Definition 'Bienenvolk'?

  • Gilt für eine Bienenvolks im Sinne der steuerlichen Einordnung die gleiche Definition wie aktuell für die TSK?


    WV/Ableger/Begattungskistchen etc. = Volk?


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Pauschalisiert oder nicht, Stichwort <70 Völker ist die Frage. Steuer. Zählen Ableger und Begattungskistchen mit rein?


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Rein logisch betrachtet wäre ja alles, woraus man einen Gewinn erzielen kann, steuerlich interessant.


    Von daher könnte ich mir vorstellen, dass für das Finanzamt ein Volk ist, was ein Zuhause, eine Königin und Bienen hat.


    Realistisch würde ich Ableger dazu zählen, Begattungseinheiten aber nicht.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Frag doch mal beim Finanzbeamten nach.

    Da kannst du vielleicht 3 Finanzbeamte fragen, und hast 3 verschiedene Meinungen.

    Sind auch blos Imker... äh Menschen, wie wir Imker:lol::lol::lol:


    Ne, im Ernst, wirst wohl mal bei deinem FA fragen müssen, ob es dafür irgendwelche Bestimmungen gibt, die irgendwo geschrieben stehen.

  • Rein logisch betrachtet wäre ja alles, woraus man einen Gewinn erzielen kann, steuerlich interessant.


    [...]


    Realistisch würde ich Ableger dazu zählen, Begattungseinheiten aber nicht.

    Da kann man dann aber die Begattungskästchen ja aber auch wieder mit rein zählen, da es ja sein kann, dass du mit denen Königinne züchtest um diese dann zu verkaufen...

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Interessante Frage!

    Zwar nicht steuerlich, da ich auf jeden Fall über die 70 komme, aber ich habe das die BG gefragt, wo es ja um entsprechende Beiträge geht. Der für mich zuständige Mitarbeiter hatte überhaupt keinen Plan davon! Ganz offensichtlich noch nie Gedanken drüber gemacht, also wohl auch noch nie sowas kontrolliert...

    Habe ihm dann eine entsprechende Interpretation gegeben und ihn gefragt ob er das noch schriftlich brauch. Hab dann per Email das Gesprächsergebnis in meinem Sinne zusammengefasst und die entsprechende "Völkerzahl" auf dieser Basis gemeldet. Darauf kam nie eine Reaktion...

  • Rein logisch betrachtet wäre ja alles,

    So funktioniert meine Welt zumindest nicht, oder nur bedingt. Die Frage ist auch nicht durch Mutmaßen zu lösen. Und mal eben irgendwo anrufen ist da ggf. eine teure Geschichte. Vielleicht laßt Ihr beim beantworten mal denjenigen den Vortritt, die was wissen?


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Die Frage ist auch nicht durch Mutmaßen zu lösen. Und mal eben irgendwo anrufen ist da ggf. eine teure Geschichte.

    Korrekt.


    Ich gehe davon aus, dass es noch gar nicht definiert ist, bis da mal jemand nachhakt oder es durch ein Gerichtsurteil o.ä. festgestellt wird, was denn ein Volk im steuerrechtlichen Sinne ist. (Und das kann ja durchaus abweichen von Definitionen für BG, TSK, Versicherung usw)


    Hast schon mal beim DBIB nachgefragt?

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Eine Kunde(Berufsimker) hatte eine Steuerprüfung

    Steuerprüfer werden nach ihrem Erfolg beurteilt, resp. wieviel Steuernachzahlungen sie herausholten. Wer unbesehen solche Zwischenergebnisse akzeptiert, ist selber schuld. Unser (Steuer-)System beruht darauf, daß das Finanzamt hier an der Decke zieht, der Steuerpflichtige dort und einigermaßen "gerechte" Ergebnisse sich nur einstellen, wenn dieses Tauziehen einigermaßen im Gleichgewicht gehalten wird. Dazu ist, wie bei jedem Tauziehen, zuallererst ein fester eigener Standpunkt nötig und von da aus gehörige Kraftanstrengung.

    Es gibt genügend imkerliche Gründe, warum man ein Volk zeitweilig in zwei "Kisten" hält (Nachziehen einer neuen Kö., um die alte zu ersetzen; Begattungsvölkchen (dto.) usw. Wer da als Imker nichts erklären kann, ist ... (s.o.). Sofern Beamte Wert auf wissenschaftliche Autoritäten legen oder aus dem Ruhrgebiet kommen: Dort praktiziert und propagiert ein landesweit nur allzu bekannter emeritierter Bienenwissenschaftler ebensolche Konzepte, z.B. Teilen + Behandeln usw. Diese zeitweiligen Volksteilungen sind also "Stand der guten imkerlichen Praxis", gehören also notwendigerweise dazu, wenn man fachlich gut eine bestimmte Anzahl an Wirtschaftsvölkern halten, bzw. steuerlich relevanten Gewinn damit erzielen will. Derselbe Wissenschaftler propagiert z.B. auch, daß man jedes Jahr mit Jungköniginnen (=schwarmträge) im Wirtschaftsvolk starten soll u.a. aus Umweltgründen (Schwärmen lassen ist Umweltverschmutzung und fördert unkontrollierte Verbreitung von Bienenkrankheiten und Varroose - nicht umsonst gibt es Allgemeinverfügungen zu Behandlungspflicht). Je länger man darüber nachdenkt, umso mehr Argumente fallen einem ein für den Fall einer Steuerprüfung...

    Nützt all das nix, dann soll der Steuerprüfer mal selber in jeder der > 70 Kisten prüfen, ob da eine Kö. drin ist. Der Steurpflichtige muß ihm nur den Einblick gewähren. Reinblicken und prüfen dagegen muß der Prüfer selber, ebenso mit etwaig unvorhergesehenen Folgen seines eigenen Prüfungsdranges in den darauffolgenden Tagen klarkommen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 4 Mal editiert, zuletzt von ribes ()

  • Vielleicht hilft es ja, wenn man weniger theoretisch anfängt:


    Imker mit 20+ Völkern. Paar Ableger plus zwei drei Schwärme. Zusammen 31 Fluglöcher. Sauber gemeldet im Januar für das ganze Jahr (was wäre wenn?) bedeutet diese Definition jetzt lustige 350€ für die BG und weil's so schön ist, nochmals 1000€ ans Finanzamt. Bei 40-50 Völkern plus ein paar Kieler kommt statt der 1000€ pauschal dann ein Steuerberater und die Buchhaltung dazu. Insofern ist das grade für kleine Imkereien keine theoretische Frage. Klar kann man das einfach nicht angeben. Die Möglichkeit besteht ja immer.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife