@Bernhard: Plastikmittelwände

  • Was ist das Motiv von Feuerwehrleuten, die selber Brände legen? Da draußen sind soviel Irre unterwegs...

    Ich denke weniger, dass sich da jemand profilieren will indem er erst eine Notsituation beiführt um dann helfen zu können. Ist wohl eher eine andere Baustelle...


    Aber als das größte Risiko für meine Bienen sehe ich neben Diebstahl tatsächlich die Sabotage an. Da helfen dann auch keine KunststoffMW.


    Feinde machen sich die Imker da genug. Ich äußere mich hier nicht ständig zu dem ganzen dummen Unfug der über den Ackerbau/Pflanzenschutz verbreitet wird weil ich mich selber irgendwie vor Leuten rechtfertigen rechtfertigen will, die ich bestenfalls für "ihre Expertiese" bemitleide.

    Das hier losgelassene ist leider oft durchaus geeignet (wenn wohl auch meistens nicht bewußt gewollt) von Betroffenen als mediale Hetze mit realen populistischen politischen Folgen für die eigene Situation/Existenz verstanden zu werden.


    Wäre mir ja egal, wenn die Reaktion darauf dann "die Richtigen" treffen würde...

    Hier in der Gemarkung, wo mich jeder kennt, und ich deshalb nicht davon ausgehe mit irgendwelchen gefährlichen Spinnern in Verbindung gebracht zu werden, da ich selber auch (als Hobby) Ackerbau betreibe, habe ich bereits Völker im knapp dreistelligen Bereich stehen. Im kommenden Jahr möchte ich die selbe Menge nochmal in die Nachbargemarkung stellen. Da kennt mich nicht jeder, und ich fürchte schon, dass da einer meine Stände sieht und sich denkt er müsse etwas tun damit sich in seinem Gebiet kein Ökofaschist einnistet und nichts wie Ärger macht.


    Vorsorge durch entsprechendes Networking (Vorabgespräche mit Ortslandwirt, Förster, Jagdpächter, einzelnen bekannten Landwirten, ...) in der Gegend ist halt auch aufwendig und minimiert das Risiko auch nur zum Teil.


    Evtl. denkt mal wer beim Lesen oder Schreiben des ein oder anderen Fadens drüber nach...


    Mag bisschen ot sein, aber irgendwie passt das imho doch immer wieder in so einige Fäden hier rein.

  • Die Versuche mit Stearin zeigen Bienenbrutvergiftungen mit einem ganz ähnlichen Bild. Die Symptome sind gleich.

    Sind sie nicht, sondern nur ähnlich, soweit ich das verstanden habe. Die Bienenbrutvergiftungen treten auf den eingesetzten Quadraten auf, wo Stearin eingemischt wurde, aber nicht auf denen, wo kein Stearin hinzugefügt wurde. Der Unterschied ist also: Die Ansteckung fehlt!

    Gruß Ralph

  • Oder jemand will im Imkerzubehör einen Mitbewerber ausschalten. 'ne Dose Paral

    gegen das Krabbelzeug auf dem toten Opa sein Wachs reicht im Kreislauf auch für einen halben Imkerverein. Das wäre aber lokal begrenzt. Oder die oben aufgeführten Insektizide für einen Wachstransport ohne Wachsmotten. Solange man keinerlei belastbare Daten über den Umfang des Problems hat und es auch nicht verörtlicht bekommt ist es echt Spekulatius. Zumal Bienen schon immer gestorben sind, und die angeführten Gründe sagen wir, nicht immer zu 100% stimmen.


    Echt eine miese Situation. Mein Mitgefühl an alle Betroffenen!


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • ... Denn Krankheiten kommen meistens mit körperlichen Symptomen einher. ... Die sind aber hier nicht zu beobachten.


    ... lückige Brutnester ... merkwürdig und auffällig ist, daß im Boden und auf dem Flugbrett keine tote Brut zu finden ist.


    ... Schaufel tote Bienen aus den Kisten ...

    Hm, mal sehen, ob ich das verstanden habe:


    Die Königinnen stiften, Brut fängt sich zwar an zu entwickeln (chaotisches Brutbild = verschieden alte Maden nebeneinander), ist dann aber plötzlich weg (aufgefressen? Habt Ihr das gesehen?).


    Der Bienennachwuchs fehlt, wodurch das Volk zusammenbricht.


    Die erwachsenen Bienen sind äußerlich okay, verhalten sich (weitgehend - manchmal aggressiv?) normal.


    Am Ende sind tote Bienen aus den Kisten zu schaufeln; die Völker fliegen sich also nicht leer. Die sterbenden Bienen verlassen nicht die Beute?


    Könnte es also sein, dass v.a. die erwachsenen Bienen geschädigt werden - in ihrem Verhalten: sie räumen sinnlos Brut aus, die vielleicht garnicht geschädigt ist?!! Am Ende dann sterben sie selbst, aber nicht an fehlendem Nachwuchs, sondern an einer Schädigung: das Lebensalter der Bienen sei ja verkürzt, wurde berichtet.


    Mad Bee Disease (MBD) - der Versuch einer anderen Sichtweise.


    Gruß, iJörg


    P.S.: was ist eigentlich mit den Rähmchen des Schadwachses?

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.


  • Aber als das größte Risiko für meine Bienen sehe ich neben Diebstahl tatsächlich die Sabotage an. Da helfen dann auch keine KunststoffMW.

    Cool story... :/:rolleyes:

    Mr. X sucht sich für seine Sabotage vorzugsweise Bienen eines bekannten und engagierten Imkers, der den neuen Schaden ziemlich sicher schnell erkennt und mit neuen unbekannten Ursachen möglichst schnell publik macht...

    Da reichen "VT" als Konter und Alufolie als Gehirnschutz aber nicht mehr...


    Sabotage fuktioniert im Normalfall anders, nämlich so, dass man den Schaden nicht so vordergründig und schnell erkennt, sondern viele in Sicherheit gewogen bleiben und sich nichts böses denken... Da sucht man sich viele Leichtgewichte als Gegner aber keinen einzelen Fachmann, der so oder so in der Materie drin steckt.. Wenn da was wäre, dann eine versteckte Drohung, aber sicher keine Sabotage. Nur um mal deine Fantasie als Quelle weitere Überlegungen zu nutzen.


    Ehrlich?

    Selten so etwas albernes gelesen. Aber zur Ablenkung sicher gut geeignet. Der ominöse Mr. X muss ein universaler Alleskönner sein und kann diese Mission nicht allein durchziehen. Zwischen den Zeilen mit der Sabotagevermutung klingt etwas ganz anderes durch...


    Gruß Andreas

  • Es war ein Versuch, ich dachte die Schreibpause hier hätte zum anregen und überlegen geholfen. In anbetracht solch eines Stuß was wieder geschrieben wird, sorry, da habe ich den Finger schon wieder überm roten Knopf....

    Soll das Forum damit sabotiert werden?


    Beste Grüße Hartmut



  • Sehr gute Fragen, die deutlich machen, wie wichtig es ist, dass wir hier spekulieren können, um das Problem von allen Seiten einzugrenzen.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Bernhards Beobachtung mit dem Ausfressen der Brut kann voll und ganz bestätigt werden.

    Es sind keine toten Bienen auf dem Beutenboden.

    Eier, Larven und Puppen werden ausgefressen.

    Nymphen werden morgens in der Frühe aus dem Flugloch getragen.


    Nun, meine Frage: Was fressen nun latent geschädigte Arbeiterinen, wenn sie die Brut fressen, noch mit? Tragen sie dann durch ihren Kropf (Futterdrüsen) ein hochwirksames Gift weiter?


