Schutzmaßnahmen bei der OX-Pfannen-Bedampfung

  • Kleine Schilderung, wie meine ersten beiden OX-Bedampfungen abliefen:


    Ich fahre mit dem Auto zu den Bienen.

    Ziehe mir meine FFP3 Atemschutzmaske über.

    Über diese versuche ich irgendwie meine Klarglas-Schutzbrille zu ziehen.

    Ansonsten versuche ich mich irgendwie möglichst Hauteng zu kleiden.

    Dazu kommen dann die tollen Einweg-Gummihandschuhe.


    -> Punkt 1 erfüllt: Aussehen wie ein Vollidiot


    Ich nehme 2 OX-Pillen, welche sich durch den Placebo-Effekt schon durch den Gummihandschuhe juckend anfühlen.

    Diese pack ich in den Pfannenverdampfer, welcher mit einem Eigenbaubodenschieber rückwärtig ins Bienenvolk eingeführt wird.

    Jetzt klemm ich die Apperatur an die Batterie an, gehe einige Meter zurück und muss eine gefühlte viertel Stunde das jucken meiner feuchten Haut unter der Schutzmaske ertragen. Diese traue ich mich natürlich nicht runter zu ziehen, aus Angst dass mich doch ein Schwall von unsichtbarem OX-Nebel erreicht.


    Nach 2 Minuten klingelt der Timer, ich sprinte zur Batterie, klemme den Apperat ab und fange trotz FFP3 Maske an unterbewusst die Luft anzuhalten (weil ich irgendwo mal gelesen hab dass diese Masken gegen Säure trotzdem noch nicht das Wahre sind).

    Dann (immernoch ohne zu Atmen) den Bodenschieber raus ziehen, den Verdampfer in kaltes Wasser (naja, da ich das Wasser vergessen hatte in eine Schale gefüllt mit Öttinger Export), normalen Bodenschieber wieder rein, den modifizierten ins nächste Volk, verdampfer drauf, pillen rein, beim wieder Anklemmen bin ich dann schon zittrig vor Sauerstoffmangel, wieder weg sprinten. Dann kommt das (mehr oder weniger erfrischende) Aufatmen in meine juckende, feuchte Maske, während ich durch den unteren Rand der Brille (da diese wegen der Maske ja nicht sitzt) das Geschehen beobachte.


    -> Punkt 2 erfüllt: Imkern als entspanntes, naturverbundenes Hobby ausgelebt



    Soviel dazu. Jetzt kann ich mir aber nicht vorstellen dass das alles so sein muss.

    An die ganzen OX-Bedampf Profis:

    Wie macht ihr das?

    Welche Ausrüstung ist wirklich wichtig, und kann man sich auf diese Verlassen?

    Wie wichtig ist die Schutzbrille?

    Was macht ihr mit den Klamotten dann? Draußen ausziehen und draußen lassen? Direkt in die Waschmaschine?

    Würde sich so ein Ganzkörper-Gummianzug lohnen?


    Bitte berichtet!



    Liebe Grüße,

    Luis

    der jetzt erstmal ein paar atomar belastete Pilze sucht.

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Geht auch weniger aufwendig, zB ohne Ganzkörper-Anzug, ohne FFP3-Maske.

    • mit einfachen Nitril-Handschuhen die Oxalsäure-Tablette in den Verdampfer legen,
    • selbigen am Wirkort platzieren,
    • Batterie mit möglichst maximalem Abstand zur Beute anschließen,
    • 3-5m zur Seite treten, Verdampfung beobachten (Windrichtung),
    • nach Ablauf der Zeit tief einatmen, Luft anhalten,
    • Batterie abklemmen, zur Seite gehen, weiteratmen.
    • Etwas warten, Verdampfer und Beute versorgen.

    Oxalsäure-Sublimat reizt die Atemwege: zu große Neugier wird durch Husten eingebremst.

  • vor 2 Jahren mit Stoffmaske FFP3- seitlich undicht, das man gelegentlich beim Sprühen sauren Geschmack im Mund hatte, außerdem beschlug sowohl meine als auch die Schutzbrille ständig.

    Letztes Jahr mal einen Wemaemh-Gas-Verdampfer mit Halbmaske+Schutzbrille leihweise ausprobiert. Verdampfer -Schrott mit Rückschlaggefahr bei Verstopfung, Maske war dicht, aber Brillenproblem blieb. Dann in Bucht Dräger-Vollmaske gekauft.

    War mit einem Varrox bißchen langwierig, aber mit Maske über 1h problemlos zu arbeiten, ohne das das Glas beschlug. Fernbrille passte nicht drunter.

    ich vermeide es ähnlich wie Ralfk, aber beim entfernen der Schaumstoffkeile, treiben die Bienen manchmal das Gas direkt raus. Windrichtung zeigt der Smoker an, aber bei Windstille kommt es einem entgegen.

    Hinterher fliegt alles in Plastsack und in die Wäsche. Maske abgespült und zum trocknen aufgehängt.

  • Hier lese ich Beiträge mit nicht zugelassenen Behandlungs-mitteln. Ich würde es begrüssen wenn diese Imker dieses

    unterlassen würden denn viele Imker , Neuimker lesen das

    und sind dann der Ansicht in Deutschland ist das Bedampfen

    mit OX erlaubt !! War schon Themahttps://www.imkerforum.de/forum/thread/54133-bedampfen-rechtlich-gesehen/

    Meine frage ob dieses erlaubt sei wurde Ignoriert !!!

    Dieses ist nicht erlaubt ,weil es zu immer wieder zu schweren

    Unfällen mit Verätzungen der Atemwegen und Lunge kamm, durch Restmengen der OX in der Luft und und undichte

    Arbeitsmittel. Bei längerer Kleiner Bedampfung der Lunge

    sind Spätfolgen nicht Auszuschliessen!!!!

    Gruß Georg L.

  • Sollen wieder alle schreiben das sie zum Zeitpunkt der Bedampfung natürlich im Ausland waren? Das es in Deutschland nicht zugelassen ist kann jeder nachlesen und wenn ich alles mache was irgendwer in einem Forum schreibt ohne mich vorher zu informieren, ob das legal ist, dann kann mir sowieso keiner helfen.

    Es wird gemacht und es wird darüber gesprochen/geschrieben.

    Gruß

    Sascha

  • Sollen wieder alle schreiben das sie zum Zeitpunkt der Bedampfung natürlich im Ausland waren? Das es in Deutschland nicht zugelassen ist kann jeder nachlesen und wenn ich alles mache was irgendwer in einem Forum schreibt ohne mich vorher zu informieren, ob das legal ist, dann kann mir sowieso keiner helfen.

    Es wird gemacht und es wird darüber gesprochen/geschrieben.

    Gruß

    Sascha

    Danke Sascha.

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Mir muss mal einer vormachen, wie er sich die Lunge verätzt. Vorher 10 Ibu 600, dann vielleicht. Georg,

    du bist hier so was von OT.


    Beim Bedampfen von wenigen Völkern ist die Brille nicht unbedingt nötig.

    Bei mehr Völkern benutze ich eine Vollmaske, Brille geht auch nicht drunter. Dann brauche ich mich nicht vorzusehen. Schaumstoff erst entfernen, wenn der ganze Stand fertig ist, oder 10 min warten. Dann ist der Bienendruck weg und es kommt auch kein Dampf raus.


    Ich gehöre logischer Weise auch zu den Imkern, die mit den Völkern zur Behandlung kurzfristig ins europäische Ausland fahren. 🙄 Damit so Leuten, wie Georg, keine Chance gegeben wird, beide Zeigefinger zu heben.


    Gruss

    Ulrich

  • die Behandlungsmethode Bedampfen ist nicht zugelassen- aus Gründen des Arbeitsschutzes oder weil keiner das Zulassungsverfahren in D zahlen will. Keine Änderung in Sicht- siehe unten.

    Ox als Mittel - Sprühen, Träufeln ist zugelassen. Die Schutzvorschriften beim Sprühen entsprechen denen beim Verdampfen- FFP2-Maske statt FFP3. Der Imker hat allerdings weniger als eine Armlänge Abstand!

    Schwammtuch mit AS ist auch nicht zugelassen.

    Für Arbeitsschutz ist jeder selbst verantwortlich. Unfälle mit Oxalsäureverdampfern?

    Ich glaube, das es mehr Verätzungen mit AS gab.


    Im Gegensatz zu gebeiztem Saatgut, wo die Zulassung in EINEM EU-Land ausreichend für die Inverkehrbringung ist, hat man bei der Arzneimittelzulassung und Preisbildung im Bereich Human-und Tiermedizin ein EU-Flickenteppich.

    Die Krönung des ganzen ist die neue Biozidverordnung- NaOH als Reinigungsmittel kann ÜBERALL eingesetzt werden, im Seuchenfall AFB- zum Desinfizieren muß der Veterinär für jeden Imker bzw Sanierungsaktion eine Sondergenehmigung beantragen.

    Rähmchenreinigung erlaubt- ja, habe ich Sporen oder klinischen Befund- Veterinär! Das wurde von Guido Eich auf der Schulung der BSV auf der MELA2017 bestätigt!


    Wünsche gesunde Bienen!

  • Dieses ist nicht erlaubt, weil es zu immer wieder zu schweren Unfällen mit Verätzungen der Atemwegen und Lunge kam, durch Restmengen der OX in der Luft und und undichte Arbeitsmittel.

    ^^ - zeig mir einen einzigen Fall, bitte. Einen. - Das sind so vom Hörensagen gehörte Stories wie die Vogelspinne in der Yuccapalme.


    Ist doch super der Faden, so kann man beschreiben, wie es richtig gemacht ginge. Ich würde eine Halbmaske wählen mit dem richtigen Filter (Patrone für organische Säuren) und gut is. Einmalhandschuhe werde schon nicht schaden.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo,

    irgendwann ist es bei mir etwas eingeschliffen. Beim Oxamat habe ich Handschuhe um die Tabletten zu bestücken, Maske/Brille nicht mehr. Hier richte ich mich nach der Windrichtung und gehe ein Stück weg. Empfehlen würde ich das aber nicht!

    Beim Lega-Heißluft-Verdampfer natürlich mit Vollschutz, da man dort voll im Nebel steht. (Gasmaske, Anzug, Handschuhe). Dafür benötige ich für ein Volk ca. 30 Sekunden.

    Gr. Stefan

  • Schade, dass auch so lange nach der Arbeit von Gumpp, Drysch, Radjaipour und Dartsch (Das Verdampfen von Oxalsäure – ein sicheres Verfahren für den Anwender?) immer noch solche Horrorszenarien in die Luft geworfen werden.


    Für mich das Fazit:


    "Nach den vorliegenden Daten dürfte also ein Imker gewerblich das ganze Jahr hindurch 40 Stunden pro Woche Oxalsäure-Behandlungen durchführen, ohne sich gesundheitlich zu schädigen.

    [...]

    Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, daß eine systemische Wirkung der Oxalsäure am Imker bei beiden Verfahren nicht zu erwarten ist. Dies gilt wohlgemerkt ohne spezielle Schutzmaßnahmen, wie z.B. das

    Tragen einer Atemschutzmaske.

    [...]

    Der Imker muß sich somit nur noch gegen eine mögliche lokal-reizende Wirkung der Oxalsäure schützen, ähnlich wie bei der Anwendung von Ameisen- oder Milchsäure. „Lokal-reizend“ bedeutet, daß bei Kontakt von Oxalsäure mit der Haut oder den Schleimhäuten dort unmittelbar Reizungen auftreten können."


    Ich ziehe Handschuhe an, wenn ich den Oxamat benutze. Das wars.

    Grüße,


    Thomas