Über 75 % Rückgang der Insektenbiomasse in den letzten 27 Jahren in D!

  • Seid doch mal ehrlich zu Euch selbst!

    Besonders schmerzhaft ist dann die Erkenntnis, dass auch die erneuerbaren Energien einen gewaltigen ökologischen Footprint hinterlassen. Das Neodym in den Windgeneratoren ist zeifelhafter Herkunft, die Rotorblätter aus Verbundstoff sind irgendwann zu entsorgen, von Akkus mal ganz zu schweigen, in diesem Thread thematisieren wir Artenverlust durch Biogas und die Halbleiterproduktion ist immer schon der Umgang mit übelsten Chemikalien. Umweltschaeden-durch-Umweltschutz: Schmidt-Bleek rechnet mit einem ökologischen Rucksack [für Photovoltaik] von 0,5 kg/kWh, das ist nach Energie aus Braun- und Steinkohle der dritthöchste Wert.

  • Daraus schließe ich, dass nach deiner Meinung also nicht alles so bleiben soll wie es ist, aber auch nichts geändert werden soll? Hab ich das jetzt richtig verstanden?

    Falsch verstanden. Die ganze Energiewende ist konzeptlos und überhastet. Schon oft habe ich die Frage nach der Stromversorgung in kalten, dunklen und windstillen Winternächten gefragt und das ohne Kohle oder Kernkraft. Keiner konnte mir bislang antworten. Gute Ideen hat es hier auch gegeben, dazu gehört momentan sicher nicht der weitere Ausbau der Photovoltaik und auch nicht das Laufwasser.

    a) große Speicher in den Alpen oder Norwegen. Aber mit vernünftigen Verträgen für die Speicherdienstleistung. Volkswirtschaftlich können wir es nicht dauerhaft leisten Ein- UND Auslagerung der Energie zu bezahlen.

    b) Aus Norwegen und Österreich resultierend: ja das bedingt auch Ausbau der Übertragungsnetze. Energie ist eben nicht da wo man sie braucht: Wind im Norden und Industrie im Süden. Biogas auf dem Land und Verbrauch in der Stadt

    c) Das von Werner Egger genannte Power2Gas und Speicherung im Erdgasnetz. Dann können wir auch an sonnigen und windigen Tagen die Mittagsspitze in der Stromproduktion abfangen.

    d) Auch BHKW geht, aber nicht vom Stromerzeugungsansatz. Strom könnte als Abfallprodukt des Heizens genutzt werden.

    e) Intelligente Netze, Tarife und Verbraucher. Automatische Lichtdimmen wenn der Strompreis steigt. Kühlen auf "Vorrat" bei Energieschwemme. Intelligente Warmwasserspeicher statt Durchlauferhitzern.

    f) Biomasse als künstlicher Energiespeicher erscheint mir schon aufgrund der Düngemittel, Treckerdiesel, etc. sehr fragwürdig in der Energiebilanz. Ist ja in diesem Forum ja eher au s anderen Gründen (um den Bezug zum Thread zu wahren) in der Kritik.


    Ich mag den Ruf nach noch mehr Sonne, Wind und Biomasse nicht mehr hören. Die echten Probleme liegen derzeit in der Verfügbarkeit ("Zur falschen Zeit und am falschen Ort") und können nur durch Transport und Speicher gelöst werden.

  • Das sind die ersten konstruktiven Ansätze von Dir. Wenn jetzt noch das schwarz/weiß rauskäme, käme man weiter. Zwischen null und hundert gibt es noch den ein oder anderen Prozentsatz.

    sehr träge, große Kolosse" erzeugen "Stromspitzen

    Das steht da nicht. Es steht, dass sie einen Anteil haben, denn sie liefern und abschalten ist nich, nicht schnell.

    Außerdem ist der Verbrauch ja auch nicht konstant, somit entsteht damit zumindest ein Überangebot, oder zu wenig. Da ist die Steuerung auch nicht so einfach.

    Der Neid hängt am Stacheldraht in des Imkers Hosentasche!

  • Das steht da nicht. Es steht, dass sie einen Anteil haben, denn sie liefern und abschalten ist nich, nicht schnell.

    Dann informier dich mal über den Siedewasserreaktor, der war sogar für Regelbetrieb (Mittellast)ausgelegt. Und Steinkohlekraftwerke rangieren als Sekundärreserve noch vor der Windkraft (erst seit 2017 möglich!) .

    Stromspitzen müssen durch ReDispatch ausgeglichen werden, Kosten dafür in 2011 waren 40 Mio.€ in 2012 das vierfache und in 2014 waren wir beim zehnfachen. Inzwischen sind es je nach Wetterlage +/- 200 Mio.€ . Diese fallen überwiegend bei den ÜNB mit den großen Windparks an.

    Was die Regelbarkeit angeht, stehen Wind und Sonne ganz mies da, selbst das Abschalten ist nicht so toll, wie du denkst. Zuschalten ist noch weitaus schwieriger8).

  • Genau da ist doch das Problem. Es ist eine Technik im Einsatz, die dafür ausgelegt ist, dass mehr oder weniger gut kalkulierbare Erzeugung in zentralen Großanlagen mit Reserveleistung auf einen in der Summe fast kalkulierbar schwankenden Verbrauch trifft.


    Jetzt hat man entschieden das Risiko von Kernkraft nicht weiter zu tragen, zumal ja auch das Müll-Endlager-Problem immer noch nicht gelöst ist. Man muss wegen der Klimaziele den Kohlendioxidausstoß verringern. Nun muss man also Strom anders erzeugen. Man investiert in andere Erzeugungsformen und will die alte Technik zur Übertragung lassen bzw. einfach nur ausbauen und gewissermaßen durch dickere Kabel ersetzen. Das ist wie der verzweifelte Versuch hier die morgendlichen Staus nach München dadurch zu lösen, dass man die Autobahn um eine weitere Spur verbreitert. Wir haben in jedem Mobiltelefon heute ein besseres Energiemanagement als in einem Haus. Warum? Die Antwort gab es die letzten Tage beim Themenabend auf Arte: "Wir sind es gewohnt jederzeit uneingeschränkte individuelle Mobilität zur Verfügung zu haben. Das bedeutet die Infrastruktur, die Mittel und die Energie". So ist das auch bei Strom und in allen Lebensbereichen. Wir werden uns umstellen müssen und aktzeptieren, dass nicht immer alles jederzeit uneingeschränkt verfügbar sein muss. Vielleicht könnte man ja auch den Verbrauch an die Produktion anpassen. Für die Regelungsschwankungen braucht man viel weniger Puffer...


    Ich bin kein Techniker, aber der gesunde Menschenverstand und die Erfahrung sagt mir, dass wir manche Probleme nicht mit "mehr vom alten Konzept" lösen, sondern mit neuen Konzepten und dem bösen Wort "Verzicht" oder "Warten".

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Ich bin kein Techniker, aber der gesunde Menschenverstand und die Erfahrung sagt mir, [...]

    Wenn nach Atomausstieg, Kohleausstieg nun der Stromnetzausstieg kommt bin ich raus.

    PLZ822xx deutet auf Fürstenfeldbruck hin. Die Einspeiser der Stadtwerke Fürstenfeldbruck sind über 25 Seiten lang nicht geregelte Solaranlagen, dem steht eine halbe Seite Wasser, Wind und Biogas gegenüber. 210GWh werden ausgeliefert, 71GWh (davon 50GWh solar) werden lokal eingespeist. Euch fehlen 2/3 Erzeugungsleistung, speziell ab 18:00 sogar 90%. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass ihr ein Stromnetz weiter brauchen werdet.

  • Schon oft habe ich die Frage nach der Stromversorgung in kalten, dunklen und windstillen Winternächten gefragt und das ohne Kohle oder Kernkraft. Keiner konnte mir bislang antworten.

    Na dann versuch ich's mal mit dieser Antwort:


    Einstieg in die Wasserstofftechnologie. PV Energie zur Hydroloyse nutzen und in der kalten Winternacht mit der Brennstoffzelle Strom erzeugen. Die Zukunft gehört nicht dem Li-Akku - schon längst sollte viel mehr in die Wasserstoff-Technologie investiert werden. Warum passiert das nicht ? Lobby zu schwach !

    kelte

  • Ja, die Stadtwerke FFB liefern hier in der Gegend aus oder lassen Strom einspeisen, außerdem noch Eon und die LEW, die Stadtwerke München und diverse kleinere Kommunalbetriebe.

    Aber die Antwort ist genau das, was ich bisher im ganzen Beitrag bekritelt habe. Wenn die Stadtwerke FFB nicht genug Strom selbst produzieren und der hohe Solaranteil nach Sonnenuntergang ein Problem macht, dann bauen wir lieber eine neue große Leitung für den bisherigen Stromproduzenten und den geplanten Windpark irgendwo weit weg statt zu überlegen wie man die regionale Produktion besser gestalten kann, den Verbrauch optimiert und ggf. Puffersysteme schafft.

    Lange war die noch gut bedienbare Tastaturgröße und der verbleibende Platz für ein Display der entscheidende Faktor für das Design und die Handlichkeit eines Mobiltelefons. Da hat man dann Hilfskonstrukte wie ausschiebbare QWERTY Tastaturen, statt der umständlichen Tastenbelegungen mit Buchstaben auf der Zifferntastatur gebraucht. Aber erst mit der Verbreitung des Smart-Phones macht Mails bearbeiten und Imkerforum auch am Mobile Spaß. Das hätte vor dem iPhone auch keiner gedacht oder gemacht, aber Steve Jobs hat sich getraut anders zu denken (die Erfindungen waren vorher da, aber keiner hat sich getraut damit ein Produkt zu entwickeln, weil es leichter war, ein neues Schiebetelefon und einen neuen Blackberry zu vermarkten)

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Die einfachste Lösung des Energieproblemes ist: Die Energie dort zu erzeugen, wo ich ihn brauche! In dem Umfang, in der ich sie verbrauche und den evtl. Überschuß zu Speichern.


    Die Technik dafür gibt es seit Jahrzehnten.


    Wenn jeder seine Energie autark erzeugt und verbraucht, wäre das Problem nur halb so groß. Für die Fälle, in der die Versorgung nicht reicht, sind ein Bruchteil der heutigen Kraftwerke nötig.


    Aber will man das???


    Wie funktioniert denn die Energiewirtschaft?


    In "Dicken" Leitungstrassen wird der Strom weltweit verschoben ohne ihn irgendwo konkret zu speichern. Oder wird etwa in den Leitungstrassen gespeichert? kein Wunder, dass immer größere und bessere Trassen ausgebaut werden.


    Was hält mich davon ab, in einem Mix aus Photovoltaik, Solarthermie, Geothermie( Heizung im Winter /Stromerzeugung über Turbine all a Heizkraftwerk) und Windkraft die benotigte Energie selbst zu erzeugen, zu verbrauchen und zu speichern? Einen Speicher größer 5000kW/h braucht man für einen Tag pro Haushalt nicht.


    Und sag jetzt niemand, dies würde nicht funktionieren. Wieviele kalte, dunkle und windstille Tage gibt es denn?


    Es ist schlicht und ergreifend nicht gewollt!!!


    Gruß


    Christian

  • .......

    Was hält mich davon ab, in einem Mix aus Photovoltaik, Solarthermie, Geothermie( Heizung im Winter /Stromerzeugung über Turbine all a Heizkraftwerk) und Windkraft die benotigte Energie selbst zu erzeugen, zu verbrauchen und zu speichern? Einen Speicher größer 5000kW/h braucht man für einen Tag pro Haushalt nicht.

    ..........

    Genau! Was hält Dich davon ab??

    Ich hoffe Du hast schon angefangen.

    Bevor mir der Kragen platzt muss ich es posten.


    Von Energieverteilung und Netztstabilität haben leider viele wenig Ahnung!

    Aber ich hoffe, dass jetzt alle die hier ihre Ideen posten als aller erstes ihre Leitungen ins öffentliche Netzt kappen.

    Gruß Eisvogel


    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Wieviele kalte, dunkle und windstille Tage gibt es denn?

    Vermutlich mehr, als es geben dürfte, um allein all das Glas und Metall herzustellen, das Du und alle Jedermanns für diesen Technik benötigen.

    In der Nähe bspw. einer Quarzglasschmelzerei, die ihren Energiebedarf aus Windrad & Co. deckt, möchte ich lieber nicht wohnen.

    Bei Bedarf kann ich ggf. ein eindrucksvolles Praktikum in einer kleinen Stahlschmelzerei, anschließende Rekreation im Windpark und abschließenden Besuch einer Bürgerinitiative gegen Windräder im (bisher) intakten Wald vermitteln. Wenn Du dagegen in Ortsnähe suchst, empfehle ich bspw. das Stahlwerk Bous, wo man Dir erklären kann, warum ein EBT-Ofen sicher nicht mit 5.000 kW/h auskommt, warum dessen Betrieb um ca. 55% sparsamer als entsprechende Rohstahlerzeugung arbeitet, aber in D trotzdem viel teurer zu betreiben ist als die Eisenerzroute über Hochofen und Konverter.