@Bernhard: Plastikmittelwände

  • Dann würde der Effekt vermindert auftreten, nicht aber zu 100% fehlen (nach meinem Verständnis). Aber ist es überhaupt so, das es keine 'Ansteckung' von Altwaben gibt? 2., Sowohl Bernhard als auch Markus schrieben, das eine 'kranke' Wabe in der Kiste reicht, das Volk abbauen zu lassen. Wie sehen dann die Brutbilder der Nachbarwaben aus, sofern es alte Schwarten sind?


    Ganz grundsätzlich: Schön, das es jetzt geht.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Auch wäre interessant, wie schnell sich das Kranke Brutbild von einer Wabe auf die andere ausbreitet.
    Also ob

    1. die Eine erstmal nur die neben sich ansteckt, und diese dann die nächste, usw...

    2. wenn eine Schadhafte drinnen ist, sich das Schadbild gleichmäßig auf allen Waben anbahnt.

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Dann würde der Effekt vermindert auftreten, nicht aber zu 100% fehlen (nach meinem Verständnis).

    Korrekt, aber wir wissen nicht, wie vermindert; denn wir kennen weder die Giftausgangskonzentration im Wachs noch die LD 50 des Gifts für Larven / Bienen und auch nicht den Verdünnungseffekt. Damit wäre ein Verdünnungs- und Adsorptionseffekt nicht grundsätzlich auszuschließen.



    ... eine 'kranke' Wabe in der Kiste reicht, das Volk abbauen zu lassen. Wie sehen dann die Brutbilder der Nachbarwaben aus, sofern es alte Schwarten sind?

    Gibt es Beobachtungen von Markus oder Bernhard bezüglich der "Kontamination" von Altwaben ?

    wäre interessant, wie schnell sich das Kranke Brutbild von einer Wabe auf die andere ausbreitet.

    Ja wäre es, aber es sagt nichts zur Hypothese aus, bestenfalls zur Giftigkeit und dem Verhalten der Bienen.


    Weiter fragen...


    Rainer

  • Wie sehen dann die Brutbilder der Nachbarwaben aus, sofern es alte Schwarten sind?

    so wie sie aussehen sollten, optisch ohne Schadbild.

    Auch wäre interessant, wie schnell sich das Kranke Brutbild von einer Wabe auf die andere ausbreitet.
    Also ob


    1. die Eine erstmal nur die neben sich ansteckt, und diese dann die nächste, usw...

    2. wenn eine Schadhafte drinnen ist, sich das Schadbild gleichmäßig auf allen Waben anbahnt.

    Gibt es Beobachtungen von Markus oder Bernhard bezüglich der "Kontamination" von Altwaben ?

    Wichtig, 5 gute Altwaben im Volk und dann mit 5 MW aus schlechtem Wachs auffüllen = 5 schlechte Waben mit Schadbild und 5 Altwaben ohne Schadbild.

    5 schlechte Altwaben im Volk und dann mit 5 MW aus gutem Wachs auffüllen oder Anfangsstreifen = 5 schlechte Altwaben + X schlechte Neue Waben aus gutem Wachs und X gute Waben aus gutem Wachs.

    Bei meinem Abräumen der Völker zeigte sich das Problem in den Drohnenrahmen. Wenn da innerhalb der nächsten 3 Waben eine schlechte Wabe war, dann zeigten die Drohnenrahmen ebenfalls das Schadbild. Bei mehr Abstand war es dann wieder unauffällig. Die Völker wurden im März/April mit MW erweitert und Futterwaben entnommen und danach dann die Drohnenrahmen gegeben.


    Das Schadbild kann sich also nach meiner Beobachtung immer nur in eine Richtung bewegen. Dazu darf die gute Wabe nicht ausgebaut sein, muss nach der schlechten zum Ausbauen ins Volk kommen und dazu noch im Bereich von 1-3 Waben neben einer schlechten Wabe hängen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Kann das nicht auch eine Bakterie sein? Ein mutiertes z.b. welches auf bestimmtes Wachs angewiesen ist? Ist sowas Möglich? Könnte es sein, das so eine Bakterie über die Futtersaftdrüsen verteilt,und im Darm der Biene vielleicht eliminiert wird?

    Warscheinlich ein dummer Gedanke!

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Hier gibts was Gutes zu lesen

    http://www.pedigreeapis.org

    Eure Pedigrees, könnt ihr ab sofort hier problemlos u. fachlich geprüft im Original eintragen

  • Kann das nicht auch eine Bakterie sein?

    Und dann den Schmelzprozess überlebt oder dann danach das Trennmittel -welches nachweislich Bakterienwachstum verhindert bis auf Clostridium botulinum?

    So die damaligen Forschungen vom Belgischen Ministerium

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Sehr sportlich hier...


    Clostridium botulinum oder andere Clostridien produzieren das hochgiftige Botulinustoxin. Bakterien oder das Gift selbst würden den Schmelzprozess bei nahe 100 Grad nicht überleben - die Sporen sehr wohl. Jedoch kann eine Spore diess Bakteriums niemals in Wachs auskeimen, d.h., sie würde nicht wachsen, weil das Wasser fehlt. Insofern lässt sich das ausschließen.


    Das gilt m.E. generell für bakteriellen Ursprung: diese benötigen ein wässriges Milieu - ich kenne keine, die in Wachs physiologisch aktiv sind. Mglw. gibt es Spezialisten hier im IF, die das ergänzen können...


    Bei meinem Abräumen der Völker zeigte sich das Problem in den Drohnenrahmen. Wenn da innerhalb der nächsten 3 Waben eine schlechte Wabe war, dann zeigten die Drohnenrahmen ebenfalls das Schadbild. Bei mehr Abstand war es dann wieder unauffällig.

    Danke Markus, Deine Beschreibung passt zum Thema sukzessive Verdünnung bzw. "Neutralisierung" des Gifts in der reinen Altwabe. Zudem weist es auf die Abreicherung mit dem Abstand zur Giftquelle hin.


    Ist die Altwabe vergiftet, verhält sie sich wie eine vergiftete MW.


    Besten Dank


    Rainer


    p.s.: es freut mich, dass wir in einen Diskurs kommen!

  • Bei meinem Abräumen der Völker zeigte sich das Problem in den Drohnenrahmen. Wenn da innerhalb der nächsten 3 Waben eine schlechte Wabe war, dann zeigten die Drohnenrahmen ebenfalls das Schadbild. Bei mehr Abstand war es dann wieder unauffällig.

    Bei so spezifischen Beobachtungen, würden mich Färbeversuche mit Wachs interessieren. Gab es so etwas schon? Also das Einbringen von künstlich (z.B. mit Lebensmittelfarbe) gefärbten Mittelwänden, um das Umtragen dieses Wachses im Bienenstock beobachten zu können?


    Es wäre zwar effizient (und Bienen arbeiten sicherlich effizient), trotzdem erscheint ein solch extrem lokales Verhalten doch seltsam.


    Gruß
    Ludger

  • Hallo Ludger, solche Versuche gab es schon und wenn ich mich nicht täusche, wurde das auch im Forum erwähnt. Als ich das erste mal davon las, wurde mir auch klar warum in meinen Völker auch an manchen Waben unten plötzlich 2 cm MW bzw. Wabe fehlte. Die Hauptursache sind zu wenig Baubienen, wie auch schon erwähnt.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • So jetzt habe ich mich wieder eingelesen !!

    Und ich frage mich oder euch wenn Ammenbienen Maden füttern nehmen die das gift nicht auf ??

    Verbauen Bienen spuren von Pollen bzw Propolis nicht im Wachs und die laufen mit den Pollen- Höschen über die Waben dann währe es logisch irgend etwas ist in den Pollen

    Vielleicht sind Pestizide noch anhaftend am Pollen

    Gruß Georg L.

  • Die "Verdünnungshypothese" kaufe ich noch nicht.

    Wenn Markus schreibt, dass die Wirkung einer Schadwabe ca. 3 Waben weit reicht, dann müssten Ammenbienen nach der Hypothese einen recht kleinen Wirkungsradius im Stock haben. Ist das so?


    Muss "das Gift" wirklich aufgenommen und verfüttert werden oder klebt es einfach an den Bienen und wird verschleppt?


    Nochmal: habt Ihr wirklich tote unbetdeckelte Brut gefunden? Oder da wo Brut war, war sie dann plötzlich weg?

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Letzteres lässt sich beobachten wie Bernhard in seiner Zusammenstellung der Phänomene gut erklärt hat: die Brutnestordnung ist gestört, weil die Larven ausgefressen werden (tote Larven habe ich nie auf dem Boden bzw. vor dem Flugloch gefunden). Und die entleerten Zellen werden fortwährend neu bestiftet.


    Was spricht gegen die Hypothese ? - Der unwahrscheinliche kleine Aktionsradius der Ammenbienen ? Gibt es dazu Fakten ?


    Rainer

  • Was Bernard dazu schreibt ist wichtig! Aber: wenn es ein Phänomen ist, was viiiele Völker betrifft, sollen wir versuchen, auch möglichst viele Betroffene zu finden, um evtl. ein Muster zu finden. Bernhard & Markus sind ja (so wie ich es verstehe) zwei unterschiedliche Probleme; einmal Stearin (Markus & sein Gold) und Bernhard (Entdecklungswachs, selber- und Lohnumarbeitung). Wir brauchen mehr Erfahrungen/Beobachtungen von Betroffenen!


    Bitte beschreibt doch mal Eure Erfahrungen!


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife