Einfütterung/Warmbau/Kaltbau/Flugloch

  • Schönen Nachmittag!

    In meinen quadratischen 12er Dadantbeuten halte ich meine Bienen im Warmbau, nur über den Winter im Kaltbau!

    Gleich Ende Juli habe ich 5 kg Futter gegeben, die Hauptbehandlung gemacht und das Flugloch mittig auf 1 mal 5 cm eingeengt, wegen der Wespen und meiner Angst vor Räuberei. Mitte August habe ich wieder 7kg gefüttert und dann die Beute auf Kaltbau gedreht.

    Heute musste ich in ein Volk reinschauen, das schon auf Kaltbau saß, und mir ist aufgefallen, daß links 1 Futterwabe ist, dann 5 Brutwaben, danach kommen 6 Futterwaben. Jetzt bin ich skeptisch, ich habe sie auf Warmbau eingefüttert und dann auf Kaltbau gedreht. Im Kaltbau wandern sie ja von vorne nach hinten oben, kommen sie jetzt im Winter an das seitlich liegende Futter ran? Das wird doch schwierig, wenn sie im Kaltbau seitlich über die Waben steigen müssen. Ich ärgere mich wieder wahnsinnig über diese Blödheit, ich bau Mist und komme immer erst hinterher drauf!

    Was soll ich tun?

    Auf Warmbau zurückdrehen und das Flugloch seitich zum Bienensitz verlegen?

    Oder auf Kaltbau lassen, richten sie sich den Bienensitz neu?


    Besten Dank

    Lg Franz - Zander 477x420x220 + 12er Dadant Blatt

  • Hallo,

    lass jetzt einfach alles so wie es ist. Die Bienen kümmern sich. ( Wenn die Brut ausläuft tragen sie den Vorrat aus den äußeren Waben in den Bienensitz. )

    ... und in Zukunft auch die unsinnige dreherei. Das bringt nichts außer Problemen. ( Oder was meinst du wer der Biene in der Natur den Wabenbau dreht ???


    Gruß Finvara.

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Hallo,

    gibt es denn Gründe für solche "Überraschungen" mit diesem Drehen, die ja nur die Bienen treffen? Ich habe mal gelernt, dass es den Bienen genehm gestaltet werden muss. Solches wie oben beschrieben würde ich nicht machen. Alles umräumen lassen ist möglich, aber mit viel Kraftaufwand verbunden. Zurückdrehen ist ein Handgriff und alles hat wieder seine Ordnung.

    Ich hatte im letzten Winter ein Volk im Kaltbau, das seine Vorräte auf der rechten Seite in der unteren Zarge hatte und etwa die gleiche Menge in der oberen Zarge, aber hier sehr gleichmäßig auf allen Waben. Das Futter war zuerst aus der oberen Zarge aufgezehrt. Erst mit Beginn der Flugzeit und der Ausweitung der Brut wurde das Futter aus der unteren Zarge verbraucht.

    D.h: Die Wintertraube steigt sicher lieber nach oben als über die Waben. Oder haben es die Bienen bei Warmbau sich so verinnerlicht, dass sie sich im Winter ganz normal zum Futter hin bewegen?

    Wir schreiben den Bienen immerwieder vieles vor. Warum? Sicher weil wir dann ein besseres Arbeitsergebnis haben werden. Was geschieht denn wenn wir den Bienen (nur als Probe) freihe Hand ließen? Warmbau, Kaltbau, von beiden etwas? Und wo lagern sie dann ihre Vorräte ein?

    Ich kann mir vorstellen, dass jeder, der das probiert, ein anderes Bild vom Wabenbau bekommt. Und ich denke, dass die Bienen mit ihrer eigenen "Inneneinrichtung" gut zurecht kommen, auch im Winter.:?:

    Im kommenden Jahr habe ich vor, einem Volk keine Rähmchen einzuhängen sondern ein Rost aus Leisten an deren Enden rundum senkrecht Stäbe befestigt sind, um das Anbauen an der Beutenwand zu veringern / auszuschließen. Ich bin schon jetzt gespannt was da gebaut wird und wo die Wintervorräte eingelagert werden.

    Gruß

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Hallo Harald


    ich habe vor ein paar Jahren einen Schwarm in eine HBB eingeschlagen, da war nur eine Platte eingeschoben. Die Bienen haben von der Mitte beginnend, leicht schräg zum Flugloch, ein rundliches mit gleichmäßigen Wabenabständen ihren Bau errichtet. Die Wintervorräte wurden rund um den Bienensitz in der Mitte eingetragen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Reinhard,

    solches habe ich in Anfängen erlebt. Ich musste einen Schwarm in einer Zarge über nacht stehen lassen und habe ihn am nächsten Abend erst in die richtige Beute setzen können.

    An dem aufgelegten Bretterdeckel hatte er schon 4 breite Zapfen auch etwas schräg zum Flugloch gebaut. Ich kann mir Vorstellen, dass das dann im kommenden Sommer auch so werden wird.

    Ich bin auf den natürlichen Wabenabstand gespannt. Den würde ich dann in die Beuten mit Rähmchen übertragen. Oder kann das eher als individuelle "Eigenart" eines jeden Volkes angesehen werden? Also von Volk zu Volk unterschiedlich?

    Gruß

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • keinimker : mit dem Rost machst Du vermutlich auch einen Blödsinn und merkst es erst hinterher.

    Was soll das bringen? Bauen sie gerade, hast Du das gleiche Ergebnis wie mit Rähmchen. Bauen sie quer, hast Du ein Problem. Also was soll das Experiment dann bringen? ?(


    Den Wabenabstand kennt man inzwischen auch, nach Jahrhunderten der Imkerei. Ich kann Dir da ein gutes Forum empfehlen ;)


    Grüße

    Roland

  • Den Wabenabstand kennt man inzwischen auch, nach Jahrhunderten der Imkerei. Ich kann Dir da ein gutes Forum empfehlen

    Na das bezweifle ich doch sehr... - in den Jahrhunderten der Datenerfassung haben die meiste ja schon Probleme die damals verwendeten Längeneinheiten in mm oder cm umzurechnen...

    Außerdem hat der heutzutage verwendete Rähmchenabstand nichts mit den Bedürfnissen der Bienen zu tun sondern mehr mit den Bedürfnissen der Imker oder einer Normierung.


    Gruß

    Franz

  • Franz : wirklich? Ich dachte immer, nur mit dem definierten Maß von ca. 35mm bekommt man sauberen Wabenbau ohne Quer-, Zwischen-, Doppel- und sonstigen Wildbau?


    Ich weiß, dass die Bienen den Raum immer optimal nutzen würden. Dass der Imker ein Interesse am Praktischen hat ist auch klar. Trotzdem hat der verwendete Abstand was mit den Bedürfnissen der Bienen zu tun, andernfalls würden sie eben improvisieren. Sozusagen eine Win-Win-Situation.


    Ich bleibe dabei: das mit dem Stäbchenrost ist Murks und unnötig.


    Grüße

    Roland

  • zudem hat eine Brutzelle nunmal Grenzen, in denen sich die Größe (Tiefe) bewegen muss und die Wabengasse ebenfalls. Im Honigraum kann die Zellgröße und -tiefe mehr variieren.


    Liege ich falsch?


    Grüße

    Roland

  • Ja, da irrst Du Dich, jede Bienenherkunft kennt andere Zellgrößen und Wabenabstände. Selbst Ruttner hat extrem viel vermessen, gesammelt und publiziert.


    Ich arbeite seit über 15 Jahren mit 32mm Wabenabstand (bei 4.9 mm Zellgröße) und ohne die von Dir erwähnten Probleme.


    Literatur aus dem 18 und 19 Jahrhundert erwähnt sehr oft die vermessenen Zellgrößen, Wabenabstände, usw. - leider wurde damals alles in einem Maß, das extrem ortsabhängig war, gemessen. Damals hatte jede Stadt eine andere Längendefinition für Elle, Zoll usw. und nicht immer ist dokumentiert mit welchem Maß der damalige Vermesser gearbeitet hatte. Alle Vermessungen aus dem 20. Jahrhundert, oder neuer, sind oft bereits nicht mehr die natürlichen, sondern das Ergebnis der damals verwendeten Mittelwandzellgrößen.


    Das ganze wurde hier im Forum schon vor ca. 15 Jahren ausführlich diskutiert... - einfach einmal die suche betätigen...


    Allerdings gebe ich Dir beim "Stäbchenrost" recht! ;-)

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