Betriebsweise für Anfänger

  • Das Maß seleber ist am Unwichtigsten. Als erstes solltest du dir Gedanken machen wie deine Betriebsweise insgesammt aussehen soll.

    Empfehlen würde ich dir dafür eine Betriebsweise mit zweijähriger Volkverjüngung.

    D.h. Jahr 0, Volk erstellen per Kunstschwarm mit Jungkönigin. Gut Füttern, Sommerbehandlung mit Thymol oder 2 MS, WInterbehandlung 2x MS oder Ox.
    Jahr 1, Führung als Wirtschaftsvolk, geschröpft wird nur durch Entnahme von Bienen, meist während der Honigernte zur Erstellung neuer Völker. Sommerbehandlung mit AS (August) + 2 MS/Ox oder AS (September). Winterbehandlung 2x MS oder 1 x Ox.
    Jahr 2, Führung wie in Jahr 1, zur Sommerhonigernte wird das Volk Aufgelöst zur Erstellung von 0 Jährigen Völkern. Bei der Nutzung von Spättrachten (Heide), wird zur Sommerernte ein halber bis ganzer Kunstschwarm entnommen (wenn man nicht genug Völker hat) und erst nach der Spättracht aufgelöst.

  • Dies geht sowohl mit einer als auch zwei Zargen.

    DNM wäre mir aber zu klein, Zander ein Maß das es eig nur in Süddeutschland gibt, d.h. würde ich immer wieder Dadant oder Langstroth nehmen. Geführt ohne Schied.

  • DNM wäre mir aber zu klein, ...

    Da gäbe es ja auch noch 1,5 DNM. Das ist scheinbar recht verbreitet. Bei praktisch jedem Händler gibt es die Zargen und Rähmchen (auch in modifizierter Form).


    Ein Vorzug ist dabei die große Variabilität bei den Honigräumen. Neben Vollzargen gibt es auch 1/2 (sehr schön für Wabenhonig) und Flachzargen (2/3) und natürlich auch vertikal geteilte Honigräume.

    Insgesamt ist DNM so das flexiblere System.


    Ich habe jetzt weitgehend von DNM auf 1,5 DNM umgestellt und probiere auch Dadant aus. Was ich bei 1,5 DNM mag, ist dass die Beute kompakter ist. Das fast quadratische Wabenmaß gefällt mir auch.

    Was mich bei Dadant stört, sind die Griffmulden statt Griffleisten. Auch Rutschleisten sind bei Dadant nicht gängig.


    Meinen Anfängern rate ich den Einstieg mit DNM, mit der Option, auf 1,5 DNM umzusteigen.

    Abgesehen davon kann man natürlich auch bei DNM mit einem Honigraum imkern.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Mit DNM ist man wirklich sehr flexibel.

    Ich werde nächstes Jahr noch auf BR 1,5 umstellen und dann ist es für mich erst mal perfekt. Ich bin immer wieder begeistert, wie vielfältig man variieren kann.

  • Das fast quadratische Wabenmaß gefällt mir auch.

    Was mich bei Dadant stört, sind die Griffmulden statt Griffleisten. Auch Rutschleisten sind bei Dadant nicht gängig.


    Warum tackerst du bei Dadant nicht einfach Griffleisten rann oder kaufst einfach solche, die sie per SE haben!??

    Das ist ja nun wirklich kein Ausschlusskriterium für DD!! :)

  • Weil eben mehr als 55.000 Zellen unten gebraucht werden.
    Flugbienen lagern den Nektar nur am Eingang ab, die Stockbienen bringen ihn dann in den Honigraum.
    Dieses Jahr hatten wir eine Pollentracht bis zum geht nicht mehr, teilweise 6 DN Waben Pollen. Die wurden aber auch wieder aufgebraucht.
    Die Randwaben werden oft nicht bebrütet sondern rein als Futterwaben genutzt.

    22 Waben DN in der Segeberger waren durchaus etwa 4-6 Waben zu viel im BR. Aber das passt schon, war ja ein eher schlechtes Jahr.

    D.h. würde ich eher Langstroth 16 er Bevorzugen.

  • Warum tackerst du bei Dadant nicht einfach Griffleisten rann oder kaufst einfach solche, die sie per SE haben!??

    Das ist ja nun wirklich kein Ausschlusskriterium für DD!! :)

    Ich habe ja nicht gesagt, dass das ein Ausschlusskriterium ist, ich habe nur abgewogen.

    Griffleisten "dranzutackern" (ich vermüte mal, du meint schrauben) liefert im Nachhinein kein Befriedigendes und wahrscheinlich auch kein stabiles Ergebnis. Ich habe keine Dadatenbeuten mit Griffleisten gefunden. Da müsstest Du mir einen Hersteller nennen.


    Ich will ja auch keinem Dadant madig machen. Ich wollte nur klarstellen, das andere Großraumbeuten durchaus Vorzüge haben (übrigens auch Nachteile).


    Spannender finde ich ohnehin die Frage, ob es da überhaupt Unterschiede in der Betriebsweise und der Entwicklung der Völker gibt.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich würde es auf Großraumbetriebsweise vs(vermeintlich) im vergleich zu Zweizargebvölkerführung reduzieren, mehr nicht!


    Ich war ja auch in Stapelfeld, mit jürgie, beim Thermodoppelschieder JB. Er sagte, BR werden gar nicht mehr mit irgendwelchen Griffleisten oder -mulden versehen. Wenn man sie trägt, dann eh mit dem Boden und ganz unten, also unterm Boden. Es relativiert sich quasi der Hebeanspruch des BRs und den Hebevorrichtungen, es sei denn, mal will den Boden wechseln. Aber nur eines solchen Vorganges wegen alle BR mit Griffmulden zu versehen, erschloss sich mir schnell. Nur deshalb jedoch, da ich alle meine Kisten selbst baue und die Mulden fräse...ein bzw vier Abläufe weniger!:)

  • Immer wieder lustig, welche Diskussionen eine Frage zum Rähmchenmass auslöst.


    Ich habe mit DNM angefangen, weil mein Opa das hatte und aufhören wollte.
    Nach 1 Jahr sind so gut wie alle alten Beuten der thermischen Behandlung zugeführt worden, weil der alte Selbstbaukrust mich totoal genervt hat. Keine Zarge hat auf die andere gepasst.
    ...und es ging weiter mit neuen DNM-Beuten. Hat auch alles ganz gut geklappt soweit.


    Bis ich dann mal eine voll besetzte Dadant-Beute zur Rapstracht gesehen habe und gemerkt hatte, wie schön da das Arbeiten am Volk eigentlich sein kann. Und seit letzem Frühjahr hab ich nur noch Dadantbeuten da stehen.
    Ich für mich habe entschieden, dass ich weder mit Zander, noch DNM, ob nun 1- oder 2-zargig arbeiten will...

    Den Umweg hätte ich mir eigentlich von Anfang an auch sparen können.


    Deshalb: Liebe Anfänger, schaut Euch bei irgendwem die unterscheidlichen Beutensysteme an, bevor ihr kauft!
    Nicht jetzt.

    Nicht im Frühjahr.

    Sondern dann, wenn die Beuten brechend voll sind, wenn in jeder leeren Zelle Honig eingelagert wird, wenn wöchentlich Schwarmkontrollen anstehen und entscheidet dann, wie ihr arbeiten wollt.


    Gruss David

    "Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel."

  • genau, dieser irgendwer sollte ein Pate aus der Nachbarschaft sein!

    Kurze Wege, schnelle Info und Unterstützung! :)

  • Nehmt euch mal eine schöne dunkle und leere Zanderbrutwabe, etwa 3 bis 4 Brutsätze.

    Stellt die mal in einen Eimer Wasser.

    Und sehet welche Brühe da rauskommt.

    Ich stelle mir nun Honig in so einer hochgehängten dunklen Brutwabe vor (kann man zb. besser schleudern).....

    Aber das macht ja keiner....

    Auweia die Beutenrassisten sind wieder an der Missionierungsarbeit,


    spielt ja keine Rolle, dass es jeder 2 BR-Imker selbst in der Hand hat ob er Honig aus bebrüteten Wagen erntet oder nicht.

    Dadant ist also schon deshalb besser, weil der Imker noch nicht mal BR-Waben schleudern könnte, selbst wenn er wollte. Der muss dann dafür auf Press- und Tropfhonig zurückgreifen.

    Wohl bekomms....


    Ich finde solche Attacken genauso lächerlich wie diejenigen 2BR-Imker die behaupten, dass die Dadantler die Wabenhygiene im BR nicht im Griff haben.

    Für alle gilt, der Imker muss sowohl die Sachkenntnis als auch den Willen haben vernünftig zu arbeiten.

    Dann ist die Kiste in der die Bienen wohnen völlig egal.


    Gruß

    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • Dadant ist also schon deshalb besser, weil der Imker noch nicht mal BR-Waben schleudern könnte, selbst wenn er wollte. Der muss dann dafür auf Press- und Tropfhonig zurückgreifen.

    Wohl bekomms....

    Es gibt sogar Schleudern in die Dadant-Brutraumwaben passen. Das macht sogar Sinn, wenn man Trogbeuten mit großen Wabenmaßen hat. Der Flexibilität der Systeme sind also auch hier keine Grenzen gesetzt.

    Was ich sagen will: Dogmatismus ist fehl am Platz. Es gibt so viele Möglichkeiten! Und wer hat schon alles ausprobiert?

    Ausprobieren macht klug. Leider stelle ich fest, dass dabei die Lagerhaltung für das Material sehr unübersichtlich wird.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Vielen Dank für Eure, wie erwartet, sehr vielseitigen Ansichten und Meinungen die mir dann doch noch in Dingen die Augen geöffnet haben wo ich vorher noch nicht so intensiv drüber nachgedacht habe.

    Z.Bsp. Wie verkaufe ich in Zukunft Ableger o. Völker in einer zu 90% DNM regierten Region, da ist Dadant eher die seltene Ausnahme. Nicht falsch verstehen das Hauptaugenmerk liegt nicht auf dem Verkauf von Bienen, kann und wird aber auch mal vorkommen.

    Ich bin mittlerweile auch der Meinung die Arbeit mit Dadant ist erlernbar, wie alles, nur im Verein und der Pate imkern eben mit DNM. Ich werde der Exot sein, da einzargig und zweizargig verschiedene Betriebsweisen sind werden die Tipps wohl eher rar ausfallen weil sich damit kaum einer auskennt. Der Kursleiter (nicht im selben Verein) imkert mit Dadant (beruflich). Von diesem wird wohl auch der erste Ableger kommen.