    Danke Michi! Ich finde auch dass hier Raum für Überlegungen, Spekulationen und Hypothesen sein dürfte. Wenn alle sich bemühen dass Hypothesen deutlich gekennzeichnet sind, dann sollte es auch mit der Diskussionskultur klappen ;-)

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Was fressen nun latent geschädigte Arbeiterinen, wenn sie die Brut fressen, noch mit?

    Hypothese: Beim ersten Betrachten ist das ein Verdünnungsprozess; denn die Dosis an Gift, welche eine Larve schädigt, muss eine adulte Biene nicht schädigen - es sei denn, diese frisst viele davon aus. Über eine Verstoffwechselung eines pot. Gifts weiß man nichts. Wenn es keine Veränderung im Bienenkörper erfährt, werden die Eiweiß- und damit die Giftbestandteile beim Füttern an die anderen Larven weitergegeben, auch wenn sie verdünnt sind. Damit hat man einen Kreislauf vorliegen, der tödlich endet, wie man es ja beobachtet: Gift tritt aus dem Wachs in den Futtersaft über - Larven werden geschädigt - ausgefressen - Gift tritt verdünnt in die Ammenbienen über - über das Futter in neue Larven, die auch noch durch Gift aus dem Wachs geschädigt werden; ein circulus viciosus, aus dem das Volk dann nicht mehr entrinnen kann.


    Das erklärt möglw. auch die Wirkung auf die Nachbarwaben; denn die Ammenbienen wechseln sicher schon mal die Wabe.


    Setzt man die Bienen auf neues, unbelastetes Wachs oder Kunststoffmittelwände ohne Gift, kann sich die Dosis an Gift, welche in den Ammenbienen angereichert ist, verdünnen und wird unwirksam.


    Konsequenz dieser Hypothese muss sein, dass wir unbelastetes Bienenwachs - durch was auch immer - verfügbar haben müssen. Und es muss exakt deklariert sein, was drin ist, auch und besonders die Zusätze bei der Verarbeitung. Wir kommen immer wieder auf die beiden Optionen zurück: Eigener Kreislauf nach analytischer Kontrolle um sicher zu sein und die Ausdehnung des Qualitätsm'ments der Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelindustrie auf das Imkereiwachs.


    Habe fertig


    Rainer

  • Moin,


    dafür, dass ich eigentlich nur nach Bernhards Erfahrungen mit den Plastik MWs gefragt habe, scheine ich ja eine Interessante Disskusion ausgelöst zu haben.


    Danke an alle die sich hier sachlich zu Wort gemeldet haben und vor allem Danke an Bernhard, das du uns - auch wenn die Situation mit dem gepanschten Wachs bei deinen Bienen gerade eher als besch.... zu bewerten ist (bei uns im Imkerverein sind auch zwei Leute davon betroffen, deren Existenz hängt allerdings nicht davon ab) - trotzdem Einblick in das Geschehen gewährst. Negative Erfahrungen werden ansonsten ja häufiger eher heimlich unter den Teppich gekehrt.


    Bezogen auch meine Ausgangsfrage weiß ich jetzt zumindest, dass die Mittelwände gut angenommen werden und die Bienen diese relativ gut und zügig ausbauen.

    Bin gespannt, ob ich/wir demnächst dann noch erfahren werden, wie die Reinigung alter bebrüteter Plastik Mittelwände geklappt hat und ob diese den üblichen Reinigunngsverfahren standhalten.


    Danke und beste Grüße,

    Ralf

  • Hä!? 'Plastikmittelwände' umfaßt Erfahrung mit selbigen. Dazu gehört sicher auch der Gebrauch samt Reinigung. 'Gift/Schadwachs' ist hier deplatziert, bzw., nur als Grund für den Einsatz von Plaste ein Randthema.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Bin ganz bei Michi, wir brauchen das Wachsthema!


    Ich fände es klasse, wenn es wieder aufgeht, und die Admins gerne sehr streng mit ihrem Löschen wegen OT, Unflätigkeit u.a.m. umgehen!


    Gruß, iJörg


    (und dieser Beitrag hier kann dann gerne gelöscht werden :wink:)

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.