Unerwartetes Bienensterben - Ursachensuche

  • Hallo liebe Imkerfreunde,

    Ich bin Dennis (31) aus Berlin und habe diese Jahr angefangen mit zwei Ablegern auf Zander zu imkern, 2017 ist also mein erstes Bienenjahr.

    Die Bienen stehen hier in Berlin auf einem Friedhof um die Ecke und leben in zwei Dr. Liebig Zander Beuten (Holz).


    Ich hatte im Juni einen kleinen Ableger aus einem Imkerverein bekommen und ein großes sehr stabiles Volk, von einem Imker aus einem andren Imkerverein.


    Nun bin ich am Sonntag auf den Friedhof gegangen und habe mit großer Bestürzung nicht eine einzige Bienen mehr in der Beute vorgefunden und suche nun nach der Ursache dafür.


    Ich hab beide Ableger im Juni bekommen und der nun „verschwunden“ war wie gesagt sehr groß, 10 voll besetzte Waben mit Brut und aktueller negativer Futterkranzprobe.

    Ich hab die Beinen dann auch Raum zum Ausbau gegeben, den sie aber nicht recht ausgebaut bzw angenommen haben.

    Ich hab auch relative schnell angefangen die Bienen mit Apiinvert auszufüttern das Futter haben sie anfänglich auch gut angenommen und alle Waben sind ausreichend mit Futter gefüllt.


    Ich habe auch beide Völker im August 3 mal mit Ameisensäure/ Schwammtuchmethode behandelt.


    Als ich nun Letzte Woche hin gefahren bin ( der Friedhof war wegen dem Sturm eine zeitlang gesperrt) war keine Beinen mehr zu finden und das Futter unangerührt auch um die Beute hab ich keine Totenbienen gefunden und auf dem Gitterboden nur ein Paar. ( dafür hatten sich jedoch einige Wespen breit gemacht)


    Ich hab die Beute mit nachhause genommen um mir alles genau anzugucken, Dabei hab ich entdeckt, dass der Imker der mir die Bienen verkauft hatte, versehentlich zwei Königinnen eingesetzt haben muss, da ich zwei gezeichnete Königinnen gefunden habe, eine davon sogar noch in der Position der Eiablage. ( auch gab es auch Brut, die beim Schlüpfen gestorben sein muss) Vielleicht liegt hier das Problem? Sonst konnte ich kein Auffälligkeiten am Wachs oder ähnliches finden.



    Ich weiss es ist sicher schwierig eine Ferndiagnose zu stellen.

    Aber vielleicht hat ja jemand eine Idee was schief gelaufen ist oder ob ich was falsch gemacht habe. Ich wäre in jedenfalls für jede Beurteilung oder Erfahrung dankbar.


    Liebe Grüße


    Dennis

  • Moin, moin,


    mach mal Fotos von den Brutnestern, schlag mal Waben auf weißes Papier aus und öffne von den stehen gebliebenen Zellen welche und suche darin nach Varroamilben...


    Die toten Bienen schau Dir an, ob die Hinterleiber länger oder kürzer als die Flügel sind.


    Vielleicht könnte sich auch ein erfahrener Kollege aus Berlin das mit angucken.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo, danke, für die schnellen Antworten.


    Ich hab mal eben zwei Fotos gemacht, ich hoffe es ist etwas darauf zu erkennen.

    Varroa war auch mein erster Gedanke.

    Vielleicht lieg der Fehler auch in meiner Behandlungsmethode.

    Das Volk hatte zur Zeit der Behandlung eine volle Zarge unten, darüber eine mit Rähmchen zum ausbauen, darüber eine leere halbe Zarge in die ich die Schwammtücher gelegt haben, pro Schwammtuch 20ml Saure gegeben, dass hab ich 3 Mal im Abstand von 5 Tagen wiederholt.

    Auf der Windel war danach auch ein ordentlicher Varroa Fall zu sehen.

  • Moin Dennis,


    könntest Du das Motiv des dritten Bildes noch mal so aufnehmen, dass Details zu erkennen sind?

    Auch das Wabenfoto könnte gerne noch mal in größer, näher dran, Details zeigender sein. Frontal auf die Wabe halten, die Optik, und Bild schräg von oben, aber so, dass man in Zellen hineinsehen kann.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • ja genau es waren zwei Tücher, alles in allem also 40ml bei zwei Zargen. Ich hatte Bedenken, dass es evtl. in der Beute nicht warm genug war, da die Bienen die zweite Zarge nicht richtig angenommen haben. Ist es möglich, dass sich die verdampfte Säure nicht ausreichend verteilen konnte?

    Der andere Ableger hat sich wie berichtet weiter gut entwickelt.

    was kann ich mit dem eingetragenen Honig machen?


    Lieb Grüße und vielen Dank



    Dennis

  • Wenn es auf der leeren Wabe noch ganz oft kleine Brösel in jeder Zelle gibt (Milbenkot), dann ist ein Varroaschaden eine sehr wahrscheinliche Ursache. Die Behandlung hat dann den unaufhaltsamen Niedergang nicht mehr verhindern können, obwohl zu dieser Zeit alles noch gut ausgesehen hat. Kenne das leider auch mit einem Volk von meiner ersten Saison.

    Empfehle auch gerne wieder einmal diesen Artikel von Guido Eich

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Moin, moin,


    und wenn es in den stehengebliebenen verdeckelten Zellen Milben gibt, sozusagen in jeder...

    Trotzdem würde mich interessieren, was da auf der Windel liegt.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Lieber Dennis, genau das gleiche hatte ich ebenfalls einmal in einem Herbst.

    Wir hatten ein Volk von einem Imker übernommen, der mir sagte er behandele seine Bienen nur mit ApiLifeVar und das bis zur Milbenfreiheit.

    Sehr blauäugig habe ich darauf vertraut, ohne nochmals den Milbenfall zu kontrollieren.

    Im November hatte ich das gleiche Bild wie Du, nur mit 2 Kehrschaufeln voller Totenfall auf dem Beutenboden.

    Viele dieser Bienen waren verkrüppelt, Futter reichlich drin und Bienen steckten kopfüber tot in den Waben.

    Beim Nachschauen Massen von Varroen =O....

    Eigentlich wollte ich im Dezember die Winterbehandlung machen.

    Ich ärgere mich heute noch, dass durch meine Unachtsamkeit das Volk eingegangen ist.