Unerwartetes Bienensterben - Ursachensuche

  • Das ist was, da muß leider jeder Imker mal durch. Besser anfangs, mit zwei Völkern, als später weil leichtsinnig geworden mit 15.


    Mir ist mal ein ganzer Ablegerstand abgerauscht, die ich als KS erstellt hab und dachte 1x MS reicht. Ist lange her und motiviert noch immer nachhaltig.


    Kopf hoch, abputzen, weitermachen.

    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Vielen Dank für die zahlreichen Antworten.

    Tatsächlich sind bei genauerer Betrachtung sehr viel Milbenspuren zu erkennen. Und die Beurteilung ist ja auch doch recht eindeutig ausgefallen. Vielen Dank dafür nochmal.

    Ich mach mir jetzt natürlich gleich Sorgen um den noch verbleibenden Ableger.

    Das ggf. durch Räuberei oder verflogenen Bienen die Varroa wieder eingeschleppt wurde.

    In Berlin sind in den nachten Tagen ca immer so 19 Grad.

    Denkt ihr, eine zusätzliche Schwammtuch Behandlung wäre sinnvoll ?

    Oder kann ich bis zur Brutfeiheit warten und dann die normale Winterbehandlung durchführen?

    Was würdet ihr mit den Honig machen der schon eingetragen und verdecket ist?



    Liebe Grüße


    Dennis

  • Jetzt nochmals Schwammtuch bringt sie um. Such Dir Hilfe vor Ort. OS verdampfen im Block, oder Bayvarolstreifen geht. Wenn die Bienen schon sehr geschädigt sind, ist die Kiste im Januar auch leer. Behandlung jetzt bringt Dir vileicht die Milben von den Bienen, aber zu gesunden Winterbienen werden die so auch nicht mehr. Im August war der Termin.


    Die Futterwaben ..... ich würde die wegwerfen. Sind nicht viele, im Frühjahr sind die ausgezuckert oder gärig und Bedarf hast Du auch nicht. Das Risiko von Viren besteht und steht irgendwie keinem erkennbaren Nutzen gegenüber.


    Beste Grüße, und nutz den Winter mal zum lesen!


    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • ...oder Bayvarolstreifen geht. ...

    Fängt das schon wieder an!!??


    Ich glaube, dass das andere Volk gute Chancen hat, wenn es jetzt noch recht stark aussieht. Die Milbenbekämpfung bringt jetzt keine großen Vorteile, weil jetzt entweder Winterbienen bereits erbrütet sind oder nicht. Daran ändern die paar Milben auf den erwachsenen Bienen nichts mehr...


    Mein Tipp:

    Etwas Mut und bis zur Winterbehandlung abwarten. Keine Overkill-Chemie reinkippen!


    Gruß Jörg

  • Ich würde da jetzt auch nix mehr machen bis zur Winterbehandlung. Aber ganz sicher auch kein Schwammtuch.


    "Die Milbenbekämpfung bringt jetzt keine großen Vorteile, weil jetzt entweder Winterbienen bereits erbrütet sind oder nicht. Daran ändern die paar Milben auf den erwachsenen Bienen nichts mehr..."


    Genau das hab ich doch geschrieben? Laß doch mal die ganzen ideologischen Dinge beiseite. Hilft keinem. Im Notfall darf man fast alles. Ansonsten nicht, da bin ich doch Deiner Meinung.


    Entspannte Grüße,

    Ralf




    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Danke für die Tips.

    Das Kleinere Volk wurde ja wie beschreiben im August behandelt und sieht wie gesagt auch kräftig und gesund aus. Hatte mir jetzt nur Gedanken gemacht

    aber gut dann übe ich Geduld bis zur Winterbehandlung.


    Ich hatte das Buch Varroose von Dr. Freidrich Pohl und Dr. Pia Aumeier gelesen. Falls es noch andere Buchtips für den Winter gibt, gern .



    Liebe Grüße und einen Schönen Tag


    Dennis

  • Ich würde auch eine Blockbehandlung machen (4x4). Wenn du keine Möglichkeit zum Bedampfen hast, geht bei der aktuellen Wetterlage auch noch Oxuvar sprühen. Nicht optimal, aber besser als nichts.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • Für mich liegt die Hauptursache in der 3maligen AS-Behandlung, bei schneller Verdunstung überlebt das keine Jungbiene und die Königin nimmt auch Schaden. 40ml sind zwar theoretisch richtig für 20 Waben, aber praktisch und mit wenig Erfahrung einfach zu viel.

    Der Rest ist Varroaschaden. Nochmal ein Tipp von mir, wenn man jetzt noch solche Brutwaben in den Völkern findet, die müssen raus, weil sie meistens total vermilbt sind. Aber wir sollten jetzt langsam in den Völkern nicht mehr rumrühren.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Zunächst vorab: Winterbehandlung ist neuerdings im Oktober, also jetzt!

    Ich würde erst einmal feststellen, ob das Volk noch in Brut ist. Dazu würde ich den Varroaschieber einschieben und nach 3 Tagen auf helle Milben und bräunliche Krümel (Brutdeckelreste) kontrollieren. Wenn eines von beiden zu sehen ist, brütet das Volk. Die Menge auf dem Schieber zeigt die Größe des Brutnestes an, typischerweise ist das jetzt wenig bis Null.

    Bei größerem Brutumfang und mehr als 10 Milben/Tag würde ich die Brut aus dem Volk nehmen und anschliened sofort mit Oxalsäure behandeln.

    Bei kleinerem Brutumfang oder fehlender Brut würde ich mit Oxalsäure behandeln und nach 14 Tagen die gefallenen Milben auszählen. Bei mehr als 100 Milben bei vorhandener Brut oder mehr als 250 Milben bei Brutfreiheit würde ich dann die Behandlung wiederholen. Es gibt dann noch weitere Feinheiten, die ich jetzt aber ersparen will.

    Gruß Ralph

  • Auffällig ist, das offensichtlich beide Völker seit Juni nicht recht in die Puschen gekommen sind.

    Warum? Futtermangel während der Haupttracht?

    Bei mir war die Akazie komplett ausgefallen, was sehr dämpfend wirkte.

    War wirklich ausreichend Futter in den Völkern, wenn, wieviel?

    Ansonsten ist 3 x AS einfach zuviel, insbesondere wenn ein nicht angenommene Zarge mitbehandelt wurde.

    Elk