehungsweise das idealste für die Umwelt wäre.

    Jeder einzelne sollte versuchen Strom einzusparen, beziehungsweise Strom selbst zu generieren, dass wäre der Umwelt am meisten geholfen.

    Vielen Dank für diese Hinweise. Die Einsparung ist eine der wichtigsten Maßnahmen. Zu Zeiten der sog. Ölkrise vor über 40 Jahren wurde darüber gestritten, ob man weiter Autobahnabschnitte beleuchten müsse etc. Das ist lange her und mutet verstaubt an.


    E-Auto, dagegen, ist chic und macht kein CO2 und NOx in der Stadt, dafür aber im Kraftwerk; denn die Energie Erzeugung wird nur örtlich verlagert. Allerdings - die Energiebilanz des E-Autos dürfte nur wenig anders sein als beim herkömmlichen Fahrzeug.


    Hier wird deutlich, dass die Lösung komplex ist. Aber ohne Verhaltensänderung wird's nicht gehen.

  • Moin, moin,


    Schönau kann nicht vom Netz, die verkaufen ja auch Strom nach außerhalb Schönaus... Es geht ja auch nicht darum, die Stromversorgung zu verinseln, sondern die Technik so umzugestalten, dass die Wärme, die bei der Stromerzeugung aus allem, was verbrannt wird, ja immer noch der größere Anteil ist, auch genutzt werden kann, zumindest im Winter. Also eher Megawatt als Gigawatt, und schon dezentraler, als bisher, aber in der Nähe der Verbraucher.

    Dass Faulgasmaschinen meist Volllast fahren, liegt daran, dass da meist keine relevante Speichertechnik für das Gas vorgesehen ist: Bei rund 500 m3 pro Stunde und Megawatt braucht das viel Volumen und kostet Geld. Auch Wartung kostet, und ist nach Betriebsstundenzahl fällig; je mehr Strom in der Zeit vergütet wird, desto wirtschaftlich...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin,

    Das Problem liegt z.T. darin, dass Energiespeicher nicht gefördert werden. Deshalb investiert derjenige, der es sich leisten kann, lieber in noch mehr Erzeugung, da die Abnahme der Energie auf Jahrzehnte garantiert wird.

    So möchte ich auch kalkulieren können. Ein Stück Planwirtschaft in der Gegenwart.


    Statt EEG ist ein Konzept nötig - kein Anlagemodell mit Ablasshandelcharakter.


    Wir haben unsere Hallendächer (ca etwas mehr als ein Fußballfeld) für 20 Jahre an einen Solarinvestor vermietet. Daher weiß ich ungefähr, wo deren Priorität liegt.


    Grüße Ralf

  • Na dann versuch ich's mal mit dieser Antwort:


    Einstieg in die Wasserstofftechnologie. PV Energie zur Hydroloyse nutzen und in der kalten Winternacht mit der Brennstoffzelle Strom erzeugen. Die Zukunft gehört nicht dem Li-Akku - schon längst sollte viel mehr in die Wasserstoff-Technologie investiert werden. Warum passiert das nicht ? Lobby zu schwach !

    Wasserstofftechnologie ist aber nach wie vor brisant. Mir ist da die Synthese von Methan/Butan/Propan... sympathischer. Und mit Power2Gas könnte man auch die Spitzen der PV und der Windparks abfangen.

  • Nehmen wir nur mal das Thema Weihnachten. Bundesweit kommen 9 - 10 Milliarden Lampen in der Weihnachtsbeleuchtung zum Einsatz, soviel Strom wie eine ganze Großstadt verbraucht.

    Ich mache den Trend schon seit vielen Jahren nicht mehr mit und habe sämtliche Weihnachtsaußenbeleuchtungen abgeschafft. Muss jedes Denkmal, jede Kirche mit tausenden von Watt angestrahlt werden. Die Dunkelheit der Nacht gibt es bald nicht mehr den jährlich steigt die Helligkeit auf der Erde um 2 % an.

    Der Strom ist das selbe Thema wie die Erdverschmutzung, bzw. der Verbrauch an wertvollen Ressourcen - jeder regt sich auf, doch da keiner tut was dagegen und der Wohlstand und die Produktivität muss jedes Jahr ansteigen und alles zulasten der Umwelt. Der Staat hat ohnehin das meiste Interesse, dass das Bruttosozialprodukt jedes Jahr ansteigt und das geht nur zulasten unserer Erde. Keiner wird jemals zurückstehen, da können wir uns noch soviel aufregen.

  • Moin, moin,


    nu, man könnte Gasometer bauen... Die sind bloß viel zu teuer, und so ein Gassack mit bis zu 20 mbar Systemdruck reicht man knapp zum Zündkerzenwechsel.

    Faulgasaufbereitung ist auch nicht ganz trivial: Schwefelwasserstoff und Ammoniak, Wasser sowie Geruchsstoffe müssten ganz raus, und Kohlendioxid auch. Da das für die Motorentechnik eigentlich auch besser wäre, und es dennoch keiner macht, für die Verstromung, gäbe es da weiteren Förderbedarf, und Kontrollbedarf, ob da auch die Reinheit eingehalten wird.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Wenn ich enregieautarke Kommunen höre fällt mir natürlich Schönau/Schwarzwald ein.

    Aber auch diese Gemeinde hat, so mein Kenntnisstand, noch nicht ihre Anbindung ans öffentliche Netzt gekappt.

    Ein Blick in den Geschäftsbericht zeigt es:

    Die EWS Energie GmbH hat nur 6Mio. kWh Strom selber erzeugt.

    Die EWS Netze GmbH benötigte aber in und um Schönau fast 42Mio. kWh.

    Die EWS Direkt GmbH setzt im Rest von Deutschland über 630Mio. kWh um.

    Für mich das Gegenteil von energieautarker Kommune, sondern im Kern eine überregionale Vertriebsfirma!

  • Jetzt noch mein Senf zu dieser OT-Geschichte:


    Die Annahme, dass die Frage der Energiewende eine Frage des Speichers ist, ist nicht zutreffend. Wir benötigen z.B. in Deutschland derart hohe Mengen an Elektroenergie, dass es schlicht unmöglich ist (begrenzende Faktoren sind Land und Geld), Speicher zu schaffen die diesen Verbrauch auch nur für kurze Zeit komplett absichern können.


    Was möglich ist, ist für bestimmte Nutzungen kleinere Pufferungen zu schaffen. Kritische Infrastruktur kann also mit Speichern abgesichert werden. Mehr aber auch nicht.


    Wie schon immer nötig, muss also die Erzeugung von Elektroenergie so gesteuert werden, dass sie den Bedarf möglichst nahe kommt. Die erneuerbaren Energien könnten also den Takt vorgeben und eine flexible Kraftwerkstechnik füllt die Lücken. Kombiniert man das mit den Möglichkeiten die die Meteorologie heute bietet, könnte eine Energieversorgung in Zukunft größtenteils über Erneuerbare Energien funktionieren.


    Unser Problem ist aber derzeit, dass wir zu wenig flexible Kraftwerkstechnik haben, die die Lücken der Erneuerbaren füllen könnte. Sowohl Kohle, als auch Kernkraft sind i.d.R. für Grundlasterzeugung, also eine möglichst gleichmäßige Stromerzeugung ohne Unterbrechungen, ausgelegt und können die Lücken durch Erneuerbare gerade nicht füllen, weil sie schlicht zu träge sind. Das führt derzeit eben dazu das Grundlaststrom u.U. die Netze "verstopft" und die Erneuerbaren abgeriegelt werden müssen. In der Zukunft muss es also eine Ablösung des alten Kraftwerkparks (die Kohle führt noch ordentlich Rückzugsgefechte) hin zur flexiblen Erzeugung geben. Es gibt dahingehend schon Lösungen (z.B. Gasmotorenkraftwerke) die in der Lage sind in wenigen Minuten von 0 MW auf z.B. 80 MW Höchstleistung zu fahren (und auch umgedreht). Ein Rest an fossilem Kraftstoff (vermutlich Erdgas) wird man trotzdem benötigen. Da muss man sich Gedanken machen woher der kommen soll.


    Derzeit befinden wir uns in einem Umwälzungsprozess, der noch viele Jahre dauern wird. Logischerweise ist das Beharrungsvermögen des alten Systems groß. Deshalb sind auch gesetzliche Regelungen (z.B. das EEG) nicht durchgehend daran orientiert, dass das Ziel (möglichst hoher Anteil Erneuerbarer am Energiemix) schnell und sicher erreicht werden kann, sondern so gestrickt, dass sie auch viele Bremsen enthalten.


    Man sollte sich als Bürger nicht verrückt machen lassen. Obwohl (oder gerade weil) die Energiewende schon viele Jahre läuft, haben wir in Deutschland eine der sichersten und leistungsfähigsten Stromversorgungen der Welt. Langfristig gibt es keine Alternative zum Umstieg auf Erneuerbare Energien. Wenn man diesen Umstieg gut managet, gibt es keinen Grund, weshalb das nicht funktionieren sollte.

  • haben wir in Deutschland eine der sichersten und leistungsfähigsten Stromversorgungen der Welt. Langfristig gibt es keine Alternative zum Umstieg auf Erneuerbare Energien. Wenn man diesen Umstieg gut managet, gibt es keinen Grund, weshalb das nicht funktionieren sollte.

    Die Zahl der notwendigen Netzeingriffe ist aber gestiegen. Aber wir sind wirklich immer noch auf höchstem Niveau und die ÜNBs sollen ja auch noch was tun. Allein an das gute Management der Energiewende kann ich nicht so recht glauben.