Unerwartetes Bienensterben - Ursachensuche

  • Zunächst vorab: Winterbehandlung ist neuerdings im Oktober, also jetzt!

    naja, so pauschal würde ich das nicht sagen. Ich hab viele Völker die brüten noch. Und OS träufeln im Oktober macht leere Kisten im Februar. Auch ganz ohne Milben.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Weshalb wird mit 5 Tagen Abstand behandelt ?

    Ich hatte mal gelernt 7 TageAabstand , also z.B. Montag-Montag-Montag, weil ich dann den gesamten Brutzyklus, auch die verdeckelte Phase, abdecke.

    Bei 5-5-5 fehlen da 6 Tage.?(

  • Erwischen können wir die Varroa mit OX nur in der phoretischen Phase, das ist die Zeit ausserhalb der verdeckelten Brut.


    Wir haben folgende Eckdaten:

    OX Dampf wirkt ca. 2-3 Tage im Stock.

    12 Tage Verdeckelungsphase der Arbeiterin. (15 Tage sind die Drohnen verdeckelt.)

    Erwachsene weibliche Milbe: 3 Tage phoretisch

    Jungmilbe: ca. 10 bis 13 Tage phoretisch (ich verlasse mich da auf Ralph Kleingartendrohn im Fred

    "Vermehrungsgeschwindigkeit der Varroamilbe".)


    Damit ergibt sich m.E. für den Sommer die Empfehlung für eine Blockbehandlung mit Dampf: 5 Mal OX alle 3 Tage. Deckt 15 Tage ab. Bedampfung am Tag 1, 4, 7, 10, 13 und 2 Tage Nachwirken.

    Zum Winter reicht 2 Mal OX wenn die Völker brutfrei sind.


    Gruß Uli

  • Wenn die Völker wirklich brutfrei sind, reicht einmal. Komisch, daß das angeprangerte 'viel hilft viel' der Bauern nahezu bedenkenlos in der eigenen Imkerei als gangbare Lösung angesehen wird.


    Die Milbe ist was, womit wir leben müssen und können. 0 Milben ist da weder möglich noch (vielleicht überhaupt) anzustreben. Was mir grade wirklich Sorgen bereitet sind die Viren.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Zunächst vorab: Winterbehandlung ist neuerdings im Oktober, also jetzt!

    naja, so pauschal würde ich das nicht sagen. Ich hab viele Völker die brüten noch. Und OS träufeln im Oktober macht leere Kisten im Februar. Auch ganz ohne Milben.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Stimmt, pauschal gilt das nicht. Es kann aber anhand des Varroaschiebers überprüft werden und danach gehandelt werden. Träufeln würde ich nicht, sondern nur sprühen oder bedampfen.

    Auch bei mir brüten noch einige wenige Völker, aber nur die hoch durch die Varroa belasteten - wobei hier nicht klar ist, was das Ei und was die Henne ist.

    Gruß Ralph

  • Zum Winter reicht 2 Mal OX wenn die Völker brutfrei sind.


    Gruß Uli

    Ich mache die konservative Annahme, dass die Effektivität der Oxalsäurebehandlung bei 80% liegt, auch wenn schon Wirksamkeiten von über 90% beobachtet wurden. Üblicherweise wird der maximal zulässige Varroatotenfall im Dezember mit 0,5 Varroen/Tag angegeben und die Absterberate im Winter mit 0,5%/Tag. Aus den beiden Zahlen folgt, dass eine Restmilbenzahl von 100 im Volk der zulässigen oberen Milbenzahl im Dezember entspricht.

    Des weiteren wird in der Literatur angegeben, dass der Schnitt von verdeckelter Drohnenbrut den Milbenbefall im Spätsommer um den Faktor 2 senkt. Um diesen Faktor einzuberechnen, sollte bei Betriebsweisen ohne Schnitt von verdeckelter Drohnenbrut die Restmilbenzahl 50 nicht übersteigen.

    Bei der angenommenen Wirksamkeit von 80% im brutfreien Volk erreicht man die gewünschte Restmilbenzahl von 50, wenn bei der Oxalsäurebehandlung weniger als 200 Milben fallen.

    Wenn noch ein kleines Brutnest vorhanden ist, dürfen bei mir nicht mehr als 100 Milben fallen.

    Bei großen Brutnestern muss man warten, bis Brutfreihet eintritt. Falls eine Notbehandlung erforderlich ist, muss man im Block behandeln.

    Wenn die oben genannten Zahlen überschritten werden, muss eine zweite Behandlung folgen, der Milbenfall ist ebenfalls auszuzählen. Aus den Daten der beiden Behandlungen kann die Restmilbenzahl abgeschätzt werden: Das Verhältnis der beiden Totenfallzahlen ergibt den Schwächungsfaktor für die Milbe. Der wird dann auf die Zahl der zweiten Behandlung angewandt, woraus sich eine Abschätzung für die Restmilbenzahl ergibt.

    Gruß Ralph

  • "Viel hilft viel" ist aber nicht das, was ich sagen wollte. Ich wollte zur Frage was sagen, wie oft soll ich denn behandeln und dazu die Argumente sagen. Es genügt mir eben nicht, dass einer sagt, "ich mach es übrigens so ...". 3 Mal alle 7 Tage, oder 5 Mal alle 3 Tage? Da will ich gerne den Grund wissen, wie es zu diesen Ideen kommt.


    OK, 5 Mal alle 3 Tage ist sozusagen eine Maximalbehandlung. Alle Milben kriegen wir nicht weg oder Besuch bringt wieder eine mit. D.h. die Erwartung einer 100% Vernichtung der Varroa müssen wir aufgeben.


    Obwohl OX Dampf recht gut Bienen-verträglich ist, sind technisch/mechanische Verfahren (TBE und Brutfreiheit) fast ohne Säuren sicher anzustreben.


    Beste Grüße

    Uli


  • Erwischen können wir die Varroa mit OX nur in der phoretischen Phase, das ist die Zeit ausserhalb der verdeckelten Brut.

    ...und wenn du den Faden gelesen hättest, wäre dir aufgefallen, dass es sich um Abstände bei der Schwammtuchmethode mit Ameisensäure handelt, über die hier diskutiert wurde...

    Ansonsten ist 3 x AS einfach zuviel

    Wie machst Du die Schwammtuchmethode? Bei den Vakuumverdunstern ist die Ameisensäuremenge bei einer Behandlung schon mehr als bei den drei mal Schwammtuch.