Späte Nachschaffungszellen im Sept./Okt.

  • Bei einer Imkerkollegin:

    1 Volk mit anwesender alter KÖ weiselt gerade um durch Nachschaffungszellen.

    Meine Frage: falls eine neue KÖ schlüpft, ist es ja jetzt im September/ Oktober für einen Begattungsflug schon zu spät.

    Was geschieht mit so einer JungKÖ dann im Volk?

    Wartet sie auf den Begattungsflug bis zum nächsten Frühjahr?

    Und wenn nun über den Winter die alte KÖ stirbt, könnte dann das ganze Volk drohnenbrütig werden?

    Freu mich auf eure Rückmeldungen! Vielen Dank schon mal.

  • Hallo Lotus,

    je nach Gegend und Witterungsverlauf kann die Begattung im September noch gut klappen. Wenn sie nicht begattet wird, wird sie meist erst im Frühjahr drohnenbrütig. Oft bleibt aber die Alte im Volk, bis die Junge `getestet` ist, aber nicht immer. Die Bienen machen die Umweiselung ja auch nicht zum Spass, d.h. es kann sein, dass die alte Königin auch bald nicht mehr legen kann. Normalerweise treiben solche Völker ihre Drohnen nicht ab, bzw ziehen sogar noch neue, damit die Begattung klappt. Eine andere Frage ist noch, ob das Wetter mitspielt um die Jahreszeit. Mein Rat: Bleib mit der Beobachtung dran und wenn sie Anfang Oktober nicht legt, vereinige mit einem kleinen Ableger oder weisele im Zweifel eine zugekaufte Königin ein.

    Gruss, Jan

  • Hallo Lotus,


    warte mal ab, das sehe ich auch so, das muss nicht schiefgehen.

    Es gibt einpaar Völker, die so spät im Jahr noch Drohnen haben. Wetterabhänging passt es dann doch noch.


    Aktuell z.B. habe ich diese still umgeweiselte Jungkönigin gestern gefunden. Bei mir hatten sie eine Umweiselungszelle Anfang August, das hatte ich zunächst der Aktion der TBE zugeschrieben.

    Jetzt haben sie es doch an meinen Augen vorbei geschafft und die Alte ist schon weg, geschätzt seit 2 Wochen ca. nur noch Reste verdeckelter Brut und ein geputztes Brutnest,

    die neue auch schon von der Größe so, dass sie jetzt die Tage loslegen wird.


    s. hier


    Eine andere in einem Problemkunstschwarm hat vor 1 Woche begonnen mit Stiften.


    Bei den spät umgeweiselten muss man aber im Hinterkopf haben, dass die Begattung dann doch ggf nicht so ganz optimal war und sie nicht unbedingt alt werden. :u_idea_bulb02:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich wette, dass in diesem Volk noch Drohnen sind und mehr als zwei. Anfang Oktober wäre mir noch etwas früh für die Entscheidung zur Vereinigung oder Aufllösung des Volkes und wahrscheinlich auch unnötig. Das klappt schon. Lass die Mädels mal machen.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Hallo Berggeist,

    Du kannst ruhig wetten, denn gestern habe ich bei der Abschlussdurchsicht in mehreren Völkern, die völlig in Ordnung waren, auch mit jungen Königinnen, noch Drohnen gesehen, zwei hatten sogar noch etwas Drohnenbrut!


    Also braucht es zur Begattung nur passendes Wetter...


    Grüße

    Quirin

  • bei den Nachschaffungen in den Kieler/Segeberger Begattungskästen von Ende August war die Erfolgsrate von 3 geschlüpften Koniginnen eine in Eilage mit sauber verdeckelter Brut, die anderen beiden verschwunden. Anfang August waren es 100%.

    Vereinzelnt sieht man noch ein paar Drohnen in den Begattungskästen, in den Völkern habe ich im September keine mehr gesehen.

  • Erst jetzt , seit drei Tagen in denen die Nächte deutlich kühler wurden , wird die Drohnenbrut an meinem Standort abgetrieben .

    Bei sonnigem warmem Herbstwetter fliegen bei mir noch ordentlich Drohnen der dunklen Bienen .

    In zwei erweiterten Apideas habe ich erst vor 7 Tagen die Nachschaffungen entnommen und ich bin gespannt ob die es bei mir nochmals schaffen .

    Die Qualität der Drohnen , sprich Zeugungsfähigkeit und letztlich die Qualität der so geschaffenen Königinnen sind dann auf einem anderen Blatt ....

    Jedoch die Reinheit der Dunklen , die wird mich bei gelingen dieses Versuchs

    dann schon interessieren .

    Gruss Markus

    " Wohlstand ist die Summe aller Sünden ." (mw)

  • jetzt lasse ich die nicht mehr nachschaffen, sondern nehme die gleich komplett zum Zusetzen bzw vereinige die letzten zu 4-6 Waben-Ableger durch Reinhängen in Rähmchen.

    Aus der ursprünglichen Erstbesetzung mit unbegatteten F1-Buckfast kam Vielfalt, je nach Nachbarschaft mehr oder weniger erhalten- kleine &große Buckfast oder Carnica-Landbienen.

    Gruß Fred



  • jetzt lasse ich die nicht mehr nachschaffen, sondern nehme die gleich komplett zum Zusetzen bzw vereinige die letzten zu 4-6 Waben-Ableger durch Reinhängen in Rähmchen.


    Gruß Fred



    Wie macht man das Zuhängen bzw. Zusammenlegen optimalerweise?

    Also beide Kö drinn lassen und die Stärkere siegen lassen oder sucht man sich eine raus?

  • Hallo beeg,


    das kann je nach Region, Wettersituation und je nach Volk oder Einheit im September oder Oktober gemacht werden.

    Wo es oben bereits Thema war: Drohnenfreie Zeit vereinfacht das Ganze.


    Es gibt sozusagen zwei Methoden. Man kann ein Volk auflösen, idem man es nach Rauchgabe aufteilt auf mehrere Völker, dazu werden normalerweise die Brutwaben abgekehrt und zwar vor der Beute und mit Einlaufhilfe, in der das zu verstärkende/aufnehmende Volk sitzt. Die abgekehrten Brutwaben werden zugehängt und zwar ans Brutnest. Man kann auch fertige Futterwaben dann mit zugeben, die sollten aber sinnvollerweise an den Rand kommen. Es sollte also in etwa konform mit dem "System" der Bienen erweitert werden.

    Wenn zwei Einheiten vereinigt werden sollen, dann kann man das so machen wie oben.

    Man kann allerdings nach meiner Erfahrung auch die bienenbesetzten Brutwaben ohne Abfegen zuhängen, ich hatte dabei noch nie ein Problem zu dieser Zeit oder im zeitigen Frühjahr, und ich finde das ruhiger als die Abfegerei und Einlaufenlassen, kein Verklammen etc.


    Sonst wird auch immer noch und immer wieder das Aufsetzen über Zeitungspapier beschrieben. Ich gebe hier offen zu, dass ich das erst einmal gemacht habe und doof fand bzgl der Dauer und dem Procedere, außerdem Dreck, Schnipsel und weiterer Einsatz mit Entnahme oben usw.


    Zu Deiner Frage: Um ganz sicher Kleinkriegen aus dem Wege zu gehen, sollte möglichst die Königin kurz vorher entfernt werden. Beim Zuhängen kann es sein, dass nicht die übrig bleibt, die man erwartet hatte, beim Einlaufen lassen wird die einmarschierende neue eher abgewehrt bzw abgestochen.


    Zum Thema Auflösen und vereinigen hier noch ein empfehlenswerte PDF


    bzw auch dieser Link hier


    Nicht zu lange in den Herbst warten damit, ein bisschen Zeit für ein wenig Umorgansiation ist ganz nett für die so modifizierten Völker.


    Viel Erfolg!

    Rafft Euch auf und lasst die Schwächlinge nicht in den Winter, sondern schafft kräftige Einwinterungsvölker.

    Ich gebe aber auch hier zu, dass ich bis zu dieser Erkenntnis gebraucht habe... gibt Jammer :roll:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper